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Streaming: Wie Spotify Musik zur Monokultur macht
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Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Spotify Ihre Playlists kuratiert? Was Ihnen gefallen soll, bestimmen Algorithmen. Echte Individualität spielt dabei keine Rolle - das ist ein Problem.

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djo 21.05.2018, 10:23
40. Erstaunlich, wer hätte das gedacht!

Eine Top R&B playlist nur mit schwarzen Künstlern, geschenkt. Ich fahre schließlich auch nicht nach Italien um Fish&Chips zu essen. Die Frage ist doch, was erwartet man (stattdessen)? Bei jedem "Knüller" aus der Kaffeerösterei Ecke im Supermarkt findet man ikonisierte "Anwendungsbeispiele", die am bestem gleich noch ein Nachbarprodukt zitieren. Plastikfrosch mit Saugnapf, Dusche, Seife, für alle die nicht auf Anhieb begreifen, was es eigentlich sein soll und warum man es unbedingt kaufen muss.
Wer also eine Playlist braucht, wird schon wissen warum.
Leider endet der Artikel, wo es spannend wird. Ich habe keine Intimkenntnisse zu Spotify Algorithmen, aber hier "NLP analysiert Artikel über Musik, dabei 'interessiert' es nicht..." zuckt es doch, oder?
Der Text eines Stückes kommt beim Thema Analyse in dem Artikel nicht zur Sprache, wird er etwa nicht analysiert? Wäre vielleicht naheliegend. Andererseits wäre dieses Moment eine Baustein im Phänomen "Echo". Gibt es z.B. "Antisemitismusfilter" oder nicht? Naja vielleicht demnächst. Andererseits, wenn es doch so schön massentauglich ist, wäre doch schade ums Geschäft. Kennen die Filter Ironie, künstlerische Freiheit, Provokation und kennen sie die Grenzen wie z.B. Campino beschworen hat?
Und was den Wert von Spotify angeht. Wirklich wertvoll für die Branchengrößen wird es doch, wenn man das Filterpaket von Spotify direkt in der Laborversion kauft. Vielleicht gestaffelt, je vollständiger, desto teurer. Dann spart man sich gleich teures Marketing, geschweige Verträge mit Nieten und veröffentlicht nur noch, was die Filterpakete im Labor als massentauglich bewertet haben.

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chavezding 21.05.2018, 10:25
41.

"denen der Weg zu wirklich interessanten Inhalten jedoch erschwert wird" - diese Aussage halte ich für ausgemachten Blödsinn. Nie war es einfacher Musik zu entdecken, wohlgemerkt: Selbst entdecken und nicht entdecken lassen durch Algorithmen die für Millionen passen sollen. Eventuell hat man auch Sozialkontakte die einen auf Musik hinweisen.
Wenn der Weg zu interessanten Inhalten heute erschwert wird, wie war er denn dann früher.
Und nebenbei: Im Radio hab ich teilweise Situationen (und das nicht selten), dass ich von einem Sender auf den anderen wechsle und parallel dasselbe Lied läuft. Das ist Monokultur in Reinform.

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pepe-b 21.05.2018, 10:26
42. Auswahl?

Ich halte den Artikel für sehr einseitig und auch nicht richtig. Die Frage ist wie man früher in Zeiten ohne Spotify zu „Alternativen“ gefunden hat: wesentlich schwieriger als heute. Wie habe ich in dieser „Steinzeit“ von Namen, Songtiteln etc. unbekannter Künstler erfahren? Die Hürde war extrem höher als heute, also de facto gar nicht. Man musste sich stundenlang in Plattenläden durch das Sortiment wühlen und dann auch noch Glück haben, dass das Sortiment diese Alternativen auchenthielt. Was wird einem denn im Radio vorgespielt? Auch nur Mainstream und da kann man nicht mal „stöbern“. Sorry, wer vor Spotify gesucht hat und finden WOLLTE, der sucht und findet auch heute und das sogar wesentlich einfacher. Und alles was mir die letzten Jahrzehnte bis heute über Radio oder Charts vorgestellt wurde oder wird, ist auch nichts weiter als ein Angebot einer Playlist. Reine Panikmache.

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romeov 21.05.2018, 10:28
43. Die Werbung für die Playlists ist grauenhaft

Ich nutze Spotyfy meist am Samstagmorgen zum Frühstück und höre halt meine Funk und Soul Sachen. Die Werbeeinblendungen drehen mir aber jedesmal den Magen rum, die Playlist-Empfehlungen scheinen schon seit Jahren das ewig gleiche Gedudel zu sein, der Ansprachentext ist offenbar für 11jährige Kinder gemacht , genauso ist dann die beworbene Musik: "Best of Schlümpfe" mit billiger Techno-Musik unterlegt.

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disi123 21.05.2018, 10:31
44. Radio

Ich muss ehrlich sagen Musik finde ich oede, wenn da nicht irgendwer moderiert. Mal Nachrichten, Mal Musik oder lustige Anekdoten.
Deswegen habe ich mir den BBC iPlayer installiert und lausche mehr und mehr zu Radio Oxford.
Manchmal will ich ein bestimmtes Lied hoeren, nur dann benutze ich den Musik-Dienst auf dem Telefon. Das speichert die Lieder und merkt sich was ich hoerte. Wenn ich jetzt frage "Play some of my Musik" ist das oft Banane und passt nicht zusammen :D
Da springt es von Mike Oldfield zu Mylene Farmer zu KLF und zurueck zu Arrested Development.
Spotify kenne ich nicht aber dachte das passt zum Thema. Also anstelle von Algorithmen ein echter DJ im Studio der Radio macht.

