Forum: Kultur
"Tatort"-Streit: Horror, hausgemacht
HR/ Benjamin Dernbecher

Mit dem Geisterhausspuk ist der "Tatort" mal wieder an Grenzen gegangen. Solche Experimente sollen nun nur noch ganz selten vorkommen. Ein Scheindebatte, die über das wahre Planungschaos in der ARD hinwegtäuscht.

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karlo1952 30.10.2017, 12:45
10. Den Verantwortlichen

der Tatort-Reihe gehen wohl allmählich die Ideen aus. Andere Gründe kann es für so einen Mist nicht geben. Vielleicht sollten diese Verantwortlichen mal alte Tatort-Filme studieren, warum diese so erfolgreich waren und zu dem geworden sind, was sie heute sind. Sicher keine Horror- oder unrealistischen Filme. Es wäre an der Zeit mal wieder einen Tatort-Kommisar zu bringen, der keinen Spleen hat, keine Beziehungsstörungen, sondern eine ganz normale Beziehung, sprich Ehe führt, und trotzdem Fälle lösen kann. Das dürfte wohl der Realität am nächsten kommen.

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rrippler 30.10.2017, 12:49
11. Wieso

... sollen Tatorte thematisch nicht bunt gemischt sein, und wieso soll es denn eine wohlgeordnete Themenmischung sein? Verstehe ich nicht. Ich als Zuschauer brauche so eine Ordnung nicht. Kneift da der deutsche Ordnungswahn ins Ohr?
Daß der Porno-Tatort 20% mehr Zuschauer hatte, das wird andere Gründe haben als die ungeordnete Themen-Reihenfolge.

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mcmercy 30.10.2017, 12:50
12.

So schlecht war der Tatort nicht, abgesehen von der diletantischen Darstellung der Mitbewohnerin des Kommissars. Das Problem ist nur, dass es ein Tatort war, da hat man andere Erwartungen. Warum sowas nicht als eigenständigen Film außehalb der Reihe bringen. Das Dilemma des Tatorts ist aber generell, man kann sich nicht entscheiden, was man denn machen will und so gerät jedes Genre unfreiwillig zur Komödie, weil es völlig überzogen und unglaubwürdig dargestellt wird. Wenn Krimi draufsteht sollte aber auch Krimi drin sein und nicht "Scary Movie" oder "Neues vom Wixxer".

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Fritz Meier 30.10.2017, 12:52
13. Daumen hoch!

Ich fand den "Tatort" super, und ich fand auch alle anderen "besonderen" "Tatort" super. Spontan fallen mir da noch "Der scheidende Schupo" und so ein Tarantino-mäßiger "Tatort" ein, von dem ich aber den Titel nicht mehr weiß. Und dann neulich der, der durchgehend im Stau gespielt hat.

Mehr davon! Weiter so!

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muekno 30.10.2017, 13:00
14. Zwar kein Tatort

aber man ein super Gruselthriller von dem sich bei den Effekten mancher Hollywood Gruselfilm eine Scheibe abscheiden kam. Super Unterhaltung passend zu Halloween.

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LorenzSTR 30.10.2017, 13:00
15. Qualität vs. Quantität

Immer wieder wunderbar ist etwa der Polizeiruf 110 aus München - der kommt aber nur alle paar Monate. Der RAF-Tatort war nach langer Durststrecke allerdings auch mal wieder ziemlich gut im Sinne von qualitativ hochwertig. Ansonsten scheinen viele dieser Fernsehproduktionen reine Geldvernichtung für ein Dämmerpublikum, das auch Vorabendserien und seltsame Fernsehshows für gute Unterhaltung hält. Und im Grunde nur abgelenkt werden möchte von all dem Alltagsfrust. Ob das die Aufgabe eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit all den seichten Dauerproduktionen, zu denen schon lange auch viele Tatorte zählen, sein sollte, ist sicher fraglich.

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krustentier120 30.10.2017, 13:02
16. Lasst sie spielen

Die Rufe nach einem starken Führer, der die „Kleinstaaterei“ beim Tatort abschafft finde ich übertrieben. Lasst sie sich doch austoben, dann gibt es halt mal vier Filme mit ähnlichem Sujet. So what? Alles besser als das, was die Privaten bieten. Dort traut man sich nichts mehr. Es wird nur noch produziert, was schonmal funktioniert hat. Und dann alles so billig wie möglich.

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Claradocu 30.10.2017, 13:03
17. Weltfremd

Das ist Murks, der nicht zur Unterhaltung herhalten muss. Es gibt Tausende von realistischen Kriminalfällen, woran man sich oriientieren könnte. Stattdessen werden GEZ-Gebühren an exorbitante Spinner verbrannt. Die ARD ist auf dem besten Wege, sich abzuschaffen.

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christian simons 30.10.2017, 13:10
18.

Um es mal am gestrigen Horror-Tatort aufzudröseln:
Im Dunstkreis des ÖR/Tatort-Biotops mag das ein waghalsiges Experiment gewesen sein, aber innerhalb des Horrorgenres war diese Nummernrevue von abgehalfterten Schauerklischees kältester Kaffee.

Schon nach der ersten Szene, in der Gevatter Tod mit der archaischen Grobmotorik eines Boris Karloff durch das dräuende Gewitter stakste, kam mir der Verdacht, dass diese Veranstaltung zu einer unfreiwilligen Lachnummer geraten könnte. Leider sollte ich recht behalten.

Beängstigend war da allenfalls die unerschütterliche Konsequenz, mit der die Macher die Evolution des Genres seit Stephen King ignoriert haben.

(Apropos Horrorwaisenhaus.
Jeder, der „Das Waisenhaus“ (Spanien) von Guillermo del Toro/J. A. Bayona kennt, dürfte nach dieser Schlefaz-Version je nach Gemüt herzlich lachen oder bitterlich weinen.)

Fazit:
Wenn sich die Innovationsfreude alleine dadurch manifestiert, dass man ein lange vernachlässigtes Genre offensichtlichen Dilettanten anvertraut, dann ist damit weder dem konservativen Krimispießer noch dem modernen Publikum gedient.

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martinm70 30.10.2017, 13:13
19. Wie zuverlässig sind eigentlich diese Zuschauerquoten?

Ich habe so meine Zweifel ob die überhaupt nur ansatzweise stimmen. Sie werden ja ermittelt indem man ein paar tausend Leuten ein Gerät hinstellt das jeweils überprüft was diese einschalten und das wird auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

Die Frage ist die, sind diese paar Tausend Leute nicht sowieso automatisch schon quasi "Fans des öffentlich rechtlichen TVs" wenn sie sowas mitmachen.

Ich, und der Großteil an Leuten die ich kenne haben keinerlei Interesse am Tatort oder dem Großteil des öffentlich rechtlichen TVs, die sehen sich lieber, so wie ich, Serien auf Netflix oder Amazon Prime an.

Würde also eine Frage kommen ob man so ein Gerät installiert haben will wäre das bei diesen Leuten ebenso wie bei mir sinnlos, denn es würde immer 0 dabei herauskommen :)

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