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Umsonstkultur im Internet: Genießen Sie diesen kostenlosen Beitrag!

Stundenlang für das teure neue iPhone anstehen, aber digital grundsätzlich nichts zahlen wollen? So viel zum Thema Geiz.

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wieauchimmer 29.09.2014, 15:54
170.

es gibt so einige, teils auch gegensätzliche dinge, die mir beim lesen dieses berichtes/kommentares durch den kopf gingen.
zunächst sehe ich durchaus die unsitte dieser tage, den finanziellen wert rein auf materielles oder image zu beziehen. der wert der arbeit, insbesondere bei dienstleistungen oder künstlerischem wirken, verblasst.
doch wenn man den kommentar wörtlich nimmt - ist mir solch ein geschreibsel überhaupt was wert? eine arbeit, welche inhaltlich mit einem gez-mahn-fernsehspot gleichauf liegt? definitiv nicht.

des weiteren stößt mir die argumentation sauer auf, dass man einerseits auf einer plattform den zeigefinger erhebt, welche auf werbung als wirtschaftliche grundlage setzt. dabei würde mich mal interessieren, wieweit die aussagen auf den print-bereich überhaupt haltbar sind. wie viel umsatz im handel geht überhaupt an die verlage? wie viel verbleibt beim grossisten? wie hoch ist der anteil an einnahmen durch werbung? wie hoch sind im vergleich druckkosten/material/vertrieb gegenüber einer online-plattform?

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#Nachgedacht 29.09.2014, 16:04
171. Bezahlen?!

Wer sich aufregt das Umsonstkultur herrscht sollte sich vor allem darüber aufregen, dass Löhne und Gehälter aber auch Renten und Sozialleistungen nicht genügend Spielraum lassen.
Pauschal ist dieser Beitrag!
Doch wie wollen Sie Frau Berg das Problem lösen?
Das Problem einer Generation die für wenig Geld alles bekommen und haben will und nicht bereit ist angemessen Leistung zu bezahlen und den von dieser Mentalität Betroffenen, die an allen Ecken und Enden sparen müssen?
Haben Sie ein Rezept?
Es gab mal eine Zeit wo Arbeit einen vernünftigen Wert hatte, doch viele haben zugesehen wie dieser Wert verkleinert und beseitigt wurde.
Allen voran verlangt der Staat von seinen Bürgern leistunhgsloses bezahlen von Angeboten welche der Einzelne nicht nutzt.
Wir haben eine sehr eigenwillige Wertekultur entwickelt, welche in vielen Bereichen zum Nachteilen führt. Wir haben die Messias die meinen Anspruch auf hohe Bezahlung zu haben akzeptiert auch durch Passivität oder weil die mahnenden Rufer eben in der Wüste standen.

Hätte Ihr Beitrag Geld gekostet hätte ich ihn nicht gelesen, nicht weil ich es Ihnen nicht gönne.

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spon-1278944061497 29.09.2014, 17:02
172. Crowdfunding und Micropayment (Patreon, Flattr uws.)

Liebe Frau Berg,
es ist wichtig, auf Missstände aufmerksam zu machen. Noch wichtiger wäre es, Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Wenn den alten Vergütungsmodellen die Luft ausgeht, sucht man sich eben neue. Man muss das Rad nicht neu erfinden: andere haben sich schon Gedanken gemacht und es gibt viele Optionen.
Schauen Sie sich doch mal Patreon und Flattr an, stellvertretend für eine ganze Reihe neuer Ansätze die ohne Zuschauer-Zäune wie Paywalls oder DRM auskommen.
Vielleicht ist etwas für Sie dabei.

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firefox34 29.09.2014, 22:08
173. Es geht um Aufmerksamkeit

Es war doch schon immer so, dass die Wochen- und Tageszeitungen von ihrer "Reichweite" gelebt haben. Wer die größte Reichweite hat bekommt die meisten und teuersten Werbeanzeigen. Der Markt war überschaubar, die "Konkurrenz" nur in den eigenen Reihen. Es hat noch niemals interessiert für den Inhalt der Medien Geld zu nehmen. Der "Content" ist Mittel zum Zweck. Was hat sich durch das Internet geändert? Die Zeitungen und Printmedien konkurrieren im Internet mit ganz neuen "Aufmerksamkeitsmagneten". Google, Facebook, Twitter, Blogs etc. Die schöne kleine Welt der "alten" Medien steht nicht mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Plötzlich setzten Andere, welche nicht zum "Selbstbeweihräucherungskreis" gehören bei den Werbenden höher im Kurs. Das kratzt am Ego. Der "Premiumcontent" ist vielleicht gar nicht Premium wie man selbst gerne glauben möchte. Die Printmedien stolpern über ihre eigene Arroganz. Die neuen Größen im Werbermarkt wurden jahrelang nicht ernst genommen... Jetzt versucht man sie über Klagen wieder in ihre Schranken zu weisen. Wie jämmerlich... Und zu guter letzt ist dann der Leser der Schmarotzen. Man hat ihn jahrelang mit "kostenlos" geködert und subventionierte Produkte verkauft oder glaubt jemand ernsthaft, dass ein Hochglanzmagazin wie der Spiegel für eine Hand voll Euro zu drucken und zu vertreiben ist?
Und ihr Kommentar, Frau Berg, zeigt einmal mehr, dass die "Contentindustrie" noch immer nicht bereit ist sich dem veränderten Wettbewerb zu stellen. Nur im Web anstatt auf Papier zu schreiben ist zu wenig. Ihre Branche ist doch so kreativ... Dann werden sie es auch endlich.

