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"Tatort" über Afghanistan-Heimkehrer: Unter Männern
WDR

Ein öder Erklär-Krimi? Überhaupt nicht! Im Kölner "Tatort" geht es um Afghanistan-Heimkehrer, die nicht in ihre Familie zurückfinden. Regie-Großmeister Andreas Kleinert stürzt den Zuschauer in einen nachtschwarzen Trip - mit unverhofft zärtlichen Momenten zwischen den Kommissaren.

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RaoulLübeck 31.08.2012, 17:03
1. Es muss ja nicht immer...

...der klassische Krimi sein und gesellschaftlich relevante Themen können Berücksichtigung finden. Die Frage ist nur wie es dargestellt wird. Da habe ich bei Ballauf und Schenk keine Sorge, denn auch in früheren Fällen ist es nicht aufgesetzt. Im Gegensatz dazu ist Kommissarin Odenthal für mich dabei die Welt zu retten und die Fälle sind wahrlich nicht immer nachvollziehbar. Am Ende steht eine Story, die immer noch ein Krimi bleibt und im besten Fall zum Nachdenken anregt.

Und wenn das dann nicht noch bei Jauch totgeredet wird umso besser.

Als langjähriger Tatort-Fan hab eich mir mal meine Gedanken zur Serie gemacht (nichtkommerzieller Link) -

Seit meiner Kindheit ist der Tatort am Sonntag eine Konstante

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cobaea 31.08.2012, 17:13
2. schon wieder?

Schon wieder ein "Tatort" mit Afghanistanbezug und schon wieder Soldaten, die mit ihrem Einsatz dort nach ihrer Rückkehr nicht zurecht kommen. Gähn. Das gab's doch schon einmal in einem "Tatort" aus Saarbrücken - von anderen Filmen zum selben Thema ganz zu schweigen.

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produster 31.08.2012, 17:15
3. Sag hallo zum Betroffenheits- Fernsehen

Sag hallo zum Betroffenheits- Fernsehen. Alles wird verbraten. Bis alles schmeckt wie fader Brei. Wahrscheinlich ist der Tatort wirklich das perfekteste Abbild bundesdeutscher Befindlichkeiten. Nicht Afghanistan wirft Fragen auf, sondern der psychische Zustand der "Verteidiger unserer Freiheit", die nach (letzlich freiwilligem) Einsatz dort feststellen müssen, dass Krieg keine lustige Computersimulation ist. Hoffentlich ist dies nicht der Anfang einer hemmungslos egomanen Aufarbeitungsphobie, wie sie die Amis nach ihrer grandiosen Schlappe in Vietnam per Hollywood hundertfach zelebriert haben: endlich haben wir unsere eigenen Veteranen. An deren Leid sollen wir uns abarbeiten, Fragen zu dessen Ursachen aber lieber vermeiden. Wahrscheinlich gab's hier noch einen netten Zuschuß vom Verteidigungsministerium... Wirklich psycho!

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hartholz365 31.08.2012, 17:15
4. Oh Gott jetzt gehts wieder los

Die mediale Partnerschaft zwischen ARD-Tatort und Spiegel wurde offenbar verlängert oder ist noch nicht abgelaufen.

Jetzt müssen wir wieder jede Woche gepushte Kritiken abgelutschter Durchschnittsserienkost ertragen.

Sind euch diese Jubelkritiken nicht selber peinlich?

Schreibt doch einfach mal was Sache ist: Tatort - ein Zobie der schon über 30 Jahre durch die ÖR geistertert und in der Dauerwiederholungsvorhölle der Dritten umhergeistert.

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DerZauberer 31.08.2012, 17:32
5. optional

So schön er gemacht sein mag - wie viele Ex-Soldaten/Veteranen/Polizisten/Polizeischulen/Bundeswehrausbildungs Tatorte hatten wir in den letzten 1-2 Jahren? Was spricht denn so gegen den guten alten Krimi?

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stanislaus2 31.08.2012, 17:54
6. Traumatisierte Afghanistan-Kämpfer

Wie oft wurde das Thema eigentlich schon in deutschen Krimis durchgenudelt?

Dann ist ja zu hoffen, dass das Thema Afghanistan in 50 Jahren diese ewigen Weltkrieg II. Erörterungen des Fernsehens ersetzen.

Ich schaue nur noch Inspektor Barnaby. Nicht weil ich die Plots nicht alle schon auswendig kennen würde, nein, wegen der schönen Bilder der mittelenglischen Landschaft und der kultivierten Umgangsformen. Das ist nach den authentischen Rülpsern und Rüpeleien deutschen Krimi-Gespanne die reinste Erholung. Krimis zum Entspannen und nicht zum Ärgern, wegen eines blödsinnigen Plots.

P.S.
Wer durch Kämpfe traumatisiert wird, sollte auch nicht für höhen Sold nach Afghanistan gehen. Das ist nun mal so im Krieg, da fliegt einem der Freund ab und zu um die Ohren. Das muss man als Held dann abkönnen können. Diese weinerlichen Heidi-Schnulzen vom Hindukusch über die armen Waisenknaben der Bundeswehr hingegen rühren mich zu Tränen.

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Bubi45 31.08.2012, 18:03
7. Weltfremd

Ich bin Soldat und empfinde Filme mit Bezug auf die Bundeswehr stets als deutlich überzeichnet. Ich habe einige Afghanistan-Heimkehrer in meiner direkten Umgebung. Keiner von denen ist so ein kaputter Typ, wie immer in den Medien dargestellt.
Ich befürchte für den neuen Tatort das Schlimmste.
:-(

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bewusst_sein 31.08.2012, 18:08
8.

Zitat von produster
Sag hallo zum Betroffenheits- Fernsehen. Alles wird verbraten. Bis alles schmeckt wie fader Brei. Wahrscheinlich ist der Tatort wirklich das perfekteste Abbild bundesdeutscher Befindlichkeiten. Nicht Afghanistan wirft Fragen auf, sondern der psychische Zustand der "Verteidiger unserer Freiheit", die nach (letzlich freiwilligem) Einsatz dort feststellen müssen, dass Krieg keine lustige Computersimulation ist. Hoffentlich ist dies nicht der Anfang einer hemmungslos egomanen Aufarbeitungsphobie, wie sie die Amis nach ihrer grandiosen Schlappe in Vietnam per Hollywood hundertfach zelebriert haben: endlich haben wir unsere eigenen Veteranen. An deren Leid sollen wir uns abarbeiten, Fragen zu dessen Ursachen aber lieber vermeiden. Wahrscheinlich gab's hier noch einen netten Zuschuß vom Verteidigungsministerium... Wirklich psycho!
Diese Menschen haben im Leben und für ihr Land etwas durchgemacht, im Gegensatz zu manch anderem Landsmann, der sich darauf beschränkt seinem Ego und Opportunismus zu huldigen und auch sonst gern zum Maulheldentum neigt (leider eine typisch deutsche Eigenschaft).

Mit freundlichem Gruß

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hundotto 31.08.2012, 18:38
9. Bei ....

.....der Masse an immer mehr langweiligen und aufgesetzten Tatort-Folgen stechen Ballauf/Schenk und Borowski als einzige immer mal wieder mit echt spannenden Folgen raus.Naja,Kopper find ich auch noch gut dargestellt ansonsten ist da vieles =08/15 Langweilklischekrimimurks.

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