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Streaming: Wie Spotify Musik zur Monokultur macht
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Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Spotify Ihre Playlists kuratiert? Was Ihnen gefallen soll, bestimmen Algorithmen. Echte Individualität spielt dabei keine Rolle - das ist ein Problem.

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stefan7777 21.05.2018, 09:38
20. Nur teilweise richtig

Radio hat früher Hits gemacht, durch pure gesteuerte Wiederholung bis es keiner mehr hören wollte! Es wurden Radio Versionen aufgenommen, sehr viel in der Musik wurde genau an dieses Sendeformat angepaßt - war das jetzt besser? Zugegeben, dass waren auch Zeiten (Gottschalk) in denen meinen Ohren diese "einfachere" Musik genügt hat.

Seit ich Spotify nutze, bin ich Fan von so unendlich vielen neuen Interpreten geworden, dass hatte ich zu Beginn nie erwartet. Mal durch eine Playlist die Spotify vorschlägt, mal durch einen Klick auf ähnliche Interpreten, mal wenn ich mir die Zeit nehme in dem riesigen Pool nach etwas bestimmten oder unbestimmten zu durchsuchen, mal wenn ich mich treiben lasse und ungeordnet suche - wow, das ist ein echter Fortschritt, eine Befreiung!

Ich möchte nicht ausschließen, dass Spotify tatsächlich im Gesamtbild auch sehr negative Auswirkungen hat, aber an der Musikauswahl und an den Algorithmen liegt das sicher nicht - das bezweifle ich ernsthaft!

Monokultur macht Spotify alleine deshalb, weil es eine solch große Marktmacht hat, dass ist beängstigend. Unsere Kultur befördert derzeit mit aller Gewalt den mächtigen und reichen auf mannigfaltige Weisen. Deshalb haben wir ein Google, Apple, Facebook, Twitter, Spotify.... hab ich noch einen vergessen?

Wenn ich mir die aktuelle Neuländer Generation in unserer Politik ansehe werden wir aus dieser Abhängigkeit auch die nächsten Jahrzehnte nicht entfliehen können. Stichworte sind Netzneutralität, Glasfaser, etc.. Auch diese Infrastrukturen werden den regionalen Oligopolen zum Macht- und Geld-Fraß vorgeworfen - was soll man da erwarten?

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rstevens 21.05.2018, 09:39
21.

Zitat von scooby11568
Sicher gibt es Künstler, die ich noch nicht kenne und die da auch fehlen. Aber wenn ich nach der Arbeit nach Hause fahre, dudelt in SWR 3 der gleiche Mainstreammist wie morgens. Wie eine Endlosschleife. Ganz ohne Algorithmen.
Im Radio ist die Einschränkung noch deutlich krasser als bei Spotify. Im Radio wird ja gar nichts mehr gespielt, was irgendwie anecken könnte und Leute zum Umschalten bewegen könnte. Die wenigen Sendungen, die dazu eine Ausnahme bilden, laufen zu Randzeiten oder mitten in der Nacht.

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marbh 21.05.2018, 09:41
22. Früher...

...konnte man sagen “ich informiere mich in Umsonstmagazinen darüber welche Musik hip ist“. Heute: ich lasse mir gratis coole Musik in meinen elektronischen Briefkasten legen.“

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Hang.on 21.05.2018, 09:47
23. Spotify ist...

...das beste seit Erfindung der CD. Niemand hindert Sie - wie im Plattenladen - selbst nach spannender Musik zu suchen. Wenn Sie sich auf vorgefertigte Playlisten beschränken ist das Ihr Problem und ihre Faulheit. Deshalb die Platform zu kritisieren ist schon grotesk!

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sportbuy 21.05.2018, 09:47
24. Ich find's super

Völlig egal ob ein Algorithmus oder Oma Erna die Titel meiner Playlist der Woche raus sucht, die trifft nach ein paar Monaten so sehr meinen Geschmack, der Hammer. Hab dadurch so viel tolle Songs, Comedians usw. kennen gelernt, von denen ich ohne Spotify nie was gehört hätte. Ich find's richtig super.

