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Tilda Swinton über die "Doctor Strange"-Kontroverse: "Endlich eine Frau als Badass"
AP/ Invision

Mit einer Rolle in dem Superheldenfilm "Doctor Strange" setzte sich Tilda Swinton dem Vorwurf des Whitewashing aus. Eine Mail-Unterhaltung zeigt nun, wie sehr sie mit der Rolle haderte.

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silenced 19.12.2016, 16:36
1.

Man erinnere sich an die Anfänge des modernen Theaters, als es Mitbürgern dunkler Hautfarben verboten war an Theaterstücken mitzuwirken und dafür extra Mitbürger heller Hautfarbe per Schminke in Mitbürger dunkler Hautfarbe verwandelt wurden.

Ja, dieses politisch korrekte Geschreibe sieht bescheiden aus, aber passt gerade gut.

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der.tommy 19.12.2016, 16:44
2.

Dem ganzen political correctness Getöne zum Trotz muss ich sagen: sie hat die Rolle ausgezeichnet gespielt.

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Rahvin 19.12.2016, 16:57
3.

Die Debatte mag berechtigt sein, aber das Verhalten von Frau Cho kann ich nicht nachvollziehen. Da wird eine Mailunterhaltung, in der einer der beiden Teilnehmer darum bat, diese nicht zu veröffentlichen, veröffentlicht. Und die Dame fühlt sich auf den Schlips getreten. Wenn man also tatsächlich versucht, sich aufgrund mangelnder Erfahrung vielleicht die Meinung anderer einzuholen, wird man in dieser Form hintergangen? Und die Frau rechtfertigt das damit, sie hätte sich als Hausangestellte gefühlt? Ich kann ihre Kritik nicht nachvollziehen und sehe darin lediglich den Versuch, sich ins Gespräch zu bringen. Von Frau Cho hatte ich bis dato kaum etwas gesehen; diese Whitewashing-Diskussion ist also für sie vielleicht auch nur die Gelegenheit, einmal im Gespräch zu sein. Fände ich erbärmlich.

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acitapple 19.12.2016, 17:48
4.

Tja, da haben wir nun den weiblichen "bad ass" im real life, nicht wahr ? Ziemlich schäbig eine solche Unterhaltung, die mit der Bitte um Diskretion geführt wurde, nun doch öffentlich zu machen. Hauptsache mal in die Schlagzeilen kommen. Ist halt Hollywood...

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amuseemanc 19.12.2016, 18:28
5.

>> 2.
Dem ganzen political correctness Getöne zum Trotz muss ich sagen: sie hat die Rolle ausgezeichnet gespielt.

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fallobst24 19.12.2016, 18:29
6. Hmm

Wann hört man denn von irgendeinem unbekannten Komiker, der sich aufregt, dass hier eine Männerfigur von einer Frau im Film dargestellt wird?
Ich bin ganz verwirrt, kann man nicht ein Institut einrichten, dass mir ganz genau erklärt wann man sich bitte entrüsten soll und wann nicht?

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DracheNimmersatt 19.12.2016, 21:02
7.

Die Thalbachs in einer Männerrolle zu besetzen, hat doch großartig (meine Meinung) funktioniert. Swinton hat schon mal einen Mann gespielt, aus dem eine Frau wird. Im selben Film spielt ein Mann die größte historische Frau Englands. Und nun gibt es halt wiedermal eine Frau in einer im Comic als Mann angelegten Figurenrolle... Ja sicher, mir fallen etliche grandiose asiatische SchauspielerINNEN ein, die egal welche Rolle auch perfekt ausgefüllt hätten, aber man hat sich für diese Interpretation entschieden. Absichtliches Whitewashing unterstelle ich gerade bei einem Marvel-Produkt eigentlich erst mal niemandem. Bei Marvel ändern sich Hautfarben und Geschlechter neuerdings ständig. Und dazu passt es dann irgendwie wieder.

Ich hatte von Anfang an bei Swinton keinerlei Bedenken - sie schafft alles, egal wie sie am Ende aussieht oder wie sie die Figur sonst verkörpern soll.

So eine Diskussion auf dem Rücken eines Schauspielers auszutragen, der bei diesem Kaliber doch wohl nur herzlich wenig für die Besetzungspolitik kann, schadet dem Schauspieler auf so viele Arten und zeigt doch nur, wie unsensibel diese ganzen Raubfische sind, die alle politisch korrekt sein wollen, es dabei aber maßlos übertreiben.

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Gerdd 20.12.2016, 00:14
8. und wieso regt sich ...

... diese Hausangestellte nicht (und auch sonst niemand) auf, wenn Eddie Murphy und Arsenio Hall in "Coming to America" ein rundes Dutzend Rollen spielen, darunter auch etliche Weiße?

Oder in Leon Schusters "There's a Zulu on my Stoep" wo der Weiße schwarz und der Schwarze weiß angemalt wwrden - was dann am Pissoir zu Mißverständnissen führt ...

Als allerdings die neueste Ghostbusters-Truppe aus lauter Mädels bestand, da regte sich doch stellenweise ein Murren. Also, ihren Aufsichtsratsposten können die Damen jetzt wohl knicken.

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Celestine 20.12.2016, 01:39
9. Whitewashing

Es geht doch nicht allein darum, dass Frau einer Männerrolle spielt, sondern darum, dass eine Weiße einen Tibeter spielen soll. Es geht darum, dass das Geschlecht zwar umgeswitcht wurde, von Mann zu Frau, doch die Ethnie, Tibeter, wurde außer Acht gelassen. Daher: der Vorwurf "Whitewashing".

Ich verstehe die Reaktion von Miss Cho sehr gut. Tilda Swinton wollte vermutlich bei ihr eine Art Absolution holen, nach dem Motto, dass es doch nicht so schlimm sei, dass eine Weiße die Rolle spielt und eben keine Asiatin, die dazu besser passen würde.

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