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Studie : Jeder Vierte wirft Medien Manipulation vor
DPA

Besonders Menschen an den politischen Rändern verurteilen etablierte Medien pauschal, viele vertrauen ihnen aber auch - und hier besonders dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage.

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apst 06.03.2019, 16:27
1. Der Journalist...

... Von heute lügt nicht bewusst. Er ist nur "Opfer" des Systems. Informationen müssen immer schneller auf den Markt und so bleibt keine Zeit zur Prüfung der Aussage. Zudem gibt es zu viele Quellen für Informationen, so dass eine Vorauswahl durch den Journalisten getroffen wird, die seiner Informationsblase entspricht. Unterm Strich werden heute viel mehr Lügen verbreitet bzw. Alternative Fakten.

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YvesBrunner 06.03.2019, 16:32
2.

Das Problem ist nicht unbedingt das die Medien lügen. Das wirkliche Problem ist das mittlerweile Meinung mit Fakten vermischt wird, Dinge werden verschwiegen, Klein oder Groß gemacht, es wird geschrieben was man gerne hätte und nicht was ist, unangenehme Wahrheiten werden verschwiegen, usw. Klar gab es das schon immer aber es hat schon ziemlich zu genommen in den letzten Jahren.

Und wer bei manchen Themen nicht nur deutsche Zeitungen liest, sondern auch ausländische Medien, der sieht halt wie stark da Fakten weggelassen oder verdreht werden. Wobei das öfters auch umgekehrt zutrifft. Halt ein weltweites Problem, nicht nur ein deutsches...

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volucer 06.03.2019, 16:34
3. doomsday sells

für die medien zählen mittlerweile nurnoch klicks und die eigene politische agenda. dafür wurde auch die letzten jahre dauerhaft von der schlechten wirtschaft erzählt und dass es den menschen immer schlechter gehe. miete nichtmehr bezahlbar, die ausbeutung der arbeiter nimmt zu, das system steht vor der krise, trump bringt den atomkrieg, putin bringt den atomkrieg, die bayern haben den umbruch verschlafen,....

diese "gefühlten" wahrheiten werden propagiert. das ist mittlerweile pure meinungsmache. dem leser wird es abgenommen, selber zu denken.

kein wort darüber, dass wir das zweite wirtschaftswunder gerade erlebten, dass wir so gesund wie noch nie sind, so alt wie noch nie werden, dass die häuser und mietpreise von 2009-2011 auf dem tiefsten stand aller zeiten waren, dass die aktuellen häuserpreise/mieten etwa auf dem niveau der 2000er sind,... es wird von altersarmut geredet, obwohl die renter die bevölkerungsschicht ist, die am wenigsten von armut betroffen ist.

aber der deutsche michel 'fühlt' natürlich, dass es uns doch nicht gut gehen kann.

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muellerthomas 06.03.2019, 16:41
4.

Zitat von YvesBrunner
Das Problem ist nicht unbedingt das die Medien lügen. Das wirkliche Problem ist das mittlerweile Meinung mit Fakten vermischt wird, Dinge werden verschwiegen, Klein oder Groß gemacht, es wird geschrieben was man gerne hätte und nicht was ist, unangenehme Wahrheiten werden verschwiegen, usw. Klar gab es das schon immer aber es hat schon ziemlich zu genommen in den letzten Jahren. Und wer bei manchen Themen nicht nur deutsche Zeitungen liest, sondern auch ausländische Medien, der sieht halt wie stark da Fakten weggelassen oder verdreht werden. Wobei das öfters auch umgekehrt zutrifft. Halt ein weltweites Problem, nicht nur ein deutsches...
Haben Sie dafür konkrete Beispiele?

Also letztlich muss jedes Medium Informationen gewichten, anders lassen es Platz, Zeit, AUfmerksamkeit der Leser usw. nicht zu. Das Ergebnis ist doch dann genau das, was Sie schreiben: in der einen Zeitung fehlt vielleicht die eine Information, in der anderen steht diese, aber es fehlt eine andere.

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tutzutz 06.03.2019, 16:42
5. Politisch nicht neutral

Bei Journalisten überwiegen die Grün-Wähler, danach SPD. Gerade beim Spiegel hat man den Eindruck es wäre das SPD-Parteiblatt. Die Artikel sind schlicht nicht neutral geschrieben. Entsprechen nicht der Meinung der Allgemeinheit. Vermutlich ist das ein Grund.

