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"The Voice of Germany"-Finale: Alles toll hier
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Es lief alles zu glatt: Die Castingshow "The Voice of Germany" hat eine Siegerin, aber Ivy Quainoo dominierte die Konkurrenz so deutlich, dass kaum Spannung aufkam - das war kein Wettbewerb, das war eine Krönungsmesse.

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chriddex 11.02.2012, 10:47
20. Endlich geschafft

Zitat von sysop
Es lief alles zu glatt: Die Castingshow "The Voice of Germany" hat eine Siegerin, aber Ivy Quainoo dominierte die Konkurrenz so deutlich, dass kaum Spannung aufkam - das war kein Wettbewerb, das war eine Krönungsmesse.
Anfangs war es ja noch eine nette Alternative zu dem Einheitsbrei anderer Castingshows,aber je länger es dauerte so langweiliger wurde es.Warum nimmt man nun nicht einfach die Gewinnerin und läßt sie beim Eurovision Songcontest antreten? Dann könnten wir uns "den Star für Baku" sparen.

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mekmekmek 11.02.2012, 10:52
21.

Zitat von Herr Hold
Ich fand von Anfang an, dass Ivy eine tolle Stimme hat.Sie ist erst 19(!) und war eine von denen, die nicht schon im Business aktiv sind (Kim Sanders war Frontfrau von Culture Beat etc!), daher haben wir hier ja erst den Anfang gesehen. Percival ist nicht nur durch Rea Garvey rausgeflogen,sondern weil er zu wenig Anrufe hatte. Er konnte wohl offensichtlich weniger Leute überzeugen.
Das Votingsystem ist doch absolut problematisch. Den Coaches stets die alleinige letzte Entscheidung zu überlassen und im Halbfinale zudem diese absurde Prozenteverteilung, bei der ein 65-35 natürlich das Votum der Zuschauer völlig übertrumpft und damit auch übergeht ist doch lächerlich. Den Coaches wurde damit viel zu viel Entscheidungsmacht eingeräumt, um über die Köpfe der Zuschauer hinweg die Entwicklung der Show in die gewünsche Richtung zu lenken.

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numey 11.02.2012, 10:57
22. leider

der Reiz der Blind Auditions kam in den späteren Shows tatsächlich nicht mehr auf. An den Blind Auditions hatte ich unglaublich viel Spaß. Ich hätte mir nur noch gewünscht, dass auch der Zuschauer die Bewerber nicht sieht, mindestens bis zu dem Moment, wo die Coaches sie sehen. Auch ihre Hintergrundgeschichte hat mich prinzipiell erst mal nicht interessiert. Da hätte ich mir lieber mehr Auditions gewünscht, statt langweiliger Filmchen darüber, wie dieser oder jener Kandidat den Umschlag mit der Einladung überreicht bekommt.

Ich hab versucht, die Blind Auditions mit geschlossenen Augen zu verfolgen, aber das Problem ist dann, dass man nicht mehr mitbekommt, wer von den Coaches sich (zuerst) umdreht und überhaupt, ohne die Gestik und Mimik der Coaches fehlte auch wieder etwas.
Würde man die Kamera nur auf die Coaches richten und bis zum Ende des Vortrags nicht auf den Bewerber, könnte man den Zuschauer auch stärker nachempfinden lassen, wie es der Jury gerade geht.

Und alles nach den Blind Auditions war eigentlich genau wie sonst auch bei Castingshows. Unbekannte Leute singen (oft Lieder, mit denen ich persönlich überhaupt nichts anfangen konnte) manchmal mehr schlecht als recht, Hupfdohlen umschwärmen sie, das Publikum kreischt so hysterisch, dass man von der Musik oft kaum noch etwas mitbekommt, Moderatoren, Familien und rausgeflogene Kandidaten füllen die Sendezeit mit belanglosem Blabla. Wer gewinnen wird, erkennt man daran, ob und wenn ja, wie laut und lang das Publikum "Zu-ga-be!" brüllt, obwohl es definitiv keine Zugabe geben wird.

Die Idee, dass es um "the Voice" gehen sollte, rückte von Show zu Show in den Hintergrund. Plötzlich ging es doch wieder um Aussehen, um Inszenierung und um Bühnenpräsenz.

