Forum: Kultur
Umgang mit Rassismus: Wisch und weg?!
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Niedermachen statt prüfen: Es scheint für manche naheliegender, dass sich Menschen Rassismus einbilden, als dass sie ihn selbst nicht mitbekommen. Dieses Beiseitewischen ist Teil des Problems.

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samuel.cohnle 31.07.2018, 15:58
70. Ihr habt Sie doch nicht alle.

Weil ihr in eurem manischen Deutschenhass wie verzweifelt versucht, Deutschland als rassistisches Land hinzustellen.

Die Deutschen, die rassistisch von Medien als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ bezeichnet werden und denen das Recht auf Deutschsein pauschal abgesprochen wird.

Glaubt Ihr allen Ernstes, dass das gut geht?

Ihr habt Euch damals in Eurer Unterstützung der RAF in den 80-er Jahren auch so verrannt, dass Ihr fast pleite gingt und Bertelsmann um Hilfe bitten musstet.

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Hukowski 31.07.2018, 16:00
71. hm

Ich glaube nicht, dass die Deutschen echte Rassisten sind. Rassismus gründet auf einem Überlegenheitsgefühl.ZB: Was die Amerikaner mit den Indianern und auch den afrikanischen Sklaven und ihren Nachkommen machten und machen ist Rassismus. Sie glaubten wirklich, sie selbst wären wertvoller. Der deutsche "Rassismus" gründet auf einem Inferiotätsgefühl. Jeder Deutsche weiß, dass der Afrikaner cooler, der Iraner klüger, der Syrier witziger ist als er selbst.(Und mit dem Verlust des jüdischen Lebens in Deutschland, ist auch die Basis unseres kulturellen Lebens weggebrochen-auch das ist den Deutschen klar).Das Ergebnis dieses Inferiotätskomplexes ist kein Rassismus, sondern Neid und Hass.

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marialeidenberg 31.07.2018, 16:04
72. Der Deutschen liebstes Gesellschaftsspiel, die Nabelschau,

gerät bei dieser Version unweigerlich zur Selbstbezichtigung, zu heroisch empfundenem Bekennermut und zwar reflexartig, ohne Beteiligung der grauen Masse.

Dabei wäre es verdienstvoll, herauszufinden, welchen feindseligen Anteil die Türkenflaggen schwenkenden Massen in der Rheinaue und andernorts an der wortreich beklagten Distanz zur Ursprungsbevölkerung haben.

Es wäre auch wichtig herauszufinden, warum das Problem vorrangig bei türkischstämmigen Deutschen oder 'echten' Türken in Deutschland auftritt. Deren Integrationsbereitschaft (Spracherwerb) NIMMT AB. Sie können mit dem Namen Süleiman, der Prächtige mehr anfangen als mit Otto dem Großen, dem ersten Deutschen Kaiser. Und keiner von Ihnen hat vor, daran etwas zu ändern.

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la1402 31.07.2018, 16:05
73. Erdogan freut sich

Jeden Tag darf im Spiegel ein neuer Journalist draufhauen.

Rassismus sind Erfahrungen, die leider sicher viele erleben, und das darf nicht toleriert werden. Aber auch dieser angeblich so ausgewogene Artikel ignoriert vollständig, dass der Fall Özil nichts mit Rassismus zu tun hat, denn Özil benutzt dies Argument nur, um sich zum eigentlichen Problem nicht zu äussern. Und wie begegnet man Rassismus, wenn man gleichzeitig nachlassende Integrationsbereitschaft der Türken, gefördert durch Özils Erdogan, toleriert.

Es muss weiter ausgesprochen werden dürfen, dass nicht jede Kritik an einem Migranten Rassismus oder Diskriminierung bedeutet. Der Spiegel sieht das aber scheinbar anders. Wasser auf die Mühlen der AFD, und Erdogan wird die einseitige Sichtweise des Spiegel täglich mit wachsender Freude lesen.

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mfoerster42 31.07.2018, 16:08
74. Könnte mal jemand recherchieren, worauf die Rassismusvorwürfe Özils

gegen Grindel beruhen? In unserer liberalen Gesellschaft jemandem Rassimus vorzuwerfen, ist ja ein sehr schwerer Vorwurf. Gibt es denn für den Grindel'schen Rassismus irgendwelche Belege? Oder ist das egal?

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rloose 31.07.2018, 16:09
75.

