Forum: Kultur
Swimming-Pool-Werk von David Hockney: Wie kann ein Bild 90 Millionen Dollar wert sein
DPA

Nie erzielte das Bild eines lebenden Malers so viel wie "Porträt eines Künstlers" von David Hockney. Worum es bei dem Gemälde geht - und wie der Preis zustande kommt.

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dietrichknoll 16.11.2018, 10:56
10. Vielen Dank an die Autorin & SPON

Ich ärgere mich oft über die teilweise, aus meiner Sicht, hektische, über dramatisierende, kampagnenhafte politische Berichterstattung in SPON. Umso mehr freue ich mich über Artikel wie diesen der (jenseits des Hypes um den Preis) mein inneres Hockney Bild vervollständigt. Vielen Dank dafür an die Autorin & SPON.

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mapcollect 16.11.2018, 11:07
11. Wenn die Zinsen niedrig sind

wird halt auch viel in Kunst investiert. Es ist eine reine Geldanlage. Das Motiv des Bildes spielt absolut keine Rolle. Es wird, ähnlich wie bei Aktien, auf die steigende Popularität des Künstlers gewettet.

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Oliver Rauhut 16.11.2018, 11:13
12. "Wert"?

Die Diskussion geht am Eigentlichen vorbei: Kein Bild ist 90 Mio Dollar "wert" - es gibt nur jemanden, der bereit ist, dafür so viel zu zahlen! Zusammen mit ähnlichen Phantasiesummen, z.B. im Sport und um Musikbusiness, zeigt das schlicht und ergreifend, wie weit die weniger als 1% der Menschheit, die soviel Geld hat, die Bodenhaftung verloren hat...

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monoman 16.11.2018, 11:15
13.

Zitat von Stäffelesrutscher
Das erklärt alles nicht den »Wert« von 90 Mio. Dollar. Bei manchen abstrakten Werken aus der Bilderstrecke würde man, stünde da nicht der prominente Name, sondern »Heinz Pumpernickel, Malkurs VHS Neustadt« auf dem Etikett, auf dem Flohmarkt 50 Euro (ohne Rahmen) erzielen.
Tja, dann ist ja jetzt wohl der richtige Zeitpunkt in Heinz Pumpernickel zu investieren, Picasso oder Warhol gabs anfangs auch zu solchen Preisen ;-)
Ansonsten ist der "Wert" von was auch immer einfach nur der Preis, den ein Käufer bereit ist, dafür auf den Tisch zu legen. Das Risiko liegt dann ja immer auf der Seite des Käufers, man denke nur an die geplatzte Blase der Überraschungseier-Figuren.
Mir sind die Preise von Elitekunst ziemlich egal, da das genauso außerhalb meiner Reichweite ist wie ein Privatjet, um zu der von der eignen Privatarmee bewachten Privatinsel zu fliegen. Es stört mich nur insofern, dass nach und nach alle große Kunst bald in den Tresoren (nicht in den Schlafzimmern) der Superreichen verschwunden sein wird, da die Museen auch schon längst nicht mehr auf dem Markt mithalten können.

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Papazaca 16.11.2018, 11:16
14. Das Argument haben wir alle 1000 Mal gehört (s. Picasso)

Zitat von Stäffelesrutscher
Das erklärt alles nicht den »Wert« von 90 Mio. Dollar. Bei manchen abstrakten Werken aus der Bilderstrecke würde man, stünde da nicht der prominente Name, sondern »Heinz Pumpernickel, Malkurs VHS Neustadt« auf dem Etikett, auf dem Flohmarkt 50 Euro (ohne Rahmen) erzielen.
"Das kann ich ja selbst malen", "Das kann meine drei-jährige Tochter malen", "Das kann jeder malen" usw. Ganz ehrlich, das haben wir über viele Maler gehört, auch über Picasso. Ist also nicht sehr originell.

Was ich aber nicht verstehe: Warum steigen dann unsere Kritiker nicht in den Ring, wir hätten Millionen von Picassos. Wäre doch schön, wenn viele Stäffelesrutscher zu vielen Hockney's werden würden, reich dazu. Ganz so einfach kann es dann doch nicht sein.