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spiegelleser987 30.09.2014, 13:44
174.

Es ist ja nicht nur "digital" so. Auch bei richtigen Produkten will der verbraucher nichts mehr zahlen. Ich habe heute gelernt, dass 20 ct. viel zu viel sind. Da kriegt man das gleiche Produkt zum tollen Preis von 13 Cent über ebay im Ausland, natürlich zoll- und steuerfrei.

Und was in Europäischen Ländern hergestellt wird und hier für 20 Euro angeboten , gibt es aus China für 3,00 Euro. Das gilt als "sozial".

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ANDIEFUZZICH 01.10.2014, 00:22
175. Der Konzern

Zitat von vantast64
und für den Provider und Aufpreise im Geschäft für den Öffenlichen Rundfunk, weil die Firmen die GEZ-Kosten auf den Verkaufspreis legen. Und es kostet, für die Reklame im Internet mit den eigenen Daten zu zahlen. Im Leben ist nichts umsonst, auch im Kapitalismus nicht.
Praktisch ist es allemal eine Zwangsabgabe festzulegen und obendrein alles sicherheitshalber zwei oder dreifach zu erfassen.
So wird auch noch der letzte illegale Seher unerlaubter Werbung herausgesiebt aus tausenden Tonnen von Papier.
Im Sektor Hartz IV wird ausserdem damit dem Volk seine Machtlosigkeit vorgeführt nach dem Motto:
Quäl dich zu unserer Wahrheit.

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ANDIEFUZZICH 01.10.2014, 00:40
176. 5 Cents

Zitat von ANDIEFUZZICH
Ja es ist schon schwer geworden mit dem Zwischennetz. Einst als Hort der Freiheit und Information gepriesen ist davon nur noch ein datengieriger Sauger geblieben, der dafür auch noch das Opfer zur Kasse bitten will. Da sieht man wie aus einer einst guten Sache ein bedrohliches Monstrum geworden ist. Aber bitte, für jeden freigeschalteten Kommentar biete ich dem Sysop 5 Cents an, über die Modalitäten kann man sich ja bestimmt einigen. Spass aus.
Jetzt schulde ich ihnen 5 Cents.
Bitte teilen sie mir die Kto-Nr schriftlich mit, meine Adresse haben sie ja, dann überweise ich 100 Euro im voraus für die nächsten 2000 Beiträge.
Hoffentlich habe ich diesmal richtig gerechnet.
P.S.:
Aber der Adblocker bleibt angeschaltet.

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5b- 02.10.2014, 20:30
177. Apple zu teuer, Apps für umsonst? 1/2

Es stimmt, Apple Geräte sind teuer und man bezahlt mit dem hohen Preis nicht nur die Kosten sondern auch den Spitzengewinn der Firma. Aber was ist die Alternative? Zur Zeit kann das nur ein Windows Telefon sein, aber da ist das Ökosystem noch recht kümmerlich. Bei Android ist man nicht gut aufgehoben, wenn man sich bewusst ist wie Google damit Geld verdient und einem das nicht gefällt. Der Artikel von Frau Berg scheint ja ein Ausdruck eines solchen Bewusstseins zu sein. Dieser Firma beschränkt sich auf gesetzliche Grenzen nur weil sie es muss, ohne solche Schranken würde sie noch viel weiter gehen. Der Nutzer zahlt mit seinen Informationen und wird so weit wie es nur geht ausgeleuchtet. Das sollte man sich überlegen bevor man Apple als schnödes Statussymbol abtut. Man zahlt bei Apple auch mehr, da diese Firma keine Einnahmen aus der Vermarktung der Kundeninformationen einnimmt. Diese entgangenen Einnahmen werden durch einen höheren Preis wieder rein geholt, die Kosten tragen die Kunden. Ich als ein solcher Kunde kann sagen, dass ich die paar Euro gerne zahle. Es ist nämlich gar nicht so viel mehr. Auch Android Telefone in der Oberklasse kosten ähnlich viel wie ein "i" Gerät. Bei Apple spart mein eigentlich noch, da man seine Informationen für sich behalten darf. Man sollte sich dessen bewusst sein, dass persönliche Informationen die einem schnöde erscheinen in Wirklichkeit bares Geld wert sind.

