Forum: Kultur
"Team Wallraff" bei RTL: Undercover in der psychiatrischen Steinzeit
TVNOW

Das "Team Wallraff" bei RTL suchte verdeckt nach Missständen in psychiatrischen Einrichtungen und wurde fündig. Ein erschütternder Bericht - mit zweifelhaft montierten Bildern.

Seite 4 von 6
!!!Fovea!!! 19.03.2019, 14:53
30.

Zitat von mantrid
Hat erst einmal ein Richter die Unterbringung in der geschlossenen Anstalt verfügt, sind die Menschenrechte futsch. Das Personal kann so ziemlich machen was es will, so lange keiner aus dem Team plaudert. Rechtliche Überprüfungen finden nach Aktenlage statt, einen Richter, der vor Ort überprüft, wird man niemals finden. Das Personal ist Ankläger, Richter und Henker in einer Person und niemanden Rechenschaft schuldig, es sei denn viellelicht, es stirbt jemand. Zwangsernährung, Zwangsmedikamentierung, Fixierung, alle Macht dem Personal. Gneau so müssen sich die "peinlich Befragten" bei der Inquisition gefühlt haben. Völlig rechtlos, der Willkür fremder Personen ausgeliefert. Wir bräuchten Ärzte und Richter, die ohne jede Vorankündigung zu allen Zeiten kontrollieren. Das kostet aber und wer gibt schon Geld für ein paar durchgeknallte Irre aus?
Sie scheinen echt Ahnung zu haben, dass Sie zu solchen Aussagen kommen....

Oder haben Sie diese Ahnung nur aus Lektüren wie "Heitkamps: Wahnsinn" oder "ich habe Dir nie einen Rosengarten versprochen"?

Würde mich echt mal interessieren.....

Beitrag melden
!!!Fovea!!! 19.03.2019, 14:55
31.

Zitat von mantrid
Hat erst einmal ein Richter die Unterbringung in der geschlossenen Anstalt verfügt, sind die Menschenrechte futsch. Das Personal kann so ziemlich machen was es will, so lange keiner aus dem Team plaudert. Rechtliche Überprüfungen finden nach Aktenlage statt, einen Richter, der vor Ort überprüft, wird man niemals finden. Das Personal ist Ankläger, Richter und Henker in einer Person und niemanden Rechenschaft schuldig, es sei denn viellelicht, es stirbt jemand. Zwangsernährung, Zwangsmedikamentierung, Fixierung, alle Macht dem Personal. Gneau so müssen sich die "peinlich Befragten" bei der Inquisition gefühlt haben. Völlig rechtlos, der Willkür fremder Personen ausgeliefert. Wir bräuchten Ärzte und Richter, die ohne jede Vorankündigung zu allen Zeiten kontrollieren. Das kostet aber und wer gibt schon Geld für ein paar durchgeknallte Irre aus?
Dann erklären Sie mir mal folgende (meist in der Psychiatrie) ausgesprochene Paragraphen (aber bitte nicht als Quelle Wikipedia o.a.):

§10, §20, §70, §1306...

Lt. Ihren Aussagen ist die "Klapse" doch rechtsfrei....

Beitrag melden
mauganra 19.03.2019, 15:00
32. Selbstschutz geht vor

Wer noch nie in einer Psychiatrie oder ähnlichen Einrichtung gearbeitet (oder gelebt) hat kann hier eigentlich nur schlecht reden. Ich arbeite in einem ähnlichen Bereich und habe auch schon toxische Kollegen mitbekommen. Glücklicherweise waren diese stehts in der Minderheit und sind früher oder später gegangen (worden). Wären diese Kollegen aber die Mehrzahl würde ich auch meinen Arbeitsplatz wechseln. Klar ändert das für die Betroffenen nichts, aber für mich. Klingt erstmal egoistisch aber Pfleger/Betreuer in einer solchen Einrichtung ist halt auch nur ein Beruf. Ich tue das um Geld zu verdienen und nicht weil ich mich berufen fühle. Natürlich möchte ich das möglichst gut machen, aber ich werde mich nicht kaputtarbeiten oder von bösartigen Kollegen unglücklich mobben lassen.

