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Überbehütete Kinder: Pass auf, Vorsicht, alles ist gefährlich!

Sonnenlicht, Keime, Fahrradfahren ohne Helm, über Zäune klettern: Das alles muss ja nicht sein. Man kann doch den Innenhof mit Schaumgummi auslegen. Oder das Kind ganz vor der Außenwelt abschirmen. Eine Horrorvision.

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sappelkopp 23.03.2014, 11:42
1. Bei der Lektüre lief es im eiskalt...

Zitat von sysop
Sonnenlicht, Keime, Fahrradfahren ohne Helm, über Zäune klettern: Das alles muss ja nicht sein. Man kann doch den Innenhof mit Schaumgummi auslegen. Oder das Kind ganz vor der Außenwelt abschirmen. Eine Horrorvision.
...den Rücken runter.

Was habe ich als Kind alles tun dürfen. Baumhäuser, Erdhöhlen, von morgens bis abends in den Ferien draußen, Seifenkisten gebaut, am See gespielt, mit dem Fahrrad unterwegs.
Das ging nicht, weil früher alles besser und ungefährlicher war, sondern weil wir so erzogen wurden, dass wir Eigenverantwortung übernommen haben.
So kann man nicht erziehen, wenn man vor jeder Schramme Angst hat.

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OlafKoeln 23.03.2014, 12:02
2. optional

Leider dicht an der Realität. Was manche Eltern alleine für Listen im Kindergarten abgeben - keinen weißen Zucker, brauen ja; im Sandkasten möglichst nicht den Sand anfassen usw. .... Sicherlich kann immer etwas passieren -aber wer sein Kind überbehütet, dem sei gesagt, dass mit Sicherheit etwas passieren wird - bei Sagrotan-Mammas die Allergie(n) der Kinder usw. ... Wobei es auch den unseeligen Gegenpol gibt, wie Impfverweigerer ...

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DMenakker 23.03.2014, 12:05
3.

Ich kenne Kinder, die so überbehütet aufgewachsen sind. Und selbst hatte ich das Glück, noch echtes Kind sein zu dürfen. Da gabs spezielle Hosen, wo es egal war, wenn eine Macke drin war. Helm beim Fahrradfahren? Was für Mutti Söhnchen. Betreten der Baustelle .... macht Spass, was denn sonst? Wenn wir nachmittags raus sind, haben wir uns mit Hinweis auf "Fahrradfahren" und einer Rückkehrzeit verabschiedet und weg waren wir. Ich wäre glaube ich vor Scham in den Boden versunken, wenn meine Eltern für mich Termine mit meinen Freunden gemacht hätten.

Ins Freibad ist man gegangen, wenn es offen war. Man hatte Jahreskarte und es war ein cooler Treffpunkt. Und wenn man schon einmal da war, ging es auch ins Wasser. Egal bei welcher Temparatur.

Natürlich hatten wir blaue Flecken. Mit 12 mal den Fuss gebrochen. Aber das war doch egal. Wir waren Kinder und hatten unendlich viel Spass. Ehrlich gesagt sind die Grosstadtkiddies heute dagegen einfach nur tieftraurige Gestalten. Ach ja, verabredet haben wir uns in der Schule, am ( normalen ) Telefon, oder gar nicht. Wir sind einfach vorbeigekommen. Handy? Horror!

Und trotz allem war der gymnasiale Lehrplan wesentlich härter, als heute. Nur hat sich damals keiner über Schulstress beklagt. Aufmerksamkeitssyndrome? Was soll das sein?

Wir waren einfach nur Kinder. Vielleicht die letzte Generation. Schön wars.

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cc_dd 23.03.2014, 12:12
4. So herrlich zu lesen

diese karikierende Skizze über den Hubschrauber-Eltern-Überbehütungswahn ist andererseits das Entsetzen darüber, dass betroffene Kinder wahrscheinlich erst nach jahrelangen Psychologen-Sitzungen in der Lage sein werden, als Erwachsene ein annähernd normales Leben führen zu können, wenn überhaupt. Letztendlich setzen sich staatliche Überbevormundung (Steuerberater und Einkommenssteuergesetz als Lebenswegplaner etc.) und Überbehütung (Staat als Vollkaskoversicherer für alle Lebensrisiken) in den Familien fort, wen wundert es. Der Staat sollte sich auf die Aufgaben konzentrieren, wo wir ihn brauchen (Finanzkrise, Bildung etc.) und sich weniger ins private einmischen. Ich bin glücklich, dass ich als Kind „unbehelmt“ mit dem Fahrrad stürzen, beim Klettern von Bäumen und Zäunen fallen, in schlammigen Pfützen (nicht gern gesehen) spielen und auch sonst allerlei Risiken eingehen durfte, was mich gelehrt hat, später mit den wirklichen Lebensrisiken verantwortungsvoll umzugehen - auch ohne Staat.

