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Über die Demenz des Vaters: Wenn das Leben verblasst
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Erst kann der Vater noch allein leben, dann muss er ins Heim. Wie es ist, wenn einem ein naher Mensch entgleitet, beschreibt David Wagner in seinem autobiografisch geprägten Buch "Der vergessliche Riese".

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Pfaffenwinkel 22.08.2019, 12:32
1. Auch der Roman "Omi"

von Helmut Kuhn handelt von einer Demenzkranken, bis zu ihrem Tod. Gut geschrieben, aber eine große Leserschaft fehlt. Junge Leute interessiert dieses Thema nicht, es ist einfach noch zu weit weg.

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fatherted98 22.08.2019, 13:34
2. Im Heim...

...stirbt der Demenz-Kranke sehr viel schneller als Zuhause. Man sollte hier gut abwägen und überlegen...evtl. mit ambulanten Pflegekräften arbeiten die einen entlasten bei der Pflege. Heim ist für alle und jeden der Sargnagel....

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Dazed with grief 22.08.2019, 13:43
3. Für junge Leute wie geschaffen

Das ist sehr nah an den jungen Leuten, die keine Möglichkeit auslassen, sich zu entgrenzen. Die Dementen haben keine Grenzen mehr. Entweltlichung ist ein Thema für viele, denen Verweltlichung zu proll ist. Demenz ist doch immer auch Eskapismus. Man muss es eben für junge Leute offenbaren, dann ist da auch ein Markt.

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urbanism 22.08.2019, 13:48
4. was sollen diese Bücher

muss man so etwas zu Papier bringen? Menschen die sich selbst um Demente Menschen kümmern kennen die Geschichten und viele andere mehr und alle anderen interessiert es nicht. Der Umgang mit Dementen Menschen ist wie das Großziehen des ersten Kindes. Jeder Tag ist eine Herausforderung und man lernt täglich dazu. Einen Masterplan gibt es nicht weil jeder Mensch und jeder Verlauf anders ist. Also was sollen diese Bücher..???

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UweGroßberndt 22.08.2019, 14:16
5. Wie schlimm muss der Anfang der Krankheit sein...

… wenn einem Menschen bewusst wird, dass er am Ende des Weges genauso intelligent wie ein Brötchen ist.
Wenn sich nach und nach die Vergangenheit verabschiedet, mag es am Anfang die Brille sein, dann das Frühstück und am Ende lebt man in einer Welt ohne Vergangenheit, ohne Freunde, Kinder und Enkel.
Wie schrecklich muss das für einen Menschen sein? Um so schlimmer, wenn es ein intelligenter und aktiver Mensch ist, dem klar wird dass er alles das verliert was er geliebt hat, der Museumsbesuch, das Konzert, die Nachmittage im Kaffee oder die Familienfeiern.
Gruselig

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Zita 22.08.2019, 14:18
6. @2

So pauschal ist das Quatsch. Das hängt vom Heim und vom einzelnen Menschen ab. Mein Vater kam schwerst dement ins Heim und ist dort sogar noch mal aufgeblüht. Viele alte Menschen haben ja kaum noch Kontakt, gehen nicht mehr aus dem Haus, haben nur noch Kontakt zu den Schwestern der Sozialstation. Wenn diese Leute in ein gutes (!) Heim kommen und endlich wieder unter Menschen sind, kann das sehr positiv sein.

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lspring 22.08.2019, 14:31
7. Da MUSS ich Ihnen widersprechen

Zitat von fatherted98
...stirbt der Demenz-Kranke sehr viel schneller als Zuhause. Man sollte hier gut abwägen und überlegen...evtl. mit ambulanten Pflegekräften arbeiten die einen entlasten bei der Pflege. Heim ist für alle und jeden der Sargnagel....
Ihr Satz "Heim ist für Alte und jeden der Sargnagel" ist nicht nur töricht, sondern auch eine Beleidigung für alle Pflegerinnen und Pfleger, die in den Altersheimen ihren Dienst für die Gesellschaft leisten. Dass Demenzkranke im Heim sehr viel schneller sterben als zu Hause, ist Ihre subjektive Ansicht, die in keiner Art und Weise etwas mit der Realität zu tun hat. Je nach Stufe der Demenzerkrankung kommt irgendwann stets der Moment, an dem nur noch professionelle Betreuung weiterhilft, die nur in sehr seltenen Fällen von ambulantem Pflegepersonal erbracht werden kann, Wie zum Beispiel bei der höchsten Stufe der Demenz, die eine 24-Stunden-Beobachtung zur Pflicht macht, was nur ein Heim leisten kann. Dass dadurch statistisch vermutlich mehr Demenzkranke in einem Heim sterben als zu Hause, ist die logische Folge, sagt aber nichts aus über die Qualität der Heime oder der Pflegerinnen und Pfleger.

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hans.lotz 22.08.2019, 14:55
8. Krank sein in einer kranken Gesellschaft

Deutschland ist ein reiches Land oder gar das reichste Land. So ähnlich hat es einst Altkanzler Helmut Kohl verlauten lassen. Der langjährige Chef der Christdemokraten hat erst wenige Jahre vor seinem Tod mit dem Auseinanderbrechen seiner Familie erfahren, wie furchtbar arm sein Deutschland in Wahrheit ist. Und die Armut wächst stetig weiter.
Der Stellenwert von intakten generationsübergreifenden Familien ist auf dem Nullpunkt angekommen. Und das in einer Zeit, in der die Globalisierung unser Leben unberechenbar beschleunigt. Wie wichtig wäre es für unsere Gesellschaft wenigstens im engen Verbund der Familie den Zusammenhalt zu pflegen und zu schätzen.
Keine 3 Flugstunden entfernt, und nicht nur in Südeuropa, sind die Länder verortet, deren Familiengefüge mit Jungen, Alten, Kranken etc. seit Jahrhunderten fortbestehen.
Eine Gesellschaft die diesen Reichtum nicht mehr in der Lage ist wahrzunehmen, ist in der Tat arm. Bettelarm.

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eo no 23.08.2019, 04:14
9. Was dement klingt/aussieht, muss nicht "dement" sein -

Was wollen Kinder von alten Leuten?
Die sind sich doch fremd. Alte Herrschaften sind froh endlich ihre Ruhe zu haben. Da kommen welche angeflogen
uneingeladen - unter dem Vorwand von Liebe/Familie/ helfen wollen - meist geht es um Geld - und dann schnell ab
mit dem/der Betroffenen in ein Heim - entmündigt. Der Sohn guckt weder "milde" noch "geduldig" auf seinen Vater. Er ist "tief verletzt", klein und "feige". Er läuft mit unverarbeiteten Konflikten durch sein Leben. Ist dem Vater so fremd, dass der ihn warnend als "Freund" bezeichnet. Diesem Fremden muss er natürlich alles von vorne zum
xten mal erklären. - Wenn er nicht mehr in seinem Vater ist/sein kann - Warum geht er nicht? Und hält sich fern?
Es geht nicht um "Klartext" reden, dem Vater Vorhaltungen/Vorwürfe machen uva. - Es ginge um Ehrlichkeit. Seine.
Sich selber gegenüber.

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