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"The Voice of Germany": Übergefühlige Mützenmännchen
DPA

Ein neuer Weichknabe sitzt in der Jury, sonst ändert sich nichts: Bei "The Voice of Germany" treten immer noch Menschen auf, die etwas sehr gut können. Nicht aufregend, aber angenehm mümmelig.

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DonMcM 21.10.2017, 03:28
20.

Zitat von otto1965
Bisher haben wir gerne TVOG mit der Familie gesehen, gerade die Blind Auditions waren recht unterhaltsam, wenngleich in den letzten Staffeln immer mehr die Selbstdarstellung der Juroren in den Vordergrund gelangte. Die gestrige Sendung hat uns aber leider dermaßen eines besseren belehrt, dass wir sofort ausgeschaltet haben und momentan nicht bereit sind, diese Show weiter anzusehen. Wie die wenigsten gemerkt haben dürften (aber nur auf einem Familienfoto kurz zu sehen war), war die sog. "italienische Gastronomentochter" Roberta Valentini eine professionelle Musicaldarstellerin. So hat sie u. a. erst 2014-16 über anderthalb Jahre auf einer Tour die anspruchsvolle Hauptrolle in "Elisabeth" gegeben (u. a. in München, Hamburg und Shanghai). Ich habe sie in dieser Produktion mehrfach gesehen und war begeistert von ihrem Ausdruck, ihrer Stimme und ihrem Tonumfang. Auf youtube findet man einschlägige Beweise hierfür. Dass so eine gestandene Sängerin nicht erkannt wird, nur weil einem "das italienisch nicht so viel gibt" (Michi sinngemäß) ist traurig und zeugt davon, dass es wohl doch weniger um die Stimme als um die Selbstdarstellung der Juroren unter Zuhilfenahme möglichst schriller Kandidaten geht. Ich fand den Auftritt gesanglich bei weitem besser als viele Kandidaten, die weitergekommen sind. (Ähnliches ist übrigens auch Rob Fowler passiert, u. a. einem begnateten Frank'nFurter, der es bei VOG aber wenigstens bis ins Halbfinale geschafft hat).
Auch ohne zu wissen, dass Roberta Valentini eine Hauptrolle in einem Musical hatte, fand ich ihren Vortrag überaus gut ... und das gerade weil Sie eben einen italienischen Song zum besten gab. Michi von Fanta2 kam in der Show mehrfach peinlich rüber, am peinlichsten aber seine Juroren Expertise in diesem Fall! ( italienisch könne er halt nicht verstehen...). Schade um Roberta.

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DonMcM 21.10.2017, 03:52
21. eine der besten Sendungen im Privat FS .....

kann man auch mal loben ohne in allem herumzufingern und zu popeln. Es ist doch genau das, durch Musik Gefühle zu erzeugen, was wir uns wünschen. Das macht diese Sendung. Übrigens ebenso, wie das Format Sing deinen Song.
Schade ist nur, das gerade die Blind Auditions die Künstler beim allerbesten Auftritt zeigen, der dann aber gnadenlos zerbassert und zerredet (von der Jury) und zerkreischt von den Freunden und Verwandten kaum noch hörbar ist. Leute von the Voice: Lasst doch bitte einfach die Mikros zu, wenn die Coaches frech mittenreinschwatzen, die Begleiter am Schirm draußen herum kreischen etc. Ihr könntet es ja danach immer noch einspielen.
Bei allem Spiel und Überdruss im Privatfernsehen, es darf der Vortrag bei den Blinds auch mal ohne Dauerunterbrechung zu hören sein. Kleiner Tipp an den Sender: Es wäre sicher - auch als Zweitverwertung - interessant die Künstler ohne Gebasser und Gekreische in einer späteren eigens für die Blindsvorträge eingerichteten Sendung nochmals zu zeigen.

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jean-baptiste-perrier 23.10.2017, 19:52
22. Das kleinere Übel

Ich fände es auch besser, wenn erst nach Ende des Vortrags gebuzzert werden düfte (innerhalb eines 10 sekündigen Countdowns). Die vorhersehbare Lobhudelei der Angehörigen vor dem Auftritt ist informativ redundant und dementsprechend nervig. Auf das zwanghaft einsetzende irrsinnige Gejohle des Publikums nach dem ersten gesungenen Ton würde ich auch gerne verzichten. Diese Form von inszenierter Hysterie scheint aber show-dramaturgisch unvermeidlich, weil dass bei einigen Zuschauergruppen eben doch wirkt (im Sinne der Quote). Also mir persönlich wäre ein "The Voice" im Radio am liebsten. Bloß gäbe das natürlich keine Show und keine Quote. Im Radio (ohne optische Ablenkung): Das wäre the real "Voice of". So geht es am Ende doch auch um Aussehen (sprich Attraktivität). Gut, Andreas Kümmert (nur mit Stimme) hat auch mal gewonnen. Die Ausnahme bestätigt die Regel.

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