Beitrag melden
nobody_incognito 19.03.2019, 15:00
33.

Zitat von !!!Fovea!!!
Andererseits werden Befindlichkeiten von Leuten gestärkt, die zu 99% von Psychiatrie keine Ahnung haben, in Form von "Festbinden und Herunterspritzen". Das typische Gesellschaftsbild des Arztes, Pflegern und Psychologen, die sowieso keine Ahnung haben, richtig?! ... Wer nicht selber stationär gearbeitet hat oder mal Patient war, der hat in keiner Weise Ahnung, wie Patienten ein Team spalten können, wie unfähig manches Pflegepersonal ist, da diese nur noch alles auf psychoosomatischer Ebene sehen...
The success (!) of Soteria was the reason that Dr Mosher was forced to leave his key position in American psychiatry.
http://www.moshersoteria.com/

Wobei ich persönlich den Rest eher als Placebo sehen würde. Es ist wie mit Erkältungen - die dauern mit Medikamenten 2 Wochen und ohne 14 Tage.

Beitrag melden
hajoschneider 19.03.2019, 15:09
34. RTL und Wallraff

»Man ist sofort bereit, ihm zustimmen: Ja, Transparenz wäre wohl die Voraussetzung - alte Wallraff-Schule. Die Frage, wie transparent die Montage seines Films ist, die bleibt allerdings auch.« Wer je mit Fernsehproduktionen im deutschen Fernsehen zu tun hatte, weiß, dass das Material immer möglichst spannungsreich aufbereitet wird. Dass Wallraff seinen Namen dafür hergibt, sagt einiges über ihn aus.

Beitrag melden
!!!Fovea!!! 19.03.2019, 15:09
35.

Zitat von mantrid
Hat erst einmal ein Richter die Unterbringung in der geschlossenen Anstalt verfügt, sind die Menschenrechte futsch. Das Personal kann so ziemlich machen was es will, so lange keiner aus dem Team plaudert. Rechtliche Überprüfungen finden nach Aktenlage statt, einen Richter, der vor Ort überprüft, wird man niemals finden. Das Personal ist Ankläger, Richter und Henker in einer Person und niemanden Rechenschaft schuldig, es sei denn viellelicht, es stirbt jemand. Zwangsernährung, Zwangsmedikamentierung, Fixierung, alle Macht dem Personal. Gneau so müssen sich die "peinlich Befragten" bei der Inquisition gefühlt haben. Völlig rechtlos, der Willkür fremder Personen ausgeliefert. Wir bräuchten Ärzte und Richter, die ohne jede Vorankündigung zu allen Zeiten kontrollieren. Das kostet aber und wer gibt schon Geld für ein paar durchgeknallte Irre aus?
Wenn ein Patient mit einer 24h Unterbringung eingewiesen worden ist, dann muss er innerhalb dieser Zeit einem Richter vorgeführt werden. Diese Bereitschaftsrichter erscheinen innerhalb dieses Zeitraumes.

Wenn der Patient in diesem Zeitraum eine Gefahr für sich u./o. fremde Personen darstellt, kann die Polizei den §10 aussprechen.

Also, nur zu Ihrer Info: Ein Arzt ist kein Jurist, der darf den §10 nicht aussprechen.

Folgendes Beispiel:

Ein Patient mit einer paranoid-halluzinatorischen Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis kommt zu Ihnen auf Station (nicht freiwillig, der ein Patient merkt meistens nicht, dass er krank ist), sagen wir, weil er Kinder auf dem Spielplatz geschlagen hat. Der Patient sieht Sie als Feind an, sowie die begleitenden Beamten. Er beschimpft Sie, bespuckt Sie. Frage: Was machen Sie?

