Forum: Kultur
Übersteigertes Nationalbewusstsein: Erschrecken vor dem Gestapo-Schatten
Getty Images

Deutschland ist nationaler geworden seit der Wiedervereinigung: Das zeigt der Zulauf für Pegida - und auch die Bereitschaft der Medien, auf rechte Argumente einzugehen.

Seite 7 von 10
f.orenstöpsel 19.12.2014, 22:04
60. Ich versteh nicht was Sie sagen wollen ?

Zitat von Gerixxx
...aber wo sind die analogen Daten und Untersuchungen für Westdeutschland? Die %-Sätze für den Osten erscheinen auf den ersten Blick hoch - sie müssen es aber nicht sein. Sie sind erst beurteilungsfähig, wenn man sie glaubhaft vergleichbar mit den Daten für Westdeutschland macht. Pegida-Teilnehmer und rechte Denke (was keineswegs 1:1 identisch ist!) allein auf die DDR-Vergangenheit zu schieben, wozu in diesem Forum einige Beiträge tendieren ist in seiner Monokausalität nicht nur falsch und billig - es ist sogar gefährlich.
Natürlich zweifeln immer noch Leute daran,daß es
in der DDR Nazis gab und in regierenden Positionen,
oder in der kommunistischen Partei erstrecht.
Weshalb sollen den die Daten "analog"sein ?
Was hat denn Westdeutschland damit zutun ?
Hier hat man seit jahrzehnten keinen Hehl mehr
daraus gemacht.
Euch scheint es eher peinlich zu sein,weil ihr den DDR Bonzen stets geglaubt habt und mit dem Finger gen BRD gezeigt.
Da brauchts kein Vergleich zu der BRD,sondern lediglich
seinen eigenen Saustall aufräumen,erstrecht mit "Mythen".
Im Kommunismus des vergangenen Jahrhunderts gabs auch Bonzen, Korruption, Ausbeutung und Rassismus, es war nicht wirklich anders als im Kapitalismus.
Osteuropa und der Ostdeutschland hat teilweise schon gewisse Gemeinsamkeiten,wie man den Rest der Welt begegnet.
Auf der anderen Seite experimentiert man im sogenannten Westen oft in guter Absicht, aber mit fatalen Folgen für viele Menschen und gegen den gesunden Menschenverstand und oft auch ohne dafür
Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen

Beitrag melden Antworten / Zitieren
-denker- 19.12.2014, 22:35
61. Steinzeit

leben sie in der Steinzeit? Die erste Freiheit die wir verloren haben war im Prinzip die freie Privatsphäre. Die haben die Politiker geschickt abgeschafft. Datensammlungen die wahrscheinlich eine Mehrheit entweder ins Gefängnis bringen könnten oder sie mindestens öffentlich unglaubwürdig zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gerixxx 19.12.2014, 22:54
62. Also nochmal zur Erklärung....:)

Zunächst mal sind wir offenbar in unseren Einstellungen und Beobachtungen gar nicht so weit auseinander...:)

Nur mal aus Spaß: in einem einschlägigen Fragebogen zur Feststellung des Hangs oder Grads an autoritärem vorurteilsbelegtem verkürztem Handeln und Denken (hier auf SPON, wenn ich nicht irre) mit der Skala 1 (liberal-tolerant) bis 6 (völlig autoritär) landete ich bei 2.....und das sogar als im Osten Sozialisierter....

Sie fragen mich: "Weshalb sollen denn die Daten "analog" sein ?" und "Was hat denn Westdeutschland damit zu tun?"

Nun - letzteres ist ausschließlich meine Reaktion darauf, dass sie zum GESAMTdeutschen Problem pegida statistisch-wissenschaftliche Auswertungen zitieren, die sich ausschließlich auf OSTdeutsche Vergangenheit beziehen - warum eigentlich?
Zu ihrer ersten Frage hätte ich auch "vergleichbar" o.ä. schreiben können....wenn sie schon mit auch für mich interessanten wissenschaftlichen Arbeiten zur ostdeutschen Eliten- und Verwaltungsherkunft nach 45 kommen, müssen sie doch bitte die Gegenfrage akzeptieren, wie das denn in den gleichen Institutionen zur gleichen Zeit in Westdeutschland war - anders macht doch so eine Auswertung gar keinen Sinn....Nur so kann man doch zu einer Schlussfolgerung gelangen, ob und wie eine "Entnazifizierung" stattgefunden hat, ob sie zum gewünschten oder anderen Ergebnissen geführt hat etc. etc....

Sie schreiben, "Hier hat man seit Jahrzehnten keinen Hehl mehr daraus gemacht."

