Forum: Kultur
Studien zur Empfänglichkeit für rechte Politik: Wo bleibt das Antivirus-Programm?
TRUEBA/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Der Rechtsextremismus infiziert die Mitte der Gesellschaft. Leider haben unsere Politiker offenbar wenig Lust darauf, sich mit diesem Problem zu beschäftigen.

Seite 13 von 18
quark2@mailinator.com 05.05.2019, 10:38
120.

Zitat von k70-ingo
Was sollen wir nach den Billionen(!) in den Osten gepulverten D-Mark und Euro (vom Beibringen von Freiheit und demokratischer Grundordnung gar nicht zu reden) denn noch alles machen? Und man wählt AfD, weil der ÖNV schlecht und die Handyfunklöcher groß sind? Wollen Sie uns veralbern? Im Westen gibt es weite Landstriche, die ebenfalls diese Probleme haben, und trotzdem wird dort nicht AfD gewählt. Nein, wer nach fast 30 Jahren die Kurve nicht gekriegt hat, nicht kriegen wollte, ist für mich als ebenbürtiger Mitbürger erledigt. Irgenwann hört auch die größte Langmut auf.
Das Geld ist halt leider nicht bei den Leuten im Osten angekommen, sondern bei den Herstellern und Händlern und Baufirmen im Westen. Dort wo auch die talentierte Jugend gelandet ist. Die Leute haben sich hier über die industrielle Leistungsfähigkeit definiert. Das mag Ihnen lächerlich erscheinen und ich habe hier auch nicht den Platz, um das zu erklären, aber die Leute im Osten leiden darunter, daß nichts Hand und Fuß hat und das sie die industrielle Basis, die Schwerindustrie verloren haben. Almosen machen niemanden glücklich. Und obendrein dann noch die Geschichtsschreibung der Sieger, die der Wahrheit nicht annähernd gerecht wird. Sowas wie der BER macht einen ganz krank.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mucschwabe 05.05.2019, 12:05
121. @ quark2@mailinator.com Nr. 120

Zur Geschichtsschreibung der Sieger. Jetzt tun wir mal nicht so, als ob die BRD damals die DDR in einem siegreichen Kampf erobert hat. Die Bürger der DDR gingen auf die Straße und wollten die Wiedervereinigung und die D-Mark. Durch die Währungsreform waren dann viele DDR-Betriebe nicht mehr wettbewerbsfähig. Es flossen Milliarden in den Osten, bezahlt auch von vielen Westdeutschen. Und wenn man den Lebensstandard in Ostdeutschland mit dem von anderen ehemaligen Ländern des Ostblocks vergleicht, erkennt man, dass es den Ostdeutschen deutlich besser geht. Ich als Wessi sehe mich nicht als Sieger, der tolle Ländereien dazubekommen hat. Im Prinzip ist es eine große Belastung und auch politisch wählt der Osten eher radikal wodurch eine klare echte Auswahl einer Regierung (konservativ-liberal oder rot-grün) leider heutzutage nicht mehr möglich ist. Dafür stecken wir in großen Koalitionen, die genau die Wähler verursachen, die sie hinterher am meisten beklagen. Wenn AfD-Wähler Frau Merkel als Kanzler nicht mehr haben wollen, sollten sie SPD oder Grüne wählen. Durch die Wahl der AfD (wenn auch nur aus Protest) bleibt sie Kanzler, was sich ja bei jeder Wahl auch gezeigt hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
colinchapman 05.05.2019, 12:33
122. Frau Ataman

Vermutet die Mehrheit, die Mitte, rechts von der Mitte. Sie geht auch mit keinem Wort darauf ein, was ‚rechte‘ Denke ausmacht, sondern sie behält sich stillschweigend die Deutungshoheit hierüber vor. Das ist für mich eine deutliche Form Intellektueller Überheblichkeit: Wenn man der Mehrheit vorschreiben will, wie sie zu denken habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Margaretefan 05.05.2019, 12:40
123. @ #98 von ghp2

