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Trump, AfD und andere Rechte: Stärke und Ordnung, egal wie
REUTERS

Sicherheit statt Freiheit, Ordnung statt Offenheit: Der Erfolg von Donald Trump in den USA oder der AfD in Deutschland ist das Symptom einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Autorität.

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judueck 20.03.2016, 12:58
150.

Zitat von eunegin
Zur Zeit lernt man anschaulicher als in der Schule, wie autoritäre Systeme errichtet werden können, wie die Masse sich beeinflussen lässt und in Rage gerät. Geschichtsunterricht live. Faschismus und Kommunismus lassen grüßen. Wir sind auch 2016 nicht immun. Diesmal eher Faschismus. Der vormals nette konservative Nachbar (ein besorgter Bürger?) meines Urgroßvaters fand 1933 auch zur nationalen Stärke und sorgte dafür, dass nicht genehme weil demokratische Teile Familie nach Dachau kamen. Für ausgeschlossen halte ich so etwas inzwischen auch nicht mehr. Diesmal aber mit Gegenwehr.
Was wir Deutschen (ich meine Alle!) damals gemacht haben kann man nicht mit unkoordinierten Flüchtlingshilfen wieder gut machen, auch nicht mit Rassismus gegen den Osten! In ganz Deutschland gibt es Anhänger der AfD und Gegner von der Flüchtlingspolitik (nicht Flüchtlingshilfe!). Was damals geschah hat überhaupt nichts zu tun mit Heute, es Zeigt nur Ihr extremes Gedankengut

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lövgren 20.03.2016, 12:59
151.

Zitat von wiesenflitzer
Nicht? Na, dann kann einer von uns beiden nicht lesen. Habe nahezu sämtliche Kommentare gelesen und würde mich wohl mal auf eine sachlich-nüchtern geschätzte Quote von gut 80% festlegen wollen, welche Herrn Diez aus Verschiedenen Gründen Unrecht geben. Haben Sie sich vielleicht in der Kolumne vertan?
Bitte, bitte. Nennen Sie doch einfach einen Intellektuellen hier, der Diez auf den Sack haut.

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cynicjena 20.03.2016, 12:59
152. kritik an wähler

ich bin ja davon überzeugt, dass der schleichende abbau unserer sozialen marktwirtschaft und die hinwendung zu neoliberalismus und die damit einhergehende euro-finanzkrise die anzahl der wutbürger auf ein nicht mehr "weg-hörbares" maß in deutschland gesteigert hat. wie das spiegelmagazin letzte woche auch schön beschrieb, vermehrt sich das geld der reichen, wohingegen arme arm bleiben und sie es immer schwerer haben aufzusteigen. für viele ist es nur noch eine illusion, dass es chancengleichheit gibt. aber meine eigentliche kritik gilt den afd-wählern. sie erkennen einfach nicht, dass die afd mehr neoliberalismus will und sich damit die ungleichverteilung noch mal enorm verstärken werden würde, hätten die noch mehr zu sagen. sie erkennen einfach nicht, dass diese partei den frust der wähler auf die schwächsten der gesellschaft kanalisiert. der gut situierte bürger der mittelschicht schiebt wut auf die alg2 und sozialhilfe-bezieher, weil man (fatalerweise) meint, die steuern seien deswegen so hoch, weil es in diesem staat zu viele faule schmarotzer gäbe. außer acht wird dabei aber die armutsdynamik gelassen (gefangen in einem system zwischen Sozialleistungen und prekärer arbeit) und dass nur ein ganz kleiner teil langzeitarbeitslose (geht bei alg2 auch kaum wegen zumutbarkeitsregel) sind, von denen auch nicht jeder ein schmarotzer ist. und bezieher von grundsicherung sind im erhöhten maße wütend auf flüchtlinge, weil die halt noch weiter unten im gesellschaftlichen ansehen sind, um a) eigene minderwertigkeitsgefühle zu kompensieren und b) aus angst vor verteilungskämpfen. sie glauben, dass sie durch die flüchtlinge noch weniger chancen auf sozialen aufstieg haben als vorher eh schon. dabei lassen sie aber außer acht, dass das deutche asylrecht sehr konservativ ist. versorgung ja, perspektive auf sozialen aufstieg sehr eingeschränkt. man hat keine arbeitserlaubnis (meist erst nach jahren), man hat keine familie (fatal in einem konservativen wohlfahrtsstaat mit subsidiaritätsprinzip), noch stärkere abhängigkeit von behörden (sehr langsames asylverfahren).
daher richtet sich meine kritik ganz besoders an die afd-wähler: ihr guckt nicht genau hin, wie sich die afd die zukünftige gesellschaft vorstellt. sie will die ungleichverteilung der chancen verstärken und will soziale gruppen gegeneinander ausspielen, sie will ängste zu verstärken, um politisches kapital daraus zu schlagen. dies führt am ende dazu, dass es immer mehr unfrieden und damit unsicherheit (kriminalität ect) in einem staat gibt und sich schutz nur noch wohlhabende (private sicherheit) leisten können und sich untere schichten gegenseitig an die gurgel gehen. ich bin kein freund von endzeitszenarios, aber bei dem gedanken, die afd könnte iwann richtig etwas zu sagen haben (leider hatten sie ja jetzt schon einfluss auf die entscheidungen der aktuellen regierung), ist mal ein bis zum-ende-denken angebracht. und das sollten die wähler auch endlich mal tun - zeit wirds.

