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Talkshow-Rochade in der ARD: Anne Will kritisiert "monatelange Hängepartie"

Anne Will war die Vorzeige-Talkerin im Ersten, jetzt verdrängt Günther Jauch sie vom Premiumplatz am Sonntagabend. Erstmals spricht die Moderatorin über das große Stühlerücken - und kritisiert im SPIEGEL das Vorgehen der ARD.

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Moralinsaurer 19.12.2010, 15:40
60. Genau so isses..

Zitat von PeteLustig
In erster Linie unterbrechen Will und Illner die Gäste abrupt, insbesondere, wenn es gerade spannend wird. Auch beliebt bei diesen beiden Moderatoren-Schauspielerinnen: Kaum erwähnt ein Gast einen interessanten Punkt, wird (falls er überhaupt ausreden durfte) direkt im Anschluss eine der vorgefertigten Fragen verlesen (die mit dem zuvor gesagten NICHTS zu tun hat), denn die vielen kleinen von emsigen Redaktionsmitarbeitern in dutzenden Brainstormingsitzungen ausgearbeiteten Zettelchen müssen schließlich abgearbeitet werden und das Wort einem anderen Teilnehmer erteilt. Alles wie bei Sabine Christiansen damals. Bäh! Jauch kann es nur besser machen.
-daher bin ich bei diesen Sendungen ein fleißiger Nichtseher oder schalte andere Programme ein.
Gesicht uns Hintern reichen eben nicht zum Moderatorendasein.

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Eviathan 19.12.2010, 15:41
61. Jaja...

Will war damals einer der Gründe, wieso ich meinen Fernseher raus geschmissen habe.

Quotenfrauen bringen eben auch im Fernsehen keine (Einschalt-)Quote.

Das schaffen nur Leute, die Formate hinlegen, welche die Zuschauer auch sehen wollen.

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Paul Panda 19.12.2010, 15:53
62. Danke für den Hinweis

Zitat von NormanR
... von wegen billig! Anne Will kostet pro Sendeminute 3000 Euro!! Also, hat die Sendung einen anderen Grund und zwar genau den, daß immer INSM = Initiave Neue Soziale Marktwirtschaft, Leute dabei sind....
Danke für den Hinweis (war zu faul zum Googeln). Ja, das ist schon ganz schön teuer, aber ich vermute jetzt einfach mal, dass ein niveauvoller Fernseh-Unterhaltungsfilm mit Spitzenschauspielern noch wesentlich mehr kostet.

Wie dem auch sei: Dass es sich bei diesen Talkshows um reine Propaganda handelt, die uns einreden will, dass es für die Gesellschaft gut und richtig ist, wenn "Otto-Normalverbraucher" den Gürtel enger schnallt (Steuern rauf, Löhne runter), hatte ich immer schon vermutet. Dass dahinter eine gezielte Initiative steckt, erscheint mir daher naheliegend.

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brot_ohne_spiele 19.12.2010, 16:01
63. Hohlräume

Zitat von Ylex
Der SPIEGEL bietet zu Weihnachten auch elegant dekorierten Boulevard an im Wissen, dass dieses Gerangel um die erhöhte ARD-Laberkanzel vor dem Intendanten-Altar interessiert – dabei geht es nur um den Austausch zweier aalglatter Figuren, die sich großartig vorkommen. Jauch wird so langsam unerträglich, er nimmt gnadenlos alles mit (...) Anders dagegen Anne Will, der wenigstens die allgegenwärtige Jovialität des Quiz-Meisters angenehm abgeht. Sie hätte bleiben sollen, wäre immerhin noch besser als Jauch gewesen. Denn sie verkörpert die nano-imprägnierte Miss Wondergliss des Talk-Journalismus: An ihrer Nettigkeit perlen alle Anwürfe ab, nicht nur ihre Haut, auch ihre Hirnhaut scheint oberfächenversiegelt zu sein. Anne Will weiß, was sie will - sie weiß, wie man zu harte Kritik charmant lächelnd ins Beliebige kanalisiert, sie ist gut vorbereitet, sie weiß über alles Bescheid – über offene Fragen, über offene Mißstände, über offene Beine... was will man mehr in Deutschland?
Super, messerscharf auseinandergenommen....danke.

