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Umsonstkultur im Internet: Genießen Sie diesen kostenlosen Beitrag!

Stundenlang für das teure neue iPhone anstehen, aber digital grundsätzlich nichts zahlen wollen? So viel zum Thema Geiz.

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trebis 27.09.2014, 12:31
30. Kostenlos?

Auf der Seite Ihres Artikels sind nach grober Überschau 7 Werbungen eingebunden (Exklusive einer Werbung für Ihre Bücher). Veröffentlichen Sie diese Werbung auch kostenlos? Ansonsten werfen Sie wie gewohnt alles in eine Suppe: Menschen die Unsummen für Technik ausgeben = Menschen, die sich über dummen Journalismus aufregen = Menschen die bei allem geizig sind. Schön einfach, Ihre Welt.
Fakt ist, dass sich der Journalismus immer weiter von den Menschen entfernt. Ihr Beitrag ist da ein hübsches Beispiel. Doch genauso hübsch ist es, dass sie damit noch immer Geld verdienen können. Oder, Frau Berg?

Freundlichst:
Olaf Zimmermann.

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motzbrocken 27.09.2014, 12:44
31. Früher

ohne Internet gab es die sogenannten Zeitungen. Die eine war rechts, die andere links und einige nur blöd. Der Journalismus in den nicht blöd Zeitungen war fundiert, einseitig zwar je nach Ausrichtung, aber gut und klar geschrieben. Man konnte (wenn man wollte) sich von beiden Seiten ein recht klares Bild machen und dementsprechend sich verhalten. Heute ist das komplett anders. Es gilt den "Mainstream" zu treffen. Was immer das ist. Zur Zeit diejenigen, welche mehr Wert aufs Smartphone legen als auf die Inhalte. Und die Inhalte passen sich an. So auch beim Spiegel. Das ja neuerdings ein ehemaliger Bild Redaktor die Leitung hat, sieht, merkt und liest man auch. Boulvareske Themen wie der aktuelle Applehype, Rhiannas neue Frisur und andere, gleichartige, weltbewegende Stories sind heute in und generieren Leser was wiederum der Werbewirtschaft passt. Warum, liebe Frau Berg, soll ich für einen solchen, gleichgeschalteten Journalismus, der von links bis rechts dieselbe Meinung vertritt (die der herrschenden Classe Politique) und nebenbei noch bullshit wie oben erwähnt verbreitet noch was bezahlen? Nennen Sie mir zum Beispiel eine renomierte, westliche Zeitung die sich kritisch über die Ukraine Krise äussert. Die die Fakten benennt und sie nicht nach dem Gusto des Aussenministers dreht. Könnte sehr, sehr schwierig werden. Das Ganze hat also weniger mit Geiz zu tun, sondern mit der Ueberzeugung für ein mit Werbung zugekleistertes Meinungsverbreitungsblättchen nichts zu bezahlen. Ihr habt meine Daten. Das reicht um die gebrachte Leistung zu bezahlen. Und wenn das den Verlagen nicht reicht, dann lasst halt nur diejenigen auf eure ach so edlen Homepages die dafür bezahlen. Aber dann würden die Journalisten wahrscheinlich knapp dem Hungertod entgehen. Und die schönen Millionen der Werbeindustrie wären auch Futsch. Also ist es das ureigenste Interesse der Verlage, ihre Produkte Gratis im Internet zur Verfügung zu stellen. Ich fühle mich auf alle Fälle nicht von den erhobenen Vorwürfen betroffen.

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attac-pluto 27.09.2014, 12:53
32. Stimmt nicht!

Angefangen hat alles mit dem für den Verbraucher scheinbar kostenlosen werbefinanzierten Free-TV. Hier wurde eine von den Amerikanern bestens erprobte Verblödungsmaschinerie übernommen die im Internet nur ihre Fortsetzung findet. Das andere ist Beiwerk für das noch zusätzlich bezahlt werden muss, will mensch nicht als Hinterwäldler verspottet werden. Richtig bleibt ihr schönes Wort vom Verblödungskapitalismus.