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victorhugo 20.03.2016, 12:59
153.

Bei ängstlichen Menschen ist die Sehnsucht nach Autorität groß, hüben wie drüben. Hätten wir eine - jedenfalls die Amerikaner - begeisternde Figur wie Trump, diese Partei käme auf doppelt so viele Stimmen wie jetzt die AfD. Aber Frau Petry ist das nicht und Petry Heil kann man schon garnicht sagen. Man lese Sebastian Haffner "Geschichte eines Deutschen", ein Drehbuch für heute. Geschrieben 1939.

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Darwins Affe 20.03.2016, 12:59
154. Schneckenhaus

Zitat von rolli
Die neoliberalfaschistische Wirtschaftsdiktatur lebt davon, dass in der Bevölkerung akzeptiert wird, dass die Wirtschaft und die Schlechtmenschen mit dem Rest machen kann was sie wollen. Menschen die sich wehren und sich organisieren sind das Schlimmste was dem Neoliberalfaschismus passieren kann. Siehe die Vorgänge in Südamerika, die schliesslich die Chicago boays aus dem Land jagten. Es ist egal ob Sicherheit und Ordnung oder mehr Autorität gefordert wird. Zur Rückkehr in eine post-neoliberalfaschistische Gesellschaftsordnung ist nur über solch einen Umweg möglich. Eliten trennen sich nicht gerne von ihren Privilegien, und Politeliten schon gar nicht. rolli
Na ja, ein einfaches Weltbild kann sicherlich vor den Problemen einer modernen hochkomplexen Realität schützen – zumindest kommt's dem eigenen Wohlbefinden zugute. Zurück ins Schneckenhaus der Illusionen!

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nomadas 20.03.2016, 12:59
155. Gehorsam & Co.

Es fehlt der liebende, kraftvolle Vater, von Kindheit an. Wer das Buch von Arno Gruen "Wider den Gehorsam" liest, der kann nachvollziehen, woran es krankt, das Ganze. Die Menschen haben die tiefverwurzelte, existenzielle Angst, seit Geburt, in sich, die sie zur völligen Unterwerfung unter die Eltern / Erziehenden / Autoritäten zwingt, um überhaupt zu überleben. Wir müssen "brav" sein, sonst droht uns letztendlich der Tod. So bleibt dies Muster ein Leben lang erhalten und sehnt alle Führer, Kaiser, Päpste & Co. herbei. Ohne diese allmächtigen Autoritäten (Retter) könnte kein Kind überleben, so gilt auch als Erwachsener diese Ur-bedürftigkeit. Die Eliten wissen darum. Es ist ihr Elexier der All-Macht!

