Forum: Kultur
Terror: Nüchtern und besonnen? So ein Quatsch

Nach den Anschlägen in Brüssel sollen wir wachsam aber demokratisch offen bleiben, heißt es. Dabei sind die Menschen nicht selbst für so etwas wie Zuversicht verantwortlich.

Seite 10 von 18
ralph.o.michels 26.03.2016, 20:37
90. Verbrecher

Es nutzt nichts, Hassprediger, Frauenerniedriger, Schwulen-und Lesbenfeinde als Verbrecher zu brandmarken, wenn diese Verbrechen straffrei bleiben. Und unter Strafen verstehe ich drastische Strafen und nicht die üblichen Urteile, die von den Tätern als Aufforderung zu einem "Weiter so" verstanden werden. Wer aus religiösen Gründen Hass predigt, wer Frauen vergewaltigt, wer Schwule und Lesben diskriminiert oder sie wegen ihrer sexuellen Ausrichtung körperlich angreift, der darf nie wieder die Sonne sehen. Gleiches sollte für Mörder und jene jugendlichen Gewalttäter gelten, die auf am Boden liegende Opfer eintreten. Man sollte ihre Menschenrechte darauf beschränken, weiter leben zu dürfen. Der 30 Jahre alte Ansatz des BGH, auch diese Täter hätten ein Recht darauf, irgendwann wieder in Freiheit zu leben ist falsch. Freiheit ist ein Geschenk, das man einmal im Leben bekommt. Wer es wegwirft hat keinen Anspruch darauf, es wieder zu bekommen. Wenn das in Europa wieder zur Maxime der Rechtsprechung wird dann besteht eine Chance, dass die Europäer nicht wieder in einen Zustand von 1914 zurück rutschen. Wenn die Politik und Justiz allerdings weiter so agieren, wie sie es derzeit tun, dann wird sich die grauenhafte Geschichte des frühen 20. Jahrhdts. wiederholen.

Beitrag melden
derHamlet 26.03.2016, 20:50
91.

Zitat von Thomas McKean
Gute Abend derHamlet Zunächst mal haben Sie natürlich Recht. Ganz frei ist der Handel nie. Es gibt unzählige Gesetze und Rahmenbedingungen die eingehalten werden müssen. Konzentrieren wir uns aber auf den ziemlich freien Handel den es ja hier gibt. Sie sprechen die Verlierer an die ich bei meinem Beispiel weggelassen habe. Sie haben recht, die gibt es, allerdings nicht beim Handel selbst sondern wenn der Handel eben nicht zu Stande kommt. Verlierer ist der Bäcker dessen Brot nicht so gut war wie das im meinem Beispiel. Der Müller dessen Mehl nicht gekauft wurde. In einer freien Marktwirtschaft wird der schlechtere Bäcker durch den besseren verdrängt mit dem Resultat dass die Konsumenten besseres Brot haben. Wenn der Brothandel nicht marktwirtschaftlich organisiert ist gewinnt der Bäcker mit der besten Beziehung zur Regierung. (oder wer immer den Brothandel organisiert) Wenn Sie Wettbewerb nicht mögen stellen Sie sich ein Fußballspiel vor bei dem nicht die besten Spieler sondern die CDU freundlichsten gegeneinander antreten. Da gäbe es gar keine Gewinner ..und man muss auch nicht der beste sein sondern lediglich gut genug um mit-zuspielen. Bei Bayern verdient der "schlechteste "noch immer 200'000.- im Jahr.
Guten Abend Thomas McKean,

es ist doch so, dass nicht der bessere Bäcker überlebt, sondern der, der billiger produziert.
Nehmen Sie die unzähligen Backshops, in denen die Brötchen gleich oder ähnlich schmecken.

Der hiesige sogenannte freie Markt hat kein Interesse daran bessere Produkte zu verkaufen, sondern billigere und daraus entsteht eine große Anzahl unentwirrbar miteinander verwickelter unangenehmer Dinge, wobei Konformität eines der geringeren Übel ist.


Eben, Wettbewerb und Konkurrenz gehört in Sport und Spiel und hat in zwischenmenschlichen Aktionen nichts zu suchen, nur Kooperation und Zusammenarbeit lässt bessere Produkte entstehen, ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander ist das Mittel der Wahl.