Der einzige, dafür aber große Verlierer des Abends war Max Giesinger, der sich anfangs vor Selbstbewusstsein strotzend während der Interviews räkelte, obwohl er neben Katie Melua eine eher erbärmliche Figur gemacht hatte - bis er im Livestream-Interview während der Werbepause in der Lounge von einem Internet-Umfrageergebnis erfuhr, nach dem er weit abgeschlagen auf dem letzten Platz landete - und daraufhin so geschockt dreinschaute, dass man nur davon ausgehen konnte, dass er sich trotz allen Patzern bis zu dem Moment als klaren Sieger eingeschätzt hatte. Als dann seine Stimme neben der von Xavier bei der unglücklich gewählten Stones-Nummer nicht mehr zu hören war, haben wohl wirklich nur noch die kleinen Mädchen für ihn angerufen, die ihn niedlich finden. Schön, dass die wenigstens bei "the Voice" mal nicht genug Einfluss auf die Abstimmungsergebnisse nehmen konnten.

Trotzdem. Wenn es wirklich "nur" um the Voice, die Stimme, gehen würde, müssten konsequenterweise die Kandidaten bis zu ihrem Rauswurf bzw Sieg hinter weißen Wänden singen und in den Einspielern verpixelt werden. Das wäre wirklich spannend und ließe den außergewöhnlichen Reiz der Blind Auditions auch in den Liveshows entflammen. Für mich zumindest, aber für die Mehrheit ist es vermutlich zu öde, wenn man siebzehn Abende lang nicht sehen kann, wie der Mensch aussieht, dessen Stimme man hört.


Mein Favorit war übrigens Rino Galiano.

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St. Mann 11.02.2012, 11:01
23. Beste Castingshow Deutschlands

Ich verstehe ja die Kritik an den Auftritten nach den Blind-Auditions. Diese waren tatsaechlich nicht mehr so spannend. Ich verstehe auch die Kritik an den Coaches, die ab einem gewissen Punkt sehr stark an Kritik gespart haben und es deswgen vielleicht auch etwas langweilig war, aber...

...es ist festzuhalten, dass Voice das mit Abstand hoechste musikalische Niveau in Deutschland aufweisst.

Leider ist im (TV-) Business der Quoten und Gelddruck da (der so eine Sendung allerdings auch erst ermoeglicht). Trotzdem wuerde ich mir wuenschen das der Spiegel unter den Castingshow sich noch deutlicher von der Bildzeitung (DSDS / Popstars) absetzt und die stimmliche Entwicklung noch staerker in den Fordergrund stellt.

Ich persoenlich empfinde den Artikel hier, aber zu negativ. Es war/ist sicher nicht alles perfekt, aber wenn schon Castingshows, dann bitte mit Niveau.

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hagströmer 11.02.2012, 11:05
24. Ziel der (deutschen) Castingshows

Zitat von volkskamera
Wohin? In die Bedeutungslosigkeit in der sich Lena jetzt befindet? Die ganzen Casting-Shows verfolgen doch nur ein Ziel. Und das ist ganz sicher nicht der langfristige Erfolg eines Künstlers.
Ganz richtig: und zwar das Ziel, dem Format zum Erfolg zu helfen, das sich an ein unkritisches Publikum wendet, das tatsächlich glauben will, was da vorgespielt wird. Offensichtlich hat auch V.o.G. ein Drehbuch, die Juroren würden wohl kaum ihre Glaubwürdigkeit aus freien Stücken demontieren - peinlich übrigens. Wie schon Edita (talentierte X-Factor-Siegerin) sagte: "Castingshows werden nicht für Künstler gemacht." Späte Einsicht, leider. Dazu kommt nicht nur in in ihrem Fall die offensichtliche Inkompetenz der Plattenfirma: Unpassende, minderwertige Songs und fahrlässiges Veröffentlichungsverhalten. Dass zumindest Letzteres anders geht, müssen wohl auch in Zukunft aus den USA oder England zur Kenntnis nehmen.

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daydreamnation 11.02.2012, 11:24
25. Bei der Musik spielt die Musik

Zitat von
Die anderen Finalisten moegen das Zeug haben in Deutschland erfolgreich zu sein, aber was Ivy Quainoo gestern geboten hat, war von einem anderen Stern. Die Frau hat wirklich das Zeug auch international in der ersten Reihe mithalten zu koennen.
Solche Prophezeiungen finde ich immer wieder erstaunlich. Was diese Castingshow-Macher scheinbar immer noch nicht verstanden haben, ist, dass letztendlich dann doch die Musik darüber entscheidet wie die Karriere läuft. Eine gute Stimme wie bei Ivy oder eine prägnante Bühnenpräsenz wie bei Lena in allen Ehren, aber wenn sie dann musikalisch von den Produzenten doch nur profillosen Radiokleister, der aus irgendeiner Songwriter-Schublade gezogen wurde, vorgesetzt bekommen statt ein maßgeschneidertes Song- und Sound-Gerüst inkl. individueller künstlerischer Identität geht die Karriere ganz schnell den Bach runter.