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Helga-B- 20.03.2016, 13:01
156. Trump, AfD und andere Rechte

Zitat: " Der Erfolg von Donald Trump in den USA oder der AfD in Deutschland > ist das Symptom einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Autorität

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cherrypicker 20.03.2016, 13:01
157. Halbgar

Herr Diez eiert leider um die zentrale Erkenntnis herum: Unsere Politik ist zerfressen von Egomanen. Jetzt könnte man sagen, dass sei schon immer so gewesen. Das stimmt aber nicht. Ein GEWISSE Geltungssucht muss einem Politiker zueigen sein, damit er sich das Spiel antut, das hat selbst Gregor Gysi mal gesagt. Aber früher war der Konservative darüber hinaus bescheiden, der Liberale ehrlich und der Linke solidarisch. Heute aber haben wir gierige Konservative, verlogene Liberale und herzlose Linke. Wenn aber alle nur noch auf Egomanie machen, sucht sich der Wähler den größten Egomanen, damit der die anderen alle plattmacht. Das mag naiv sein. Es ist aber menschlich. An dem Tag, an dem die Politprominenz wieder Politik für die Bürger macht und nicht für Konzerne und Großkapital, an dem Tag würden sich auch autoritäre Wünsche weitgehend in Luft auflösen. Aber wie erklären sie einem deutschen Bürger, dass er jahrelang den Gürtel enger schnallen musste, nur damit der Überschuss jetzt für Flüchtlinge ausgegeben wird? Das ist verkürzt. Es wird aber so empfunden.
Politik ist etwas anderes, als unpopuläre Maßnahmen zu vermarkten wie Tütensuppe. Genau das aber tun Angela, Siggi & Co. Und deshalb müssen sie weg.

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micromiller 20.03.2016, 13:01
158.

Zitat von limubei
Merkel und ihre zum Hofstaat degradierte retardierte CDU können nur noch weiter so. Der Erdogan Deal war das übelste, was ich mir derzeit vorstellen kann. Und der Hofstaat jubelt. Zumindest offiziell. Es dürften immer mehr Politiker die Faust in der Tasche ballen. Aber sie haben Angst um ihre feinen Posten und ihre marktkonforme Zukunft. Diese Politlandschaft ist verrottet und verdorben. Es wird Zeit, das das ganze heftig durcheinandergwirbelt wird. Das wir unangenehm und birgt Gefahren. Der Terrorismus kommt vielen entgegen. Lassen sich doch die freiheitlichen demokratischen Rechte weiter reglementieren. Die Türkei macht vor, wie mans macht. Da kommt Begehren auf in der herrschenden Polikaste! Ich werde den Verdacht nicht los, das Merkel da durchaus echte Sympathien hat. Denn eins ist sie - eine Machtperson, wie sie im Buche steht. Intrigant, eiskalt und berechnend. Die meisten lassen sich von ihrem Blick und ihrer Raute täuschen. Gertrud Hoehler hat es in ihrem Buch beschrieben. Die Patin.
Was soll sie denn machen, Raute ist doch unverfänglich und irgendwie weiblich und zugleich ein politisches Programm. Der ExKanzlerkandidat der Sozialisten hat, doch versucht recht aussagestark seinen Zeigefingern dagegen zu halten und ist mit dieser politischen Aussage gescheitert. Handbewegungen wie Faust oder nach oben oder unten sind out .. und dann bleibt da nicht viel um sich intelligent darzustellen.

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schwaebischehausfrau 20.03.2016, 13:04
159. Sicherheit statt Freiheit..?

Das wachsende "Sicherheitsbedürfnis" vieler Menschen zu verunglimpfen ist leicht, wenn man aus einem gut behüteten und sicheren Milieu schreibt. Aus sicherer Distanz lässt sich, wie bei Hr. Diez, wachsende Kriminalität auch mal schön multi-kulti like beschreiben als "eine Welt, die bunter wird". Jemand, der Opfer eines Einbruchdiebstahls, einer (auch schön verharmlosenden) "Antanz"-Raubüberfalls geworden ist oder in einem Viertel lebt, in dem der Staat schon lange vor kriminellen arabischen sog. "Familien-Clans" kapituliert hat, der wird diese "Buntheit" etwas anders sehen. Wer seinen politischen Gegner als "Flohsack an Vorbestraften, mit Haftbefehl Verfolgten, Gescheiterten, Karrieristen, schräg Begabten und puren Rassisten" tituliert, der darf sich ganz sicher nicht über die Verrohung der politischen Kultur beschweren. Das Schöne an den Wahlergebnissen vom letzten Sonntag: Das all dieses diffamierende "Niederschreiben" von einer breiten Allianz in den Medien nichts genützt hat - weil die Menschen mit offenen Augen durchs Leben gehen und jeden Tag mit einer anderen Realität konfrontiert werden und diese "Buntheit der Welt" anders wahrnehmen.

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