Beitrag melden
denker111 26.03.2016, 21:07
92. Danke für diesen Artikel.

Und zwar nicht weil Sie die Verantwortung auf die Regierung schieben, sondern weil sie sie hat.

Beitrag melden
nobody_incognito 26.03.2016, 21:11
93. Grenzen

Zitat von ralph.o.michels
Es nutzt nichts, Hassprediger, Frauenerniedriger, Schwulen-und Lesbenfeinde als Verbrecher zu brandmarken, wenn diese Verbrechen straffrei bleiben. Und unter Strafen verstehe ich drastische Strafen und nicht die üblichen Urteile, die von den Tätern als Aufforderung zu einem "Weiter so" verstanden werden. Wer aus religiösen Gründen Hass predigt, wer Frauen vergewaltigt, wer Schwule und Lesben diskriminiert oder sie wegen ihrer sexuellen Ausrichtung körperlich angreift, der darf nie wieder die Sonne sehen. Gleiches sollte für Mörder und jene jugendlichen Gewalttäter gelten, die auf am Boden liegende Opfer eintreten. Man sollte ihre Menschenrechte darauf beschränken, weiter leben zu dürfen. Der 30 Jahre alte Ansatz des BGH, auch diese Täter hätten ein Recht darauf, irgendwann wieder in Freiheit zu leben ist falsch. Freiheit ist ein Geschenk, das man einmal im Leben bekommt. Wer es wegwirft hat keinen Anspruch darauf, es wieder zu bekommen. Wenn das in Europa wieder zur Maxime der Rechtsprechung wird dann besteht eine Chance, dass die Europäer nicht wieder in einen Zustand von 1914 zurück rutschen. Wenn die Politik und Justiz allerdings weiter so agieren, wie sie es derzeit tun, dann wird sich die grauenhafte Geschichte des frühen 20. Jahrhdts. wiederholen.
Sie müssten halt auch schauen wo Sie die Grenze zum Hassprediger überschreiten. Das ist auch immer relativ, wie auch die Geschichte mit den Karrikaturen. Wo hört Meinungsfreiheit auf und wo fängt Hass und Provokation bzw. Arroganz und Respektlosigkeit an? Hier findet durchaus ein "clash" der Kulturen statt und man geht hier mit einer seltsamen Selbstverständlichkeit von der eigenen Überlegenheit aus. Kulturen sind etwas in jahrtausenden gewachsenes und es ist gewiss ein Irrtum zu glauben die Aufklärung hätte uns in den Vollbesitz der Wahrheit und der Vernunft gebracht. Man muss schon blind sein, um in weiten Teilen nicht auch eine geistig-moralische Regression sehen zu können.

Beitrag melden
agua 26.03.2016, 21:48
94. an#87 untertan 2.0

Ich verstehe es nicht, und Sie sind ja nicht der Einzige, der mit solchen Vergleichen argumentiert.Bei solchen Attentaten geht es darum gezielt möglichst viele Menschen zu töten und wer überlebt dessen Leben ist meistens zerstört.Auch geht es darum zu verunsichern, zu zeigen, dass niemand mehr wirklich sich sicher fühlen kann.Mehr Menschen, als bei Verkehrsunfällen, werden in Kriegen getötet.Solche Attentate sind eine Form von Krieg.

Beitrag melden
Dr. Dr. Arschgeig 26.03.2016, 21:54
95. Toller Kommentar, Frau Sibylle,

weitestgehend stimme ich Ihnen zu. Dass es möglichst schnell besonnenen Regierungshandelns bedarf, sehe ich auch so. Ich denke aber, ein solches ist zwar eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Konsolidierung der verunsicherten Situation. Hinreichend wären eine kathartische Reformierung des Islam, eine Umkehr zur Ökologie, das Ende des Wirtschaftswachstums u.a.m., kurz: der erforderliche (aber ungewisse) soziale Evolutionsschritt der Menschheit.

Beitrag melden
Untertan 2.0 26.03.2016, 22:01
96.

Zitat von derHamlet
Eben, Wettbewerb und Konkurrenz gehört in Sport und Spiel und hat in zwischenmenschlichen Aktionen nichts zu suchen, nur Kooperation und Zusammenarbeit lässt bessere Produkte entstehen, ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander ist das Mittel der Wahl.
Der Grundgedanke der Marktwirtschaft ist, dass Konkurrenzdruck große Kräfte freisetzen kann und diese durch entsprechende Rahmenbedingungen für die Gesellschaft nutzbar gemacht werden können.

