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"The Hunger Games": "Twilight" ausgedämmert - jetzt kommen die Teen-Gladiatoren
Studiocanal

Brot, Spiele, Sponsorenverträge: Im Endzeit-Spektakel "Hunger Games" kämpfen Pubertierende als Gladiatoren in Unterhaltungs-Shows. Jetzt kommt die erste Verfilmung von Suzanne Collins' Bestseller-Trilogie ins Kino - ein grandioses Teen-Drama, neben dem "Twilight" wie Kinderkram wirkt.

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Cassandra105 22.03.2012, 16:08
40.

Zitat von oback-barama
Oh Gott nein! Die nächste Plage kommt, nachdem Harry Potter und Twiliight gerade vorbei sind..Aber das Zahnspangenpublikum muss man immer füttern. So ich muss drüber auch mal nachdenken eine Roman-Trilogie, oder bessere eine Roman-Zehntologie für Zahnspangenpublikum zu schreiben. Etwas lukrativeres gibt es heute nicht.
Die Reihe ist zum Glück nach drei Büchern zu Ende und dabei sehr enttäuschend, es wird also ein recht kurzer Hype sein.

Solange die Leute das Ganze wirklich nur als Unterhaltung ansehen, ist es ja noch okay, schlimm sind jene, die daraus wirklich eine Botschaft ziehen, weil das Ganz so dermaßen überzogen ist, dass man daraus einfach nichts lernen kann, weil es niemals eine reale Entsprechung finden wird.

Selbst die Nazis kamen nicht auf die Idee, öffentliche "Arierspiele" zu veranstalten, wo sich kleine, nichtarische Kinder zu Tode prügeln.

Warum muss so vieles in der Fiktion derzeit immer ekliger und brutaler werden (und es geht mir hier nicht darum, ob das jetzt detailgetreu gezeigt wird)?

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mc-squared 24.03.2012, 23:02
41.

Vorbab:
Die Tribute von Panem gehören für mich zusammen mit Harry Potter und Herr der Ringe zu den besten Büchern, die ich bisher gelesen habe.

Als Fan der Bücher habe ich mir den Film gestern angesehen und muss sagen, dass er für mich bereits jetzt zu den besten Filmen des noch jungen Kinojahres gehört. Die Atmosphäre der Buchvorlage wurde sehr gut in das Format Film übertragen. Natürlich geht es auf der Leinwand wesentlich unblutiger zur Sache, was an der Tatsache liegt, dass der Film eine Alterfreigabe ab 12 Jahren erhalten musste. Dies führt aber keinesfalls dazu, dass die Grausamkeit mit der die Hungerspiele abgehalten und zu einem Medienereignis für die dekandenten Bürger des Kapitols aufbereitet werden, verloren geht. Die Tribute von Panem ist kein billiges Popcorn-Kino, sondern regt zum Nachdenken an. Jeglicher Vergleich mit Twilight hinkt gewaltig und wird höchstens von einigen Jugendmagazinen so verbreitet. Aus diesem Grund wird es sicherlich einige enttäuschte Gesichter nach der Kinovorstellung geben.

Jedem der die Trilogie noch nicht kennt, kann ich diese nur empfehlen. Einmal angefangen, konnte ich Die Tribute von Panem kaum mehr aus der Hand legen, was man von der langweiligen Schulleküre die ich bis zu meinen momentanen Abiturprüfungen lesen musste nicht behaupten kann :D

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German in SD 25.03.2012, 16:08
42.

Ich habe das Buch nicht gelesen, nur den Film gesehen. Den Aspekt der Revolutionaerin habe ich im Film jedenfalls nicht gefunden. Der Hauptcharakter hat sich freiwillig zur Show gemeldet, aber nicht aus politischen, revolutionaeren, sondern aus persoenlichen Gruenden. Auch am Anfang des Films lehnt sie sich nicht gegen das Regime auf. Sie versucht nur an Nahrung zu kommen, nicht das System auszuhebeln.

Und das Publikum im Kino spielt mit. Sicher finden alle die Spiele perfide und das Regime grausam. Aber die Regie und das Drehbuch stellen sicher, dass das Publikum im Kino mit der Casting Show genauso bestens unterhalten wird wie das TV-Publikum im Film. Alle erfreuen sich an Brot und Spiele, das Kinopublikum eingeschlossen.

