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Terror in Frankreich: Wer Krieg sagt, muss Krieg führen

Hollande spricht von "Krieg", Gauck von einer "neuen Art von Krieg". Man sollte vorsichtig sein mit Worten und besser alte Strategien überdenken. Der IS und die Anschläge von Paris sind auch ein Ergebnis der gescheiterten Politik des Westens.

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ernstmoritzarndt 15.11.2015, 18:12
1. Entscheidung gefordert

Zunächst ist festzustellen, daß das Attentat in Paris nur Pegida & Consorten nutzt. Sonst niemandem. Man muß sogar davon ausgehen, daß die Attentäter diese Wirkung in unserer freien Gesellschaft vorhersehen und nutzen. Immerhin laufen IS usw. die Menschen in Syrien, Irak usw. davon, Menschen auf die auch IS pp. angewiesen ist, um ein Staatswesen (wie das auch immer aussieht) angewiesen sind. Es stellt sich tatsächlich die Frage, wie "Europa" und die USA mit den Angriffen umgehen: Totale Aufrüstung und Zusammenbomben oder gezielte, chirurgisch organisierte Gegenmaßnahmen. Daß die Totale Aufrüstung im Irak gescheitert ist, dürfte inzwischen der dümmste und dünnste Politiker begriffen haben. Verbleibt die Frage, wie "chirurgisch geplante Eingriffe" aussehen könnten. In jedem 2. Bericht lesen wir davon, daß die Saudis, die von unserem Ölgeld leben, maßgeblich disen Terror unterstützen und finanzieren. Sollte man nicht einmal darüber nachdenken, diesen Herrschaften die Geldhähne abzudrehen? Wie verhält der Iran sich wirklich, wenn man "vernünftig" mit der dort herrschenden Clique diskutiert? Ihm in Aussicht stellt, den Geldhahn der Saudis abzudrehen? Natürlich das ist die Argumentation, wie man mit dem Teufel den Belzebuben austreibt; zumindest als Gedankenspiel müßte man das in Erwägung ziehen. Eines wissen wir genau: Iran, Irak, Libanon und auch Israel - mit allen Problemen, die es in dem Bereich gibt - sind alle Konsequenz der westlichen Politik der vergangenen 100 Jahre, einer Kolonialpolitik, die an westlich - europäischen Interessen orientiert war.

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pascal3er2 15.11.2015, 18:12
2. guter Artikel

Ja, den Krieg kann man nur gewinnen, indem man den Menschen und vorallem der Jugend eine pespektive bietet und Arbeit von der sie leben kann.
Eine Umverteilung wird in jedem Fall kommen.
Es ist nur die Frage ob friedlich von Oben, oder mit Gewalt von Unten. Eines wird in jedem Fall kommen.

Aktuell gibt es Gewalt von Unten, da die dort oben immer noch am pennen sind und nicht raffen, das die Politik der letzten 20 Jahre nahezu komplett gescheitert ist.
Europa funkioniert nicht,
der Terror ist um das Doppelte gestiegen,
die Armut ist drastisch angestiegen.
Zudem hat die Bundesregierung den Sozialstaat durch Hartz4 zerstört. Da muss man sich nicht wundern wenn aus einst sozialen Menschen immer mehr Asoziale hervorkommen wie Hr. z.b Hrn. Söder,Vogel,Pegida und IS-Leute, die mit ihren wiederlichen, hassverblendeten Kleingeist der Gesellschaft schaden zufügen.

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d.enkmalwieder 15.11.2015, 18:18
3.

Danke an den Autor für diese wichtigen richtigen und besonnen Worte.
Der Herr Söder und Co. sollten sie sich zu Herzen nehmen...

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el.cuestion 15.11.2015, 18:21
4.

Ich würde gerne mit diesem Artikel antworten:

http://www.cicero.de/weltbuehne/islamistischer-terror-paris-der-krieg-ist-da/60120

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kyon 15.11.2015, 18:23
5. Bildung, Aufklärung, freie und schöne Gesellschaft ohne Anziehungskraft

"Warum also nicht: "Mehr Lehrer"? "Mehr Sozialarbeiter"? "Mehr Jobs"? Mehr Bildung, mehr Aufklärung, mehr Möglichkeiten, sich als Teil dieser Gesellschaft zu sehen, die es gilt, in ihrer Freiheit und Schönheit zu bewahren?"(Diez) Bildung, Aufklärung, Teilhabe an der freien und schönen Gesellschaft besitzen in der islamisch sozialisierten Gemeinschaft mehrheitlich keine Anziehungskraft, ganz im Gegenteil. Da mehr zu investieren, ist vergebene Liebesmüh. Es ist das alte Lied: Wir sind in der Bringschuld, nicht die Muslime mit ihrer Weltanschauung. Die aber gilt es rückzubauen, um von innen her frei zu werden für die Einlassung auf eine offene Gemeinschaft jenseits der Religion. Daran aber ist nicht im Entferntesten zu denken. Förderung gibt es genug, es mangelt an Forderungen.

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spon-4fe-gopr-2 15.11.2015, 18:25
6. wunderschoen

ich will nur sagen, dass das zu den wunderschoensten und treffendsten Artikeln gehoert, die ich nach den Parisattacken gelesen habe. Es wird mit Sicherheit viele negativen Kommentare ernten, und ja, es ist verdammt traurig und schwer, einzugestehen, dass man so gravierende politische Fehler gemacht hat, die jetzt so vielen unschuldigen das Leben gekostet haben. Die fangen von der Invasion Iraq's an, gehen ueber Ruestungsexporte nach Saudi Arabien zu den preaekeren bis nicht existenten Zukunftsperspektiven fuer Jugendliche in einer globalisierten Welt. Aber an einem aufrichtigen Gestaendnis fuehrt kein Weg vorbei. Sehr trauriger, aber wunderschoener Artikel.

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Alles klar1 15.11.2015, 18:26
7. Krieg, so oder so

Der Krieg wird kommen, wenn er nicht schon in Europa angekommen ist. Diese Terroristen haben kein Gewissen und kennen keine Gnade. Sie werden weiter machen, weiter und weiter. Und ein Ende? Noch nicht sichtbar. Wenn es so weiter geht und weitere Terroranschläge verübt werden, dann sieht es für Muslime düster aus in Europa. Nach einiger Zeit haben viele keine Lust mehr zwischen gut und böse zu unterscheiden. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt.

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harbuer 15.11.2015, 18:28
8. Guter Artikel!

Man kann sich nur wundern über das Gelaber vom "Krieg"! Als ob man auf einem Schlachtfeld eine Ideologie besiegen könnte - nichts gelernt aus der jüngeren Vergangenheit...

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Hesekiel 15.11.2015, 18:29
9.

Einspruch, #1. Das Bild vom sozial abgehaengten jungen Mann, der nur aufgrund seiner Perspektivlosigkeit zum Terror kommt wird zwar oft skizziert, bewahrheitet sich in der Realität aber häufig nicht. Man bemüht es, weil es Terror erklärbarer, verstehbarer macht und auch, weil es gerade dem Deutschen gefällt, an allem irgendwie mitschuld zu tragen. Die Lebensläufe der letzten Anschläge passen mit diesem Bild nur eben nicht zusammen, viele waren studiert und nicht, was man einen abgehängten Jugendlichen nennen würde. Mehr Sozialarbeiter, mehr Lehrer und andere Hilfen sind sicher wünschenswert, Terror verhindert man damit aber nicht.

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