Forum: Kultur
Trump, AfD und andere Rechte: Stärke und Ordnung, egal wie
REUTERS

Sicherheit statt Freiheit, Ordnung statt Offenheit: Der Erfolg von Donald Trump in den USA oder der AfD in Deutschland ist das Symptom einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Autorität.

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Gabus 21.03.2016, 10:35
330. Woher kommt denn diese Angst?

Im Beitrag heisst es "Die Angst vor dem IS ist größer als die vor einem Verkehrsunfall".
Meine Frage dabei wäre:
Warum ist die Angst denn soviel größer? Die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall zu sterben ist um ein vielfaches höher als bei einem Anschlag des IS ums Leben zu kommen.
Trotzdem wird der IS zum allgemeinen Angst-Faktor, welcher, wie schon im oben genannten Text, die autoritäre Haltung der Bevölkerung verursacht.
An dieser Stelle muss ich eine kleine Kritik an den Medien loswerde. Nicht an SPON, sonder generell an unseren Medien. Jedes Thema, was genug zu bieten hat, wird aufgebauscht bis zum Geht-Nicht-Mehr. Statistisch gesehen ist die wahrscheinlichkeit bei einem Autounfall zu sterben viel höher als bei einem Terroranschlag ums leben zu kommen, wie schon oben gesagt. Trotzdem ist der IS vieeeeeeel schlimmer und gefährlicher in den Köpfen der Menschen. Und diese Haltung, die sie dann in die Arme von Trump oder AfD treibt kommt ein Stück weit durch die Medien. Denn nur wenn man den Leuten verklickert, dass der IS "die Bedrohung des 21. Jahrhunderts ist" dann gleuben sie das auch. Viele Leute denken leider nicht rational genug. Ich möchte nicht sagen, dass der IS harmlos oder ungefährlich ist, wenn man gier in Deutschland allerdings hart rationalisiert: wieviele Menschen sind denn schon bei IS-Anschlägen gestorben? und dann vergleichen sie das mal mit der Zahl der Todesopfer aufgrund der allgemeinen Grippe im Jahr. Die Medien haben ein gewisse Mitschuld an dem Gefahrendenken der Bevölkerung. Und jetzt merken die Redakteure, die damals die IS-Artikel geschrieben haben und sie möglichst "krass" und "skandalös" gemacht haben, dass sie sich ein eigentor geschossen haben, denn jetzt hat genau dieser IS-Artikel den Menschen Angst vor dem Fremden gemacht und sie in die Arme der AfD getrieben. Natürlich ist es unmöglich, so etwas vorauszusehen und die Bevölkerung, welche nicht in der Lage ist zu rationalisieren trägt ebenfalls eine Mitschuld. Doch diese gesamte Krise hier in Deutschland, der Wahlerfolg von AfD und Trump basiert auf diesem Gefahrendenken. Und dieses Gefahrendenken konnte nur durch genau diesen "Skandaljournalismus", welcher in heutiger Zeit leider vorherrscht, hervorgerufen werden. Artikel, welche nun die Wähler bitten, nicht die AfD zu wählen ist nur ein Versuch, das Eigentor wieder auszubügeln. Meiner Meinung nach muss man allerdings das Problem am Ursprung packen: Diesem Journalismus. Allerdings ist das ein Paradoxon, welches nicht erfüllt werden kann, da die Leute nun einmal immer die "krasseste" und "heftigste" Story hören wollen. Nicht Skandalträchtige Medien wären also auch nicht erfolgreich.
Trotzdem kreide ich diese Haltung der Gesellschaft an, da sie genau solche Krisen verursacht, die im Grunde nur in den Köpfen der Leute existieren. Zumindest statistisch gesehen.

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platin-iridium 21.03.2016, 10:44
331.

Zitat von Gabus
Doch diese gesamte Krise hier in Deutschland, der Wahlerfolg von AfD und Trump basiert auf diesem Gefahrendenken. Und dieses Gefahrendenken konnte nur durch genau diesen "Skandaljournalismus", welcher in heutiger Zeit leider vorherrscht, hervorgerufen werden. Artikel, welche nun die Wähler bitten, nicht die AfD zu wählen ist nur ein Versuch, das Eigentor wieder auszubügeln. Meiner Meinung nach muss man allerdings das Problem am Ursprung packen: Diesem Journalismus.
Falsch. Wer "den Journalismus" beschneidet, der legt die Axt an die Grundfesten nicht nur der Pressefreiheit. Es ist das höchste Gut, in einem Staat, in einer Gesellschaft über das schreiben zu können, zu dürfen, was politisch und gesellschaftlich gerade aktuell ist.

