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Umsonstkultur im Internet: Genießen Sie diesen kostenlosen Beitrag!

Stundenlang für das teure neue iPhone anstehen, aber digital grundsätzlich nichts zahlen wollen? So viel zum Thema Geiz.

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archback 27.09.2014, 10:09
10. ....

Naja, Frau Berg, wir nehmen die Angebote an, weil sie kostenlos sind. All das bezahlen könnten wir uns gar nicht leisten. Müßten wir das, hätten Sie und die anderen Anbieter nur einen Bruchteil der jetzigen Kunden und wir alle täten wieder das, was wir früher gemacht haben und wir sowieso zwangsbezahlen müssen: fernsehen.

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Leser161 27.09.2014, 10:16
11. Das Erbe des Rundfunks

Ich versteh ja das Journalisten das nicht mögen und vielleicht ist es ungerecht. Aber gefühlsmässig ist Internet eine Fortsetzung von Fernsehen/Radio mit anderen Mitteln.
Man bezahlt für das Gerät, man bezahlt für den Anschluss (GEZ/Kabelgebühr), aber das wars dann. Das wurde aufs Internet übertragen.

Das ist ein Problem. Aber für den Journalismus. Ich schlage vor Journalisten finden eine Lösung, statt sich zu beschweren.

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seduro34 27.09.2014, 10:17
12.

Was Frau Sybille nicht erwähnt (oder nicht verstanden hat) ist, das fast alle sogenannten "Geiz-ist-geil" User sehr wohl bereit wären, für eine gute Leistung bzw. Qualität zu bezahlen. Nur haben die Inhalteanbieter es versäumt ihre Verkaufsstrukturen dem Internet anzupassen, oder sie haben (oder hatten) Verkaufsmodelle, die vollkommen inakzeptabel waren. Und dann gab es noch die Raubmordkopierer. Der Kunde hatte damit die Möglichkeit, den Gängelstrukturen und überzogenen Preisen auszuweichen. Das nennt man Markt.
Inzwischen haben die meisten Firmen begriffen, das die Kunden für ihr Geld Qualität erwarten und dafür auch gerne bezahlen. Die Legende von den Heerscharen böser Raubmordkopierkonsumenten wird nur noch von den alten Herren in den Chefetagen der Contentfirmen hochgehalten. Aber die haben es eh nicht verstanden.

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Iggy Rock 27.09.2014, 10:31
13. Gegendarstellung

Sehr geehrte Frau Berg, ich wage einfach einmal Gegenthesen zu ihren Ansichten:

Den Markenfetischismus im Rahmen von Appleprodukten haben nicht zu letzt auch die Printmedien mitgetragen. Die sind, abgesehen von TV-Sendern, noch immer ganz vorne dabei, wenn sie vom Schlangestehen für ein neues Konsumprodukt, oder über Events, die auch nur Marketingshows sind, dieser Marke berichten. Man muss nicht darauf hereinfallen, viele tun es aber.

Das Internet ist nicht kostenlos. Als Nutzer dürfen sie teure Endgeräte, ebenso kaufen, pflegen und warten, wie Strom- und Verbindungskosten bezahlen und sich auf dem Sektor Software und Technik privat weiterbilden. Schaut man auf Smartphones und wirklich mobiles Surfen wird's nicht billiger, im Gegenteil. Die Preise dabei erinnern an die 90er Jahre, als Internetnutzer durch besonders hohe Telefonrechnungen auffielen.
Ein Brief- und Zeitungskasten ist natürlich die deutlich billigere Investition.

An dieser Stelle noch eine kritische Analyse über diejenigen, die gerne über Kostenloskultur jammern. Die digitalen Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre haben gewiss Millionen an Arbeitsplätzen vernichtet, darüber hat sie nie jemand groß echauffiert, im Gegenteil. Die Entwicklung wurde von allen Seiten immer nur gefeiert, die Möglichkeiten des Internets, der digitalen Abos und nicht zuletzt der simplen Musik-CD ebenso wie der Nutzen für die Wirtschaft. Nun trifft es zunehmend diejenigen, die diese Geister riefen, paradox wirkt das schon, aber es waren auch Printmedien, welche sofort auf den Zug aufgesprungen sind, kostenlos für die Nutzer natürlich. Einmal davon abgesehen dass ein einziges Smartphone, ein Tablet oder ein moderner Rechner, bezogen auf die Umwelt und Natur ein riesiges Desaster darstellt, weil aberwitzige Infrastrukturen notwendig sind, um diese High-Tech Produkte zu dem zu machen, was sie sind, die Entwicklung wird wohl keiner mehr aufhalten.

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NETSUBJEKT 27.09.2014, 10:32
14. Niemand zwingt die Medien ins Internet

Mir kommen diese "Umsonstkultur-Klagen" so lästig vor wie die Autoscheiben-Putzer an den Strassenkreuzungen. "Nötigendes Betteln" sind diese Klagen.
Erst drängt der Kommerz ungefragt ins Netz, dann beklagt er sich, wenn er nicht genügend Gewinn machen kann und gibt den bösen Nutzern die Schuld.

