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Studien zur Empfänglichkeit für rechte Politik: Wo bleibt das Antivirus-Programm?
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Der Rechtsextremismus infiziert die Mitte der Gesellschaft. Leider haben unsere Politiker offenbar wenig Lust darauf, sich mit diesem Problem zu beschäftigen.

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paysdoufs 06.05.2019, 18:55
170. Überschrift

Von empirischen Studien sollte man m.M.n. zwei Dinge erwarten können: (1) Dass die verwendeten Fragesätze so stringent und validiert sind dass sie bei wiederholter Verwendung reproduzierbare Ergebnisse liefern und (2) dass die so ermittelten Ergebnisse von externer Relevanz sind. Leider muss man kein Einstein sein um zu sehen dass die FES (und ähnliche) Studie(n) bereits an diesen grundlegendsten Anforderungen krachend scheitern: Einmal den Fragenkatalog querlesen genügt...

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Tacitus73 07.05.2019, 12:31
171. Nein!

Zitat von dude16
3) Sie schreiben um Konkurrenz um Wohnraum Nun, hier gibt es durchaus Konkurrenz. Aber die Frage ist ja dabei, warum es in Deutschland für untere Einkommensschichten so schwer ist, bezahlbaren Wohnraum zu finden. In meiner Heimatstadt in RLP gibt es beispielsweise eine Leerstandsquote von über 20%. Die meisten leerstehenden Gebäude gehören Investoren und Unternehmen. Diese Spekulation mit (potenziellem) Wohnraum verknappt die Ressource künstlich, damit Besitzende noch mehr Geld damit verdienen, während gleichzeitig die Mieten massiv ansteigen. Hier muss gehandelt werden - wir brauchen mehr sozialen Wohnungsbau, wir brauchen härteres Vorgehen gegen die, die auf Kosten der Schwächsten der Gesellschaft Profit machen. Dann können wir auch das in den Griff kriegen, ohne die Ärmsten und Schwächsten argumentativ gegeneinander auszuspielen. Letzteres ist wirklich unterste Schublade.
Ich sehe das im Prinzip genauso wie Sie, komme aber zu einem anderen Schluss. Sie haben zwar recht damit, dass die Ursachen der Knappheit bezahlbaren Wohnraums nicht in erster Linie aus dem massiven Zuzug nach Deutschland seit 2015 resultieren, sondern die Spekulation mit Wohnraum und eine über Jahre, vielleicht Jahrzehnte verfehlte Politik die eigentlichen Ursachen dafür sind. Gerade aus den genannten Gründen ist es jedoch unverantwortlich, ja sogar fahrlässig vonseiten der Politik, in einer solchen Situation einem ungehinderten Zuzug in die Sozialsysteme Vorschub zu leisten. Denn auch wenn der massenhafte Zuzug, vor allem seit 2015, nicht die eigentliche Ursache des Problems ist und auch aktuell nicht der einzige Grund für die Wohnraumknappheit, so verstärkt er diese doch in erheblichem Maße. Zudem mache ich nicht "Stimmung" gegen die Zuwanderer, deren Wunsch, hierherzukommen und hier auch eine Wohnung zu finden ich durchaus nachvollziehen kann. Meine Anklage richtet sich an die Politik! Auf die Nachteile eines angeblich an ethischen Prinzipien orientierten politischen Handelns hinzuweisen, das sich eben nicht an ebensolchen Prinzipien orientiert, weil es eine Konkurrenzsituation der sozial Schwachen wissentlich in Kauf nimmt und verantwortungsethische Gesichtspunkte ausblendet: das muss möglich sein, ohne den Vorwurf des Populismus zu kassieren oder in eine der üblichen Schubladen gesteckt zu werden!

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fuffel 11.05.2019, 11:45
172. naja

müsste wir in einem kapitalistischen Umfeld nicht Gründe für die Abschaffung von Konkurrenz nennen können?
Ist doch der Wesenskern dieses siegreichen Systems.
Ich empfinde es als zynisch, die beiden Gruppen mit der geringsten Lobby gegeneinander auszuspielen. Erinnert ein bisserl an die Rattenfängertaktik der Brexeteers: Dann bleibt mehr für die echten, armen Einheimischen!
Wenn es den nationalen Kräften so sehr um das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung geht... Warum gibt es keinerlei positiv formulierte Forderung?
Wenn wir alle Habenichtse, Untauglichen, Falschgläubigen vom Markt entfernt haben - wird der Reichtum dieses Landes unter den Deutschen fair verteilt? Oder wollen wir die Krankenschwester in Konkurrenz zum Börsenmakler belassen?
Na wer sich dann wohl die Wohnung in Citylage leisten können wird...

