Forum: Kultur
Umfrage zum "Tatort": Etwas mehr Realität, bitte!
ARD

Der "Tatort"? Zu unrealistisch, zu gewalttätig, zu genormt. Wenn es nach den Zuschauern ginge, ist beim ARD-Krimi Luft noch viel Luft nach oben. Ein Marktforschungsinstitut hat nachgefragt, was die Zuschauer am meisten stört.

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birnstein 06.03.2014, 14:49
1. Gutes Zeichen

Ich bin froh, dass viele nicht mit "dem Tatort" zufrieden sind. Geht ja auch gar nicht, dafür sind die verschiedenen Figuren/Orte zu unterschiedlich. Ich schau nicht alle, nur die, die mir gefallen. Ich liebe Münster, Wien und Saarbrücken, Tukur geht gar nicht. Wäre der Tatort nur gelobt worden, dann stimmte etwas nicht. Also alles im grünen Bereich, weiter so ARD! Das ZDF hat auch viele gute Krimi-Reihen, nur sind die nicht unter einem Oberbegriff zusammengefasst und daher wohl für die Presse uninteressant. Selbst Schuld :-)

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mac4ever2 06.03.2014, 14:59
2. Ach...

...Fellner und Eisner, ich liebe Euch!

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Msc 06.03.2014, 15:00
3. optional

Ich sehe den Tatort nicht jeden Sonntag, aber wenn ich ihn mal sehe, dann weiß ich häufig schon nach 30 Minuten wer der Täter war. Die Handlungen sind nicht nur unrealistisch, sondern häufig auch flacher als das Display meines Telefons. Die Motive sind immer die gleichen, die "Tropes" immer die gleichen, das Screenplay immer das gleiche. Das Opfer hatte eine Ehefrau? Die Kommissare reden mit ihr. Zufällig kommt der Bruder/Schwager/Onkel/Vater von ihr rein/ruft an/macht sich irgendwie bemerkbar. Ok, er ist der Täter. Immer wenn ein Charakter nur kurz gezeigt wird in den ersten 30 Minuten ist das entweder der Täter oder der Zeuge, der am Ende die wichtigste Rolle spielt. Das mag für den Zuschauer von Vorteil sein, weil es ebenfalls ziemlich nervig ist, wenn am Ende der Zufall den Ermittlern in die Hände spielt oder in den letzten 5 Minuten plötzlich noch ein neuer Charakter eingeführt werden muss, aber vielleicht könnten die Drehbuchautoren mal mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielen? Oder ein Fall wo der Täter (Oh, schreck!) gar nicht gefunden wird...

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erlachma 06.03.2014, 15:13
4.

Ich kann die Umfrage nicht ganz teilen - ich finde den Tatort als Abendunterhaltung mit teilweise Kinoniveau, v.a. in der Komposition der Bilder.
Da ich es als Unterhaltung sehe, und nicht als Kriminaldokumentation, stört mich auch nicht, dass die Kommissare ein Privatleben haben, im Gegenteil, das macht die Figuren für mich glaubwürdiger.

Was mich aber unendlich stört ist, dass in jedem zweiten Tatort die Tat irgendwie mit dem Kommissar persönlich zu tun hat, seien es ehemalige Liebschaften, oder Täter, die mit dem Kommissar noch eine Rechnung offen haben etc.. das wirkt fast so, als gäbe es die Kriminalfälle nur _wegen_ der Kommissare, nicht etwa trotz ihrer.

Ansonsten, Stories wie die von Ballauf und Schenk, die in einem tagebautodgeweihtem Dorf ermitteln, diese miefige Kleinbürgerlichkeit mit stoffbespannten beigen Zimmerlampen, den gelben Milchglaswindfängen vor den Haustüren - genau diese kleinen Details, das macht für mich einen Tatort aus.
Und, da die Serie inzwischen lange genug läuft, durchaus auch zeitgeschichtlich interessante Dinge, wie z.B. die Folge, wo in der Baustelle des Olympiadorfs in München ermittelt wird...

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Pfaffenwinkel 06.03.2014, 15:18
5. Der Tatort

hat mit der Realität rein gar nichts zu tun, kann ich als pensionierte und erfahrene Kripo-Beamtin sagen.

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THINK 06.03.2014, 15:48
6.

Zitat von sysop
Der "Tatort"? Zu unrealistisch, zu gewalttätig, zu genormt. Wenn es nach den Zuschauern ginge, ist beim ARD-Krimi Luft noch viel Luft nach oben. Ein Marktforschungsinstitut hat nachgefragt, was die Zuschauer am meisten stört.
Die Drehbuchautoren haben einfach nicht genug negative Phantasie. Sie sollten regelmäßig SPON lesen und sich von der Realität inspirieren lassen.
Z.B. prügeln nette Tatort-Polizisten ihre Frauen nicht und haben keine Koks-Pakete im Spind. Ich vermute mal, dass es in der Polizei und Justiz mindestens so viele Kriminelle gibt, wie in der sonstigen Bevölkerung und ausserdem von einem "Korps-Geist" geschützt werden.
Also naheliegend, dass ich mehr Vertrauen zu den Tatort-Polizisten habe. Echte Polizisten machen mir eher Angst, als dass ich mich geschützt fühle.

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Bernd.Brincken 06.03.2014, 15:54
7. Wen interessiert dieser Sch...?

Zitat von sysop
Der "Tatort"? Zu unrealistisch, zu gewalttätig, zu genormt. ...
Und stets manipulativ im Sinne eines (gefühlten) Mainstream.

Warum muss diese regelmäßige und aufwändige Verwurstelung im "öffentlich-rechtlichen" Fernsehen zelebriert werden?
Mit Zwangsgebühren eines (praktisch) Staatsfernsehens?
Welches Mandat glauben diese Redakteure zu haben?

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priapicplatypus 06.03.2014, 16:02
8. Tatort

"Tatort" sind keine Krimis, sondern Sozialschmonzetten. Von der Dramaturgie her sind die Filme zu 95% lächerlich, in der Ausführung jeder amerikanischen Serie unterlegen. Wenn man dem "Tatort" glauben darf, sind ein Großteil der Mörder in Deutschland gutsituierte Großbürger. Verbrecher mit Migrationshintergrund sind extremst selten.
Und bitte - Gewalt als Kritikpunkt an einer Krimiserie? Es geht dort doch nicht um Wirtschaftskriminalität, sondern um Morde...

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quark@mailinator.com 06.03.2014, 16:12
9. Mich hammse nich jefracht ...

Also was mich am meisten stört, ist diese offenkundige Bildungsauftrag. Verbrechen darf nie Spaß machen oder lustig sein, darf dem Verbrecher nie nutzen. Verbrecher müssen auch immer irgendwie Looser sein, etc. Das Ganze spielt sich dann immer in einer tristen Grundstimmung ab, man hat nur zerstörte Familien, kaputte Kinder, Geldmangel, ... Sorry, aber auf die Dauer geht mir das auf die Ketten. Es dürfte ruhig auch mal ein nächtlicher Einbruch in einen Banktresor sein - ohne Kidnapping, ohne Schießeisen, ohne daß das Geld für die Behandlung von Krebs im Endstadium an albanischen Waisenkindern gebraucht wird ... einfach ein lockerer Krimi, vielleicht mit einem Lösungsweg, der nicht über DNA und Labor, sondern unrealistischerweise mehr a la Sherlock Holmes führt ...
(sorry, bin zu faul, die Grammatik hinzubiegen)

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