Forum: Kultur
Trump-Wähler: "Die Demokratie wird zum Feind des Marktes erklärt"
AFP

Warum haben die Amerikaner einen Geschäftsmann gewählt? Die Politikwissenschaftlerin Wendy Brown macht den Neoliberalismus für Trumps Sieg verantwortlich - und erklärt, warum Protest gegen Trump nicht reichen wird.

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tzoumaz 20.11.2016, 12:02
110. Den Neoliberalismus...

in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf. Eine Abwandlung des Zitats von Honnecker. Alle gut gemeinten Ratschläge hier beschreiben nur die Ohnmacht weil der Neoliberalismus sich nicht nur auf Wirtschaft bezieht sondern schon in unseren Köpfen steckt. Es ist der exzessive Verfall von Regeln und jeglicher Moral. Opfer haben immer eine Teilschuld, Täter sind immer begrenzt schuldfähig. Urteile werden begrenzt vollstreckt oder man kann sich freikaufen. Juristen haben Hochkonjunktur. Globale Handelsabkommen unterliegen globalen Schiedsgerichten die die Gewaltenteilung jeder Demokratie aushebeln. Und die Medien sind Teil dieses großen Deals. Leider!

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billibumbler 20.11.2016, 12:04
111. @Palmstroem (108)

Einer der besten Satire-Kommentare, den ich auf spon bislang lesen durfte - genial, Glückwunsch !

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Dengar 20.11.2016, 12:05
112. Richtig

Zitat von tailspin
Solange die USA das 2. nd Amendment haben, ist die Demokratie nicht in Gefahr. Gegen die verteilte Volksmacht kommt keiner an. Trump steht dafuer ein. Obama nicht.
Und darum sitzen bei uns auch so viele Waffengesetzverschärfer und Überwachungsfetischisten in der Regierung, damit WIR unsere Demokratie eben nicht mehr verteidigen können, wenn der Zeitpunkt der Abschaffung gekommen sein wird.

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Allezy 20.11.2016, 12:05
113. Die Dame hat es noch nicht verstanden

Sie sollte a) den Artikel ihrer Kollegin Joan Williams im HBR lesen in dem jene beschreibt wie die Arbeiterklasse wirklich tickt- u.a. verachtet sie die Armen und Politik für Jene.
Des weiteren sollte sie und alle anderen Linken endlich aufhören alle Probleme dieser Welt einem gar nicht definierten Neo-Liberalismus zuzuschieben. Trump&co sind das bestimmt nicht, sie sind nationalistisch libertaer und neo-autoritaer.

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serdulosello 20.11.2016, 12:09
114. Spiegel schon lange nicht mehr

Zitat von Weites Land
...verabschiedet sich der Spiegel aus der seriösen Berichterstattung über die USA...
Titel: "Trump Wähler: Die Demokratie wird zum Feind des Marktes erklärt."
Wenn man dann den Artikel liest, stellt sich heraus, dass es der Neoliberalismus ist, der die Demokratie zum Feind des Marktes erklärt. - also das genaue Gegenteil.
Die meisten Leser gleiten nur über die Titel hinweg.. So perfide kann man mit einem Schlenker die Information um 180 Grad herumdrehen. Das ist der Spiegel - von der massiven Zensur der Leserkommentare mal ganz abgesehen..

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Palmstroem 20.11.2016, 12:19
115. Es kann nicht sein, was nicht sein darf!

Zitat von billibumbler
Einer der besten Satire-Kommentare, den ich auf spon bislang lesen durfte - genial, Glückwunsch !
Nicht umsonst wurde "postfaktisch" zum Wort des Jahres gewählt, denn was zählen schon Fakten gegen die eigene Meinung!

"Lebten 1820 noch 90% aller Menschen in Absoluter Armut, waren es 1970 immer noch 60%. Heute liegt ihr Anteil trotz steigender Weltbevölkerung nur mehr bei 14%." (Daten aus Der SPIEGEL 42/2016 über die Globale Armut)

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w.diverso 20.11.2016, 12:20
116.

Zitat von Steve Holmes
Ich war nicht schockiert sondern positiv überrascht. Diese Frau spricht weder für alle und ganz bestimmt nicht für mich. Warum sollte man ihnen gesonderte Versprechen machen? Sie haben die gleichen Möglichkeiten wie jeder hier in den USA. Manche nutzen sie und manche nicht. Die Globalisierung ist wie das Wetter. Man kann es mehr oder weniger gut voraussagen, aber nicht ändern. Die Entwicklung von Rad, Druckerpresse, Dampfmaschine, Flugzeugen, Internet, etc. sind nur der Anfang. Dieses Wissen und seine Konsequenzen werden erst vergehen wenn die Menschheit ausstirtbt.
Sie leugnen aber schon ganz schön die Wirklichkeit. Ganz klar kann man gewisse Bevölkerungsgruppen fördern oder benachteiligen. Und Auswirkung der Globalisierung kann von der Politik sehr wohl beeinflusst werden. Wenn man es z.B. Firmen überlässt wo sie produzieren, das kann man über Besteuerungen steuern, dann werden die ganz klar versuchen ihren Gewinn zu erhöhen und möglichst billig und mit den geringsten Umweltauflagen zu produzieren. Wenn man das noch unterstützt, dann werden am Ende die Waren zwar immer billiger, aber immer weniger können sie sich leisten. Ob das zum Funktionieren einer Gesellschaft beiträgt, ist aber fraglich. Zum vernünftigen Funktionieren einer Gesellschaft ist ein gewisser Anteil von Industrieproduktion notwendig, wenn die Politik zulässt, dass der immer mehr sinkt, wird es Probleme geben. Die Politik kann den Einfluss der Globalisierung ganz sicher so verlangsamen, dass die Gesellschaft Zeit hat sich darauf einzustellen. Raubtier-Kapitalismus ist zwar für einige wenige recht toll, aber leider nicht für die Gesamtheit.

