Forum: Kultur
Talk bei Anne Will: Hau den Griechen
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Anne Will hatte in ihren Talk geladen, um die Folgen der Wahlen in Griechenland und Frankreich zu diskutieren. Doch das Chaos in Europa übertrug sich auf die Gäste, die wild durcheinander schrien. Ein Polit-Rentner musste die Runde wieder auf Kurs bringen.

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faistmeister 10.05.2012, 12:07
110. Nicht ganz so ...

Zitat von pragmat.
Dass die Nachfolgeregierung der Griechen die kurz vorher ausgehandelten Verträge einfach nicht beachten könnte, habe ich schon vor Vertragsabschluss orakelt. Es ticken halt nicht alle so, wie die Deutschen. Verträge sind für einige nur unverbindliche Absichtserklärungen. Das gezahlte Geld ist weg. Soweit stimme ich überein. Die bisherige Strategie, die Schuldenkrise, oder besser, der Bankenrettungskrise war ein Flopp. Aber wie soll es weitergehen. Jetzt sind die Ratingargenturen noch ruhig, und man könnte Vorplanen. Tut aber keiner. In den nächsten Monaten gibt es Herabstufungen und Zinserhöhungen und dann wird wieder in Panik reagiert. Bloss nichts ändern am System!! Die Selbstbereinigung der Märkte funktioniert. Konservative und Liberale sind vor der Wahl gegen Subventionen. Nach der Wahl ist alles systemrelevant und erlaubt, solange es nicht die Reichen, Unternehmer und Banken bezahlen müssen.
... wie Sie sagen:
Dt. Politiker (rot-grün) haben beim Bruch der Maastricht-Verträge federführend mitgemacht.

Nein, der Zins wird NICHT steigen. Über dei negative Realverzinsung entschulden sich die Staaten. Leider funktioniert das nur so lange, wie der Währung vertraut wird. Na, klingelt's ?!?

Wenn ein Land (GR) vor die Hunde geht, würde ich nicht von Selbstbereinigung sprechen - Bei aller Schuld, die die Leute dort selbst tragen.

Es wird nicht schön in Europa die Suppe auszulöffeln. Schade nur, dass die (Mit-)Täter und Profiteure mal wieder ungeschoren davon kommen werden. Es trifft halt grundsätzlich die Falschen bzw. Schwachen.

Da kann man wählen, was und wen man will. Schon ein bisschen vertrackt das Ganze.

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spiekla 10.05.2012, 12:09
111. Wenn morgen alles Geld futsch ist

Zitat von faistmeister
... ist gewollt. Das gilt für alle Beteiligten - vor allem jene, die schon lange mitmischen. Das ganze wird weiter schwelen und das für alle bittere Ende wird kommen - egal, wie man sich jetzt und in Zukunft entscheidet. Das hat nichts mit Defätismus zu tun. Die Schulden sind (inzwischen) überall zu hoch. Die fetten Jahre sind vorbei. Was kommt, wird hart. Das hat Buffett erst vor kurzem festgestellt und da müssen wir wohl alle durch. Und werden alle dabei einen Teil unseres Wohlstands verlieren. Dieser Anpassungsprozess wird schmerzhaft und die Wähler werden in Europa weiter und noch schlimmer rebellieren. Hilft aber kaum. Das Geld ist quasi mehr als futsch ...
sind die Sachwerte und die Fähigkeiten der Bevölkerungen immer noch vorhanden. Und auf dieser "alles auf null" Basis vergleichen Sie jetzt den Zustand der Länder.
Ich behaupte, dass eine Geldentwertung für die Schwachen und Armen sogar noch verheerender ist als für die gut funktionierenden, obwohl ein Armer gar kein Geld verlieren kann.

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andreas13053 10.05.2012, 12:11
112. Nun ja,

Zitat von spiekla
Genauso wurscht ist, wer in Griechenland und sonstwo investiert. Der Investor stellt sich die Frage, welchen Gestalten er sein Geld anvertraut. Ich würde sogar Aliens Kredit geben, wenn die damit gut wirtschaften.
Ökonomie für die Vorschule. Oder RTL-Seher. Auweija.

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laluna3 10.05.2012, 12:12
113. Geschrei

Zitat von sysop
Anne Will hatte in ihren Talk geladen, um die Folgen der Wahlen in Griechenland und Frankreich zu diskutieren. Doch das Chaos in Europa übertrug sich auf die Gäste, die wild durcheinander schrien. Ein Polit-Rentner musste die Runde wieder auf Kurs bringen.
ich habe umgeschaltet, weil mir das Gekreische der ganzen Wichtigtuer auf die Nerven ging.