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5b- 02.10.2014, 20:31
178. Apple zu teuer, Apps für umsonst? 2/2

Was die Apps, sprich Applikationen, sprich Programme für höchstmobile Kleincomputer angeht, da muss man sich die bisherige Entwicklung ansehen und sich auch ein paar Gedanken um die Zukunft machen. Es hat mit Billigprogrammen (meist Spiele) angefangen die nur dadurch sehr Gewinnbringend waren, da sie aufgrund von mangelnder Konkurrenz eine hohe Verbreitung erreichen konnten. Damit ist schon eine Weile Schluss, der Markt ist nicht mehr so lukrativ und hart umkämpft. Jetzt sind wir am Ende der Freemium Ära. Dieses Konzept ist für den Kunden nicht wirklich zufriedenstellend. Man bekommt was für umsonst und muss dann zahlen, wobei man dazu verleitet wird dies sehr exzessiv zu tun. Auch dieses Konzept ist kein Garant auf hohe Gewinne mehr, wenn das Programm schlecht ist, macht es kein Geld. Zur Zeit steigen die großen Softwarehäuser mehr und mehr in ein Modell der Abofalle ein. Das gilt zur Zeit aber eher noch für den Desktopbereich, MS Office ist die systemübergreifende Ausnahme. Für den Kunden ist dieses Konzept leider auch suboptimal. Was hat man davon eine jährliche Abgabe abzutreten um, z.B., ein Office- oder Bildbearbeitungsprogramm zu nutzen? Der Kunde will doch was besitzen. Mit einem Abo hat man praktisch nichts. Selbst wenn man über eine Dekade hinweg schön einzahlt, steht man mit nichts da, wenn man dann nicht mehr zahlen will. Das beste Gegenbeispiel ist natürlich das Open Source und umsonst erhältliche LibreOffice. So etwas gibt es aber nicht für Telefone und Tabletts. Um wieder zurück zum mobilen Kleincomputer zu kommen, hier sehe ich (im Prophetenmodus) für die Zukunft eine riesige Chance in komplexeren und teureren Programmen die mehr bieten. Hätte Microsoft eine Office-Vollversion angeboten, dann hätte ich auch viel dafür bezahlt. Als Abo ist es aber in meiner Sicht leider nur Makulatur. Auch Adobe hat bei seiner Mobilversion von Photoshop einiges verschlafen, hier aber weil das Programm zu wenig leistet. Da zahl ich locker die acht Euro für ein besseres Zeichenprogramm (z.B. Sketchbook Pro, ProCreate, usw.). Hier würde ich für mehr auch mehr zahlen.

Ich denke, dass es in Zukunft mehr komplexe und auch teurere Programme für mobile Telefone und Tabletts geben wird. Das ist nämlich die einzige Lösung die dem Kunden ein Zufriedenheitsgefühl beschert.

Abschließend will ich sagen, dass der Geiz um den es im Artikel geht, zwei Aspekte hat. Zum einen ist es ein Reflex der ja auch Sinn macht, warum mehr bezahlen wenn es nicht sein muss? Zum anderen gibt es zur Zeit nur wenige Alternativen. Das letztere sehe ich als Hauptproblem.

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polarapfel 08.10.2014, 15:49
179. Die Statistik und Apple's Quartalsberichte widersprechen Ihnen

Frau Berg (und eine Menge anderer "Journalisten") haben Apple's Geschäftsmodell wohl immer noch nicht verstanden. Es geht mitnichten darum, mit möglichst viel Marge ein glänzendes Telefon zu verkaufen, mit dem der Käufer dann überwiegend kostenfreie Inhalte konsumiert. Zwar macht Apple mit dem iPhone gute Gewinne, aber im Vergleich zu den Summen, die iPhone Besitzer in iTunes für bezahlbare Inhalte ausgeben, könnte Apple auch auf die Gewinne aus den Telefonen verzichten. An Apple's erfolgreichen Geschäften mit 30% Umsatzanteil aller Inhalte, die über iTunes vertrieben werden (übrigens auch der Spiegel Frau Berg), kann man ablesen, dass es mehr als nur eine Handvoll iPhone Besitzer gibt, die Apple damit reich machen.

Womit der eigentliche Aufhänger Frau Bergs schon erledigt ist: jemand der fast 1000EUR für ein Telefon ausgibt, will alles andere umsonst. Klingt reisserisch und gut, ist nur leider vollkommen an der Realität vorbei und falsch. Die App Stores und ihre Umsätze beweisen es.

Vielleicht sollte der moderne Journalismus seine Produkte und Produktstrategien überdenken und wieder für und nicht am Markt vorbei entwickeln. Klar, der freie Journalismus hat nicht den Vorteil des Öffentlich-Rechtlichen, der sich von jedem Haushalt mit fast 20EUR pro Monat alimentieren lässt. Aber vielleicht liegt da ja der Hase begraben: Inhalte, für die alle zahlen und augenscheinlich trotzdem kostenlos für jedermann abrufbar sind.

Statt auf Konsumenten zu schimpfen, die den Mechanismen von Angebot und Nachfrage folgen, sollte man vielleicht lieber die Rahmenbedingungen des eigenen Angebots und des Markts und Wettbewerb kritischer unter Lupe nehmen.

Aber nein, das wäre je weniger reisserisch.

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