Zitat von Spon
Will kritisiert auch die Art, wie die ARD mit ihr umgegangen sei: "Wenn ein Auftraggeber sagt, ich vergebe den Auftrag neu, kann ich in der Sache überhaupt nichts dagegen sagen." An der Form aber habe sie sich gerieben, so Will.
....wie sie sich an wirklicher Inhaltlichkeit (schiebt man vorgefertigte Betroffenheits-Sprechblasen zur Seite)vorbeischlängelt - das tun sie übrigens alle.

Auf die Idee ihre Sachen zu packen und ausserhalb von Senderkartell und Parteienproporz nochmal von vorne anzufangen (als "echte" investigative Journalistin die sich ihre Themen selbst aussucht)kommt sie allerdings nicht. Wie auch: als Vorzeigesympathin, Vorzeige-Karrierefrau die höchstwahrscheinlich nicht einmal karrierehindernde Krippenkinder mitschleppen wird steht zuviel auf dem Spiel, als dass der Gedanke man sei letztlich auch nur eine "nützliche Idiotin" in verantworlicher Position (u.mit entsprechender Vergütung) schon im Ansatz weggedrückt wird.

Dahinter stecken dann meist ganz banale Lebensträume, Jungmenschfantasien, Lebenslügen, Ungereimtheiten wie sie auch bei uns Normalsterblichen vorkommen.
Zeit die ganzen Stellvertretersockel abzureissen.
Vor kurzem sah ich auf YT jenen Maybrit-Illner Sendeausschnitt in dem ein Normalbürger auf H4 mal Tacheles redet.Es ist fast hörbar wie entweder hinter arroganter Grinsemiene oder gequält wirkender Betroffenheitsmiene "ohgott hoffentlich wird der bald abgewürgt" oder gar "wer hat denn diesen Popanz geholt der das ganze Script versaut ?" gedacht wird. Es geht nicht um Lösungen, Auswege, Alternativen- es geht um "Behandlung" - und genau das spiegelten die Mienen der Angesprochenen wider : Sie hätten den Mann gern "in Behandlung" gegeben wie einen Patienten mit Dysfunktion.Um dann ungestört ihre "Lieblingsthemen" weiter "zu behandeln".

Damit muss Schluss sein.

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hans a. plast 19.12.2010, 16:08
64. Ihren Beitrag ...........

Zitat von Carla
Wie gut Anne Will WIRKLICH ankommt, wird man sehen, wenn sie auf dem neuen Sendeplatz ist und nicht mehr den ganzen Schwung Tatort-Zuschauer mit rübernimmt. Ich glaube, dass es mit den Quoten dann massiv berab gehen wird, denn bei Anne Will zeigt sich geradezu exemplarisch die Schwäche im deutschen Journalismus: - Mangelnde Neutralität: Dem Journalisten geht es vor allem darum, seine eigene Ansicht zu vertreten. Wie in der Print-Abteilung, wo es eine Trennung zwischen "Artikel" und "Kommentar" nicht mehr gibt, sondern der Journalist dem Leser ein Urteil über einen bestimmten Sachverhalt immer sofort mitliefert. - Fehlende Selbstkritik (Kritik am Journalismus wird GRUNDSÄTZLICH abgelehnt - so als ob Leute wie Will, Maischberger und Co. geradezu "von Gottes Gnaden" auf die Erde gesandt würden). Wie auf Knopfdruch rollen sowohl Will wie auch Maischberger und Illner sofort mit den Augen, wenn auch nur die leiseste Kritik am Journalismus in Deutschland geäußert wird. Dabei gibt es hier allerhand zu diskutieren, denn über viele Themen wird der Bürger gar nicht, falsch oder unzureichend informiert. Da muss er sich dann selbst drum kümmern (Internet). - Immer dieselben Gäste, die immer dieselben Satzbausteine anbringen und sich um die Ohren hauen, die sich ständig unterbrechen, alle durcheinanderreden /-brüllen, so dass man als Zuschauer ohnehin nichts mehr versteht. - Man merkt, wie man als Zuschauer zu bestimmten Ansichten "erzogen" werden soll. Der Zuschauer wird nicht ernst genommen als erwachsener, selbständig denkender Mensch, sondern als subalterner, zu beschulender Lernkörper. Ich glaube, dass dieses Modell der Zuschauer-Pädagogik keine Zukunft hat. Die Leute WOLLEN es nicht und es informiert sich besser im Internet.
---------
finde ich persoenlich sehr gut, mein Kompliment!
Jeder ARD-Intendant sollte morgen frueh eine Kopie
Ihres Beitrages lesen.