Wer würde einem Obsthändler Recht geben, der mit vollen Händen Kostproben verteilt und dann, nachdem er zwei Drittel seiner Ware verschenkt hat, die Kunden als Schmarotzer beschimpft, weil sie zuwenig gekauft haben.

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soldev 27.09.2014, 10:34
15.

Es ist doch ganz einfach, wenn jemand Geld für seine Leistung haben will, soll er es halt verlangen. Wenn sich jemand findet, der dafür bezahlt gut, wenn nicht, dann halt nicht...
Das Netz wurde ursprünglich nicht für den Kommerz entwickelt und so gibt es Unmengen kostenlose Alternativen, für die übrigens die Bereitsteller auch noch selbst in Form von Plattenplatz/Providerkosten bezahlen.
Und ja - ich habe das Netz verstanden - ich war schon mit 'nem 300er Koppler online, als noch kein Aas wusste, was WWW sein soll - damals gabs u.a. Mailboxen, Mailboxnetze, BTX und das Usenet... und genau wie heute, zahlte man dafür - in Form von Hardware/Telefon/Zugangskosten. Soviel zum Thema Geiz und nicht verstehen was das Netz ausmacht...

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polltroll 27.09.2014, 10:36
16. Harte Wahrheiten

Das würde doch jeder Dienstleister seinen Kunden doch gerne mal so ins Gesicht sagen: Der Postbote dem Amazon Kunden, der Verkäufer dem Schnäppchenjäger, der ITler dem Kunden der einen Freund hat der ja PC-Spezialist ist und ihm gesagt hat, dass eine Neuinstallation für lau zu haben ist... Erkennen Sie ein Muster?!: Die Geister die ich rief werde ich nicht mehr los. Auch die Presse hat im Netz die Kunden mit kostenlos Angeboten angefüttert und das Ganze entweder subventioniert oder mit schmalen Werbegeldern aus Bannerverkauf finanziert. Wen wundert es da, dass sich die Abokunden der Druckpresse als die Dummen vorkommen. Leider ist die Qualität des gedruckten Wortes extremen Schwankungen unterworfen. Wer kennt das nicht: Zeitung für 2€ gekauft und nach 10min in den Müll gehauen weil dem Redakteur die Themen ausgegangen sind. Und sind wir mal ehrlich: Die News von gestern sind heute kalter Kaffee. Ich habe unlängst auch gelesen, dass der Bestseller fifty shades of grey von nur jedem vierten Käufer zu ende gelesen wurde. Wenn mir das iPhone nach einer Woche nicht mehr gefällt, gebe ich es einfach wieder zurück!

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andre_22 27.09.2014, 10:39
17. Liebe Frau Berg

Auch Sie haben das Internet nicht verstanden, denn tatsächlich ist das was man im Net "umsonst" bekommt nicht kostenlos! Man bezahlt immer, sei es mit seinen Daten, mit der gewissheit in eine Marketingfalle gegangen zu sein oder auch nur damit die Seite wo man es "umsonst" bekommen hat bei seinen Bekannten zu loben! Was den Wert eines Produktes angeht, tja, um bei ihnen zu bleiben nehmen wir doch mal ein Buch! Ich mein, so ein Buch kostet im Mittel 14,99 Euro, das Problem ist aber das ich bevor ich das Buch gelesen habe garnicht sagen kann ob es mir diese 14,99 wert ist! Jeder Buchkauf ist also ein finanzielles Risiko, egal obs jetzt 2 euro oder 14,99 kostet! Wobei es doch als Hersteller eines Produktes ( in diesem Fall der Autor) doch eher darum gehen sollte was man am Buch verdient und nicht wie das Buch vom Verlag kalkuliert wird! Es bleibt also dabei, nichts ist umsonst , auch nicht der Tot ,denn er kostet das Leben!

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schoeneberger 27.09.2014, 10:41
18. Online Anzeigenblatt.

Wieder ein wundervoll geschriebener Artikel. Und zum Glück nicht umsonst, aber gratis. Aber bezahlen tue ich ja trotzdem, mit Aufmerksamkeit für die geschalteten Banner, die von den Werbetreibenden per Impression vergütet werden. So ist der Spiegel Online mit einem Gratis-Anzeigenblatt vergleichbar. Die überleben aber auch nur wegen des zusammengeschusterten und zuweilen werbelastigen Contents.

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Bazon_B 27.09.2014, 10:51
19. Ein anderes Modell: Freiwillig zahlen!

Habe ich gerade eben gemacht. Ein Album, das mir auf Spotify gut gefiel, wollte ich auch "so" haben, bei der Künstlerin selbst konnte man es zu einem beliebigen Preis (inklusive 0) runterladen. Ich zahlte dann 20$.
Menschen sind von Natur aus schon nett, sie mögen nur keinen Zwang.

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