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Umsonstkultur im Internet: Genießen Sie diesen kostenlosen Beitrag!

Stundenlang für das teure neue iPhone anstehen, aber digital grundsätzlich nichts zahlen wollen? So viel zum Thema Geiz.

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janix_ 27.09.2014, 09:33
1. Öh, ja, die Sprüche kenne ich

Man kann ja dennoch eine Wochenzeitung (allerdings die tieferschürfende Zeit) und eine Tageszeitung in der bezahlten Holzvariante lesen. Einfach auf das teure Ding mit dem Apfel oder das unsinnige Auto verzichten, dann hat man das Geld für den wahren Genuss locker.
Doch zur Frage an mich selbst: hätte ich dies hier eigentlich hinter einer Bezahlschranke auch angesehen? Vermutlich nicht. Ich fühle mich mit ertappt. :)

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marthaimschnee 27.09.2014, 09:34
2.

1. Die Ware hat den Wert, die der Kunde zu zahlen bereit ist. Für physische Güter gilt das nicht mehr, weil das Angebot normal stets kleiner ist, als die Nachfrage. Wenn ich es nicht kaufe, kauft es jemand anders zu dem Preis - und ich hab Pech.
2. Im Internet gilt das nicht, weil digitale Güter sich beliebig, praktisch ohne Aufwand und ohne Verluste vervielfältigen lassen. Das Angebot ist somit unendlich, bei begrenzter Nachfrage. Der Preis ist also per Marktdefinition nahe 0 und besteht bestenfalls aus der Großzügigkeit des Kunden. DAS ist das Problem des Internet, aus Sicht des Kapitalismus natürlich.

Den Kunden interessiert nicht die Bohne, welcher Aufwand hinter einer Ware steckt!

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phrasenmaeher 27.09.2014, 09:36
3. Großartig!

Schön auf den Punkt gebracht. Aber wie es nun einmal so ist im Tierreich, dessen Teil auch der vermeintliche homo sapiens ist: Die weitaus meisten sind sich ihres eigenen Spiegelbildes nicht bewusst. Und so wird - zumindest in Teilen - genau das hier Beschriebene eintreten. Was erlaube Berg? Von meiner Seite aus jedenfalls vielen Dank für einen treffenden Kommentar.

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sappelkopp 27.09.2014, 09:37
4. Danke, ein wunderbarer...

...Beitrag. Allerdings bezweifle ich, das ihn diejenigen verstanden haben, die es angeht.
Naja, was das Anstehen fürs neue Apfelhandy angeht und das freiwillige Heraustun des überteuerten Preises dafür, bei gleichzeitiger Kostenloskultur für die Inhalte, die Antwort darauf ist einfach. Das Apfelphone sieht jeder, wenn es vor einem liegt, die Inhalte nicht.

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Kein Gutmensch 27.09.2014, 09:39
5. Vielleicht........

....... sollte man darauf hinweisen, dass der Beitrag zwar nicht kostenlos ist (bezahlt wird durch die eingeblendete Werbung, die über die verkauften Produkte finanziert wird, welche am Ende die "dummen" "Free-culture-sharing-whatever-Culture"-Menschen durch ihren Konsum mit bezahlen), aber umsonst.
Nur weil einige Profschreiberlinge nicht begriffen haben, dass alte Modelle sorgenfreien Schreibenkönnens, finanziert durch Verlage (und deren Leser) durch eine Vielzahl an Alternativangeboten im Netz nicht so wird weiterexistieren können wird, wie bisher.
Und überlässt man die Definition von "Qualität" - gerade im journalistischen Bereich - nicht den Journalisten selber, sondern macht sie daran fest, wer davon leben kann (also entweder einen der aussterbenden Verlage oder genügend Leser findet, um das durch Werbung finanzieren zu können), dann trennt sich auch da schnell die Spreu vom Weizen..
Die "Masse Mensch" (Thema Schwarmintelligenz) bringt vielleicht nicht die Elite oder Elitäres hervor, ist aber meist intelligent genug, einer sich selbst zur Elite erhebenden Schreiberlingskultur die kalte Schulter zu zeigen.

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ethan585 27.09.2014, 09:41
6. Danke...

...für diesen kostenlosen Beitrag, Frau Berg. Ich habe mich gerade auf dieser Plattform registriert. Nun haben sie auch kostenlos meine Kontaktdaten, die der Spiegel marketingstrategisch einsetzen kann um Umsätze zu erwirtschaften. So macht man das übrigens oft heut zu Tage. Ist dies nicht auch eine Form des bezahlens, Frau Berg? :-)

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spiegelgesicht 27.09.2014, 09:50
7. Was nix kostet hat keinen Wert

Ich bin gern bereit für wertvolle Angebote, Produkte oder Möglichkeiten den Gegenwert zu geben - Geld. Leider unser allg. Wertesystem in Schieflage, nicht nur für Onlineangebote. Dabei hat alles seinen Preis. Wenn ich z.b. echte Freunde suche und wie neulich in einem Portal (heuteschonwasvor.de) direkt ein paar Euro bezahle, ist das für mich wertvoller, als scheinbar kostenlos den soz. Freundes-Netzwerken mit meinem Dauergeschreibsel und Kontaktliste eine Werbeplattform zu ermöglichen. Das schöne Gefühl zu sparen und zu gewinnen hat das schönste Gefühl "wertvoll" zu sein verdrängt. Aber es ist trügerisch, denn man bezahlt immer; manchmal nur nicht mit Geld....

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Halcroves 27.09.2014, 10:04
8. Generation Praktikum für umne

wer hat sich denn den Quatsch ausgedacht ? Noch ne Legislatur Schröder und wir hätten die Kinderarbeit zurück. Die 10-12 h Woche haben wir indirekt doch schon. Sogar Richter am Arbeitsgericht haben sich angepasst und der Prolet wird nur noch ausgelacht.

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redandrough 27.09.2014, 10:06
9. kostenlos vs umsonst

Guten Tag Frau Autorin, wenn Sie tatsächlich glauben, dass die Leser für das Lesen Ihrer Kolumne nicht bezahlen, nur weil sie Ihnen nicht direkt Geld überweisen, dann sollten Sie ihr Engagement im Internet nochmal übderdenken mangels Grundverständnisses. Ihr Beitrag ist für keinen Leser kostenlos - und daher umsonst.

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