Ja, genau, der Patient ist nicht kooperativ, also wird er zwangstherapiert, bevor er die anderen Patienten auf Station und Pflegepersonal angreift. Natürlich wird der Patient bei angemessener Dosierung der Medikamente bei diesem angespannten Zustand in den nächsten 24h nicht in der Lage sein dem Richter Rede und Antwort zu stehen. Ein §70 ist daher unausweichlich, allerdings kann der Patient innerhalb von 2 Wochen EInspruch gegen den §70 einlegen. Oder meinen Sie, die Patienten werden absichtlich 2 Wochen ruhiggestellt, damit diese keinen Einspruch erheben können?

Ja, das meinen Sie?

Gut, dann schauen wir uns doch mal den OPS Katalog der Verweildauer an, wie lange statisch Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen stationär behandelt werden sollen, dafür gibt es nämlich Fallpauschalen. Einen Patienten länger auf Station zu halten heißt, dass man nicht mehr Geld bekommt....

Beitrag melden
nobody_incognito 19.03.2019, 15:27
36.

Zitat von !!!Fovea!!!
Gut, dann schauen wir uns doch mal den OPS Katalog der Verweildauer an, wie lange statisch Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen stationär behandelt werden sollen, dafür gibt es nämlich Fallpauschalen. Einen Patienten länger auf Station zu halten heißt, dass man nicht mehr Geld bekommt....
Deshalb heißt es auch "Drehtür-Psychiatrie", weil es so oder so witzlos ist. An den Problemen des "Patienten" ändert sich ja nichts, für die interessiert sich die Psychiatrie überhaupt nicht. Mit der Zeit wird er zum Neuroleptika-Zombie und das war's dann mit dem Heilungs-Erfolg.

Beitrag melden
Neophyte 19.03.2019, 15:33
37. Team Wallraff gebührt Dank!

Da Sie Themen in den Fokus rücken, wo Missstände herrschen und wo die Betroffenen keine Lobby haben, dafür gebührt Team Wallraff Dank! Das solche undercover Berichte immer viele Menschen gegen sich aufbringen liegt in der Natur der Sache. Im übrigen wurde nur aus dem Fenster gefilmt (wo Schnee lag) um zu zeigen wie tief es da runter geht. Es sollte eigentlich verständlich sein, dass ein verdeckt filmender Reporter nicht zum Zeitpunkt der Flucht des Insassen dann noch hinter her filmen kann, daher wurde diese Szene nachträglich gedreht. Es ist sehr verwunderlich, dass das nicht verstanden wird.

Beitrag melden
von_hintendrop 19.03.2019, 15:38
38.

"Bereits die Behauptung, ein RTL Reporter habe angeblich als ?Jugendhilfepraktikant? in unserer Einrichtung in Wanderath verdeckt recherchiert, entspricht nicht den Tatsachen: Er war nicht in der dortigen Jugendhilfeeinrichtung eingesetzt." So steht es in der Stellungnahme auf der Internetseite von Case Project und so kennt man das Team Wallraff. Da werden Halbwahrheiten zu Skandalen zusammengeschnitten und die Wahrheit gebogen, bis sie passt. Die wirkliche Wahrheit ist hier ein marodes Gesundheitssystem und ein gigantischer Pflegenotstand. Aber das allein wäre längst kein Aufreger. Da muss ein Skandal her - ohne Rücksicht auf die Menschen, die ihren Job durch die Berichte von Team Wallraff verlieren.

Beitrag melden
kelcht 19.03.2019, 15:48
39.

Zitat von nobody_incognito
Deshalb heißt es auch "Drehtür-Psychiatrie", weil es so oder so witzlos ist. An den Problemen des "Patienten" ändert sich ja nichts, für die interessiert sich die Psychiatrie überhaupt nicht. Mit der Zeit wird er zum Neuroleptika-Zombie und das war's dann mit dem Heilungs-Erfolg.
ich selber nehme auf Freiwilliger Basis 15-20 mg Abilify. Ich bin auch kein beliebiger Kostenfaktor den man auf andere "wirklich Kranke" umschichten kann. Ich finde es eine dreiste Beleidigung das Sie Psychische Krankheiten als nicht existent ansehen, was soll das denn sonst sein?

Beitrag melden
Seite 4 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!