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Twitter-Kommentare zum Tukur-"Tatort": Wagner in Wiesbaden
ARD

Der "Tatort" "Im Schmerz geboren" bot zu den Klängen von Verdi und Wagner Elemente von Shakespeare bis Tarantino, von "Breaking Bad" bis Truffaut, von "Sin City" bis Sergio Leone. Ein Triumph für den Hessischen Rundfunk, auch bei Twitter.

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Despair 13.10.2014, 09:59
30.

Ein großartiger Tatort, ein tolles Kammerspiel mit fantastischen Schauspielern und einen von den öffentlich rechtlichen kaum gekannten Mut zu postmerderner Filmkunst.
Und ja, es war trotzdem ein Tatort - denn der Tatort geht ja durchaus alle paar Jahre mal neue Wege und bricht mit "Traditionen". Wie groß war der Aufschrei damals als Schimanski in Duisburg anfing zu vermitteln. Ähnlich wie hier die Miesepeter: "Kein Tatort", "Autoren zu bemüht", "zuviel Action", usw. Und so gibt es immer wieder Kritik.
Auf der anderen Seite beklagen die gleichen Leute dann häufig, dass das deutsche Fernsehen mit US und BBC Serien nicht mithalten kann.

Matthes und Tukur haben einmal mehr bewiesen, dass sie zu den besten deutschen Schauspielern gehören. Und was Regie, Drehbuch, Kamera und Musik in diesem Tatort geleistet haben ist einfach grandios.

Und die Resonanz zeigt - die Leute wollen so etwas. Ja, dieser Tatort polarisiert - aber das tun auch Münster, Tschiller, Bodensee und selbst die Müncher Langweiler ... nicht jeder Tatort muss für jeden sein - das ist einer der Vorteile dieser Reihe. Entsprechend ist es ja okay, dass es für viele zu viel Kunst war. Aber es gibt eben auch ein Publikum für diese Form von Tatort.
Aber das gestern war für mich mit Abstand einer der besten Tatorts die ich je gesehen habe.
Bisher waren alle Tukur Tatorts erzähltechnisch für Tatortverhältnisse Experimente. Ich hoffe, sie machen damit weiter.

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nixkapital 13.10.2014, 10:04
31. Eigentlich..

...zu gut für einen "Tatort". Auf der anderen Seite aber auch ein Benchmark. Daran werden sich zukünftige Produktionen messen lassen müssen.

Mir hat es Spaß gemacht, einige Zitate zu entdecken. Einiges konnte ich nicht einordnen, aber dem werde ich noch einmal nachgehen. Großartig, dass der Zuschauer einmal gefordert war und nicht mit dem sonst so biederen "Tatort"-Schema eingelullt wurde.

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Despair 13.10.2014, 10:14
32.

Ein großartiger Tatort, ein tolles Kammerspiel mit fantastischen Schauspielern und einen von den öffentlich rechtlichen kaum gekannten Mut zu postmerderner Filmkunst.
Und ja, es war trotzdem ein Tatort - denn der Tatort geht ja durchaus alle paar Jahre mal neue Wege und bricht mit "Traditionen". Wie groß war der Aufschrei damals als Schimanski in Duisburg anfing zu vermitteln. Ähnlich wie hier die Miesepeter: "Kein Tatort", "Autoren zu bemüht", "zuviel Action", usw. Und so gibt es immer wieder Kritik.
Auf der anderen Seite beklagen die gleichen Leute dann häufig, dass das deutsche Fernsehen mit US und BBC Serien nicht mithalten kann.

Matthes und Tukur haben einmal mehr bewiesen, dass sie zu den besten deutschen Schauspielern gehören. Und was Regie, Drehbuch, Kamera und Musik in diesem Tatort geleistet haben ist einfach grandios.

Und die Resonanz zeigt - die Leute wollen so etwas. Ja, dieser Tatort polarisiert - aber das tun auch Münster, Tschiller, Bodensee und selbst die Müncher Langweiler ... nicht jeder Tatort muss für jeden sein - das ist einer der Vorteile dieser Reihe. Entsprechend ist es ja okay, dass es für viele zu viel Kunst war. Aber es gibt eben auch ein Publikum für diese Form von Tatort.
Aber das gestern war für mich mit Abstand einer der besten Tatorts die ich je gesehen habe.
Bisher waren alle Tukur Tatorts erzähltechnisch für Tatortverhältnisse Experimente. Ich hoffe, sie machen damit weiter.

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edl666 13.10.2014, 10:17
33. 45 Minuten

Im Vorfeld wurde so viel über diesen Tatort berichtet, dass ich mich entschied, den ersten Tatort meines doch schon recht langen Lebens zu schauen. Nach 45 Minuten war ich bedient. Langweilig und bemüht. Gute Absichten, schwache Umsetzung. Habe dann die Doku über Mainz 05 auf dem SWR geschaut. Die war spannend, intensiv und bewegend.

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BürgerinS 13.10.2014, 10:25
34.

