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Umgang mit Notre-Dame: Die Kathedrale ist Pop
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In Paris brannte nicht nur das Zentrum des französischen Katholizismus. Es brannte ein Schatz historischer und kultureller Erinnerungen. Drei Lehren aus unserem Umgang mit dem Feuer.

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zeichenkette 16.04.2019, 20:11
1. Naja...

In vernünftigeren, konstruktiveren und eher der Zukunft zugewandten Zeiten hätte man jetzt erleichtert aufgeatmet und das häßliche Ding endlich abgerissen, nachdem man die hübscheren Teile auf Museen verteilt hätte, und hätte an dieser Stelle Wohnungen gebaut, die Paris viel nötiger hat als verzweifeltes Festhalten an den Symbolen der Irrationalität von Vorgestern. Das macht man nur, weil man nicht weiß wie es weitergehen soll und man lieber verzweifelt auf den Trommeln von gestern herumdrischt. Menschen sind dann alt und gehen auf den Tod zu, wenn sie mehr von ihrer Vergangenheit reden als über ihre Zukunft und für Gesellschaften gilt dasselbe. Mir geht dieses ganze Notre Dame Getue auf die Nerven. Haben wir eigentlich keine dringenderen Probleme?

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klogschieter 16.04.2019, 20:24
2. Pop?

Wenn Pop in erster Linie die Abkürzung von "populär" ist, und dieser Ansicht neige ich zu, hat der Autor recht. Das wäre an sich überhaupt nicht problematisch, wenn da nicht die riesigen Schnittmengen mit der Idiotie wären. Ansonsten: Man sollte da mal drin gewesen sein. Es haut einen um. Es ist atemberaubend da drin. Es ist vor allem der Sound. Augen zu. Die Selfiemenschen sind dann völlig wurschtegal. Sie sind nur noch abstrakter Teil des Klangs und nerven nicht.

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antonia.colloni 16.04.2019, 20:35
3.

Dennoch: Die Headlines! Notre Dame brennt. Notre Dame in Flammen. Übersetzen Sie das mal! Ja, kurz vor Ostern. Ein möglicher Anschlag. Wie kann unsere heilige Mutter und liebe Frau ihren geliebten Sohn beweinen, wenn sie brennt? Die "Hexenverfolgung" war ein Krieg gegen Frauen. Es war eine Frauenverfolgung! Und wieder, ist die Spaltung und Verteufelung in vollem Gange.

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Enkidu 16.04.2019, 20:36
4. @zeichenkette

Wer die Geschichte nicht kennt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

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Benjowi 16.04.2019, 20:36
5.

Zitat von zeichenkette
In vernünftigeren, konstruktiveren und eher der Zukunft zugewandten Zeiten hätte man jetzt erleichtert aufgeatmet und das häßliche Ding endlich abgerissen, nachdem man die hübscheren Teile auf Museen verteilt hätte, und hätte an dieser Stelle Wohnungen gebaut, die Paris viel nötiger hat als verzweifeltes Festhalten an den Symbolen der Irrationalität von Vorgestern. Das macht man nur, weil man nicht weiß wie es weitergehen soll und man lieber verzweifelt auf den Trommeln von gestern herumdrischt. Menschen sind dann alt und gehen auf den Tod zu, wenn sie mehr von ihrer Vergangenheit reden als über ihre Zukunft und für Gesellschaften gilt dasselbe. Mir geht dieses ganze Notre Dame Getue auf die Nerven. Haben wir eigentlich keine dringenderen Probleme?
Geht es noch etwas überheblicher? Es sind nun einmal nicht alle Menschen derartig ignorant eingestellt..... Und wenn viele in Deutschland meinen, man hätte die Rationalität mit dem Löffel gegessen, frage ich mich, wieso hierzulande so gut wie nix mehr funktioniert-und zwar im Wesentlichen wegen der Irrationalitäten von heute!

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toll_er 16.04.2019, 20:57
6. Erschrocken

Ich bin erschrocken und entsetzt, dass solch dumme und ignorante Menschen wie Zeichenkette unter uns sind. Die demonstrative Dämlichkeit ist zum Kot..n.

