Forum: Kultur
Über Kriminalität berichten: Ausländer sind Ausländer sind Ausländer...?
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Bei Straftaten wird öfters die Herkunft der Täter genannt. Nur: Was sagt das aus? Die Idee einer herkunftsbedingten Kriminalitätsneigung ist Schwachsinn - und der Umgang vieler Journalisten damit unprofessionell.

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schokohase123 08.08.2019, 07:30
1. Klebers Ehrenrettung

Sehr differenziert verfasster Artikel, der jedoch sicherlich wieder mit dem dümmlichen Vorwurf der Relativierung aus der rechten Ecke konfrontiert werden wird. An dieser Stelle möchte ich Herrn Kleber zur Seite treten, der mit seiner Frage an den Wissenschaftler ganz klar erkennbar eine Verbindung zwischen Herkunft und Kriminalisierungsneigung ad absurdum führen wollte. Somit hat er mit seiner Frage die Stammtischressentiments genau zu dem erklärt, was sie ist: Humbug.

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marsellus.wallace 08.08.2019, 07:34
2. nicht so einfach

Sie schreiben, dass Sie einfach mal annehmen, dass genetische und kulturelle Disposition keine Rolle spielen, für die Wahrscheinlich, Straftäter zu werden. Nun sind das jedoch zwei komplett unterschiedliche Paar Schuhe. Während Ihnen bei der Genetik wahrscheinlich niemand widersprechen wird, ist es allgemeinen bekannt und statistisch bewiesen, dass die Sozialisierung (?Kultur?) einen signifikanten Einfluss hat. Interessant wird es, wenn man die Strafstatistiken nach Herkunftsländern unterscheidet (nicht nur Deutsch und Nichtdeutsch), dann fällt auf, dass einige Länder, so wie z.B. Vietnam, deutlich unterdurchschnittlich vertreten sind, während andere Herkunftsländer sehr negativ herausstechen. Die Bedingungen in Deutschland sind für beide gleich.

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Hans-Dampf 08.08.2019, 07:35
3.

"Leider scheinen viele Menschen zu glauben, bei Straftaten sei die ausländische Herkunft der Täter eine sachdienliche Information." Das Alter, der Name (der teils für die Presse verändert wird) und dergleichen sind ebenso nicht sachdienlich - hier könnte ja sogar der Anschein einer Diskriminierung sein. Und überhaupt ist es nicht wichtig, wer denn nun das Opfer sei - hier würde ja auch Alter, Name und dergleichen unwichtig sein. Auch der Oert, wo das Geschehen stattgefunden hat, ist nicht sachdienlich, denn die Gegend könnte ja nun in Verruf geraten oder gar dort Menschen eine Mahnwache halten. Überhaupt ist es doch unwichtig für Unbeteiligte, wenn jemand vor den Zug geworfen wird (außer für die unmittelbar Betroffenen). Dann lasst uns doch direkt gar nicht mehr von solchen Ergeignissen berichten und Gewalttaten totschweigen. Das erspart dem Schreiberling die Arbeit und den Lesenden das Lesen und es wird niemand diskriminiert oder stigmatisiert.

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unbekannt5555 08.08.2019, 07:36
4. Verdrehung der Fakten

Ich persönlich finde es schlimm, wenn wie hier die Fakten so verdreht werden, damit sie passend die Stimmung beeinflussen können. Es ist genau andersrum: wurde die Nationalität nicht genannt, wusste man, es handelt sich um Ausländer/Migranten. Auch die Kriminalität: unter den Intensivtäter sind es überwiegend Mirgranten. Lässt sich alles nachlesen, von daher erweist dieser Kommentar hier der Sache einen Bärendienst, da er schnell zeigt, wie hier wieder alles schön geredet werden soll. Auch kann man Statistiken und die Tatsache, dass der Täter schon 10 Jahre in der Schweiz lebt mit Arbeit usw schnell auch genau andersrum deuten: solche Leute kommen hier nie an, sie werden sich nie integrieren. Also Vorsicht vor solchen Feststellungen, bei denen die Autoren denkt sie hat als einziges die Weisheit parat.