Tendenziös und manipulativ wie Wahlkampfreden eines Horst Seehofers und der AfD? Mag angehen. Auch das der Mensch beeinflussbar ist. Angst und Hass säende Politiker sind sehr erfolgreich - leider überall, nicht nur in Deutschland. Nur haben andere Länder nicht so eine gruselige Geschichte wie Deutschland. Ob die Studie nun wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, darüber kann wer unbedingt will gern sinnieren. Der Erfolg der AfD, der mit einem nicht zu leugnendem Rechtsruck, der sich vor Allem durch Fremdenfeindlichkeit hervortat, so richtig Fahrt aufnahm, ist allerdings Realität. Ebenso sind Straftaten mit rechtsradikalem, fremdenfeindlichen Hintergrund Realität. Wie die ehrenwerte Kolumnistin schon sinngemäß schrieb: Statt den wissenschaftlichen Wert der Studie zu hinterfragen, wie Sie es offensichtlich vorziehen, mag es angebrachter sein, das Ergebnis, der Realität wegen anzuerkennen. Gut, die Fremdenfeindlichen, meinen nicht selten von sich selbst gar nicht fremdenfeindlich zu sein. Die bemängeln lieber die allgemeingültige Definition von fremdenfeindlich. Kein wirkliches Wunder, das sich gern und oft diejenigen zu Wort melden die sich entlarvt fühlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m-hd 05.05.2019, 13:13
124.

Zitat von fördeanwohner
Ich finde es aber gerade gut, wenn Frau Ataman und Herr Mazyek von "wir" und "uns" sprechen, wenn sie bestimmte Aspekte aufgreifen, weil das sehr wohl bedeutet, dass sie integriert sind, da sie sich miteinbeziehen, ansonsten ergäbe es keinen Sinn "wir" und "uns" zu verwenden. Etwas anderes ist es, wenn von "ihr" und "euch" die Rede ist. ...
Bei Herrn Mazyek gebe ich Ihnen Recht.

Bei Frau Ataman aber ist das "Wir" und "Uns" völlig unglaubwürdig,
da sie sich in ihre Kritik niemals wirklich selbst miteinbezieht. Im Gegenteil baut sie sich immer selbst als moralischer Kontrapunkt und erhobener Zeigefinger auf. Ihr "Wir" ist nur ein rethorischer Handgriff um ihre Anwürfe gewissermassen von innen heraus zu äußern.

Ihre Texte verlaufen aber trotzdem immer nach dem einfachen und gleichbleibenden Muster: "Wir" Migranten klagen "Euch" Deutsche an. Da schliesst sie sich in keinster Weise mit ein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m-hd 05.05.2019, 13:45
125.

Zitat von Margaretefan
...Wie die ehrenwerte Kolumnistin schon sinngemäß schrieb: Statt den wissenschaftlichen Wert der Studie zu hinterfragen, wie Sie es offensichtlich vorziehen, mag es angebrachter sein, das Ergebnis, der Realität wegen anzuerkennen. ...
Soll wohl heißen, die Studie ist sowieso unwichtig, egal, wir kennen ja die Realität. Die Realität ist, Ja, es gibt Fremdenfeindlichkeit, dazu gibt es genug beweisbare Vorkommnisse. Die These aber ist, dass die Fremdenfeindlichkeit signifikant zunimmt und, dass sie mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung erfasst hat.

Um zu beweisen ob diese These, die per se mal jeder aufstellen kann, der Realität entspricht oder nicht, dafür ist genau eine solche Studie da. Da ist es doch wohl sehr wichtig zu wissen ob die Studie wissenschaftlichen Ansprüchen genügt oder möglichweise
fehlerhaft ist. Ich finde es da schon seltsam zu schreiben, egal wie tauglich die Studie und wie passend das Ergebnis, ich weiss sowieso viel besser was wahr und die Realität ist.

Wenn man sich die Welt sowieso so hinbiegt, wie sie für einen in's vorgefertigte Bild passt, dann braucht man sich auf eine Studie gar nicht erst berufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SaveTimE 05.05.2019, 13:50
126. 'Die Mitte'...

Ist ein definitorischer 'Punkt' mit geringste möglicher Ausdehnung (~0).
Egal wie man sie noch definiert, es ist immer nur Platz für einen da! Im dritten Reich war Hitler die Mitte, heute ist/war es Merkel (Marktkonforme Demokratie, etc..). Alle die, die in die'Mitte' drängen, scheinen zu glauben, daß sie ein Königs-Pinguin in der Kolonie seien in der ALLE mal in die 'Mitte' dürfen. Wenn wir bei der Analogie bleiben sind die 'Extremisten' (egal ob links oder rechts) nur die, die am äußeren Rand 'frieren', weil die 'Mitte' von einigen (einer) dauerhaft besetzt wird, indem die 'Mitte' umdefiniert wird und der Anschein von 'wandel' simuliert wird. Das wiederum zeigt, daß es kein Problem der / durch die 'Akteure' ist, sondern ein systemische (Versagen).
Und in diesem Kontext kann man Kuenerts Aussagen auch betrachten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
metropolitan 05.05.2019, 14:39
127. @Margaretefan, 12:40 Uhr