Zitat von evamariar
...ein "Tatort" für Theaterkritiker, der aus jeder Pore sein "wir stehen ja intellektuell weit über dem normalen Durchschnittstatortgucker" atmete. Bißchen sehr viel von dieser klugscheißerischen Arroganz, die einem ja auch manchen Theaterbesuch vergällt. Bei soviel Angestrengtheit helfen dann nicht mal beste Schauspieler. Und vor lauter "was ich auch noch kenne" lagerten sich dann Tarantino, Shakespeare, Thomas Mann und alle sonstigen zu Tode Zitierten blass neben die selbst Til Schweiger schlagenden Leichenmassen. Bloß die göttlich pragmatische Frau Wächter wuchs einem zunehmend ans Herz. Den Rest konnte man getrost vergessen und jenen Festivals überlassen, die sowieso nur von Kritikern besucht werden.
Na, wem es nicht behagt hat, dass ein Tatort anders ist, der konnte ja im Anschluss zu Inspektor Barneby umschalten - oder sich heute, morgen, übermorgen - jeden Tag! - eines der täglich gefühlten vier bis sechs hinlänglich bekannten Krimi-Formate a la "Fall für zwei" "SOKSO Leipzig", "Der Staatsanwalt", "Der letzte Zeuge", "Die Chefin" und und und , reinziehen. - Und wem das noch nicht genügt: irgendwo läuft immer eine Wallander-Wiederholung :-).

Gönnen Sie doch mal anderen Leuten einen anderen Tatort!

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barniolo 13.10.2014, 10:26
35. Ich bin Spießer...

.. und steh dazu. Die Tatsache, dass ich diesen Tatort absolut begeisternd fand, ändert nichts daran, dass ich vom Tatort was anderes erwarte. Und die "schweigende Mehrheit" ganz sicher auch. Also: In Zukunft im Tatort wieder solide und realistische Handwerksarbeit. Und solche Experimente wie gestern unter einem anderen Label. Die vielen, völlig in die Hose gegangenen, Experimente der letzten Jahre kann selbst so eine erfolgreiche Reihe wie Tatort auf Dauer nicht verkraften.

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hman2 13.10.2014, 10:28
36.

Zitat von mimamausebär
Einzig die Szene mit dem Laser-Zielgerät verdient etwas Lob für die Idee. Eine Idee, die aus geometrischen Gründen leider nicht plausibel umgesetzt werden kann, die Geschichte nicht voran bringt und deshalb lieber wieder fallengelassen worden wäre.
Vor allem ist so extrem unrealistisch, dass sie wie eine Parodie wirkt. Wartet jemand beim Anblick des Lichtflecks eines Laser-Visiers eines Scharfschützengewehrs wirklich minutenlang, bis er erschossen wird ??

Nein, in der Realität würde man Deckung suchen, noch dazu Leute, die ja aus so einer gewaltbereiten Szene kommen. Und die Sache hat, wie schon erwähnt, einen sehr dummen Denkfehler:

Der Visierpunkt ist am Anfang vorn auf dem Bösen zu sehen, d.h. der eigentliche Schütze muss hinter dem Opfer stehen. Dann aber kann er nicht von vorn durch das Buch schießen...

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marienkäfer 13.10.2014, 15:06
37.

Zitat von hman2
Vor allem ist so extrem unrealistisch, dass sie wie eine Parodie wirkt. Wartet jemand beim Anblick des Lichtflecks eines Laser-Visiers eines Scharfschützengewehrs wirklich minutenlang, bis er erschossen wird ??
Wo waren das denn Minuten? Der Zeitraum vom Sehen bis zum Realisieren war schon realistisch. Durch eine Linse bzw. einem Fernglas nimmt man die Zeit und das Geschehen anders war. Das kann Ihnen jeder Kameramann sagen, der beim Aufnehmen vergessen hat, bei einer schlimmen Sache einzugreifen.

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jochen_hh 13.10.2014, 15:28
38. Wagner&Verdi?

Zitat von donmeier
zeigt mal wieder, dass SPON keine ahnung hat. Es waren nämlich auch Beethoven und Bach vertreten. Wie auch immer, selten habe ich so einen Schwachsinn gesehen und werde den ohnehin überwiegend schlechten Tatort zukünftig auf Boerne und Thiel beschränken ;), deren Humor mir nach wie vor gefällt.
Super Überschrift

Jaja... schwere, klassische Musik; wer fällt uns (bzw. SPON) dazu schon als Komponisten ein?

Verdi = 1 Treffer (Nabucco) - Applaus.
Wagner? Sorry, zero Points.

Die übrigen 22(!) Titel dieser großartigen Filmmusik gibt´s übrigens auf daserste.de - für den geneigten Zuhörer und, falls interessiert, Herrn Frank ;)

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julia-s12345 13.10.2014, 16:29
39. wirklich toll

Zitat von baiki
Ich habe schon lange keinen Tatort mehr so genossen - für mich der beste deutsche fernsehfilm überhaupt dieses Jahr. Ohne biedere revierscherze und didaktische mission, dafür mit einer geballten, postmodernen inszenierwut. Die ganzen Zitate und Anleihen - Tarantino, Coens, Lars von Trier, Kubrick - waren ein Heidenspaß, die Schauspieler exzellent. Dickes Lob und weiter so!
Das war wirklich ein toller Tatort. Hoffe, er bekommt viele Auszeichnungen, die Schauspieler waren wirklich perfekt besetzt. Danke für den tollen Abend, das war echt toll!

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