hans a. plast

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ogniflow 19.12.2010, 16:33
65. Talk-Kanal

Ich wäre für einen 24-stündigen Talk-Kanal.Gästeliste:Henkel,Lauterbach,Wiefelspütz,Bos bach,Sommer,das Guido,Roth,Kuhnast,Sittler,Baring,Matthäus,Brehme, Wasmeier,der Internet-Irokese,der Kotletten-Mann vom Sozialverband,2 erfolgreiche Migranten,1 Hartz 4-Empfänger und als Moderatoren Bruce Darnell (Quote) und Waldi Hartmann.....Schön daß wir mal drüber geredet haben.

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Spiegel-ohne-Leine 19.12.2010, 16:42
66. .

Will, Illner, Jauch oder wie sie alle heißen. Noch mehr Talkshows, noch mehr entleerte Politikersprechblasen. Welche Medizin könnte dem Zuschauer hier noch helfen? Da stößt selbst Alkohol an die Grenzen seiner Möglichkeiten...

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saul7 19.12.2010, 16:53
67. ++

Zitat von sysop
Anne Will war die Vorzeige-Talkerin im Ersten, jetzt verdrängt Günther Jauch sie vom Premiumplatz am Sonntagabend. Erstmals spricht die Moderatorin über das große Stühlerücken - und kritisiert im SPIEGEL das Vorgehen der ARD.
Wills Talkshow war zum Schluss nur noch langweilig. Immer dieselben Figuren, die da herumplauderten. Es ist Zeit für einen Wechsel. Ob Jauch der Geeignete für die Sendung ist, wage ich zu bezweifeln....

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wb99 19.12.2010, 17:03
68. .

Zitat von Paul Panda
Was sind übrigens "INSM-Leute"? Müssen denn diese Abkürzungen immer sein?
Das sind die Leute, deren Meinung man nicht mag. Böse Leute quasi. Da klebt man am besten ein Etikett drauf, damit niemand sinnlos Zeit mit Argumentieren verschwendet. Gute deutsche Tradition, das.

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almabu! 19.12.2010, 17:13
69. Ganz so böse würde ich das jetzt nicht sagen, aber

Zitat von Eviathan
Will war damals einer der Gründe, wieso ich meinen Fernseher raus geschmissen habe. Quotenfrauen bringen eben auch im Fernsehen keine (Einschalt-)Quote. Das schaffen nur Leute, die Formate hinlegen, welche die Zuschauer auch sehen wollen.
zufällig war Anne Wills Sendung, die mich schon sehr früh dazu führte, keine Talkshows mehr zu "gucken". Ihre Kollegen waren aber auch nicht besser und so muss man im Nachhinein vielleicht eingestehen, dass Sabine Christiansen nicht an allem Schuld war, was man ihr damals so "ankreidete"!
Das Plauderformat eitler Selbstdarsteller und Politik-, Film- oder CD-Verkäufer gibt halt nicht mehr her.

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