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HäretikerX 10.05.2012, 12:13
114. Noch einmal! ;-)

Zitat von dhanz
Die Politiker haben immer nur bis zu der Stelle von Keynes Lehrbuch gelesen, wo geschrieben steht, das in Krisenzeiten mit Schulden Konjunkturprogramme aufgelegt werden müssen. Die Stelle im Lehrbuch, wo geschrieben steht, das man in Boom-Zeiten diese Schulden auch wieder tilgen muss, wurde geflissentlich übersehen und jeder Hinweis auf diese Passage aus dem Lehrbuch wird heute als "neoliberales Geschwätz" abgetan.
Investieren und sparen schließen sich nicht unbedingt aus! ;-)
Es bedarf allerdings einiges an Hirnschmalz, entsprechendem Willen zur Veränderung, dessen gesetzliche Regelungen, und Unterstützung durch Taten (nicht "nur" Geld) und Zeit!
Dann fließen auch die Schulden zurück.. ;-)

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dianipark 10.05.2012, 12:19
115. warum...

müssen wir uns eine solche lusche wie söder antun.
die piraten wirds freuen.

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aberratio_ictus 10.05.2012, 12:20
116. Es geht immer

Zitat von spiekla
und auch kein Wunder. Es geht wie immer um Intelligenz, Fleiss, Sparsamkeit und realistisches, pragmatisches Weltbild.
ums Kapital. Ohne Kapital hätten wir Deutschen nach dem Krieg mit noch so viel Fleiß und Intelligenz (???) gar nichts hinbekommen. Hätten wir keine Hilfen von außen bekommen und wären da nicht noch die erbeuteten und durch Zwangsarbeit "erworbenen" Millarden gewesen, wo wären wir dann?

Man kann doch nicht wirklich im 21. Jahrhundert noch daran glauben, dass wir das alles hier aus eigener Kraft geschafft haben, weil wir so großartig so überlegen sind. Genau diese Denke hat und uns doch zwei Mal an den Abgrund geführt.

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ArnoNuem 10.05.2012, 12:23
117. Die Opfer der Schock-Strategie

Zitat von dhanz
Welche 'Menschheit' meinen Sie? Die deutsche, chinesische, russische oder amerikanische 'Menschheit'? Die da wären?
Noami Klein hat in ihrem Buch "Die Schock-Strategie - Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus" alles aufgeschrieben.
Zusatzlektüre: John Kenneth Galbraith hat in seinem Buch "Die moderne Industriegesellschaft" bereits 1967 formuliert, wie eine solche im Sinne des Gemeinwohles funkionieren kann.
John Maynard Keynes liefert die Rezepte staatsinterventionistischer Politik. Rudolf Hickel, Peter Bofinger und Heiner Flassbeck sind meine ökonomischen Helden der Neuzeit.
Im übrigen verspüre ich wenig Lust, mit ihnen in eine Diskussion zu treten. Sie als offensichtlicher Anhänger des Neoliberalismus müssten zunächst einsichtig sein, dass Si einer Irrlehre aufgesessen sind. Es sei denn, Sie gehören zu den Systemgewinnlern. Dann gehören Sie zu den süchtigen Finanzzocker und damit in eine Suchtklinik.

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pom_muc 10.05.2012, 12:24
118.

Zitat von HäretikerX
ich hätte wohl dabei bleiben sollen..;-)) Nein, es war richtig.. abzuschalten, nachdem ich das Gesöder vernommen hatte! Ich wünsche der EU und der Kanzlerin langsam einmal die Erkenntnis, das man mit dem harten populstischen Sparwahn keine Volkswirtschaft retten kann! Eine wirtschaftliche Depression erfordert Investitionen, nicht ohne zu sparen, und vor allem langfristige Strategien! Steht in jedem Lehrbuch.. ;-)
Beim Sparen geht es darum UNNÜTZE Staatsausgaben herunter zu fahren.
Zum Beispiel Renten an Tote und sehende Blinde, völlig überzogene Beamtengehälter beim staatlichen Strommonopolisten, bei den Rüstungsausgaben, etc.
Und selbstverständlich diskutiert schwarz-gelb auch seit 2 Jahren wie man in Griechenland Wachstum erzeugen könnte.
Da lernt man dann dass das griechische Steuersystem ein witz ist. Dass Investoren von der örtlichen Korruption angewidert sind. Dass sie kein Geld in ein Land investieren wollen wo Linke permanent von "Enteignung" reden.

Und man sieht dass Geld das an staatliche Stellen gezahlt wird in Griechenland kein Wachstum generiert sondern wie in einem afrikanischem 3. Welt-Land in dubiosen Taschen versickert.

Jeder Investor geht bezüglich Arbeitswillen, Lerneifer, Ausbildungsniveau, Korruption und Behördenwillkür lieber nach Shanghai als nach Athen.

Und solange Athen nicht die Voraussetzungen für Investitionen schafft hilft es auch nicht deutsche Steuergeld dort hin zu schicken.

Stimmen die Rahmenbedingungen (z.B. Streikhäufigkeit) finden sich auch genug Investoren.

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ArnoNuem 10.05.2012, 12:26
119. Falsche Baustelle

Zitat von ginfizz53
...16 Millionen Menschen mal gerufen... Wenn Sie sich erinnern? Sie müssen nur das Wort "neoliberalen" mit dem Wort "sozialistischen" ersetzen....
Das ist jetzt eine ganz andere Baustell! Wir diskutieren hier nicht über den zu Rech untergegangenen Kadersozialismus. Wir diskutieren über die Auswirkungen des Neoliberalismus.

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