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True-Crime-Drama mit Jennifer Lopez: "Dieses ganze Land ist ein Stripclub"
Universum

Es zählt allein, was sie in der Hose haben: Kreditkarten. Nach wahren Begebenheiten erzählt "Hustlers" von Stripperinnen, die Banker ausnehmen. Auch dank Auftritten von JLo, Lizzo und Cardi B ein schönes Stück Pop-Feminismus.

roenga 26.11.2019, 12:45
1. Ein schönes Stück Pop-Feminismus?

Verstehe ich das richtig, da betäuben Frauen wohlhabende Männer um sie anschließend auszurauben und das wird als Feminismus Märchen verklärt? Die Frau, auf der Jennifer Lopez Figur basiert, wurde z. B. zu 5 Jahren auf Bewährung wegen Konspiration, Raub und Körperverletzung in diesem Zusammenhang verurteilt: https://heavy.com/news/2019/09/samantha-barbash/
Wie würden dieselben Feministinnen wohl über einen Männ urteilen, der Frauen betäubt um sie zu missbrauchen? Wer bitte hatte diese Frauen gezwungen als Stripperinnen zu arbeiten? Wenn ich in meinem Beruf nicht mehr genug verdiene, muss ich mich beruflich umorientieren und nicht zum Verbrecher werden. Zumindest kann ein Mann dann keine Lobeshymnen aus dem Feuilleton erwarten, wenn er seine Klienten ausraubt.

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karatekid 26.11.2019, 13:54
2. Feminismus ist was anderes.

Bei Feminismus geht es nicht um die Umkehr in der Entwürdigung der Geschlechter. Es geht darum, allen ihre Würde und ihre Rechte zu lassen. In diesem Film aber gibt es zum einen immer noch die Entwürdigung von Frauen - sorry, aber bei Poledance in einem Strip-Club handelt es sich selbstverständlich immer um eine Objektifizierung der Frau, um eine Ausbeutung ihres Körpers -, in einem weiteren Schritt aber auch eine Ausbeutung wohlhabender Männer. Ein feministischer Film würde auf eine Ausbeutung nach Geschlecht komplett verzichten. Das Ganze klingt eher wie eine Nachgeburt zur Dreigroschenoper.
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vulcan 26.11.2019, 14:33
3.

Zitat von roenga
Verstehe ich das richtig, da betäuben Frauen wohlhabende Männer um sie anschließend auszurauben und das wird als Feminismus Märchen verklärt? Die Frau, auf der Jennifer Lopez Figur basiert, wurde z. B. zu 5 Jahren auf Bewährung wegen Konspiration, Raub und Körperverletzung in diesem Zusammenhang verurteilt: https://heavy.com/news/2019/09/samantha-barbash/ Wie würden dieselben Feministinnen wohl über einen Männ urteilen, der Frauen betäubt um sie zu missbrauchen? Wer bitte hatte diese Frauen gezwungen als Stripperinnen zu arbeiten? Wenn ich in meinem Beruf nicht mehr genug verdiene, muss ich mich beruflich umorientieren und nicht zum Verbrecher werden. Zumindest kann ein Mann dann keine Lobeshymnen aus dem Feuilleton erwarten, wenn er seine Klienten ausraubt.
In der Tat, sehr merkwürdig - es scheint, als würden solche Verbrechen im Film auch noch als pfiffige 'Heldentaten' à la Robin Hood verklärt. Könnte auch für Trickbetrüger aus armen Ländern gelten, die sich auf Rentner spezialisiert haben. Aber ich glaube, die Kritik für einen solchen Film würde doch etwas anders ausfallen.

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vegefranz 26.11.2019, 14:57
4. Hardcore-Emanzen werden diesen Film...

..... nicht mögen.

Der paßt nicht zu den Geschichten der ausgebeuteten Frau.

alice Schwarzer wird schäumen.

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Jor_El 26.11.2019, 15:26
5. Wie bitte ?

Star Wars, Alien, Terminator sind feministische Filme, aber doch nicht das.

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snickerman 26.11.2019, 15:36
6. Genau!

Zitat von karatekid
Bei Feminismus geht es nicht um die Umkehr in der Entwürdigung der Geschlechter. Es geht darum, allen ihre Würde und ihre Rechte zu lassen. In diesem Film aber gibt es zum einen immer noch die Entwürdigung von Frauen - sorry, aber bei Poledance in einem Strip-Club handelt es sich selbstverständlich immer um eine Objektifizierung der Frau, um eine Ausbeutung ihres Körpers -, in einem weiteren Schritt aber auch eine Ausbeutung wohlhabender Männer. Ein feministischer Film würde auf eine Ausbeutung nach Geschlecht komplett verzichten. Das Ganze klingt eher wie eine Nachgeburt zur Dreigroschenoper. .
Bei Punkt 1 bin ich ganz bei ihnen.
Die Frauen, die in einem Stripclub arbeiten, beuten sich höchstens selber aus- so wie das fast alle Arbeitnehmer machen, um Geld zu verdienen.

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eisvogel 26.11.2019, 16:30
7. Es gibt keine

Darm-Endprodukte, die der westliche Kulturbetrieb nicht zu Bonbons machen würde. Man muss nicht prüde sein, um auf diesen Dreck zu verzichten. Nach der Kanzlerin ist das aber eben "unsere Art zu leben".

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taglöhner 26.11.2019, 17:16
8.

Zitat von eisvogel
Darm-Endprodukte, die der westliche Kulturbetrieb nicht zu Bonbons machen würde. Man muss nicht prüde sein, um auf diesen Dreck zu verzichten. Nach der Kanzlerin ist das aber eben "unsere Art zu leben".
Nun entweichen östlichen Darmflöten offenbar auch nicht nur Wohlgerüche, newoar?

Die Kanzlerin meint mit unserer Art zu leben, dass wir uns selbst aussuchen dürfen, was wir gucken oder nicht.

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anika.meyer01 27.11.2019, 20:00
9. inaa

Was ist daran bitte irgendwie neu oder gar feministisch? Das die Männer "auf ihr Geld reduziert" werden?? Wusste nicht, dass Stripperinnen Männer bisher aus Respekt und Menschlichkeit bedienten. Gemäß der Beschreibung transportiert der Film schlichtweg die alten Klischees: Männer sind die Macher, die draußen in der Welt Geld verdienen. Frauen werden auf ihren Körper und das Bedienen der Männer reduziert. Dass die Frauen dabei nicht komplett hilflose Opfer sind, sondern doch tatsächlich eigenständig denken und die Männer "ausnehmen", ist nun schon feministisch? Das ist nur traurig. Etwas wirklich Neues wären mal Filme, in denen Frauen mal nicht Stripperinnen, Prostituierte, Geliebte, sich sorgende Ehefrau oder so etwas pseudo-emanizpiertes wie Undercover-Agentin in Strapse oder prostituierte Straßenkämpferin wären. Es nervt nur noch.

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