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Spiegelleserin57 08.08.2019, 07:36
5. Der Eindruck täuscht...

die Medien berichten viel zu wenig welche Straftaten Deutsche begehen. DIe Lokalpresse berichtet sehr oft darüber und da gewinnt das Bild ein ganz anderes Aussehen. Da werden Ehepaare ermordet , wie unlängst bei uns hier im Nachbarort, Rauschgift gedealt wo dann später deutsche Täter gefasst werfen. Da gesehen auf die Nationalität zu wenig über diese Taten berichtet wird muss zwangsläufig ein verzerrtes Bild beim Leser entstehen.

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george2013 08.08.2019, 07:37
6. Der Presserat ist da sehr wachsam

Die Autorin "findet", also "regt an": " Man sollte Herkunft, Religionszugehörigkeit und den Aufenthaltsstatus nur dann betonen, wenn es etwas mit der Straftat zu tun hat.". Doch da gibt es eigentlich gar keinen Diskussionsbedarf: Das ist Kern journalistischer Ethik in Deutschland seit über vier Jahrzehnten. Und der Presserat bleibt da nicht untätig, sondern rügt weiterhin - und öffentlich - Publikationsorgane, die dagegen verstoßen. Und das ist auch richtig und wichtig.

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colinchapman 08.08.2019, 07:43
7. Die Idee einer herkunftsbedingten Kriminalitätsneigung

ist Schwachsinn? Meines Wissens haben mehr als zwei Drittel der verurteilten Straftäter einer Migrationshintergrund. Was bedeutet: mehr als zwei Drittel der Straftaten werden von weniger als einem Drittel der Bevölkerung begangen. Weniger als ein Drittel der Straftaten werden von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung begangen. Frau Ataman schreibt selbst, dass Deutsche in Deutschland nur die zweitgrößte Tätergruppe seien. Menschen mit Migrationshintergrund haben statistisch betrachtet eine um ganzzahlige Faktoren höhere Wahrscheinlichkeit, Straftaten zu begehen. Wie Frau Ataman vor diesem Hintergrund zu dem Schluß kommen kann, die Idee einer herkunftsbedingten Kriminalitätsneigung sei Unsinn, entzieht sich meiner Kenntnis.

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Patrick207 08.08.2019, 07:47
8.

Ich finde schon, dass die Herkunft des Täters genannt werden sollte. Es spielt nämlich eine Rolle wo und in welcher Gesellschaft der Täter sozialisiert wurde. Besonders im arabischen Raum ist eine Missachtung Frauen gegenüber anzutreffen. Wenn der Täter in Deutschland sozialisiert wurde, können wir uns fragen was wir machen können um solche Vorkommnisse zu verhindern, ist der Täter aber woanders aufgewachsen, haben wir keine Möglichkeit mehr außer mit Präventivprogrammen während der Integration. Auch würde das Verschweigen der Herkunft des Täters rechten Populisten und Identitäten Aufwind geben und weitere Verschwörungstheorien nähren.

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jkl85 08.08.2019, 07:49
9. Den Nagel auf den Kopf getroffen

Ein sehr guter Artikel, der genau mein Empfinden trifft und dessen Aussage ich zu 100 % teile. Warum ist die Vorverurteilung Fremder in diesem Land (und der Welt) so weit verbreitet? Aus Angst oder um von eigenen Schwächen und Unsicherheiten in unserer nahezu perfekten Gesellschaft/Komfortzone abzulenken? Auch ich kann mir kaum vorstellen, dass andere Volksgruppen genetisch tendenziell eher zu negativem Verhalten neigen. Es hört sich sicher einfach und klischeehaft an, aber im Grunde sind doch alle Menschen in ihrer Basis gleich und das spätere Verhalten in der Gemeinschaft entwickelt sich anhand ihrer Lebensumstände. Dass Ur-Deutsche nicht wenige und nicht weniger schlimme Straftaten begehen ist denke ich jedem klar, nur scheint es in dem Vergleich nicht sehr relevant zu sein..

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