Forum: Kultur
Talk bei Anne Will: Hau den Griechen
DPA

Anne Will hatte in ihren Talk geladen, um die Folgen der Wahlen in Griechenland und Frankreich zu diskutieren. Doch das Chaos in Europa übertrug sich auf die Gäste, die wild durcheinander schrien. Ein Polit-Rentner musste die Runde wieder auf Kurs bringen.

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elspaco 10.05.2012, 11:45
90. Söder ist

Zitat von spiekla
sich bei Sozialromantikern unbeliebt zu machen. Die bisherigen Zahlungen an Griechenland waren dumm. Auch hier entfernt sich die Deutsche Politik weit weg vom Wählerwillen bzw. Steuerzahler. Staatsausgaben für Wachstum sind überflüssig; denn privates Geld ist genug vorhanden - nur nicht in Richtung Griechenland. Ich empfehle den Griechen eine Einstellung wie die Deutschen 1945 zwischen ihren Ruinen wie die Akropolis.
ein Schmierenkomödiant,der nur eines kann an die Dummheit seiner Wähler appellieren.Mit Erfolg.

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Svenako 10.05.2012, 11:45
91. Die lebendigste Anne Will Sendung seit langem!

Was erwartet Frau Marquardt denn von so einer Talkrunde wenn sie für die gestrige Anne Will Runde Chaos konstatiert - einen Kindergarten ganz alter Schule wo alle brav um den Tisch herum sitzen und nur reden, wenn sie gefragt werden? Es war eine der lebendigsten Sendungen dieser Art seit langem. Und es überwog auch nicht das Griechen-Bashing - mit Ausnahme der Beiträge des Markus Söder der die Erwartungen einer ordentlichen, nicht nur bayerischen, Stammtischrunde 100 %ig zu erfüllen wusste. Ansonsten gab es erfreulich facettenreiche und viele zutreffende Beiträge, u.a. konnten auch nicht links zu verortende Zuschauer Vielem zustimmen können, was Sarah Wagenknecht zum Thema beizutragen hatte.
Irritierend allerdings, wie um 180° gegensätzliche Aussagen jeweils mit statistischen Werten für die gleiche Sache untermauert wurden, die ebenso absolut widersprüchlich waren - und das von Leuten, von denen man eigentlich erwartet, dass sie es richtig wissen.

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thepunisher75 10.05.2012, 11:47
92. Was glauben sie eigentlich WO die Deutschen...

Zitat von wortmannin
Was Griechenland betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Es ist ein Skandal, daß reiche Griechen kaum Steuern zahlen und ihr Geld ins Ausland schaffen, anstatt es im eigenen Land zu investieren. Ein solches Land kann nicht erwarten, daß Investitionen vom Ausland getätigt werden.
...Reichen ihr Geld investieren ? Jedenfalls nicht in Deutschland ! Und Steuern zahlen diese auch nicht, also hören sie auf sich ein Opfer in den Griechen zu suchen, Deutschland ist nicht besser.

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faistmeister 10.05.2012, 11:47
93. Die Desinformation ...

Zitat von styxx66
Ich schaffe es seit längerem nicht mehr, mir entspannt eine von diesen Talkrunden bis zum Ende anzuschauen. Weder Will, Plasberg, Jauch oder Illner schaffen es, dass Ihre Gäste mit ein bischen Disziplin sich wenigstens mal ausreden lassen. Manchmal weiss man überhaupt nicht mehr, wer wem was erzählt und näherbringen will. Hier müssten sich die Moderatoren durchsetzen, was Ihnen selten gelingt denn auch Sie fahren Ihren Gästen permanent in die Parade und unterbrechen so den Redefluss. Oftmals ist auch die Zusammensetzung der Protagonisten dermaßen unterirdisch zusammengestellt, dass man schon im Vorfeld weiss was für ein Quark da auf die Zuschauer einprasselt. Deshalb schaue ich mir ab sofort keine dieser Quassel- Sendungen mehr an.
... ist gewollt. Das gilt für alle Beteiligten - vor allem jene, die schon lange mitmischen.

Das ganze wird weiter schwelen und das für alle bittere Ende wird kommen - egal, wie man sich jetzt und in Zukunft entscheidet. Das hat nichts mit Defätismus zu tun.