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ach-nur-so 11.02.2012, 11:30
26. Naja...

Zitat von sysop
Es lief alles zu glatt: Die Castingshow "The Voice of Germany" hat eine Siegerin, aber Ivy Quainoo dominierte die Konkurrenz so deutlich, dass kaum Spannung aufkam - das war kein Wettbewerb, das war eine Krönungsmesse.
...Krönungsmesse? Ich hab's mir gerade nochmal angeguckt. "Alle Downloads mal zwei - plus SMS und Anrufe"..?
Das ist wohl mehr eine Krönung für's gute Lied gewesen. Ich behaupte einfach mal, dass Kim Sanders mit Quainoos Song einen noch höheren Sieg eingefahren hätte. Aber es passt hervorragend ins Konzept mit dem "nachhaltigen Aufbauen" der Sängerinnen und Sänger. Rüdiger, Percival, Donnet, die sind doch offensichtlich alle zu dem Zeitpunkt aus der Show genommen worden, als feststand, dass man sie zu etwas aufbauen kann, ohne dass sie die Show gewinnen - oder täusche ich mich..? Immerhin hängen an der Show gleich mehrere Produzenten-Teams dran, die für die Sternchen nun erst mal in Ruhe an guten Liedern basteln können/müssen. Denn ob man den Namen "Alanis Morissette" ohne Glen Ballard heute noch im Ohr hätte, sei mal dahingestellt. Es heißt ja auch "Thank you for the music" und nicht "Thank you for the Star", woll..

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tetaro 11.02.2012, 11:35
27. Übersättigung

Aus Castingshow-Gewinnern wird leider nur selten was, weil diese in der öffentlichen Aufmerksamkeit schon totgenudelt sind, bevor sie überhaupt losgelegt haben.

Die Meute will immer was Neues, daher sind doch meistens Künstler erfolgreich gewesen, die mit einem unerwarteten Blitzstart losgelegt haben, ZACK waren sie da.

Dagegen ermüden Castingshows irgendwann, man hat sich beim Finale an den Leuten schon satt gesehen. Deshalb ist der Anfang mit vielen neuen Gesichtern auch immer das Schönste.

Und so harrt man der nächsten Staffel

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mischpot 11.02.2012, 11:37
28. Ausnahme Erscheinung

Zitat von sysop
Es lief alles zu glatt: Die Castingshow "The Voice of Germany" hat eine Siegerin, aber Ivy Quainoo dominierte die Konkurrenz so deutlich, dass kaum Spannung aufkam - das war kein Wettbewerb, das war eine Krönungsmesse.
Ein Glück setzt sich Qualität, dann eben doch durch.

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ruebenkatze 11.02.2012, 11:44
29. 99,9% d'accord

Zitat von numey
Die Idee, dass es um "the Voice" gehen sollte, rückte von Show zu Show in den Hintergrund. Plötzlich ging es doch wieder um Aussehen, um Inszenierung und um Bühnenpräsenz. ... Wenn es wirklich "nur" um the Voice, die Stimme, gehen würde, müssten konsequenterweise die Kandidaten bis zu ihrem Rauswurf bzw Sieg hinter weißen Wänden singen und in den Einspielern verpixelt werden. Das wäre wirklich spannend und ließe den außergewöhnlichen Reiz der Blind Auditions auch in den Liveshows entflammen. Für mich zumindest, aber für die Mehrheit ist es vermutlich zu öde, wenn man siebzehn Abende lang nicht sehen kann, wie der Mensch aussieht, dessen Stimme man hört. Mein Favorit war übrigens Rino Galiano.
Sie sprechen mir vollkommen aus der Seele - nur mit Rino konnte ich nicht so viel anfangen und finde mit Ivy hat es eine würdige Siegerin gegeben. Den besten Unterhaltungswert lieferte das Format aber definitiv in seiner ersten Hälfte, man hätte es gar nicht bis zu den Finals durchziehen müssen.

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