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noch_ein_forenposter 23.03.2014, 12:17
5. Danke!

Liebe Frau Berg,

vielen Dank für diesen Artikel, der leider (natürlich etwas überspitzt) die Realität in vielen Familien beschreibt.

Irgendwie frage ich mich so langsam, wie ich (Jahrgang 69) meine Kindheit überleben konnte, angesichts der entsetzlichen Bedrohungen, denen ich offensichtlich ausgesetzt war. Schrecklich, dass meine Mutter damals nicht ausgerastet ist, als ich - im Alter von 6 Jahren - das Abenteuer unternahm, mit dem Kinderfahrrad ins Nachbardorf zu fahren - durch Wälder und Wiesen.

Und diese furchtbaren Bazillen - da wurde nicht ständig mit Sagrotan hinterhergespritzt. Trotzdem lebe ich noch und erfreue mich bester Gesundheit.

Ich bin froh, dass meine beiden älteren Brüder nicht zu solchen "Helikoptereltern" wurden, sondern ihren Kindern Freiräume gaben und geben, auch die, sich mal zu verletzen. Das gehört einfach dazu - man lernt vor allem aus (schlechten) Erfahrungen.

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Luna-lucia 23.03.2014, 12:38
6. wohl die einzig RICHTIGE Antwort

Zitat von sappelkopp
...den Rücken runter. Was habe ich als Kind alles tun dürfen. Baumhäuser, Erdhöhlen, von morgens bis abends in den Ferien draußen, Seifenkisten gebaut, am See gespielt, mit dem Fahrrad unterwegs. Das ging nicht, weil früher alles besser und ungefährlicher war, sondern weil wir so erzogen wurden, dass wir Eigenverantwortung übernommen haben. So kann man nicht erziehen, wenn man vor jeder Schramme Angst hat.
auf all das Gewusel um die Sicherheit der Kinder. Wir wurden genau so frei erzogen. Wir waren als Kinder mit unseren Ellis (Eltern) in den Bergen Südtirols, - am Meer in Cuba, Sri-Lanka, Domrep. ... und lol, in Italien. Wir haben die unterschiedlichsten "Sonnen" genossen, viele Cremes "überlebt ;-))", und uns geht’s blendend gut.

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noch_ein_forenposter 23.03.2014, 12:45
7.

Zitat von sappelkopp
...den Rücken runter. Was habe ich als Kind alles tun dürfen. Baumhäuser, Erdhöhlen, von morgens bis abends in den Ferien draußen, Seifenkisten gebaut, am See gespielt, mit dem Fahrrad unterwegs. Das ging nicht, weil früher alles besser und ungefährlicher war, sondern weil wir so erzogen wurden, dass wir Eigenverantwortung übernommen haben. So kann man nicht erziehen, wenn man vor jeder Schramme Angst hat.
Das ging mir damals genau so, und ich fand (und finde das immer noch) klasse. Ich frage mich wirklich, was für Kinder auf diese Art und Weise herangezogen werden. Wie sollen die jemals Verantwortung übernehmen können, wenn sie nie selbst Risiken eingegangen sind.

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3dgamer 23.03.2014, 12:47
8. Blödsinn

Was ein Unsinn. Der Artikel liest sich furchtbar (was soll das für ein Stil sein)...

Vielleicht sind Eltern auch einfach besorgter, dank z.B. stark steigender Gewalt im öffentlichen Raum (versuchen Sie mal ohne Pöbeleien einen Tag in Berlin U-Bahn zu fahren) ...

Aber wie so immer, es gibt ein paar überbesorgte Eltern und gleich wird verallgemeinert.

Sparen Sie sich solche dümmlichen Artikel.

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frau.v 23.03.2014, 12:47
9. Geht mir genauso ...

... aber was tun? Ich durfte als Kind (fast)) alles und habe diese Freiheit in der Natur sehr genossen (und auch bis heute keine Allergien).

Jetzt bin ich Mutter von 2 kleinen Mädchen. Wo setze ich nun die Grenzen? Passiert nichts, ist ja alles ok, aber wenn dann doch was passiert?

Im Moment sind die Grenzen altersgemäß und nicht zu streng und ich hoffe immer noch, dass meine Kinder ähnlich frei aufwachsen können wie ich damals.

Aber wenn was passiert, dann mache ich mir sicherlich Vorwürfe und meine Umgebung auch ...

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