Die Schulden sind (inzwischen) überall zu hoch. Die fetten Jahre sind vorbei. Was kommt, wird hart.

Das hat Buffett erst vor kurzem festgestellt und da müssen wir wohl alle durch. Und werden alle dabei einen Teil unseres Wohlstands verlieren.
Dieser Anpassungsprozess wird schmerzhaft und die Wähler werden in Europa weiter und noch schlimmer rebellieren. Hilft aber kaum. Das Geld ist quasi mehr als futsch ...

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spiekla 10.05.2012, 11:49
94. no bail out

Zitat von nr6527
Das ist richtig, die Risikoabschätzung bleibt jedoch bei den Kreditgebern oder deren Beratern und die haben ja scheinbar die Verträge zum Euro nicht verstanden, denn sonst hätten diese angesichts der "no bail out" Klausel Griechenland nicht diese niedrigen Zinsen zugebilligt. Warum sollen die Bürger die Verluste, die aus Fehleinschätzungen der Banken und deren Beratern entstanden sind, ausgleichen?
wurde von den Banken richtigerweise und frühzeitig als nicht ernst gemeint eingeschätzt, womit sie rechtbehalten haben.
Auch die EZB Politik drängt die Banken in weitere Staatskredite für schwache Schuldner.
Die EU Politiker haben sich dermassen in ihre eigenen Visionen verliebt, dass sie jetzt keine Kehrtwende mehr denken können.
Das geht bis zu Diffamierung von € Skeptikern als EU Feinde.

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ArnoNuem 10.05.2012, 11:50
95. Es ist an der Zeit, den Neoliberalismus zu Grabe zu tragen

Zitat von wortmannin
Was Griechenland betrifft, gebe ich Ihnen Recht. Es ist ein Skandal, daß reiche Griechen kaum Steuern zahlen und ihr Geld ins Ausland schaffen, anstatt es im eigenen Land zu investieren. Ein solches Land kann nicht erwarten, daß Investitionen vom Ausland getätigt werden.
Genau so wenig kann es sein, dass die Armen für die Sünden der Reichen büßen müssen! Das ist auch in unserem Land so. Und nur nebenbei sei angemrkt, dass Deutschland so gut auch nich dasteht. Da wird viel unter den Teppich gekehrt. Die Reichen und ihre Voodoo-Ökonomisten haben den Neoliberalismus hoffähig gemacht und deshalb steht Europa und ein Teil der restlichen Welt derzet über dem Abgrund.
Gewiss, die Liberalisierung der Finanzmärkte hat auch Gewinner hervorgebracht - eben die Systemgewinnler.
Seit mehreren Jahren ist feststellbar, dass der Neoliberalismus auf der ganzn Linie versagt hat und das war vorausschaubar.
Finanzzocker ohne Skrupel waren von ihrem kurzfristigen Erfolg besoffen und haben wie Junkies weitergzogt. Fatale Fehlinschätzungen olgten. Und wie bei allen Süchtigen folgte der komplette Realiätsverlust. Das ist eine Tatsache, die nicht wegzudiskutieren ist. Ich habe da keinen Millimeter Diskussionsspilraum. Wer diese Realität nicht sieht, befindet sich immer noch im tieftsten Suchtstadium. Ohne Krankheitseinsicht keine Heilung! Ist doch ganz einfach - oder?
Christoph Butterwegge wollte auf die Sünden von Rot-Grün aufmerksam machen. Das ist auch nötig und eben kein "Schnee von gestern". Wir kommen aus der Krise nur heraus, wenn eine exakte Analyse auf allen Tischen liegt. Doch durch Fehleinschätzungen und Verdrängen werden weiter die falschen Rezepte ausgestellt und die Medikamente haben eine fatale Nebenwirkung.
Wirtschaftspolitik funktioniert nur, wenn sie in Gesellschaspolitk eingebundn ist. Alles andere ist verschimmelter Käse.
Solange die Systemgewinnler des Neoliberalismus weiter ihre Sucht frönen, wird es Systemverlierer - also Opfer - geben. Das ist die Mehrheit der Menschen. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem desulaten Zustand. Das kann nur überwunden werden, indem die Süchtigen aus dem Verkehr gezogen werden. Die Therapie heißt: durch Europa muss ein Linksruck gehen.