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murun 16.04.2019, 20:59
7. Jawoll. Auf Trommeln von gestern herumdreschen

Zitat von zeichenkette
In vernünftigeren, konstruktiveren und eher der Zukunft zugewandten Zeiten hätte man jetzt erleichtert aufgeatmet und das häßliche Ding endlich abgerissen, nachdem man die hübscheren Teile auf Museen verteilt hätte, und hätte an dieser Stelle Wohnungen gebaut, die Paris viel nötiger hat als verzweifeltes Festhalten an den Symbolen der Irrationalität von Vorgestern. Das macht man nur, weil man nicht weiß wie es weitergehen soll und man lieber verzweifelt auf den Trommeln von gestern herumdrischt. Menschen sind dann alt und gehen auf den Tod zu, wenn sie mehr von ihrer Vergangenheit reden als über ihre Zukunft und für Gesellschaften gilt dasselbe. Mir geht dieses ganze Notre Dame Getue auf die Nerven. Haben wir eigentlich keine dringenderen Probleme?
Jawoll! Alle alten Bauten - egal wie wertvoll sie für die Architektur- und Kulturgeschichte sind - weg und Wohnungen schaffen. Ihre postulierte "Irrationalität von Vorgestern" würde die Kulturgeschichte der Menschheit vernichten. Wichtige Objekte könnte man ja in Museen auslagern. Aber halt: Der Louvre, die Vatikanischen Museen, die Uffizien, die Eremitage etc. pp. könnten doch aber auch weg. Die nehmen doch städtischen Raum und Platz für Wohnraum weg.
Haben Sie eigentlich keine dringenderen Probleme, wenn Sie schon nichts mit Kultur und Architektur anfangen können?

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kajoter 16.04.2019, 21:04
8. Idiotie von links und rechts ...

... trifft es sehr gut - und von Populisten und Eliten-Gegnern, möchte ich ergänzen.
Da werden Gelbwesten oder islamistische Terroristen verdächtigt, da werden Vergleiche mit armen Deutschen und darbenden Hartz 4-Empfängern gezogen und da wird lakonisch oder gar ironisch mit einem flachen Witz kommentiert.
Man muss sich schämen, dieselbe Sprache zu sprechen wie diese Barbaren.
Im Zeitalter der Dünnhäutigkeit, in der jede noch so belanglose oder ungewollte Verletzung des Gemütszustands einer anderen Person vehement angeprangert wird, wird jede Gelegeheit gesucht - wohlgemerkt: nicht gefunden -, sofort auf alles einzuschlagen, das danach aussehen könnte. Notre Dame, aha: Katholische Kirche! Und dann rattert der Assoziationszug von den Kreuzrittern bis zu den Missbrauchsfällen los. Notre Dame, aha: in Stein gemeißelte Unterdrückung des Volkes durch Krone und Klerus, Festung der verdammten Eliten.
Sagt all das etwas über die zeitgenössische Notre Dame und deren Bedeutung aus? Ihre Bedeutung, die sie für Millionen, vielleicht gar Milliarden Menschen besitzt? Und wie steht es mit deren Befindlichkeit? Was mögen sie beim Lesen eines flachen Witzes über den altbekannten Glöckner empfinden?
Es gibt viele Menschen - wozu auch ich gehöre, die sich diese Bilder des Grauens partout nicht ansehen können, weil sie zu sehr schmerzen.
Egal - immer weiter mit dem Draufhauen und wenn es noch so bizarr wird und die eigene Ignoranz entlarven könnte. Egal.

Man kann froh sein, dass das Internet am 9.11.2001 noch nicht derartig verbreitet war und vor allem noch größtenteils ohne Kommentarfunktionen auskam. Die darauf folgenden Schlammschlachten kann man sich heute sehr gut vorstellen.

All diese Idiotie lässt sich nur mit erheblichen Minderwertigkeitskomplexen, ideologischem Starrsinn, Empathielosigkeit und ausgewachsener Ignoranz erklären. Also fast alles unveränderbare Größen, die das Internet wachgerufen hat und an dem es zum Teil zugrunde geht.

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Afro-Mzungu 16.04.2019, 21:09
9.

Der Artikel ist als kurze Analyse ziemlich treffend gelungen.
Und erfährt Bestätigung in seiner Aussage durch die abgegebenen Kommentare, indem allein 2 der ersten 3 Kommentare (66%) für die formulierten Thesen nachträglich Steilvorlagen liefern. Chapeau.

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