Forum: Kultur
"Tatort" über Generation Y: Backpfeifen für den feinen Herrn Studenten
ARD/ Hubert Mican

Stress, Lügen, YouTube-Filmchen: Ein frustrierter Student droht, seine Eltern live vor Internetpublikum zu töten. Der Wiener "Tatort" als theatralisch aufgeblasener Generationenkrieg.

Brummi 20.01.2017, 20:14
1. Danke!

Dank an Herrn Buß! 4/10 bedeutet, dass der Tatort das Sehen sehr wert sein wird. Die Darsteller sind es ja sowieso!

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ödi 20.01.2017, 20:39
2. Bibi forever

Seit bei den Wienern auch noch Adele Neuhauser dabei ist kann dort gar nichts mehr schief gehen. Die ist so großartig, mir fehlen die Worte!

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antandre 20.01.2017, 20:56
3.

Vom Thema her finde ich es ganz spannend und werde es mir gern ansehen. Druck an der Uni ist ja kein Geheimnis und auch nicht, dass manche Professoren sich wie narzisstischen Diktatoren verhalten; es sind halt Chefs ohne gleichstarke Gegner, was in jedem seinen "besten" Charakter hervorruft, der nicht persönlich das Ziel hat, seinen Charakter nach Reife zu formen.

Was ich mir öfter auffällt ist, dass irgendwelche Sätze wie "wir sind süchtig nach Vernunft" gleich als druckreif gesehen werden. Dass so die meisten jungen Leute nicht reden, dürfte klar sein, obwohl es schon mal besonders Altkluge darunter gibt, die sich wichtig machen müssen mit pseudophilosophischen Phrasen. Aber dass, sobald eine Aussage ein bisschen nach "aus dem Geistreich" klingt - manchmal nicht mal mit ein bisschen Sinn - gleich Entzücken ausgelöst wird, wundert mich und erinnert mich an ein Buch, wo Naturwissenschaftler mal die von Philosophen benutzen Gleichnisse aus Quantenphysik und Kosmologie auseinandernahmen. Das war lustig, wie wenig Sinn darin lag, aber wie hochtrabend es klang.

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schaeferreiner 23.01.2017, 09:23
4. Unverständlich und verworren

Leider habe ich in der letzten Zeit zunehmend Probleme, die Dialoge der Tatorte zu verstehen, bei diesem Mundart-Tatort war das ganz besonders schwierig. Die Dolby Technik wird offenbar nicht richtig angewendet, sodass die Sprache neben den vielen musikalischen Akzenten und Geräuschen/ Effekten immer unverständlicher wird. Geht das nur mir so? Gestern habe ich ein Drittel gut verstanden, den Rest eher erraten. Das Zuhören war zeitweise sehr anstrengend.

Neben der etwas verworren aufbereiteten Thematik war die Frage, ob der Student mehr inhaltlich von seinem Tun überzeugt war oder ob er eher einen ideologischen Grund für die Rache an der spürbaren Kälte seiner Familie suchte. Die Charaktere waren nicht immer stimmig und der nervige Einbau der familiären Betroffenheit des Komissars, ein Stilmittel, welches ich meist in Tatorten als überflüssig bis hin zu sehr störend betrachte, brachte das Ganze nicht auf ein höheres Level.

Sicher wäre der österreichische Tatort ohne Adele Neuhauser noch anstrengender und deutlich weniger interessant; so hatte man auch dieses Mal durch sie immer mal wieder Wachphasen, in denen das Ganze dann zeitweise fast sehenswert war. Dient sie doch wie immer als mütterlich-freundschaftliche Kollegin mit viel psychologischem Geschick auch manchmal dazu, ein wenig schmunzeln zu können und Lebendigkeit und Emotion in die eher drögen Inszenierungen zu bringen.

War der Tatort sehenswert? Meiner Meinung nach eher verschenkte Zeit... es blieb nichts zurück, wie bei manch anderem Tatort. Ob es ein Schmunzeln ist, wie häufig nach einem Münster-Tatort, oder Momente der Betroffenheit, wie zuletzt nach Köln... hier war ich eher froh, ihn überständen zu haben. Natürlich könnte man abschalten, aber es bleibt ja immer noch die Hoffnung, dass es im Verlauf besser wird....

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cafe-wien 25.01.2017, 16:51
5. Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nachdem Buß die letzten zwei Flüchtlingspädagogisierungstatort punktemäßig über den grünen Klee gelobt hat, nun also der punktemäßge Absturz. Ein Schelm, der das Wollen erkennt! Nach zwei Wochen ohne Tatort jetzt also der immer recht gute Wiener Tatort. Und den werde ich mir mit Genuss anschauen! Und ich bin ganz sicher, dass da mehr als vier Punkte in meiner persönlichen und künstlerisch-dramaturgischen Analyse herauskommen werden. Wir können ja schon froh sein, dass wir diesen Tatort hier überhaupt diskutieren können. Beim Frankfurter Wir-nehmen-Flüchtlinge-bei-Transen-auf-Tatort wurde hier ja die Kommentarsfunktion abgeschaltet, um Diskussionen, die nicht dem Mainstream entsprechen, zu verhindern. Aber auch bei diesem Tatort wird es nicht nur für mich so sein, wie ein Kommentator auf der Tatort-Seite bei Facebook vor ein paar Tagen schrieb: Sobald auch nur ein Flüchtling in der Handlung auftaucht, habe ich schneller abgeschaltet, als ihr gucken könnt. In diesem Sinne: Auf zu den Wienern, denn: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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