Zitat von thom3
der mit seiner großen intellektueller Gewalt immer auch nach hinten los geht. Ich betreue seit x Jahren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Afrika und Asien, ausgerechnet hier verwenden wir deshalb den Begriff "Rassismus" fast überhaupt nicht. Er führt zu vorschnellen, totalisierenden und effektiv sogar selbst rassistischen Fehlinterpretationen schwieriger Situationen und Probleme. Man sollte den Artikel mal daraufhin lesen. Echten Rassismus erkennt man dagegen als Betroffener sofort, denn man ist dann in echter großer Gefahr, und muss handeln bzw. sich schon im Vorfeld davor schützen. Dazu muss man offen gewalttätige Rassisten erkennen können, und die Gegenden in Stadt und Land, in denen sie eine situative Herrschaft ausüben können - und nur dort herrscht Rassismus. In der Gesellschaft in Deutschland herrscht Rassismus aber trotz aller Probleme definitiv nicht - auch wenn es intellektuell äußerst bequem und mächtig und insofern verführerisch erscheint, sämtliche multikulturellen Probleme zentralistisch unter dem Herrschaftsbegriff Rassismus zu erfassen.
Meinen Sie nicht, dass sich der „Rassismus“, von dem sie hier sprechen, durch den „Alltagsrassismus“, den sie anscheinend nicht als Rassismus bezeichnen möchten, erst legitimiert fühlt? Meiner Meinung nach ist der Alltagsrassismus Wegbereiter für „bedrohlichen“ Rassismus und somit auch als solcher zu benennen und abzustellen. Am Beispiel der USA kann man ja im Moment hervorragend sehen wie rassistische Sprache von Teilen der Elite zu einem Anstieg von gewalttätigem rassistischen Übergriffen führt.

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MatthiasPetersbach 31.07.2018, 16:10
76.

Nun ja, beim Rassismus gibts ja das selbe Problem wie beim Sexismus:

Daß es völlig Wumpe ist, welche Hautfarbe, Religion, Geschlecht oder Herkunft jemand hat ist schon doch seit den 60ern flächendeckend anerkanntes Gedankengut. Und ne gegenteilige Meinung so völlig ausserhalb der Reichweite, daß es schwerfällt, die Leute, die das ernsthaft "diskutieren", überhaupt ernstzunehmen.

Schon die Diskussion darüber finde ich schädlich. Diskutieren heißt ja, daß es zur These eine ernstzunehmende Gegenthese gibt. Das ist aber hier nicht der Fall.

Man kann zu Flüchtlingsproblematik, Integration, Lebensweisen oder anderem stehen wie man will - der Verbrecher/Schmarotzer/Böse tut das, was er tut, in erster Linie, weil er ein Idi*t ist - nicht weil er "der" Schwarze/ Ausländer/ Türke/whatever ist.

Die Begrifflichkeit "DIE" ist sowieso völlig Banane und ein Anzeichen dafür, daß der "Diskutant" den Schuß nicht gehört hat.

"Die" Deutschen gibts genausowenig wie "den" Ausländer. Ich hab mit meinem türkischen Gemüsehändler wohl mehr Gemeinsamkeiten wie mit manchen Leuten, die in Berlin oder Frankfurt rumturmnen und nen deutschen Pass haben. Und mit den Dingen, die "die" Deutschen so angerichtet haben und noch anrichten, hab ich auch nichts zu tun.

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peaceonearth 31.07.2018, 16:11
77.

Sehr gute Kolumne! Bin nur wieder einmal entsetzt über so einige Forumsbeiträge hier. Es gibt leider zu viele Menschen, die eine sehr eingeschränkte Sichtweise haben und subjektive Erfahrungen als allgemein gültige Fakten hinstellen. Ein Forist schreibt, dass er keine verschleierten Frauen sehen will, weil die ja nicht sexy aussehen. Frauen haben also sexy auszusehen und sich deshalb nicht zu verschleiern? Kopfschüttel.

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frank2013 31.07.2018, 16:15
78. umgekehrter Rassismus