Übrigens, um mit einem grundsätzlichen Missverständnis aufzuräumen. Es geht nicht immer um handwerkliches Können sondern um Ideen, siehe Christo oder Banksy. Mit dem Aufkommen der Fotografie hat sich die Malerei grundsätzlich verändert.

Nein, Kritik ist oft sehr belebend. Aber auch Kritik sollte ein gewisses Niveau einhalten, wo sie doch fortlaufend auf Qualität pocht.

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dasfred 16.11.2018, 11:18
15. Der Name macht den Preis

Bilder ohne Namen sind abhängig vom Zeitgeschmack und ihrer Häufigkeit. So manche biblische Darstellung, die vor einer Generation noch hohe Preise erzielen konnte, findet heute kaum noch einen Käufer, wenn es nicht einem Maler eindeutig zugeordnet werden kann. Aus der Zeit dieses Pool Bildes gibt es durchaus Werke, die in ihrem Ausdruck und der Qualität vergleichbar sind, nur eben nicht vom Kunstmarkt gepuscht worden sind. Der Name trägt 95 Prozent des erzielten Preises, weil, wenn nicht der Käufer, dann zumindest der Großteil der Mitbieter dem Werk noch Potential nach oben zugetraut haben. Nicht umsonst verschwindet ein großer Teil der hochpreisigen Bilder und Skulpturen heute in extrem gesicherten Lagerhäusern in Zollfreilagern in der Schweiz oder Singapur, statt staatliche oder private Museen zu zieren.

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hörwurm 16.11.2018, 11:23
16. Überteuert

Der Preis ergibt sich aus der Eitelkeit mancher Menschen. Tatsächlich hat das Bild, wie viele andere auch, nur einen Erstellungswert, der sich aus Material und Arbeitslohn ergibt. Wer 90 oder 450 Mio. Dollar oder Euro dafür ausgibt, entzieht dem Geldkreislauf ganz plötzlich "Energie", mit der die Gemeinschaft unterstützt werden kann über Waren und Löhne. Weil aber zu wenig Menschen diesen Umstand erkennen, huldigen fast alle diesem Götzen.

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Papazaca 16.11.2018, 11:28
17. Über Geschmack kann man sich (nicht) streiten!

Kaum jemand im Forum käme auf die Idee, sich darüber zu streiten, ob Gans besser als Steak, Zander oder Zwiebelsuppe schmeckt. Was bei Essen anerkannt ist (alles Geschmacksache), ist in der modernen Kunst oder Architektur nicht der Fall.

Ich kann ja verstehen, wenn jemand keine Gans ißt. Aber kein Grund, Gans-Essen als Dreck oder was auch immer zu bezeichnen. Genau das passiert aber in der Kunst oder Architektur. Aber auch hier gibt es keine absolute Wahrheiten. Also kein Grund beleidigend zu werden. Das man nicht alles lieben kann, ist eine andere Sache.

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GungaDin 16.11.2018, 11:29
18. Die Frage ist falsch gestellt

Sie muss lauten: Wie kann es sein, das einzelne Menschen ein Vermögen in Milliardenhöhe anhäufen können? Die Frage des Preises eines Gegenstands ist dann absolut zweitrangig.

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hansfri 16.11.2018, 11:34
19. Die einfachste Erklärung für mich

es ist einfach viel zu viel Geld unterwegs, für das die Eigentümer nicht wirklich hart arbeiten mussten. Und der Kunstbetrieb beschäftigt vor allem Menschen die sich vorwiegend um ihr eigenes Ego kümmern.
Handwerklich kann dieses Bild jeder einigermaßen begabte Maler malen. Den dazugehörigen (Un)Sinn verzapfen dann die "Kunstkenner". Vielleicht war es früher schon so. Jedenfalls ist der "kleine Mann und die kleine Frau" oder der "Normalbürger(in)" mit dem Verständnis für diese Summen überfordert.

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