Das zeugt - mit Verlaub - von gehörigem westdeutschen Stolz, allein mir fehlt der Glaube.

Wieso müssen dann so viele (west-)deutsche Unternehmen erst in der Gegenwart Historiker auf ihre Nazi-Vergangenheit ansetzen? Die einschlägigen Publikationen sind Legion. Wieso braucht das Auswärtige Amt die Ankunft Fischers, damit es sich mal mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt ??? etc. etc.

Noch einmal: der Verweis auf die ostdeutsche Sozialisierung zur Erklärung von pegida etc. greift viel zu kurz und ist wenig hilfreich. Ebenso noch mal die Erinnerung: pegida ist heterogener als nur Rechts. Es richtet sich auch gegen herrschende Missstände. Dass derart motivierte Teilnehmer an pegida-Aufmärschen offenbar keine andere Möglichkeit sehen, Gehör zu finden und in Kauf nehmen, sich von Rechten u.ä. instrumentalisieren zu lassen ist doch ein Alarmsignal, dass man nicht mit dem Verdikt „ihr seid ein bisschen beschränkt und gegen unsere Grundwerte“ oder Ähnlichem wegwischen kann und sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wahe 19.12.2014, 22:55
63.

Was soll eigentlich der "cetero censeo" Satz am Ende des Artikels (Denn wie, wenn nicht als Terroristen, soll man Menschen bezeichnen, die dafür sind, ein anderes Land, Israel, zu vernichten?) Ist der israelische Staat ( nicht die Juden) denn besser (Ostjerusalem, Siedlungspolitik, Enteignung im Westjordanland, jederzeit Bombadierung mögklich etc.)?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
seriphos02 19.12.2014, 23:52
64. Wir sind das Volk ...

... wurde in diesem Jahr zum 25. Jahrestag des Mauerfalls noch einmal emotional bis rührselig in Szene gesetzt. Wie viel Zynismus und Debilität braucht es, diesen eigenen Ruf nach Freiheit so zu misbrauchen. Ihr seid das Volk? Nein, glücklicher Weise nicht!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-10000672769 19.12.2014, 23:56
65. Gehts noch?

"... man müsse als direkte Konsequenz aus Pegida eine Einwanderungspolitik entwerfen, die sich "strikt an den Interessen des eigenen Landes" orientiert - was dem Grundrecht auf Asyl diametral entgegensteht...." - um welche Interessen geht es denn Herr Diez?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mcgrant1 20.12.2014, 01:34
66. Wo rechts anfängt wissen die meisten nicht!

Zitat von Immanuel K.
...ihre Aussage ist m.E. schon wieder Teil der Relativierung. Rechts war schon immer ausschließend (wir Deutsche, wir Juden, wir Russen, wir Weise, wir Christen, wir Mohammedaner etc.) und links war immer einschließend (die Internationale, alle Menschen werden Brüder... - allerdings auch in der Pervertierung: "...und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein...") Rechts verallgemeinert: ...der Flüchtling, der Neger, der Türke... ...und sieht Fremdes und Neues als Bedrohung und eben nicht als Bereicherung - Konservatismus, kommt von konservieren und da fängt das rechte Spektrum eben an...
Erstmal rechts sein hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern mit einen Menschen- bzw. Gesellschaftsbild. Rechts bedeutet nicht anderes, als die Individualität des Menschen mit seinen Talenten, Begabungen aber auch mit seinen Schwächen als gegeben zu akzeptieren. Wenn es aufgrund dieser Tatsache im fairen Wettstreit zu unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommt, so nimmt das die polit. Rechte in Kauf (siehe Wikipedia) . Links bedeutet vereinfacht gesagt, alle Menschen sind gleich und Unterschiede werden durch die Gesellschaft geprägt. In seiner ganzen Perversion wurde dieses Menschenbild mittlerweile sogar auf das Geschlecht ausgedehnt (Gender Mainstream). Sowohl die Presse als auch Politiker nehmen keine Trennung zwischen politischer Richtung und Nationalismus vor. Nationalistisch können alle politischen Richtungen sein, in einem Fall spricht man dann von Nationalkonservativen, Nationalliberalen oder falls die politische Richtung eher links ist eben von Nationalsozialisten.
Mich würde nur mal interessieren warum diese Trennung kein einziges Medium vornimmt, ist das Absicht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kinngrimm 20.12.2014, 02:02
67. zuviele -ismen, mediale Hetze, Rattenfänger

Wir sind nicht nationaler durch die DDR geworden, wir haben einen erhöhten sozialen Druck in ganz Deutschland der aber im Osten deutlicher zu spüren ist.
Was Georg Schramm uns erzählt ist da doch nich das wahrscheinlichste dies bezüglich, es gibt einen Krieg zwischen Arm und Reich.

