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Streaming: Wie Spotify Musik zur Monokultur macht
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Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Spotify Ihre Playlists kuratiert? Was Ihnen gefallen soll, bestimmen Algorithmen. Echte Individualität spielt dabei keine Rolle - das ist ein Problem.

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benny_na_lievo 21.05.2018, 09:58
30.

Wer mal morgens in WDR2 reinhört, der weiß, was musikalische Monokultur und Eintönigkeit sind, auf den vermuteten Geschmack latent bis akut trennungswilliger und getrennter 45-Plusser abgestimmt: „Und wenn sie tanzt“, „Mein Herz schlägt schneller als deins“, „Ist da jemand, der mein Herz versteht“ wechseln sich mit immer seichter gewordenen Wortbeiträgen ab. Dann doch lieber Spotify und die private Musiksammlung.

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Bronko 21.05.2018, 10:02
31. Gegen die bewusste, sinntenleerende Verkürzung

"Spotify trennt Musikkünstler nach Hautfarbe" würde ich mich an deren Stelle aber aufs Schärfste verwahren. Schön geschriebener, aber unterirdischer Artikel. Die klassische Frage: sind meine Country-Playlists so weiß, weil es einfach exponentiell mehr weiße Countrymusiker gibt? Nein, das liegt an der Musikstreamingsdienst-Apartheid (yeah, cooles Google-Schlagwort!).
Ich habe so viele, so tolle mir unbekannte Künstler über die individuellen Listen gefunden. Die befinden sich meistens auf dem Gebiet des Hip-Hops und sind dadurch (und nicht durch rassistische Selektion) meistens dunkelhäutig, ich habe mich dadurch allerdings noch nie als weißer Mann diskriminiert gefühlt.
Noch was: Die Musikindustrie setzt immer mehr auf stark eingängige, simple Inhalte, die schnell Anklang bei der breiten Masse finden und somit leicht verwertet werden können (=Geld bringt). Hmmm, ich glaube, sowas nannte man mal POPular-Musik. Müsste man heute durch das Ankommen von Hip Hop (Migos)/Elektro (Avicii) im Mainstream wohl neu definieren. Aber die Diskussion ist doch auch schon Jahrzehnte alt und hat nichts mit Spotify zu tun.
Mit gefallen auch nur zwei, drei Lieder, die man in den Top 100 findet, aber die hier nebeneinander gestellten Fakten sind bei einem nur leicht mehr als oberflächlichem Blick eindeutig nicht in der Art miteinander verbunden, wie es der Autor behauptet.

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Klopf 21.05.2018, 10:02
32. Fragwürdig

Mein Vorredner hat Recht. Man hört die Musik, die einem gefällt. Spotify sucht dann ähnliche Musik. Wenn man dann ganz andere Künstler hören möchte, muss man eben aktiv werden und selber suchen. Youtube funktioniert doch ähnlich. Ich finde erstelle meinen eigenen Playlist, was zwar mit ein wenig Aufwand verbunden ist, aber dazu führt, dass mein Geschmack wiedergegeben wird. Wenn man sich die Arbeit abnehmen lässt, darf man sich nicht beschweren und dass einzelne Künstler nicht so bekannt werden und in der Nische verschwinden, ist doch keine neues Phänomen. Wenn die Mehrheit nun mal andere Musik mag und hört, dann wird dieser Künstler eben nicht gehört. Bei MTV, VIVA und im Radio passierte und passiert doch nichts anderes, nur dass man bei Spotify tatsächlich eingreifen kann. Wenn Sie sich mal durch den New Music Friday klicken, dann haben Sie so viele Künstler, von denen Sie noch nie etwas gehört haben. Früher musste man viel Geld in die Vermarktung stecken und heute muss man nur bei Spotify platziert werden, wodurch man eine viel breitere Masse als früher erreichen kann und das mit weniger Aufwand. Und das ist doch eher ein Vorteil.

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kurzanbinden 21.05.2018, 10:03
33. noch weitere probleme

wenn der Algorithmus von Spotify wenigstens gut funktionieren würde. das ist nicht der Fall. Nach wenigen Wochen befindet man sich bei Spotify in einer Echo-Kammer. Da kommt dann nichts Neues mehr, es sei denn man sucht sich selbst neues und spielt es selbst. das geht aber gegen die ganze Idee: Spotify soll ja eben helfen mir Musik zu bringen die ich mag obwohl ich keine Zeit (mehr) habe diese selbst zu suchen. man kann sich nur wünschen das bald der Musik Dienst Pandora nach Deutschland kommt. dieser funktioniert in der Hinsicht einfach besser. Und bei diesem stehen noch echte Menschen hinter den Algorithmen (diese sortieren dort die Musik)

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zid 21.05.2018, 10:08
34. So war das schon immer bei...