Vor lauter Selbstbezichtigung erlaube ich mir an die Äußerung des Grünenpolitikers Karabulut erinnern. Die Welt: Das ehemalige Vorstandsmitglied des Türkischen Elternbunds Hamburg, Malik Karabulut, hatte die Deutschen pauschal in einem Facebook-Beitrag nach der Resolution des Deutschen Bundestags im vergangenen Sommer zum Völkermord an den Armeniern auf türkisch als „Hundeclan“ beschimpft – andere Übersetzungen sprechen von „Köterrasse“. Karabulut führte weiter aus: „Von ihren Händen fließt immer noch jüdisches Blut. Es hat bislang weltweit kaum ein zweites Volk gegeben, welches Menschen derart verachtet, massakriert und erniedrigt hat. Ihr nennt uns Bösewichte und wir schweigen.“ Und weiter: „Erhofft sich Türkei noch immer etwas Gutes von diesem Hundeclan? Erwarte nichts Türkei, übe Macht aus! Sie haben nur Schweinereien im Sinn. Möge Gott ihren Lebensraum zerstören.“ Später entschuldigte sich Karabulut für seine Wortwahl. Die Hamburger Staatsanwaltschaft sieht jedoch weder in einzelnen noch in sämtlichen Aussagen nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Die Begründung: „Es muss sich um eine Gruppe handeln, die sich durch irgendein festes äußeres oder inneres Unterscheidungsmerkmal als äußerlich erkennbare Einheit heraushebt.“ Für die Bezeichnung „Deutsche“ treffe das nicht zu, da diese sich nicht „als unterscheidbarer Teil der Gesamtheit der Bevölkerung abgrenzen lässt“. Und weiter: „Bei allen Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft handelt es sich um die Bevölkerungsmehrheit und daher nicht um einen Teil der Bevölkerung“. Weil es sich also nicht „um einen verhältnismäßig kleinen, hinsichtlich der Individualität seiner Mitglieder fassbaren Kreis von Menschen handelt“, könne das Kollektiv der Deutschen nicht beleidigt werden, heißt es in den Ausführungen der Staatsanwaltschaft, die der „Welt“ vorliegen. Somit bleibt die Aussage straffrei und ist weiter erlaubt. (https://www.welt.de/regionales/hamburg/article162442610/Deutsche-duerfen-ungestraft-Koeterrasse-genannt-werden.html). Da die sogenannten Bio-Deutschen keine abgrenzbare Gruppe darstellen, kann man sie weiter nach Herzenslust beleidigen und Volksverhetzung betreiben. Die Verachtung deutscher Mädchen als Schlampen und die Verweigerung, deutsche Schwiegersöhne zu akzeptieren (man denke auch an den Ehrenmord an Hatun Sürücü) sind weitere Beispiele. Wer das ausblendet, schafft eine Schieflage in der Diskussion um Rassismus. Es gibt auch Minderheitenrassismus, der nicht unter den Tisch fallen darf. Diese Selbstbezichtigung aus einem Hyperhumanismus und- Liberlismus heraus, macht uns zunehmend wehrlos gegen solche Formen des Rassismus. Das ging soweit wie im Fall der Vergewaltigung einer Flüchtlingshelferin, dass diese, um dem Rassismus vorzubeugen, Verständnis zeigte und auf den Sexismus o.ä. der Aufnahmegesellschaft in Deutschland verwies.

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georgia.k 31.07.2018, 16:17
79. Rassismus kommt in den verschiedensten Gewändern daher

es gab ihn zu allen Zeiten, bei vielen Völkern, die mit anderen Minderheiten zusammen kamen. Und es ist nicht so, dass Opfer von Rassismus nicht selbst auch rassistisch denken, und wer gegen Rassismus ist, kann durchaus auch rassistische Nischen haben. So gibt es in protestantischen Kirchengemeinden noch nationalsozialistische Relikte und unaufgearbeitete nazistische Vergangenheit und gleichzeitig eine unkritische Empathie in Bezug auf Palästinenser - auch wenn sich diese als judenfeindlich erweisen. Gleichzeitig sieht man sich in der Nähe der Bekennenden Kirche, wobei die Nähe zu den nationalsozialistischen Protestanten "Deutschen Christen" nicht zu verleugnen ist. Man erkennt die unkritischen Nachfahren der ehemaligen Nazis - an ihren rigiden Vorstellungen, womit man sehr lange noch Kindererziehung prägte, unschuldigen Kindern eine bestimmte Heimerziehung angedeihen lassen hat. In dieser rigiden Haltung verharrend, hat man sich festgelegt, was rassistisch ist und was eben nicht. Das gelingt deshalb auch so gut, weil die evangelische Kirche das in ihren Gemeinden gar nicht richtig aufgearbeitet hat, man schmückt sich mit ein bis zwei aktiven Gemeindemitgliedern und möchte darüber alles andere vergessen, auch den Kirchenbau der Nazizeit, die mit Hakenkreuzornamenten geschmückte Kirchenraumdecke hat man halt noch. Wenn dann noch politische Definition von Rassismus genauso einseitig unterstützt – dann fühlt sich die evangelische Kirche auf der sicheren Seite. Dabei bedient man sich oft genug derselben rigiden Sprache – wie wir sie als Nachgeborene vielleicht noch aus der Kindererziehung in Familien und Schulen kennen, inzwischen als Heimerziehung unschuldiger Kinder und Jugendlicher erfahren mussten, wie sie noch in Gefängnissen der DDR in Erscheinung und bei der Bevormundung mündiger Bürger üblich war. Und wer einen Erdogan einlädt, sollte sich Gedanken machen, wie die Aussage 'Assimilation sei ein Verbrechen' einzuordnen ist - und welche Ehre einem solchen 'Staatsgast' zuteil werden sollte - keinesfalls sollte Gelegenheit gegeben werden, seine türkischen Landsleuten auf ihn einzuschwören.

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