Die Gefahr liegt woanders:

Was hier geäußert wird, das sind nichts anderes als "Befindlichkeiten" und - teilweise irrationale - Ängste, darauf hat der Autor bereits mit der Überschrift eine Antwort gegeben:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/s-p-o-n-der-kritiker-staerke-und-ordnung-egal-wie-a-1083037.html
"Sicherheit statt Freiheit, Ordnung statt Offenheit: Der Erfolg von Donald Trump in den USA oder der AfD in Deutschland ist das Symptom einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Autorität."
Es ist beängstigend zu sehen, wie sehr diese Sehnsucht AUCH in manchen Ländern der EU wieder um sich greift.
In Deutschland hatten wir gleich zwei autoritäre Systeme, deren Führung den Menschen sagte, wo die Richtung hingehen soll und vorschrieb, was in den Zeitungen geschrieben durfte und was nicht..
Das eine endete 1945 in einem totalen Desaster, nachdem es die ganze Welt in Brand gesteckt hatte
Das andere 1990 - nachdem es sein Volk seit 1949 immer stärker mit "Sicherheit und Ordnung" drangsaliert und letztlich eingesperrt hatte.

Auch dort war insbesondere die Pressefreiheit stark eingeschränkt, wenn überhaupt vorhanden.

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Olaf 21.03.2016, 10:46
332.

Zitat von Gabus
Im Beitrag heisst es "Die Angst vor dem IS ist größer als die vor einem Verkehrsunfall". Meine Frage dabei wäre: Warum ist die Angst denn soviel größer? Die Wahrscheinlichkeit bei einem Verkehrsunfall zu sterben ist um ein vielfaches höher als bei einem Anschlag des IS ums Leben zu kommen. Trotzdem wird der IS zum allgemeinen Angst-Faktor, welcher, wie schon im oben genannten Text, die autoritäre Haltung der Bevölkerung verursacht.
Wenn ich so etwas lesen, frage ich mich immer wo eigentlich diese ganzen angstfreien, nüchtern analysierenden Vernunftmenschen von links eigentlich während der Fukushima Krise waren.

Davor musst man sich hier in Deutschland noch viel weniger fürchten als heute vor dem IS.

Oder sollte das bedeuten, dass die Atomangst durch links-grüne Medien und Politiker bis zur Hysterie gesteigert wurde, nur um die eigenen, politischen Ziele zu erreichen?

Dann wäre das schüren der Ängste vor einem GAU in Deutschland ja genau so Populistisch gewesen wie heute das Schüren der Ängste vor dem IS.

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wiesenflitzer 21.03.2016, 10:50
333. An ALLE potenziellen AFD-Wähler!!!

Ich bin wahrscheinlich mit den etablierten Parteien genau so unzufrieden, wie die jetzigen (und vielleicht auch zukünftigen) AFD-Wähler. Mehr als ein Protest kann das nämlich nicht sein. Oder wollt ihr wirklich wissen, was diese AFD will? Gut, dann lest doch bitte mal hier nach. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-03/afd-partei-programm-entwurf.

Diese Forderungen und Überlegungen sollen kommenden Monat als Parteiprogramm abgesegnet werden. Wer bitte, will denn sowas??

Dumm nur, eine weitere Partei, welcher man seine Stimme geben könnte, gibt's auch nicht. Ein echtes Wahldilemma, wie ich finde.

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ugt 21.03.2016, 10:57
334. Man sollte vorsichtiger sein.

zum einen will der Mensch als solches eine Ordnung und Kontinuität, das damit er seine Zukunft planen kann.
Dann wollen die meisten Menschen geführt werden, sie wollen gesagt bekommen was zu tun ist. Führungspersönlichkeiten halt.

