Forum: Kultur
Theaterstreit in Bremen: Autorin untersagt Inszenierung ihres Stückes
Jörg Landsberg

Ist das schon das Ende der "Unschuld"? Kurz nach der Premiere in Bremen hat der Verlag von Autorin Dea Loher dem Theater die Aufführung ihres Stückes untersagt. Durch die Streichung einer Figur sei der Sinnzusammenhang nicht mehr gegeben. Das Theater will sich etwas einfallen lassen.

Seite 1 von 2
hatem1 30.09.2013, 18:44
1. Ein Theaterstück ist eine Spielvorlage

Wenn eine Theaterautorin nicht erträgt, dass eine Inszenierung anders aussieht als sie sich vorgestellt hat, sollte sie nicht eine Aufführung verbieten, sondern stattdessen in Zukunft nur noch Prosa schreiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tom Joad 30.09.2013, 18:55
2. Win-Win-Win!

Alle bekommen ihre Aufmerksamkeit, und manch ein Besucher geht vielleicht noch einmal ins Theater, um die "vollständige" Fassung zu sehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sverris 30.09.2013, 19:00
3.

Zitat von hatem1
Wenn eine Theaterautorin nicht erträgt, dass eine Inszenierung anders aussieht als sie sich vorgestellt hat, sollte sie nicht eine Aufführung verbieten, sondern stattdessen in Zukunft nur noch Prosa schreiben.
Der Herr Kehlmann ist auch so einer, der von der Unabdingbarkeit der Texttreue im Theater faselt. Er war denn ja auch neulich angepisst, nachdem jemand sich erdreistet hatte, in seinen Text einzugreifen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanKomarek 30.09.2013, 19:04
4. Ich finde es gut.

Ich bin immer mal wieder erstaunt, was man geliefert bekommt, wenn man Karten kauft, die unter dem Namens des Autors verkauft wurden. Dann sollte man es besser "Text: Börgerding, frei nach Loher" nennen. In der Musik bemüht man sich um Werktreue, in der gestaltenden Kunst und Architekur versucht man das Original zu erhalten, aber beim Theater meint jeder Dramaturg und Regisseur, ein Werk nach eigenem Gusto verhackstücken zu dürfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Maître111 30.09.2013, 19:47
5. Schade

Ich habe das Stück vor einiger Zeit am Staatstheater Kassel gesehen. Ein sehr gutes Stück. Sehr schade, dass es das Publikum in Bremen nun nicht sehen kann. Ich hoffe, es gibt eine Einigung. Kann die Haltung von Frau Lohr aber gut verstehen. Das Stück ist eben kein Klassiker, bei dem die Urheberrechte schon lange abgelaufen sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1318850894 30.09.2013, 20:24
6. Politiker, die sich mit fremden Federn schmücken

werden als Plagiatoren geächtet. Theaterleute, die den Namen eines renommierten Autors vorschieben, um ihren eigenen Sülz aufzutischen, verstecken sich hinter "künstlerischer Freiheit". Sollen sie doch ihren eigenen Namen einsetzen, wenn sie ihre eigenen Ideen unter die Leute bringen wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rolfmueller 30.09.2013, 20:46
7. Frechheit

Dann sollen sie sich doch ihre Stücke selber schreiben, wenn ihnen das Original nicht passt. Aber das Haus anderer als Steinbruch für die eigene Datsche zu missbrauchen, ist eine Frechheit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pegasuska 30.09.2013, 21:25
8. Ich habe schon erlebt ...

... dass selbst Regisseure von Laientheatergruppe ganze Akte weggelassen haben, nur weil sie nicht in der Lage waren, ihre Truppe derart zu disziplinieren, dass alle immer zu den Proben da waren, geschweige denn ihren Text konnten. Und dem Zuschauer wurde dann das Stück als Ganzes verkauft.

Die Autorin hat Recht, wenn sie weitere Aufführungen verbieten will. Denn es ist immer noch ihr Stück.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
umuc 30.09.2013, 23:28
9. Es ist eine Frechheit,

wie viele gute Stücke von tolldreisten Theaterregisseuren verhunzt oder verkrüppelt werden! Solchen selbstherrlichen Einrichtungen sollte man die Zuschüsse komplett streichen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2