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faistmeister 10.05.2012, 11:51
96.

Zitat von nr6527
Das ist richtig, die Risikoabschätzung bleibt jedoch bei den Kreditgebern oder deren Beratern und die haben ja scheinbar die Verträge zum Euro nicht verstanden, denn sonst hätten diese angesichts der "no bail out" Klausel Griechenland nicht diese niedrigen Zinsen zugebilligt. Warum sollen die Bürger die Verluste, die aus Fehleinschätzungen der Banken und deren Beratern entstanden sind, ausgleichen?
Weil infolge der jahrelangen Deregulierung die Banken die Staaten erpressen konnten. Nach dem Motto: Fängst Du mich nicht auf, reiße ich alles mit in den Abgrund.

Also nochmal: Ein Hoch auf den Neoliberalismus.
Könnte auch mal gerne mit einem Strang nachgeholfen werden ...

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pragmat. 10.05.2012, 11:53
97. Orakel

Dass die Nachfolgeregierung der Griechen die kurz vorher ausgehandelten Verträge einfach nicht beachten könnte, habe ich schon vor Vertragsabschluss orakelt. Es ticken halt nicht alle so, wie die Deutschen. Verträge sind für einige nur unverbindliche Absichtserklärungen.
Das gezahlte Geld ist weg.
Soweit stimme ich überein.
Die bisherige Strategie, die Schuldenkrise, oder besser, der Bankenrettungskrise war ein Flopp.
Aber wie soll es weitergehen. Jetzt sind die Ratingargenturen noch ruhig, und man könnte Vorplanen. Tut aber keiner.
In den nächsten Monaten gibt es Herabstufungen und Zinserhöhungen und dann wird wieder in Panik reagiert.
Bloss nichts ändern am System!!
Die Selbstbereinigung der Märkte funktioniert.
Konservative und Liberale sind vor der Wahl gegen Subventionen.
Nach der Wahl ist alles systemrelevant und erlaubt, solange es nicht die Reichen, Unternehmer und Banken bezahlen müssen.

Zitat von spiekla
sich bei Sozialromantikern unbeliebt zu machen. Die bisherigen Zahlungen an Griechenland waren dumm. Auch hier entfernt sich die Deutsche Politik weit weg vom Wählerwillen bzw. Steuerzahler. Staatsausgaben für Wachstum sind überflüssig; denn privates Geld ist genug vorhanden - nur nicht in Richtung Griechenland. Ich empfehle den Griechen eine Einstellung wie die Deutschen 1945 zwischen ihren Ruinen wie die Akropolis.

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rettungsschirm 10.05.2012, 11:54
98. Witzig...

Zitat von sysop
Anne Will hatte in ihren Talk geladen, um die Folgen der Wahlen in Griechenland und Frankreich zu diskutieren. Doch das Chaos in Europa übertrug sich auf die Gäste, die wild durcheinander schrien. Ein Polit-Rentner musste die Runde wieder auf Kurs bringen.
fand´ich wieder den Eichel. Er will einen Wachstumspakt (=Geld ausgeben) und gleichzeitig den Fiskalpakt (=Geld sparen). Politische Logik: jedem wird versprochen was er will und ich werde gewählt.

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dhanz 10.05.2012, 11:54
99.

Zitat von vincent1958
...einziges Lehrbuch von J.M.Keynes würde heute reichen.Aber der Neoliberalismus hat ja jahrelang Keynes als den "Antichristen"verdammt!
Die Politiker haben immer nur bis zu der Stelle von Keynes Lehrbuch gelesen, wo geschrieben steht, das in Krisenzeiten mit Schulden Konjunkturprogramme aufgelegt werden müssen.
Die Stelle im Lehrbuch, wo geschrieben steht, das man in Boom-Zeiten diese Schulden auch wieder tilgen muss, wurde geflissentlich übersehen und jeder Hinweis auf diese Passage aus dem Lehrbuch wird heute als "neoliberales Geschwätz" abgetan.

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