Forum: Kultur
Terrorismus: Wie eine Journalistin die RAF-Rentner finden wollte
LKA Niedersachsen

Seit der Wende leben die Ex-RAFler Staub, Klette und Garweg im Untergrund. NDR-Autorin Patrizia Schlosser fahndete anderthalb Jahre nach dem Trio - mit ihrem Vater, der früher Terroristen töten sollte.

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haresu 07.09.2019, 21:15
1. Ein bequemes Thema

RAF geht immer. Warum? Weil sie so schön unwichtig geworden ist. Die drei Gespenster haben fast schon Nessie- Qualität, die BILD zeigt die Fahndungsfotos absichtlich übertrieben grobkörnig. Netter harmloser Grusel also. Prinzipiell interessant ist eigentlich nur die Frage wie damalige Beteiligte die RAF und sich selber heute sehen. Ich habe mich zum Beispiel immer gefragt, was das für Leute waren, die damals "Aufhängen" schrien, vor den Gefängnistoren in Stammheim. Was machen die heute? Hat sich etwas geändert? Und wenn ja, was? Und der Vater? Hat er erkannt, dass er als Traumatisierter, als Opfer also, vielleicht zu nah dran war um damals oder jetzt objektiv zu sein? Dass die RAF und ihr Umfeld sich nicht wirklich von sich selber distanzieren kann ist hingegen sowohl ziemlich klar als auch ziemlich uninteressant.

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labellen 08.09.2019, 03:27
2. die drei sind doch

im Rentenalter und von irgendwas müssen sie schließlich leben. Da hält man sich halt an das, was man gelernt hat und schnell eine größere Summe beibringt. Sozialrevolutionäre Ambitionen sind dabei wohl kaum mehr im Spiel.

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tilmazio 08.09.2019, 03:31
3. sack reis in china

Eine Reporterin startet eine Recherche und findet nichts neues dabei heraus. Warum muss man darüber ein Buch schreiben?
Davon mal abgesehen: Bin ich eigentlich der einzige, der Leute nicht ernst nehmen kann, die solche beknackten Selfies mit heraushängender Zunge von sich machen? Was so eine alberne Person über die RAF herausgefunden zu haben meint, interessiert mich null.

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claus7447 08.09.2019, 08:17
4. RAF Suche

Die beiden traten diese Woche beim SWR1 BW auf. Der Beitrag war für mich schwach. Eine Journalistin sucht verzweifelt das topthema, ein sicherlich guter Polizist entkommt der Langeweile der Pensionierung. Nur, das Endergebnis wie die Erkenntnise = 0.

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cucaracho_enojado 08.09.2019, 08:40
5. Bärendienst ...

"Mir sind linke politische Ziele näher als rechte politische Ziele. Und da neigt man dazu, Gewalt im linken Milieu zu verharmlosen. Da bin ich sicher nicht die Einzige, ich sehe das auch im Journalismus allgemein. Beim G20-Gipfel 2017 etwa waren linke Gewalttäter häufig nur "Chaoten". Das ist eine Verniedlichung ..." - Im Zusammenhang mit RAF-Terrorismus? Sie sieht "das auch im Journalismus allgemein"? - Besser kann man Rechte Vorurteile kaum bestätigen. ICH sehe tatsächlich eine Gruppe junger Journalisten, die in ihrer Naivität ('Frechheit siegt') sich z.B. eben Mal über Menschen wie Helmut Schmidt oder Peter Scholl Latour stellen, von denen Kommentare kommen wie "Neoliberalismus? Das wär doch Gestern!" oder eben ... Was lernen die seit den 90ern? :-D Der RAF-Terrorismus, aber selbst linker FRIEDLICHER Aktionismus wurden damals ganz bestimmt nicht 'verharmlost' (Da haben BILD und Verfassungsschutz sehr genau 'hingesehen'.) - und Heute schon gar nicht. Wenn Sie schon ihre Einstellung zu Gewalt 'beschäftigt' - auch ihr Vater müsste ihr sagen können: Damals haben wir noch unterschieden zwischen 'linker Gewalt' und den Anarchisten ('ANARCHOS', und das ist MITTE pur - nur keine, die wir haben wollen!) Auch wenn sich der Verdacht aufdrängt, daß schon damals in Bayern ... Heute werden linke Gewalttäter, Anarchos und zugereiste Hooligans in einen Topf geworfen - und 500 von ihnen unter weiteren 1000 Idioten, die drumrumstehen und den Krawall genießen, diskreditieren den berechtigten UND FRIEDLICHEN Protest von 300.000 'Linken Aktivisten'.

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jujo 08.09.2019, 08:44
6. ...

Eines sehe ich anders, die harcore Linken/RAF sind noch nie gehätschelt oder zu lasch behandelt bzw. verfolgt worden. Da hat der Staat mit den Rechten über Jahrzehnte jede Menge Nachholbedarf!
Ich warte für diese Leute auf ein Berufsverbot und Radikalenerlass!

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peterka60 08.09.2019, 08:57
7. Ich finde die Story nicht wichtig,

gönne aber Frau Schlosser (und ihrem Vater) die Gratiswerbung für Ihr Buch uneingeschränkt. Eine Gratiswerbung vom Feinsten. Nach zwei Interviews (einmal Youtube, einmal Spiegel) ist es allerdings für meine Bedürfnisse genug. Eigentlich hat diese Frau nichts herausgefunden, gar nichts. Darum war auch der A.... von Strauss am Schluss so wichtig.

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akkulader 08.09.2019, 09:24
8.

Jaja. Wir verharmlosen linke zu sehr.

" Er würde sagen, ich bin an die Recherche herangegangen wie eine linksgrünversiffte Träumerin."

Ihr Vater ist sicher ein "konservativer". Ganz sicher. Vielleicht sollte man als Journalistin auch mal einen kritischen Blick auf die eigene Familie werfen können.

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bernie86 08.09.2019, 09:26
9. Gibt's im Dutzend

Junge Journalisten suchen sich ein Thema, das vor ihrer Zeit lag und recherchieren gemeinsam mit älteren "Zeitzeugen" (vgl. hierzu die Doku über Hausbesetzer des ÖR-Kanals "Strg F" auf youtube). Zu einem sinnvollen Ergebnis kommen sie nicht (wie könnten sie auch, das Thema ist bewusst zu groß/ zu komplex gewählt) - am Ende fokussiert die Dokumentation dann den selbst erlebten Generationenkonflikt/ die eigene "Erleuchtung", dass Idealismus oft zu wenig pragmatischen Lösungsansätzen führt.
Eine zeitgemäße Kritik der Thematik rückt in den Hintergrund, die persönliche Erlebnisreise wird dann zum Thema - wie Charles Wheeler, interpretiert von "Hajo" Friedrichs sagte: ein guter Journalist darf sich mit der Sache nicht gemein machen. Das Buch zeugt, wie dutzende ähnlicher "Artikel" und "Reportagen", vor allem von schlechtem Journalismus.

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