Was haben SPD und CDU zu bieten? Nichts, keine Führungspersönlichkeiten. Ein Frau die hofft, dass alles bald vorbei geht und einen Mann der sich in die Bedeutungslosigkeit redet. Politiker die jedem Geld hinterher werfen, nur nicht ihren eigenen Leuten. Der Finanzminister, ein verbitterter, alter, bösartiger Mann. Der Verkehrsminister mehr oder weniger ein Harlekin, der alle 4 Wochen eine neue Sau durchs Dorf treibt, Eine Verteidigungsministerin, der Kindergärten wichtiger ist als das Überleben der ihr anvertrauten jungen Männer.

Alles das führt dazu, dass sich die AfD aus dem Urschlamm der Politik formieren kann. Leute die einen vermeintlichen Weg aus dem Desaster kennen. Die ziehen dann noch die Versager an, die glauben alle die keinen deutschen Pass haben wären an ihrem eigenen Versagen schuld.

Was Deutschland braucht sind wieder Helmut Schmidts, Herbert Wehner, Heiner Geißler und derlei Typen mit Ecken und Kanten. Leute die Aussagen treffen und dazu stehen. Leute die auch mal querdenken können.

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naknak 21.03.2016, 10:58
335. witziger Artikel

Frau Merkel macht im Alleingang was sie will und wofür sie NICHT gewählt wurde. Angetreten war sie aber mal mit:
Mehr für Bildung
Mehr für Familien
Mehr für Arbeit
usw.
Umgesetzt hat sie davon nichts.

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acusticusneurinom 21.03.2016, 10:59
336.

Zitat von rennflosse
Gleichzeitig erlebt der Bürger, dass die Regeln nicht für alle zu gelten scheinen. Es bilden sich Gruppen und Schichten, mit denen sich eine schwindende Staatsmacht nicht anlegt, während die Mittelschicht die ganze Last von Verboten und Sanktionen tragen muss. Das Fremde erlebt der Bürger als Parallelgesellschaften, von denen zum Teil eine massive organisierte Kriminalität ausgeht. Die Fremden tragen auch einen guten Teil Hass auf ihre Gastgeber ins Land. Oder geben ihrer Verachtung gegen ihre ungläubigen Gastgeber deutlich zum Ausdruck. Ordnugskräfte, deren Aufgabe Einhaltung von Regeln ist, werden massiv eingeschränkt und abgebaut. Sie konzentrieren sich auf die leichte Beute der verhältnismäßig "braven" Bürger, die sie dann umso härter überwachen und drangsalieren.
Pauschalisierungen taugen wenig zu einer erwidernden Analyse. Nicht "der Bürger" erlebt "das Fremde" als Parallelgesellschaften - sondern manche Bürger fühlen sie als solche - und manche wiederum nicht.

Zitat von
Der Linksruck der CDU hat die konservativen Kräfte freigesetzt und sie suchen nach einer geistigen Heimat. Hinzu kommt, dass der Staat sich aus seinen Kernaufgaben zurückzieht und das Land damit ruiniert.
Welche "Kernaufgaben" meinen Sie?

Zitat von
Die Berichterstattung folgt Interessen und persönlichen Beziehungen zwischen Mächtigen und Medien (vgl. Friede Springen & Angela Merkel).
Friede Springer ist ein Familienmitglied der Famile um Axel Springer. Der Springer-Verlag gibt unter anderem die BILD-Zeitung heraus, die in vorderster Front steht, um Stimmung gegen viele Fremde und Andersartige zu machen.

Zitat von
Die Partei hat außer Claqueuren keine denkenden Persönlichkeiten mehr außer einigen Methusalems der Politik, die aber nichts mehr bewirken können und wollen.
Aber selbstverständlich hat sie das. Wolfgang Schäuble ist einer der derzeit mächtigsten Konservativen in dieser Partei als Finanzminister in prägender Stellung tätig.

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herr wal 21.03.2016, 11:04
337.

Zitat von candidesgarten
Für Sie ist der Wahlerfolg der AfD irgendwie böse, 15 % Rassisten. Sie werden nichtmal dann aufwachen, wenn es 30% sind, und dann 40. Es gibt Rassisten in der AfD und sie wird auch von solchen gewählt. Aber eben auch von denen, die die jetzige Politik für irrsinnig und fast schon religiös betrachten, und das werden täglich mehr. Es gibt gute Gründe jenseits eines rechten Weltbildes die AfD zu wählen. Natürlich können Sie jeden AfD- Wähler zum Rassisten erklären. Aber das ist nur kostenlose Wahlwerbung für die.
Es geht nicht um Rassismus, es geht um das autoritär-totalitäre Menschenbild. Und das haben wir dem Herrn Adorno und dem Herrn Fromm zu verdanken, und auch dem Herrn Reich. Die Kaiser Wilhelms haben es vorgedacht, und Georg Diez hat es dankenswerterweise und zur richtigen Zeit wieder einmal aufgegriffen.

