Forum: Kultur
"Tatort"-Streit: Horror, hausgemacht
HR/ Benjamin Dernbecher

Mit dem Geisterhausspuk ist der "Tatort" mal wieder an Grenzen gegangen. Solche Experimente sollen nun nur noch ganz selten vorkommen. Ein Scheindebatte, die über das wahre Planungschaos in der ARD hinwegtäuscht.

Seite 7 von 8
rolf sternberger 31.10.2017, 10:22
60.

Sehe ich ähnlich - der Tatort braucht nicht weniger, sondern mehr Experimente. Nur die Einschätzung zu Berlin Babylon teile ich nicht - sehr bieder und langweilig - und vor allem: wieso als Krimi???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lancevance 31.10.2017, 11:13
61.

Es ist völlig egal welche Art von Experimenten man wagt: wenn sie filmtechnisch einfach so unterirdisch schlecht gemacht, geschmacklos und schlecht gespielt sind wie der Horror Tatort, dann gehen die Zuschauerzahlen halt runter. Wenn man die Spielweise der Schauspieler bei Psychothriller (in der Form von verkrampftem Angstgeglotze der Darsteller in für die dargestellte Handlung viel zu langwierigen Szenen, völlig humorlose, peinlich ernstgenommene Darstellung) aber die Spezialeffekte bei Schloss Schlotterstein ansetzt, dann kann man sich alle Zuschauer, die wenigstens mal ein, zwei richtige Horrorstreifen oder Thriller in ihrem Leben gesehen haben an den Hut stecken. Entschuldigung, aber so schlecht können nur deutsche Produktionen sein. Auf so einem grundlegenden Niveau so amateurhaft.
Wie kriegt man zwei so überirdisch gute Theaterschauspieler wie Wolfram Koch und Margarita Broich so langweilig? Das ist mir ein Rätsel...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rolf sternberger 31.10.2017, 12:01
62.

Zitat von lancevance
Es ist völlig egal welche Art von Experimenten man wagt: wenn sie filmtechnisch einfach so unterirdisch schlecht gemacht, geschmacklos und schlecht gespielt sind wie der Horror Tatort, dann gehen die Zuschauerzahlen halt runter. Wenn man die Spielweise der Schauspieler bei Psychothriller (in der Form von verkrampftem Angstgeglotze der Darsteller in für die dargestellte Handlung viel zu langwierigen Szenen, völlig humorlose, peinlich ernstgenommene Darstellung) aber die Spezialeffekte bei Schloss Schlotterstein ansetzt, dann kann man sich alle Zuschauer, die wenigstens mal ein, zwei richtige Horrorstreifen oder Thriller in ihrem Leben gesehen haben an den Hut stecken. Entschuldigung, aber so schlecht können nur deutsche Produktionen sein. Auf so einem grundlegenden Niveau so amateurhaft. Wie kriegt man zwei so überirdisch gute Theaterschauspieler wie Wolfram Koch und Margarita Broich so langweilig? Das ist mir ein Rätsel...
Ich bleibe ja dabei: Dieser Tatort war genauso gemeint und die Ästhetik war ebenso bewusst in Szene gesetzt - Das Resultat sollte "amateurhaft" sein. Ich finde, dass ist auch gut und richtig. Auch wenn ich die Netflix.Produktionen durchaus gern schaue - wir erleben gerade eine recht naive ästhetische und dramaturgische Reduktion auf Netflix-Formate. Aus einem ähnlichen Grund wurde das Format Serie vor gut 15 Jahren eine Erfolgsstory: Die in Hollywood zur Langweile erstarrte Reproduktion des immer gleichen hatte damals sein Ende gefunden. Jetzt öffnet sich in Sachen Film und Serie wieder ein Zeitfenster, indem Experimente und wirkliche Innovation möglich sind. Diese Phase ist immer durch Kritik und Ablehnung geprägt - es geht ja gerade darum, dass der verbindliche Massengeschmack verletzt werden soll - und damit im besten Fall neue Maßstäbe gesetzt werden können. Genau dies sollte der Tatort jetzt auch machen, und nicht in den Sonntag-Biedermeier zurückfallen oder versuchen sich ins obsolete steigenden Netfilx.Schick zu kopieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
baal0815 31.10.2017, 12:12
63. Und wieder nur Misstrauen

Ist ja klar: den Quoten kann man natürlich nicht trauen. Fake, wie alles, was mit seriöser Berichterstattung und Analyse zu tun hat. Nur komisch: vor allem für die Privatsender sind diese Quoten essentiell, da hierüber u.a. die Werbeeinnamen kalkuliert werden. Aber nein: der Schwager, einer Bekannten meiner Nichte .... ist Kameramann und der MUSS es wissen. Dann schaut doch weiterhin den ganzen werbefinanzierten Kram und redet euch ein, dass es gehaltvoll sei. Überlasst alles dem Kommerz. Am besten öffentlich-rechtlich finanzierte Medien ganz abschaffen. Die belügen uns ja doch nur und sind natürlich staatlich gelenkt. Ich kann es nicht mehr hören.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christian simons 31.10.2017, 12:24
64.