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mamas.duemmster 20.11.2016, 12:28
117. Merkel,

die große Koalition, das Aussitzen von Problemen und beharrliche Realitätsverweigerung, ständige moralische Entrüstung sowie das Beschimpfen Andersdenkender...DAS sind die Feinde der Demokratie.

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Aberlour A ' Bunadh 20.11.2016, 12:31
118. Vom großen Trade-Off und dem Verhältnis von Neoliberalismus und Lebensdienlichkeit

Wendy Brown ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet sich hier am Neoliberalismus ab. Meiner Ansicht nach geht es hier aber um den uralten Konflikt zwischen Effizienz und Gerechtigkeit. Dieser Trade-off zwischen Effizienz und Gerechtigkeit ist gut belegt und rührt daher, dass Institutionen, die die Effizient fördern (Allokationseffizienz über Marktpreise und Zahlungsbereitschaften) auf Kosten der Gerechtigkeit gehen und umgekehrt Institutionen, die die (Einzelfall-)Gerechtigkeit fördern (Ausnahmeregelungen, Subventionen, administrierte Preise etc.) auf Kosten der Effizienz gehen. Wendy Brown schwebt offensichtlich ein "extremer Neoliberalismus" als Angeklagtem vor - den man auch als Paläoliberalismus bezeichnet - und der in der Tat das Effizienzziel verabsolutiert, d.h. Institutionen, die mehr Gerechtigkeit erzeugen, EXISTIEREN schlichtweg nicht, weil angenommen wird, dass die Förderung des Effizienzziels automatisch auch zu maximaler Gerechtigkeit führt. Da es keinen Trade-Off zwischen Effizienz und Gerechtigkeit gibt, kann es auch keine Politik geben, die über ein mehr an Gerechtigkeit die Situation verbessern würde. In der realen Welt kommt es natürlich (fast) immer zu einem Konflikt zwischen Effizienz und Gerechtigkeit. Es kann sogar dazu kommen, dass eine Situation derart eskaliert, dass eine einseitige Ausrichtung auf das Effizienzziel zu Lasten der "Lebensdienlichkeit" geht, um einen Ausdruck des Wirtschaftsethikers Arthur Rich zu verwenden. Und damit auf Kosten der Autonomie der Menschen in einer Gesellschaft. Dass dadurch auch die Demokratie an sich gefährdet ist, schließt wieder den Kreis zur Politikwissenschaft. Den umgekehrten Fall, in dem eine Verabsolutierung des Gerechtigkeitsziels - auf Kosten der Effizienz - ebenso nicht lebensdienlich für eine Gesellschaft ist, vernachlässige ich vorliegenden Fall. Was also tun? In der realen Politik muss es darum gehen, die beiden Kriterien Effizienz und Gerechtigkeit klar voneinander zu trennen und Regelungen zu konstituieren, die diese beiden Ziele wechselseitig möglichst wenig in Mitleidenschaft ziehen, d.h., den Trade-off so gering wie möglich halten. So kann man eine effizient wirtschaftende Ökonomie, die dem Effizienzziel verpflichtet ist und damit dem Wohlstand der Gesellschaft erhöht, mit den Gerechtigkeitserfordernissen eben dieser Ökonomie versöhnen. Dies kann man aus ÖKONOMISCHER Sicht am besten mit einer Kombination aus Kopfsteuer und Grundsicherung erreichen. Das heißt also: mit einem "aufgeklärten Neoliberalismus". Eine spezielle Form des "aufgeklärten Neoliberalismus" stellt auch die Soziale Marktwirtschaft" dar, die ja ebenfalls - in der Sprache von Müller-Armack - den "Preisapparat" als unentbehrlichen "Koordinierungs- und Einpendelungsapparat", durch eine institutionelle Sicherung des Wettbewerbs in einer "Sozialen Irenik" mit einer tragfähigen Sozialpolitik (Fürsorgeleistungen, Renten- und Lastenausgleichszahlungen, Wohnungsbauzuschüsse) durch eine "staatliche Einkommensumleitung" versöhnt. Und damit die Demokratie sichert.

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rene.macon 20.11.2016, 12:41
119. Intellektuelle Einfalt

Fühlen Sie sich heute unpässlich oder haben Sie schon seit Wochen einfach keine Lust Ihre Wohnung aufzuräumen? Soll ich Ihnen sagen, wer daran Schuld ist? Der NEOLIBERALISMUS! Coole Sache, da niemand so ganz genau sagen kann, was NEOLIBERALISMUS ist, eignet er sich prima als Popanz, den man für alles verantwortlich machen kann.

Schade nur, dass dabei eine ernsthafte Ursachenanalyse auf der Strecke bleibt. An der zunehmenden Ungleichverteilung der Einkommen in den entwickelten Länder ist der Handel mit weniger entwickelten Ländern und der starke Strukturwandel, der von der Digitalisierung der Wirtschaft ausgeht, schuld. Wenn man daran etwas ändern möchte, muss man also an diesen Ursachen ansetzen. Das Unschöne daran ist, dass dabei schnell sehr schnell Zielkonflikte auftauchen: Will man auf die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung oder des technischen Fortschritts wirklich verzichten oder investiert man besser in eine Verbesserung der Ausbildung niedrigqualifizierter Arbeitskräfte? "Investieren" in Menschen - schon wieder so eine neoliberale Zumutung... Wer sich solche Vereinfachungen erlaubt, bahnt Leuten wie Trump, Putin oder Erdogan den Weg!

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