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TV-Serien-Guru David Simon: "Die USA haben den Bogen überspannt"

Seine Polizeiserie "The Wire" ist ein gesellschaftskritisches Meisterwerk von epischer Komplexität. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der amerikanische TV-Autor David Simon, wie er mit dem Fernsehen den Kapitalismus bekämpft - und warum der Untergang der USA keine Tragödie wäre.

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CaptainSubtext 02.11.2009, 11:35
120. !

Zitat von achim68
Amerikanische TV-Serien haben im allgemeinen einen einzigen Sinn: Den Konsumenten zwischen den Werbeblöcken vor der Glotze zu halten. Ihr "Sinn" und ihre "Aussagen" sind uninteressant... Die durchschnittliche Klientel die erreicht wird, interessiert die Welt jenseits der Couch sekundär bis überhaupt nicht.
Nur mal so am Rande: The Wire wurde für HBO produziert. D.h. Von einem Pay-TV-Sender der sein Geld nicht damit verdient Zuschauer an Werbetreibende zu verkaufen.

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Atavist 05.11.2009, 23:31
121. Zustimmung

Zitat von stormking
Gute amerikanische Serien bieten interessante, komplexe Geschichten, die dank deutlich längerer Laufzeit sorgfältig erzählt werden können, mehr und mehr wirklich sehr gute bis herausragende Darstellerleistung und seit Jahren eine dem Kino ebenbürtige Optik.
Ich gehe noch weiter und behaupte, dass Jahrhundertwerke wie "The Wire" oder "The Sopranos" und auch ein paar andere Top-Serien der letzten zehn Jahre (z. B. "Deadwood" oder "Six Feet Under") besser sind als alles, was Kino und Fernsehen bisher hervorgebracht haben. Natürlich ist der Vergleich zu Filmen etwas unfair, weil eine Serie wesentlich komplexer erzählen kann, aber auch in anderen Aspekten wird hier allerhöchste Qualität geboten. James Gandolfini als "Tony Soprano" ist die vielschichtigste Darstellerleistung, die ich bislang gesehen habe, und Andre Royo als "Bubbles" hat mich bewegt wie kaum eine andere fiktive Figur.

Dazu passender Abschnitt aus einem Artikel zu "The Wire":
Zitat von
"Time" entschuldigte sich bei seinen Lesern dafür, nicht schon früher über "The Wire" berichtet zu haben: "Wir haben versagt." Das Intellektuellenmagazin "Atlantic Monthly" empfiehlt, die DVDs zwischen Dostojewskij, Dickens und Tolstoi einzusortieren, und der "New Yorker" begleitete den Erfinder der Serie, David Simon, monatelang für einen elfseitigen Artikel, in dem selbst das Weihnachtsmahl seiner Eltern beschrieben wird.
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC2...~Scontent.html

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stesoell 17.09.2011, 13:16
122. oo

Ich kann das Lob für "The Wire" nur unterstützen. Natürlich auch an HBO!
Mir egal ob das TV aus 98% Schrott besteht. Mich interessieren verbleibende 2% (Game of Thrones, The Wire, Sopranos, Band of Brothers, ....)

Wäre fein, wenn sich HBO einmal "The Foundation" von Asimov annehmen würde.

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CitizenTM 17.09.2011, 13:31
123. Börse

Zitat von Volker_Detering
Ich habe bislang noch keinen Kapitalismuskritiker gesehen der einen brauchbaren Gegenentwurf vorgelegt hat. Zur Erinnerung, man kann nicht gleichzeitig die Kapitalisten vernichten und melken wollen um alle "gluecklich" zu machen. Mich wuerde interessieren wie man den oeffentlichen Aktienmarkt durch etwas anderes ersetzen koennte. Das spekulieren mit Aktien ist nicht notwendigerweise Teil eines funktionierenden Kapitalismus. Der IPO dient dazu notwendiges Kapital fuer eine wachsende Firma zu sammeln. Da hoert es aber auch schon auf. Leider geht das Kapitalsammeln nicht ohne einen Anreiz fuer Investoren mit Gewinn wieder aussteigen zu koennen.
Sie beschreiben die Theorie, die sie im Grundstudium der Wirtschaftswissenschaften vermittelt wird.

Die Börse und Finanzwirtschaft hat sich aber komplett von der Realwirtschaft abgekapselt. Hier geht es nicht um das Finanzieren von Firmen mit Aussicht auf Dividenden und zukünftige Erträge sondern um die beliebten Spiele Pokern und Schwarzer Peter.

Mich würde mal interessieren was wohl passieren würde wenn Anleger ihr Kapital immer mindestens 1 Fiscal Year oder wenigstens 1 Fiscal Quarter bei einer Firma lassen müssten. Dann müssten sie sich mit den wirklichen Finanzen dieser Firma beschäftigen und nicht mit den Vorgegaukelten oder dem manipulierten Wunschdenken.

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