Rassismus ist auswechselbar; die nächste braune Generation hat vielleicht nicht das Geringste gegen Personen mit abweichenden Gesichtszügen oder Hautfärbungen, aber regt sich über die „falsche“ Form der Liturgie, des Wohnraums oder des Fortbewegungsmittels auf.

Und über die aktuelle Politik der Bundesregierung hat man ja schon vieles gehört, aber dass sie „religiös“ sein soll, ist nun wirklich mal was Neues.

Und auch Frau Berg hat neulich der AfD eine gewisse (leicht hämische) Dankbarkeit bekundet: dafür, dass diese rechte APO das faschistoide Potential in diesem unseren Lande sichtbar macht.

Erinnert mich irgendwie an fröhliche Kindertage:

„Eins, zwei, drei, vier Eckstein,
alles muss versteckt sein.
Hinter mir und vor mir
gilt es nicht,
– ich komme!“

Und jetzt sind wir wohl bei „fünf“.

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rennflosse 21.03.2016, 11:06
338. Sehnsucht nach Untergang

Eine Berliner Tageszeitung titelt heute mit dem Bild von Thilo Sarrazin: "Hätte man auf mich gehört, gäbe es keine AfD."

Unabhängig davon: Würde die Sicht des Herrn Diez so zutreffen, so verkörpert er einen anderen Teil der Gesellschaft, die man bisher noch dem eher linken Spektrum zuordnete.

Kennzeichnend für die herrschende Meinung dort ist die Lust am eigenen Untergang.

Aufgerieben zwischen tausenden Interessengruppen jedweder auch noch so exotischer Minderheiten, zwischen Parallelgesellschaften und Kulturen, die uns im eigenen Land vor die Füße spucken und am liebsten ihre Gastgeber abschaffen wollen ...

... führt uns der Weg direkt ins Nichts.

Es ist kein Wunder, dass wachsende Mehrheiten sich einer zugegeben etwas anrüchigen Protestpartei bedienen, um sich ihrer Entleibung zu entziehen.

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igelei 21.03.2016, 11:06
339. Ziemlich kurzsichtig...

Zitat von Olaf
Wenn ich so etwas lesen, frage ich mich immer wo eigentlich diese ganzen angstfreien, nüchtern analysierenden Vernunftmenschen von links eigentlich während der Fukushima Krise waren. Davor musst man sich hier in Deutschland noch viel weniger fürchten als heute vor dem IS. Oder sollte das bedeuten, dass die Atomangst durch links-grüne Medien und Politiker bis zur Hysterie gesteigert wurde, nur um die eigenen, politischen Ziele zu erreichen? Dann wäre das schüren der Ängste vor einem GAU in Deutschland ja genau so Populistisch gewesen wie heute das Schüren der Ängste vor dem IS.
Fukushima und IS zu vergleichen, besonders wenn man mal alle kritischen Atomunfälle in der BRD und im näheren Umfeld betrachtet. Die Atomkatastrophe ist eine ziemlich reelle Gefahr die wenn tatsächlich etwas passiert vermutlich jede Todesgefahr in Deutschland um längen schlägt. Damit hat eine Warnung davor nichts mit Hysterie zu tun. Außerdem wurde damals durch Fukushima nur den Normalos erstmalig wieder bewusst (wahr auch nach Tschenobyl so) wie gefährlich so ein Reaktorunfall ist. Darum auch die Reaktion von Merkel und Co. IS dagegen ist tatsächlich Panikmache, weil die Gefahr zwar Handfest ist, aber der angerichtete Schaden eher psychologisch als physisch ist- ich weiß das dies zynisch klingt, besonders für die Opfer, aber wie eine Forist vor mir schon erwähnte, durch ein Auto zu sterben ist wahrscheinlicher.

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