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andy2012 21.05.2018, 09:48
25. Monokultur der Musik

Das ist ein wirklich komischer Beitrag. Ich muss jeden Tag Radio hören und was da gespielt wird ist Monokultur. Ein paar Lieder in einer Endlosschleife, egal bei welchem Radiosender. Bei Spotify habe ich Künstler gefunden von denen ich auf anderen weg wohl nie erfahren hätte und habe ein neuen Musikstil für mich entdeckt. Zugegeben ich habe mir noch nie die Standardplaylists angeschaut, aber warum sollte man das auch? Spotify bietet viel bessere Möglichkeiten Musik zu finden. Ich nutze Spotify täglich und muss sagen, seit dem habe ich noch nie soviel Musik von so unterschiedlichen Künstlern gehört. Vielleicht sollte der Autor dieses Beitrags mal ein bisschen weiter schauen, als nur die Spotify Startseite an zu schauen. Oder ist das ein Problem was man bekommt, wenn man das optimistischerweise als Musikgeschmack bezeichnete "Pop" hört?

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c-Row 21.05.2018, 09:48
26. Ich erkenne das Problem nicht...?

Klar, wer immer nur auf die Sachen klickt, die er ohnehin gerne hört, wird auch weiterhin nicht aus seiner akustischen Komfortzone herauskommen. Mir persönlich hat Spotify eine unglaubliche Menge neuer Künstler vermittelt, die ich über die althergebrachten Kanäle (Radio, Musikfernsehen etc.) niemals entdeckt hätte. Man darf dem Algorithmus eben nicht die alleinige Kontrolle überlassen, auch wenn es in der heutigen 1-Klick-Gesellschaft nicht ganz so bequem ist.

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Furchensumpf 21.05.2018, 09:48
27. Was soll...

...dieser Kommentar bitte? "Gib mir Individualität" - über Playlists, die Millionen von anderen evt. auch hören? Das ist so, wie wenn H&M schreibt, man solle seinen eigenen "Style" finden - mit Klamotten, die Millionen andere auch tragen.

Musik will entdeckt werden, da fliegt nichts auf einem zu. Früher hat man über das Radio auch nur wenig kennengelernt - da standen wir noch in Plattenläden und haben mit dem Besitzer ein Schwätzchen um neue Sachen gehalten (ein Grund, warum ich heute noch lieber in kleine Buchhandlungen anstatt in die große Ketten gehe). Später in den 90ern und 00ern wurde man im Media Markt schon blöd angeschaut, wenn man mit 5 oder mehr CDs an den Probehörstand kam.

In der Hinsicht sind Streaming-Dienste wunderbar. Man kann gemütlich von daheim aus in so viel Musik reinhören. ich nutze Streaming-Dienste nun seit rund 5 Jahre - in der Zeit gab es bei mir keinen einzigen Fehlkauf mehr...

Also: Man muss selbst schon Zeit investieren, vom Stöckchen aufs Hölzchen kommen - dann entdeckt man auch tolle Musik. Wer meint mit irgendwelchen fremden Playlisten große Musik entdecken zu können, hat etwas nicht verstanden.

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quark2@mailinator.com 21.05.2018, 09:49
28.

Das ist wie bei der Schrift. Früher waren nicht nur die gewählten Worte, sondern auch die Handschrift selbst eine Form persönlichen Ausdrucks. Nun wird es immer seltener, daß man überhaupt noch Handgeschriebenes versendet oder bekommt. Und entsprechend ungeübt sind Handmuskeln und Gehirn, entsprechend traurig das Ergebnis. Als nächstes wird der Computer noch anfangen, Wortwahl und Grammatik hinzubiegen und die Sprache damit komplett, wie der Autor hier sagt, zur Monokultur machen, denn wenn man das dann die ganzen Tag liest, redet man irgendwann so. Ist das alles der Weltuntergang ? Nein. Wir nähen auch kaum noch selbst Kleidung, obwohl das vor 40 Jahren noch viel öfter vorkam ... usw. Der Lauf der Welt. Wir finden so Zeit, uns wieder auf andere Weise auszudrücken.

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herdatec 21.05.2018, 09:52
29. Wer Mainstream sät, wird Mainstream ernten

Die Algorithmen nutzen den Input den sie bekommen und rennen in diese Richtung weiter. Wenn komplexe Musik gewünscht ist muss komplexe Musik in der eigenen Songlist sein. Die "Mix der Woche" Playlist zeigt mir regelmäßig Songs die unter 1.000 Downloads haben. Man muss halt ein wenig selber suchen und den Algorithmus mit entsprechenden Daten füttern.

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