...bei Musik, Kunst, Kultur, wenn man tiefer in die Materie eintauchen will, dann muss man sich Zeit nehmen. Früher hat man sich 5-6 Platten gekauft und diese Stundenlang gehört, die Cover angeguckt und die Inlays gelesen. Man hat sich mehr mit Musik beschäftigt und ist dabei auf Dinge gestossen, die man vorher nicht entdeckt hat, aber trotzdem begeistern. Wenn man diese Zeit nicht hat oder nicht aufbringen will, dann bleibt einem nur das, was das Radio oder Spotify einem vorsetzt. Warum NIschenmusik ausstirbt, liegt nicht an Formaten wie Spotify (die bieten nur, was die Leute wollen) sondern am Konsumverhalten der Menschen. Wenn alles schnell gehen muss, muss man sich nicht wundern das nur noch gleichgeschalteter Müll bei rauskommt.

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Kurt Klaas 21.05.2018, 10:08
35. Playlists spiegeln nicht alles wieder

Ich mag Spotify und ich freue mich jeweils auf den Mix der Woche.
Aber der hat erhebliche Schwachstellen. So wie der Autor oben beschreibt, werden auch dort nur die eher harmonischen und "weichen" Lieder ausgewählt. Selbst dann, wenn man wochenlang heftigen Avantgarde Jazz hört.
Als ECM seine Alben bei Spotify veröffentlicht hat, habe ich die Sachen rauf und runter gehört. Zusätzlich diverse neue Jazzer aus Deutschland (Anna-Lena Schnabel etc.).
Am Ende fanden sich in der 30 Titel umfassenden "Mix der Woche" einige eher leichte Stücke von Jan Garbarek und Pat Metheny wieder Zusätzlich Chuck Mangione (nett) und Keny G. (das ist Easy Listening, nicht mal nett).
Der Rest war der übliche freundliche Mix aus gut abgehangenen Stücken der 70er- 80er.
Ein jüngerer Kollege hört tagein, tagaus Hardcore Metal und auch er klagt, dass er reihenweise lahmes Zeugs dabei hat.
So könnte ich ich die Liste noch weiter fortführen.
Spotifys Algotithmen sind ganz offenichtlich auf zahme Musik programmiert. Manchmal entdeckt man dabei auch wirklich Neues, aber nicht exotisches oder abgefahrenes. Dabei gibt es das alles. Ich mag zusätzlich sehr gerne Minimal Music (Steve Reich, John Adams etc.). Das ist bei Spotify alles vorhanden, ebenso wie alle klassischen Konzerte. Aber selbst hartnäckiges Hören fördert da nichts neues zu Tage und spiegelt sich nicht in den generierten Playlists.

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az26 21.05.2018, 10:12
36. um fast ein Viertel verringert hat

Bitte nochmal nachrechnen. Danke.

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az26 21.05.2018, 10:16
37.

Zitat von Hang.on
...das beste seit Erfindung der CD. Niemand hindert Sie - wie im Plattenladen - selbst nach spannender Musik zu suchen. Wenn Sie sich auf vorgefertigte Playlisten beschränken ist das Ihr Problem und ihre Faulheit. Deshalb die Platform zu kritisieren ist schon grotesk!
Bitte nachlesen: die Industrie betreibt Spotify-Optimizing. Dadurch wird die Musik weiter uniformer, und das kann nicht gut sein.
Die meißten Hörer richten sich eben nach den Vorschlagslisten.

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chrisw 21.05.2018, 10:20
38. Spotify ist ein Geschenk

Spotify ist ein Geschenk und uch will es nicht mehr missen. Mit Graus denke ich an die früheren Zeiten zurück, wo man noch Musik illegal downloaden oder sogar die CD rippen musste, wenn man den Titel digital haben wollte. Diversität und Gleichberechtigung haben Gott sei dank nichts in einem Algorithmus zu suchen. Hier zählen nur Zahlen, Daten, Fakten. Unterlasst doch mal bitte gleich alles zu politisieren.

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fcb-front 21.05.2018, 10:21
39. Kein Unterschied zum Radio

Ich nutze zwar Apple Music, denke jedoch das die Algorithmen fast gleich sein werden. Wer nutzt denn die vorgeschlagene Playlist? In diesen landet doch eh immer nur das gleiche seichte Kulturgut wie im Radio. Hinzu kommt, das ich so eine vorgeschlagene Playlist ja eh nur online hören kann. Da wäre nein datenvolumen nach zwei Tagen aufgebraucht. Es macht doch keinen Sinn, eine Playlist morgens vor der Arbeit noch schnell aufs Handy zu laden, von der man überzeugt ist, das diese zu 90% den Musikgeschmack eh nicht trifft.
User der Streaming Dienste die einen „speziellen“ Musikgeschmack abseits vom Radio haben, nutzen diese Plattformen doch nur um gezielt nach Künstlern zu suchen und diese dann herunter zu laden. So ist in meiner Playlist ein bunter mix mit Musik die ich mag und die so gut wie nie im Radio läuft.

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