Forum: Kultur
Tuvia Tenenbom in der US-Provinz: Ein New Yorker reist durch Trump-Land
Max Zerrahn/ Suhrkamp

Er gibt sich arglos, dann reden die Leute freizügig mit ihm: Tuvia Tenenbom war unterwegs - "Allein unter Amerikanern". Und fand sie auf einem selbstzerstörerischen Kurs. Bald darauf wurde Donald Trump gewählt.

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kakadu 05.12.2016, 12:56
10. Jedem das Seine

Zitat von korrekturen
Wie unterscheidedt der Autor zwischen "obsesiver" und gerechtfertigter Kritik an Israel? Ich denke es ist das Gegenteil. Es wird versucht obsessiv, das Land gegen Kritik abzuschirmen. Dafür werden Gesetzte erlasen, die eigentlich illegal sind, jeder der etwas kritisches sagt, muß mit Konsequenzen rechnen. Vielleicht sollte der Autor des Artikels Autoren wie Max Blumenthal, Ilan Pappe und viele andere lesen, oder den Blog Mondoweiss von Philip Weiss und Adam Horowitz, die beste Informationsquelle über die Region.
Die einen sagen dies und die anderen das.
Jeder nimmt sich die Erklärung, die ihm am besten passt.

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t.m.s.i.d.r.schnapper 05.12.2016, 12:58
11. Kann ich nur empfehlen

Zitat von an-i
Paul Theroux: Tief im Süden
Gerade das Buch fertig gelesen. Sehr einfühlsame Beschreibung der Verhältnisse im tiefen Süden der USA. Der immer noch latente Rassismus und die folgen des Freihandelsabkommens Nafta werden ausführlich dargestellt. Aber auch von den Hoffnungen der Menschen wird erzählt.

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wakaba 05.12.2016, 13:34
12.

Zitat von Mathesar
...und provoziert irgendwelche Identitäten so lange, bis er aus seinen Gesprächspartnern etwas herauskitzelt, was nicht politisch korrekt ist...ja, das ist Literatur as its best. Außerhalb von New York fängt das reale Leben an. Das ist in Berlin nicht anders. Und als New Yorker kann man natürlich trefflich die Nase rümpfen, über das biedere Volk da draußen. Es ist aber da, es wird gerne übergangen, es hat deswegen Trump gewählt...gewöhnt euch dran...
Die Mehrheit hat Ihn nicht gewählt. Er ist an der Macht weil eine Spitzfindigkeit unseres Wahlsystems das möglich macht. Der Schock hier geht tief. Berlin ist HS, NY nicht. Der Vergleich ist so nicht statthaft. Es heisst "at its best". Der Wahnsinn in der weissen Welt der mittleren States wird von einigen Journalisten dokumentiert. Gut so. In meinem Wohnstaat sinds 90% Demokraten. Was meinst wie wir uns fühlen?

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tornadomiterlebt 05.12.2016, 13:54
13. Mein Wohnstaat war mal Georgia

Ein Staat in dem die republikanische Mehrheit ist und in dem ich die letzten 36 Jahre sehr viel an meist gar nicht so verstecktem und dreistem Rassismus erlebt habe. Was glauben sie wie man sich als Democrat im Moment in so einem Staat fühlt? Ich bin ehrlich gesagt froh, ich lebe seit 3 Jahren nicht mehr in Georgia. Aber leider schwimmt die Welt derzeit fast überall auf den Wogen des Rechts Populismus, eine Sache die mir sehr Angst macht.

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charlybird 05.12.2016, 14:10
14. Wenn

Zitat von kritischergeist
Genau das war es. Die Lebenswelt eines Theatermachers war schon immer inkompatibel zur Realität der einfachen Leute und besonders der im mittleren Westen. Er zog im Glauben eines Bessermenschen aus um sich seine Vorurteile bestätigen zu lassen und er wurde fündig. Ein Buch das man im Laden lassen sollte.
Sie ein wirklich kritischer Geist wären, warum machen Sie nicht eine vergleichbare, dokumentarische Reise und lassen uns dann an Ihren Ergebnissen teilhaben, anstatt diesem Mann, wahrscheinlich ohne Kenntnis des Buches, das Pflegen seiner Vorurteile zu unterstellen ?
Das ist nämlich nicht kritsch, sondern ein lupenreines Vorurteil. :-)

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dinnyc 05.12.2016, 14:23
15.

Zwischen Alaska und Hawaii liegt übrigens vor allem Wasser.

Mal eben ein blöder Zwischeneinwurf.