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FlinxDE 28.03.2012, 14:43
43.

Zitat von German in SD
Den Aspekt der Revolutionaerin habe ich im Film jedenfalls nicht gefunden. [...] Und das Publikum im Kino spielt mit. Sicher finden alle die Spiele perfide und das Regime grausam. Aber die Regie und das Drehbuch stellen sicher, dass das Publikum im Kino mit der Casting Show genauso bestens unterhalten wird wie das TV-Publikum im Film. Alle erfreuen sich an Brot und Spiele, das Kinopublikum eingeschlossen.
Ich habe während des Films einen gegenteiligen Eindruck bekommen.

Und genau das unterscheidet Die Tribute von Panem von angeblichen "Originalen" wie Running Man oder Battle Royal. In diesen Filmen wird v.a. die Gewalt zur Unterhaltung des Zuschauers zelebriert.

Auch bei Panem wird die Gewalt gezeigt (die FSK12-Freigabe ist ein Witz), sie ist aber nie Selbstzweck. Das Drehbuch konstruiert anders als sonst im US-Kino üblich keine Rachegewalt oder sostwie "gerechtfertigte" Gewalthandlungen. Das Publikum wird auch nie Komplize der Gewalt ausübenden Charaktere. Der Tod wird nicht als Zuschauerbelustigung inszeniert.

Die Parallelen zu Shows wie American Idol sind klar erkennbar. Da wird nichts verherrlicht. Der Film entlarvt ganz eindeutig, dass es inszenatorisch kaum Unterschiede zu heutigen Casting- und Realityshows gibt. Wer das nicht erkennt, vor dessen Auge ist offenbar ein anderer Film abgelaufen.

Was den Revolutionsaspekt angeht: Das gerät erst in der Fortsetzung in den Mittelpunkt. Es hätte dem Film nicht gut getan und wäre innerhalb der Vorlagenhandlung auch schlicht unlogisch gewesen. Allerdings werden an mehreren Stellen eindeutige Hinweise gestreut.

Insgesamt ist der Film in seiner ganzen Herangehensweise fast schon ein Anti-Blockbuster. Ich bin jedenfalls froh, dass solchen auch in der Lage sind, ein größeres Publikum zu erreichen.

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dark_pinguin 31.03.2012, 12:56
44. nicht mein Geschmack

Nun ja, als erstes kam mir bei den Rezensionen und Trailern in den Sinn:
Kranker Mist!

Sicher, man muss einen Film gesehen haben, um ihn dramaturgisch zu beurteilen - aber mir gefällt das Grundkonzept nicht.
Kranke Ideen bleiben Mist, egal wie toll man sie inszeniert und wie sehr man das Gewissen der Zuschauer auch mit angeblicher Gesellschaftskritik reinigen möchte.

Es tut mir leid, Kinder, die sich durch eine Diktatur gezwungen gegenseitig abschlachten ist einfach nicht mein Fall.
Die einzige Möglichkeit, sich mit den im Film metaphorisch und direkt dargestellten gesellschaftlichen Abgründen kritisch zu befassen ist meiner Meinung nach: einfach nicht ansehen.
Ich finde die Story des Films und der Buchvorlage einfach geschmacklos.

Ich habe auch mal ein wenig in das erste Buch hineingelesen und auch da überzeugt mich weder die Handlung, noch die Erzählweise.

Zugegeben, das hat wohl alles nichts mit dem Film an sich zu tun, aber ich komme zu dem Schluss, dass mich persönlich nichts reizt, diesen Film zu sehen.

Es bleibt wohl eine Geschmacksfrage.

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M. Michaelis 10.04.2012, 17:46
45.

Ich kann die positive Bewertung leider nicht teilen. Der Plot verspricht viel hält aber wenig.

Die Spiele selbst folgen zumindest im Film keiner hinreichend erkennbaren Logik. Das Ende wirkt kitschig und inkonsequent.

Der Film verschenkt die meisten der Möglichkeiten die der durchaus interessante Plot bietet. So zieht sich die Film über weit Strecken reichlich flach dahin.

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