Zitat von lancevance
...dann kann man sich alle Zuschauer, die wenigstens mal ein, zwei richtige Horrorstreifen oder Thriller in ihrem Leben gesehen haben an den Hut stecken. Entschuldigung, aber so schlecht können nur deutsche Produktionen sein. Auf so einem grundlegenden Niveau so amateurhaft.
Tja, wenn im deutschen Horrorfilm nach Murnaus "Nosferatu" und Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari" eine fast hundertjährige Funkstille herrscht, dann ist es kein Wunder, wenn das Comeback des Genres mangels Expertise so armselig daherkommt.

Ich schwanke nach dem Hessen-Tatort zwischen Häme und Genugtuung, das es wenigstens mal versucht wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ralle58 31.10.2017, 16:43
65. Viele haben es immer noch nicht begriffen:

der Begriff "Sendeplatz" kann zu den Akten.
Lineare Fernsehangebote sind von gestern und werden weitgehend aussterben. Dass dss ein Zahlenjongleur vom Schlage. Schönenborns nicht schnallt ist klar.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jakker 31.10.2017, 21:03
66. Nachdem der Tatort "Fürchte Dich" reichlich verrissen wurde...

... und eine imho reichlich dämliche Diskussion los trat, musste ich ihn mir via Mediathek zur Gemüte führen. Köstlich!! Bitte mehr Davon!!!
Wenn man es nämlich mal objektiv betrachtet, bringen doch die Öffentlich Rechtlichen, was die Eigenproduktionen angeht, nur grausam langweiliges Zeug und nur ganz selten wirkliche Highlights.
Einen Tatort, gruselig angehaucht, anzusehen, war sehr erfrischend und ich hoffe da kommt noch mehr.
Gut, es muss nicht unbedingt ein Horror werden aber mehr Spannung darf schon sein, denn was sonst die letzen Jahre geboten wird, mit Verlaub, ist das Geld nicht wert, was ich zwangsweise zahlen muss!!!!
Und wenn ich lese, welche Hansel in den ÖR vollversorgt "verschoben" werden (ein Grund, weshalb für ordentliche Filme kein Geld da ist!!!!), kommt mir die Galle.... aber das ist ein anderes Thema.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kpdsu 31.10.2017, 21:49
67.

Sowas sollte es auf alle Fälle weiterhin geben. Tatort ist ja schon sehr weit gefasst und muss nicht immer bieder sein. Die verschieden Teams verdeutlichen das ja auch gut. Der RAF-Quatsch ist natürlich grenzwertig, da man Vorkenntnisse braucht und den Horrortatort fand ich eher mäßig, auch der Horror war unter Durchschnitt. Der Pornotatort war hingegen spannend

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neandiausdemtal 31.10.2017, 22:38
68. Passend zu Halloween,.......

......diesem völlig beknackten Pseudobrauch aus der angloamerikanischen (Un)Kulturwelt.
Dann lieber zum xten mal Kressins toten Mann im Fleet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Neandiausdemtal 31.10.2017, 22:49
69. Nun ja!

Zitat von paulvernica
Da ich weit über 50 bin und sozusagen mit dem Tatort aufgewachsen bin ist es für mich so eine Art Tradtion mir ihn anzuschauen. Es gibt halt schlechtere und bessere. Ansonsten bin aber auch der Meinung dass man die ARD abschaffen oder mit dem ZDF zusammenlegen sollte. Ein Staatssender mit Betroffenheitssendungsbewusstsein reicht völlig.
Da gilt wohl eher: Ein Privatsender würde genügen. Schwachsinn muß nicht potenziert werden.
Übrigens entrichten Sie auch für die unübersehbare Zahl der privaten medialen Vermüllung Zwangsentgelte. Jedes Produkt, das Sie kaufen und das dort beworben wird hat diese Kosten eingepreist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 8