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böser-sachse 05.12.2016, 15:03
16. Also seine Kolumne

Also seine Kolumne mit dem bösartigen zynischen Humor mag ich sehr ! Aber seine Bücher die oft unter dem Motto ,such den Antisemiten entstehen, die lese ich nicht. Der Mann hat sicher die Eigenart die Leute zu provozieren bis er bekommt was er will. Sowas muss ich nicht lesen.

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90-grad 05.12.2016, 15:03
17. Er

Zitat von wakaba
Die Mehrheit hat Ihn nicht gewählt. Er ist an der Macht weil eine Spitzfindigkeit unseres Wahlsystems das möglich macht. Der Schock hier geht tief. Berlin ist HS, NY nicht. Der Vergleich ist so nicht statthaft. Es heisst "at its best". Der Wahnsinn in der weissen Welt der mittleren States wird von einigen Journalisten dokumentiert. Gut so. In meinem Wohnstaat sinds 90% Demokraten. Was meinst wie wir uns fühlen?
hat diese Wahl doch nicht wg. einer seit 200 Jahren gültigen Spitzfindigkeit der US-Verfassung gewonnen.

Er hat gewonnen, weil 70% aller Amerikaner sauer auf die (selbstgekürten) Eliten sind, weil ca. 65% HC als nicht vertrauenswürdig einstuften, weil Obama bzgl. der inneren Probleme der USA weitestgehend versagt hat, weil man schon ziemlich abgehoben und arrogant sein muß, wenn man große Teile der amerikanischen Bevölkerung (in verschlechterten Lebensumstände) als "basket of deplorables" diskreditiert, etc. etc, etc.

Ihre Gefühle in allen Ehren, aber ist es nicht höchste Zeit aus gemachten Fehlern zu lernen, statt ins "emotionale Exil" zu gehen?

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90-grad 05.12.2016, 15:25
18. Läßt

Zitat von kritischergeist
Genau das war es. Die Lebenswelt eines Theatermachers war schon immer inkompatibel zur Realität der einfachen Leute und besonders der im mittleren Westen. Er zog im Glauben eines Bessermenschen aus um sich seine Vorurteile bestätigen zu lassen und er wurde fündig. Ein Buch das man im Laden lassen sollte.
mich schmunzeln.

Alice S. "Allein unter Männern", wäre bestimmt auch eine Fundgrube.

Ironie aus.

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ijf 05.12.2016, 16:01
19. Banale Realität!

Zitat von scoopx
Anscheinend gibt es die "fürchterliche Realität" für Spon und andere Medien erst, seit Trump zum Präsidenten gewählt wurde. Da sucht man jetzt nach Zeugen aller Art. Aber das Land, das Tenenbom bereist hat, war vor 10, vor 20 und vor 30 Jahren doch auch nicht anders. Nur, damals hat das keinen interessiert. Vor 20 Jahren z.B. waren die USA die Speerspitze des Fortschritts, erzielten sagenhafte Wachstumsraten und erfanden die "New Economy". Das Land bestand praktisch nur aus Startups und war hach so effizient, denn überall herrschte ja der Wettbewerb. Es wimmelte von "success stories", und das nicht nur in der Wirtschaftspresse. Dieselbe blinde Verehrung, die noch heute allem entgegengebracht wird, das aus dem "Silicon Valley" kommt, galt Mitte der 90er für die gesamten USA. Es! War! Alles! Fake! - Und wieder muß ich sagen: es ist Trump, der es an den Tag bringt.
Bis auf das Schluss-Statement stimme ich Ihrem Post vollinhaltlich zu... ich war in den Neunzigern mehrmals in NY, City und County, genauer Ithaka... es war schon damals entlarvend - das extreme Gefälle zwischen" Stadt" und "Land".... ich fand das so gruselig, dass ich bis heute nur unter Protest, und nur, wenn's unbedingt sein muss -also dienstlich - Trumps, äh Gods own Country bereise und immer zusehe, dass ich schnell wieder raus bin... Trump bringt gar nix an den Tag!!! Trump will zurück in die verlogene bling-bling-Zeit vor zerstörten World-Trade-Türmen, verlorenen Nahost-Kriegen, geplatzten Finanz-Blasen.... in den letzten zehn, fünfzehn Jahren brach mit brutaler Gewalt die Realität in die US-Ken&Barbie-Traumwelt ein - DAGEGEN, gegen die raue Wirklichkeit, will er seine Mauern bauen und Protektionismus zum Regierungsprinzip machen... Angst und oberflächliche dumme US-eigene Sentimentalität treiben den Mann... an den Tag bringen will der gar nix - nicht mal seine Steuererklärungen...

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