Politiker und Medien, anstatt den Dämagogen Einhalt zu gebieten wurden Sie nach 911 vermehrt selbst zu diesen. Dort wurde vor allem der Islamismus als Projektionsfläche verwendet.
Die Veränderungen waren in Gesprächen über die Jahre hinweg subtile zu erkennen. Ich selbst wie viele andere haben hier auf Spiegel und in anderen Foren und in solchen Gesprächen genau davor gewarnt.

Die Frage ist nur, laßen unsere "Machteliten" dies unwissentlich geschehen oder schüren Sie diese Unruhen sogar noch. Und falls das so ist, um uns selbst zu beschäftigen oder von anderen Dingen abzulenken, wie die Einschränkung unserer Freiheiten.

In allen westlichen Ländern ist Nationalismus gepaart mit Kapitalismus historisch betrachtet eher zu finden seit Ende des 2ten Weltkrieges. Und wenn man sich die Typen des Faschismus ansieht, dann überrascht das auch alles weiterhin gar nicht.

Gladio zB ein Netzwerk in Europa um den Russen in Partisanenkämpfen zu stören, wurde durch die CIA finanziert. Letztes Jahr wurden die Akten freigegeben und könne auf der CIA Webseite eingesehen werden.
Hier in Deutschland wurden in diese Netzwerk ehemalige Nazis aufgenommen und ich vermute das das der Anfang der Wehrsportgruppen war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wo_ist_all_das_material? 20.12.2014, 02:15
68.

Zitat von kommentator222
Sie hatte im 19. und im 20. Jahrhundert gestimmt. Inzwischen hat sich die Welt so sehr verändert, dass das Schema keinen Sinn mehr macht. Und mit schematischem Denken an die komplexen Verhältnisse heran zu gehen, kann man nur machen wenn man nicht selber entscheiden muss.
Stimmt!
Die dumpfen deutschen Horden haben gottlob nichts zu sagen! Um das zu kompensieren und es sich nicht eingestehen zu müssen, lassen sie sich traditionell bereitwillig in eine Richtung schicken, immer froh, nach unten treten zu dürfen
Was meinen Sie mit dem "19. Jahrhundert"?
Und inwiefern hat sich die "Welt so sehr verändert"?
Oder waren das nur Floskeln, die gar nichts zu bedeuten haben

Beitrag melden Antworten / Zitieren
EraserFS 20.12.2014, 03:51
69.

Zitat von Immanuel K.
...ihre Aussage ist m.E. schon wieder Teil der Relativierung. Rechts war schon immer ausschließend (wir Deutsche, wir Juden, wir Russen, wir Weise, wir Christen, wir Mohammedaner etc.) und links war immer einschließend (die Internationale, alle Menschen werden Brüder... - allerdings auch in der Pervertierung: "...und willst Du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein...") Rechts verallgemeinert: ...der Flüchtling, der Neger, der Türke... ...und sieht Fremdes und Neues als Bedrohung und eben nicht als Bereicherung - Konservatismus, kommt von konservieren und da fängt das rechte Spektrum eben an...
Sie haben keine Ahnung was Rechts bedeutet oder bedeutet hat, sondern subsummieren darunter lediglich eine Reihe von Phrasen, die Sie aller Wahrscheinlichkeit nach negativ auffassen und analog dazu unter Links, alles was sie positiv auffassen.

Der Clou daran ist, genau dieser Umstand, dass Sie die Begriffe Rechts und Links inhaltlich füllen, wie es Ihnen in den Kram passt, macht das Schema so überflüssig.

Aber zum Thema Konservativismus noch eine Bemerkung.
Ich kenne keine bessere Definition von konservativ als die von Michael Klonovsky (eigentlich ein Aphorismus): "Konservativ sein bedeutet nicht am Althergebrachten festzuhängen, sondern sich den ständigen Kulissenwechsel nicht als das Stück selbst aufschwatzen zu lassen."

Die politischen Systeme mögen wechseln, die aktuelle Politik möge eine andere sein und die jeweilig gerade lebende Generation mag auch noch so sehr davon überzeugt sein, die Spitze des zivilisatorischen Fortschritts darzustellen; erst die Zeit wird zeigen was das alles Wert war, was wirklich zählt und nachfolgende Generationen werden über uns, unsere Mode oder unseren Zeitgeist urteilen. Genauso wie wir das heute mit früheren Generationen machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 10