Das ist an sich auch völlig richtig. Leider wird der zweite Halbsatz in der Realität oft nicht beachtet und die Rahmenbedingungen werden so gesteckt, dass diese großen Kräfte nur wenigen einflussreichen Individuen zugute kommen.

Beitrag melden
grashalm 26.03.2016, 22:11
97. Ich reklamiere als Europabürger

So wie der Kapitalismus soziale Gerechtigkeit unterschlägt, untergräbt ein nichtsekularisierter Islam, mit seinem_Feindbildlibretto_selbige.

Mit einer unglaublichen Ignoranz, gestatten sich Politiker, internationalen Waffenhandel.

Flüchtling sind eine Folge davon.
Waffendeals laufen über Regierungen,
unter Volksausschluss.

Doppelt abgewatscht, denn die Bürger müssen nun für
soziale Gerechtigkeit einspringen.

Merkel verkauft z.B. Saudiarabien nachwievor Waffen. Sie müsste aber die Aufwendungen für eine Top- Flüchtlings- Kultur den Saudis verrechnen, da die den IS zu verantworten haben.

Beitrag melden
crisalide 26.03.2016, 23:39
98. Super Artikel!

Sie sprechen mir mit dem Artikel aus der Seele. Ich bin vollkommen genervt davon dass jede Diskussion über dieses Thema gleich in schwarz-weiß/gut-böse abdriftet. In Wahrheit ist unsere Moralvorstellung und Gesetzgebung doch klar gesetzt. Ich bin es daher leid dass in dieser Thematik immer irgendwem sprichwörtlich die Hand vor den Hintern gehalten wird. Wir brauchen klare Ansagen und eine klare Umsetzung dieser Ansagen, ohne ständiges umsehen ob irgendwer dann denken könnte man sei ein Rassist oder auch stillschweigendes Dulden von Gewalt gegen Minderheiten weil man das lokale Wahlvolk nicht düpieren will.

Beitrag melden
Wofgang 27.03.2016, 00:56
99.

Zitat von _luz_
... Aber die tiefen seelischen Wunden, die ein solches Attentat hervorruft, die Traumata nicht nur bei den Hinterbliebenen und Opfern, sondern in der ganzen Gesellschaft, sind enorm. Es langt - ich muss es nocheinmal sagen. Natürlich gehört den Flüchtlingen geholfen - OHNE Frage. Aber sind wir wirklich bereit a) das Risiko auf uns zu nehmen, dass solche Wahnsinnigen mit dabei sind? Was wird wohl passieren, wenn die Stimmung beim IS kippt und Deutschland nicht mehr in so positiven Licht da steht. Und b) Sind wir bereit, wirklich bereit, unsere Lebensqualität und unseren Wohlstand zu opfern? ...
Niemand muss seinen Lebensstandard aufgeben oder Wohlstand opfern, noch nicht ein mal ein kleines bisschen davon abgeben, was nicht wirklich eine Tragödie wäre.

Wenn ein Terrorist in ein Land möchte, dann macht er das, egal ob als Flüchtling oder als Tourist, oder als Student, oder was auch immer. Die Attentäter der Twin Towers habe bei uns gelebt, wollen wir alle Gaststudenten ausweisen, weil ein Terrorist dazwischen sein könnte?

Und glauben sie wirklich, ob die Wunden so unterschiedlich sind, ob man einen geliebten Menschen durch ein Attentat verliert, oder durch einen Drohnenbeschuss, oder einen Bombenabwurf, oder durch einen Autounfall.

Ich finde es zum Beispiel immer wieder interessant, wie tief betroffen wir immer wieder sind, wenn ein Kind an einem Europäischen Strand angeschwemmt wir und wie wenig es uns interessiert, dass jeden Tag auf dieser Welt 30.000 bis 50.000 Menschen verhungern, nicht zuletzt, weil wir im Wohlstand leben und von unserer Lebensqualität kein bisschen abrücken wollen. Wobei man durchaus noch über die Qualität und vor allen Dingen die Werte diskutieren sollten.

Beitrag melden
Seite 10 von 18
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!