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Wilkzuujening 21.05.2018, 10:40
45. Instrumental-Intros

Der Autor mag hier anderer Meinung sein, aber ich finde 30-sekündliche Instrumentale Intros mehr als nur furchtbar! Bei iTunes kürze ich solche Lieder sogar. Was daran nun so negativ ist weiß ich wirklich nicht, denn meinen Geschmeck treffen derartige Lieder definitiv nicht. Insofern: Danke Spotify!

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tororosoba 21.05.2018, 10:40
46. Früher Radio, heute Spotify

Wie früher kann man Massenware hören. Wie früher kann man Musik mit Freunden austauschen. Wie früher kann man stöbern und neue Künstler oder Genres entdecken. Und Musiker können, wie früher, Musik für den Markt herstellen oder ihre eigene, nicht markgerechte Musik machen. Im letzten Fall haben sie, wie früher, das Problem, ihre Musik bekannt zu machen.

Der einzige Unterschied: Spotify hat Algorithmen, Radiostationen haben DJs zum Auswählen von Musik.

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ericstrip 21.05.2018, 10:41
47. Hat sich wirklich etwas geändert?

Die Masse hat schon immer Mainstream gehört, der kam aus dem Radio, "andere" Sachen gab es manchmal im Abendprogramm, wenn niemand mehr zuhörte, den es stört. Später dann MTV (und kurzzeitig Viva 2), das Youtube unserer Generation. Da konnte man auch Neues finden. Wichtig waren natürlich auch Rezensionen in Musikmagazinen, denen damals noch keine CDs beilagen. Meistens wußte man aber irgendwann, welcher Autor ähnliche Sachen mochte wie man selbst. In der Hauptsache lief es aber über andere Leute an der Schule und im Bekanntenkreis. Die Platten wurden in der Regel per Mailorder bestellt (gerne als Sammelbestellung, um Porto zu sparen), denn spezialisierte Plattenläden gab es nur in größeren Städten und ohne Führerschein sind 40 Kilometer eine weite Distanz. Kassetten wurden getauscht, wenn jemand was Cooles auf Platte oder CD hatte.

Fazit: Die einen hörten alles, was im Radio kam und waren damit zufrieden. Das waren die meisten. Bravohits und Kuschelrock-Sampler waren für die praktisch, denn da war ja alles drauf, was man haben mußte, Hits der 70er und 80er-Sampler dazu, reicht doch?!

Bei den anderen war es in der Vor-Internet-Zeit weit mühsamer, Informationen zusammenzuklauben und an die Musik heranzukommen. Vieles lief über persönliche Empfehlungen.

Indiemusik war eine winzige Nische, auch damals. Ich habe keine Folge MTV 120 Minutes verpaßt (andere bevorzugten Headbanger's Ball) - aber wie viele Leute haben das damals wirklich geschaut? My Bloody Valentine- oder Pavement-Platten gekauft? Und die waren ja noch einigermaßen im Fokus der Aufmerksamkeit, auch damals gingen viele tolle Sachen einfach unter.

Und daß Spotify nicht alles hat, dürfte auch klar sein. Hatte die Plattenabteilung im Kleinstadt-Kaufhaus damals auch nicht.

Und wo ist jetzt der Unterschied?

Immerhin habe ich heute viel einfacher die Möglichkeit, in Neuerscheinungen reinzuhören. Aber wenn man etwas entdecken will, muß man schon SELBST AKTIV WERDEN. Damals wie heute.

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patsm 21.05.2018, 11:00
48. Höre ich anders!

Bei mir hat die Musivielfalt seit Spotify erheblich zugenommen. Früher war es kaum möglich unentdeckte Musik in den Medien zu hören, die meinem Geschmack entsprach. Bzw. ist man schnell in alternativen Genres gelandet, die ich keine 3 Minuten aushielt.
Jetzt gibt es massenhaft geniale Playlists von Usern oder Spotify, die richtig Spaß machen und oft neu sind.

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rstevens 21.05.2018, 11:03
49. Grober Unfug

Zitat: "Die Rechnung zahlen Musikfans, denen zwar die Illusion einer Auswahl aus über 30 Millionen Songs vorgegaukelt wird, denen der Weg zu wirklich interessanten Inhalten jedoch erschwert wird"

Der Weg zu interessanten Inhalten wird erschwert, weil es automatisch generierte Playlists gibt? Selten so einen Unfug gehört. Klar, wer sich nur über die Playlists neuer Musik nähert, der bekommt eine Art Monokultur, aber diese ist trotzdem noch um längen besser, als das was heute im Radio gespielt wird. Bis auf wenige Ausnahmen ist da die Monokultur noch deutlich stärker (darf bloß niemanden stören). Leute die wirklich Interesse an Musik haben, lassen die Playlists vermutlich eh links liegen oder nutzen sie lediglich gelegentlich mal, um zu schauen, ob der Algorithmus noch ein paar Perlen ausgegraben hat. Ansonsten schaut man weiter in Foren, liest blogs, tauscht sich mit Freunden und Bekannten aus und merkt dann, dass es noch nie so einfach war, bisher unbekannte Musik zu hören und zu entdecken wie heute.

Eher sehe ich die Limitierung bei der Menge des Katalogs. Wenn man Spotify Abonnent ist und dafür

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