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soistdasdannwohlnechwar 06.03.2019, 16:42
6. auch das Haus Spiegel verliert online und offline

in den letzten Jahren hat sich die Qualität vom Spiegel deutlich geändert, Ein Nachrichtenmagazin im Online Umfeld muss auch die Gesellschaftliche Strömung nutzen und so ist deutlich zu spüren in wie weit die 25 % außerordentlich Konservative Leserschaft bedient wird. Kolumnen sind hier besonders strak eingefärbt. Spektakulär ist die "Offenlegung" von Qualitätslücken innerhalb einer Redaktionellen Arbeit. Es ist der Online Anzeigenmarkt, die Time2Market oder Reichweite die wichtig geworden ist, payed Content mag ein erster Ansatz sein, Hochwertige Artikel perpayview zu verkaufen ein Weg aus der Glaubwürdigkeitskrise ....
Für mich gilt der in den 80igern erlernte Vergleich aus einem Gesunden Mix, FunkeGruppe mit Bertelsmann und Springer Verlag dem Spiegel und ein bisschen GB, USA und Schweiz und Österreich hinzu... Und hierbei ist der Standard auch für eine Tageszeitung ein exorbitant großartiges Blatt (auch online) Visuell sicherlich noch etwas zu lernen, Inhaltlich der Haltung verpflichtet ...

Ein Vorschlag ? Nutzen Sie die Auswertungen ihrer Meldungen um zu agieren ... und dann zu recherchieren ....
Sie können Near realtime Ihre Prozesse am Leserverhalten orientieren und sich Ihre Arbeit dann richtig gut bezahlen lassen....

Die 160 Zeichen reichen für den Überblick ... die meist gesehen Überschrift lohnt eine tiefere journalistische Arbeit... Enthüllung- und Entzauberung ist so immer noch gegeben und Ihr Tagesgeschäft wird deutlich ergiebiger.

Ich glaube das Nutzer für Redaktionell ausserordentliches gut zahlen... im micropayment mehr als im Abo ...

Es ist weiterhin viel zu tun um den Spiegel und andere "Medien" zu truthful trusted media zu entwickeln ....
Fanta 4 singt ja "Einfach sein" .... es ist leider immer harte Arbeit ... und nie Offenheit gegenüber eigenen Fehlern ... Ich bin suboptimal... lies und kauf und vertrau mir trotzdem ist jetzt nicht so ein guter Weg ...

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mantrid 06.03.2019, 16:52
7. Hofberichtserstattung statt kritischem Journalismus

Vom unabhängigen Journalismus erwarte ich, dass er kritisch hinterfragt und als "vierter Macht" seiner Kontrollfunktion nachkommt. Wenn dann nach Bundestagswahlen die "Berliner Runde" auf allen Kanälen des öR gleichzeitig läuft, dann kommt eher das Gefühl eines gleichgeschalteten Staatsfunks auf. Politik ist gerade im öR deutlich überrepräsentiert, leider weniger mit kritischer Distanz, eher als Hofberichtserstattung von Parteitagen oder eher unbedeutenden Gremeien, die hierdurch aufgewertet werden. Mir doch egal, was ein Parteigremium beschließt, Gesetze sollten im Parlament gemacht werden. Investigativer Journalimus ist eher eine Randerscheinung, dafür wird man mit politischen Talksshows zugemüllt, bei denen immer die selben Leute in unterschiedlicher Besetzung sitzen.

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someoption 06.03.2019, 16:58
8. Wenn Personen beliebig erfunden werden...

SZ und SPIEGEL trennen sich von Autor: https://meedia.de/2019/03/05/sz-spiegel-und-zeit-trennen-sich-von-autor-preistraeger-dirk-gieselmann-und-sein-gestoertes-verhaeltnis-zur-wahrheit/

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ThS 06.03.2019, 17:00
9. Wo beginnt Manipulation?

Der kreative Umgang mit Wahrheiten zeigt sich in vielen Aspekten:

Wenn aus dem Betreuungsgeld eine Herdprämie wird;
Wenn zu Beginn der Flüchtlingskrise weibliche Flüchtende deutlich häufiger gezeigt wurden als männliche;
Wenn Studien regelmäßig aus einer politischen Ecke kommen (z.B. zum Bildungsstand von Zuwanderern);
Wenn Meldungen (wie an Sylvester) erst auf Druck den Platz in der Berichterstattung finden, der dem öffentlichen Interesse entspricht; Wenn regelmäßig unvorteilhafte Bilder von bestimmt Politiker verwendet werden;
Dann ist das Manipulation. Wie soll man es sonst benennen?

Es ist ok, wenn die taz so vorgehet, oder pi-news, die Zeit, die FAZ, oder die Welt, der Spiegel und Bild - sie dürfen ihre Zielgruppe bedienen.

Aber von den öffentlich rechtlichen muss man mehr erwarten dürfen, denn diese werden vom Steuerzahler finanziert.

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