Asoziale Politiken bleiben asozial - unabhängig von der Anzahl der Marktteilnehmer. Wenn ich den Katalog der Leistungen auf: Ort und Umstände der Geburt ausweite
oder
Eigenverantwortlich einfordere -
steht der arme Deutsche eigentlich strukturell dümmer da als der arme Syrer.
Wir geben 40-50% für den Ausgleich von Chancen aus. Welche Möglichkeiten hatte der Einzelne unter welchen Umständen?

Ihre Argumente würden Sinn ergeben, wenn wir auch den Markt national organisieren würden. Ansonsten ist das Geflecht an Konkurrenz unübersichtlich. Wir können auch als AN gegen 30% Renditeversprechen von Immobilienheuschrecken anarbeiten oder unseren Staatshaushalt gegen Apple, Google und Co in Stellung bringen.

Dieses: Wir haben Rentner die Flaschen sammeln oder deutsche Kinderarmut...ist doch nur blabla von Gruppen, die mal rein gar nichts dagegen unternehmen wollen. Fairness widerspricht unserem System. Wohnungen für Arme werden nur gebaut..wenn jemand daran ein wirtschaftliches Interesse hätte.

Aber viel Spaß, auf der Suche nach humanistischen Motiven in der neusten Welle der Menschenfeinde :)

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abc_bis_z 11.05.2019, 19:56
173. Wünscheswerter Kampf gegen die Wurzeln des Extremismus

Wo bleibt das Antivirus-Programm? Der Islamismus infiziert die Teile der Gesellschaft. Leider haben unsere Politiker offenbar wenig Lust darauf, sich mit diesem Problem zu beschäftigen. Wetten, dass diesen Artikel nicht viele Leute aus der linksgerichteten Mehrheitsgesellschaft lesen? Islamismus ist ein Abtörner. Davon wollen diese Leute nichts hören, usw., usw., usw., ... so einen Artikel werden wir von Frau Ataman niemals zu lesen bekommen, weil Frau Ataman wie so viele Andere kein Interesse am Bekämpfen von Extremismus haben, es sei denn er kommt von rechts. Vielleicht ist es an der Zeit, die Opferzahlen von den verschiedenen Extremismen mal ganz platt gegeneinander aufzurechnen und dann ganz schlicht & einfach danach zu beurteilen, von welchen Extremismen die größte Gefahr für Leib & Leben, für Gesellschaft & Demokratie, für Frauen, Homosexuelle, Juden und alle sonstigen freiheitlich denkenden Menschen ausgeht. Und vielleicht ist es dann an der Zeit, sich zu fragen, WER denn wohl am besten gegen diese Extremismen ankämpfen könnte: Menschen von außerhalb der Communities oder Menschen von innerhalb? Und dann könnte man fragen, bringen diese Menschen den Mut auf, Probleme klar zu benennen, zu kritisieren und sich dafür einzusetzen, bereits die Wurzeln (aus denen der spätere Extremismus dann erwächst), kritisch unter die Lupe zu nehmen. Ich bin kein Prophet, wage aber die Prophezeiung: Menschen wie Frau Ataman werden es definitiv nicht sein - aus Feigheit oder Borniertheit oder aus ideologischen Gründen oder gar aus Desinteresse oder im schlimmsten Fall sogar aus Interesse, gerade bestimmte Extremismen bewusst nicht bekämpfen zu wollen. Aber ganz klar ist auch: wenn der "weisse, alte Mann" dagegen kämpft, ist es "Rassismus" (in völliger Pervertierung des Rassimus-Begriffes), daher braucht es gerade wie nie zuvor "weiblich, jung, nicht-weiß", um mutig gegen Extremismus zu kämpfen. Schade, dass Frau Ataman nicht dazugehören will oder kann.

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