Warum nicht besser mit den Ursachen auseinandersetzten? War doch absehbar, dass der unkontrollierte Zuzug von Hunderttausenden politisch nicht ohne Folgen bleibt. Funktionierendes Grenzmanagment hat m.M. eher was mit einem funktionierendem souveränem Staat zu tun, als wie die Sudie sugeriert mit Rechtsextremismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fördeanwohner 05.05.2019, 15:12
128. -

Zitat von m-hd
Bei Herrn Mazyek gebe ich Ihnen Recht. Bei Frau Ataman aber ist das "Wir" und "Uns" völlig unglaubwürdig, da sie sich in ihre Kritik niemals wirklich selbst miteinbezieht. Im Gegenteil baut sie sich immer selbst als moralischer Kontrapunkt und erhobener Zeigefinger auf. Ihr "Wir" ist nur ein rethorischer Handgriff um ihre Anwürfe gewissermassen von innen heraus zu äußern. Ihre Texte verlaufen aber trotzdem immer nach dem einfachen und gleichbleibenden Muster: "Wir" Migranten klagen "Euch" Deutsche an. Da schliesst sie sich in keinster Weise mit ein.
Diese Kolumne ist aber anders als ihre üblichen Texte, die ich regelmäßig kritisiere.
Leider haben Sie den Teil weggelassen. Mir ging es hier darum aufzuzeigen, dass Frau Ataman es vielleicht doch schafft, anders an die Sache heranzugehen. Wenn es ihr um ein besseres gemeinsames Miteinander geht, sollte sie das tun. In der vorliegenden Kolumne gelingt es ihr m.M.n. bereits, sich nicht als "der moralische Zeigefinger mit Migrationshintergrund" zu äußern, sondern sich tatsächlich miteinzubeziehen.
Und was die Politik angeht, hat sie doch vollkommen recht. Die CDU/CSU hilft derzeit dabei, AfD-Gedankengut in der Mitte zu etablieren, da sich zu viele ihrer Vorzeigegesichter nicht distanzieren. Da erscheint es dann vielen Menschen als gar nicht so schlimm oder sogar normal, was die AfD so absondert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dude16 05.05.2019, 15:23
129. Es ist doch erstaunlich...

... Dass die bürgerliche Mitte selbst hier in den Kommentaren jetzt Sturm läuft. Dass aber unterschiedliche Studien zu diesem Ergebnis kommen, denen man aus meiner Sicht als Psychologie- und Soziologie-Student nicht allen zwangsläufig handwerkliche Fehler oder Manipulation vorwerfen kann, ist dabei egal.

Dass renommierte Faschismus-Forscher wie Reinhard Kühnl bei Aufstieg und Zusammensetzung faschistischer Bewegungen, einschließlich des Nationalsozialismus, der bürgerlichen Mitte, empirisch nachgewiesen, einen Bärenanteil nachweisen, bleibt ebenso außen vor.

Die bürgerliche Mitte, sprich Kleinbürger- und Junkertum, haben sich in dem Streit zwischen drohender Diktatur des Proletariats und wirtschaftlicher wie sozialer Planierung durch das Großkapital bewusst für den Faschismus entschieden, dessen Losung in Deutschland "Gegen Kapitalismus und Marxismus" war.

Diese Analyse, die weit fundierter ist als jegliche Führertheorien (der böse Hitler hat ganz Deutschland manipuliert und den Faschismus quasi im Alleingang an die Macht gebracht), beim Aufkommen protofaschistischer Strömungen völlig außer Acht zu lassen und Probleme zu suggerieren, die hauptsächlich von diesen Protofaschisten zu Problemen gemacht werden (bisher sieht man weder von Gewaltorgien noch von der Islamisierung meiner Kinder oder der Kaffeewirtschaft nebenan reichlich wenig) grenzt an Debilität, ist aber ein weit verbreitetes und menschliches Phänomen. Wer angegriffen wird, stellt Sicht auf die Hinterbeine. Meist ohne zu hinterfragen, was an diesem Angriff jetzt eigentlich genau dran sein könnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 18