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sekundenbruchteile 27.09.2014, 12:56
33.

nun, hier scheint ein generelles Missverständnis vorzuliegen. wenn ich diesen Artikel lese, für den ich nicht bezahle , dann bin ich doch nicht der Verbraucher sondern das Produkt. ich werde verkauft im Sinne von einem potentiellen Konsumenten von beworbenen Produkten auf Internetseiten oder apps. die Konzerne die Werbung schalten wollen, kaufen sich eine Werbefläche im Netz auf die in einem bestimmten Maße zugegriffen wird. je mehr Zugriffe desto höher der preis. also zahlen die Konzerne pro konsument mehr, ergo ist der 'konsument' das Produkt . und warum sollte das Produkt auch noch bezahlen um Produkt sein zu dürfen? das beantwortet auch die Frage warum elendig teure Konsumgüter (iPhone) einfach bezahlt werden ohne mit der Wimper zu zucken. sie Käufer wurden etwa von SPON an Apple verkauft, ich find das gut denn über diesen Umweg bezahlt mir Apple meine Artikel

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Friedrich G. Alte 27.09.2014, 12:58
34.

Das Problem ist nicht, dass man als Nutzer gar nichts bezahlen will, sondern dass man nicht ALLES bezahlen kann. Solange die Presse frei angeboten wird nutze ich sie, klar. So auch SPON. Wird der kostenpflichtig, werde ich ihn nicht mehr nutzen, da ich z.B. Die Welt als E-Ausgabe bereits abboniert habe. Das ist dann wie im richtigen Zeitungskiosk, da schleppt man ja auch nicht dicke Staperl verschiedener Zeitungen raus. Dadurch sinkt natürlich die Reichweite der einzelnen Zeitungen etc.

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kumi-ori 27.09.2014, 13:05
35. Versteh nicht ganz.

Natürlich gibt es Dinge, die kosten etwas, und es gibt solche, die kosten nichts. Da gibt es zum Einen Waren, hinter denen Arbeitskraft steckt. Nehmen wir Kartoffeln. Der Bauer müht sich redlich auf der harten Scholle. Wir brauchen seine Produkte und so ist es allgemeiner Konsens, dass der Zweikilosack zwei Euro kostet. Dann gibt es solche Produkte, die werden nur deshalb gekauft, WEIL sie so viel kosten. Niemand würde so sehr ein Iphone begehren, wenn es nur die Hälfte kosten würde, und nur alle vier Jahre eine neue Generation auf den Markt käme. Wir haben unter dem erzieherischen Einfluss der "Quengelware" an der Supermarktkasse unsere Familienstrukturen so konditioniert, dass jedem Anspruch der Kinder Folge geleistet werden muss. Bei kinderreichen Familien kann das schon Einiges ausmachen, und die Bengels auf dem Schulfhof schließen wahrscheinlich schon wetten ab, wessen Dad als Erstes aus dem Bürofenster springt. Meine Kinder haben Haufen von diesem Zeug (nicht von mir, von den Großeltern) und brauchen angeblich jedes einzelne Gerät dringend. Ich habe ein Handy für 17.90 Euro. Hier ist der Preis das Ziel, oder, wie der Kölner sagt: "Preis is', wat der Jeck zahlt."

Und dann gibt es eben die Dinge, die kosten nichts. Ein netter Plausch an der Bushaltestelle, ein Lächeln von einer hübschen Frau (oder einem hübschen Mann - je nachdem), ein Nachmittag in der Sonne an der Isar oder an der Ostsee oder sonstwo, und alle diese Dinge, die wir zu zweit machen können, wenn das Licht aus ist. Und in diese Gruppe fällt für mich der "Content" des Internets. Leute machen etwas zu ihrem Vergrnügen, sie möchten dafür als Belohnung nichts als den Dank und die Anerkennung der anderen. So taucht man sich aus und freundet sich an. Man könnte auch sagen: ein Hobby. Wer damit Geld verdienen möchte, wird es schwer haben, vielleicht klappt es noch mit Pornographie. Onkel Werner und Tante Gerda unter dem Gummibaum. Aber ich würde daon abraten.

Wenn Sie für Ihren Beitrag Geld haben wollen, dann schreiben Sie ihn am besten nicht für das Internet sondern für die gedruckte Ausgae.

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quark@mailinator.com 27.09.2014, 13:15
36. Geht doch weg !

Von mir aus hätte das Internet gern so bleiben können, wie es am Anfang war: Ohne Firmen, ohne Werbung, nahezu vollständig bestehend aus freiwilligen Beiträgen. Aber dann mußten sie ja alle kommen und versuchen, Geld damit zu machen, Nutzer zu binden, etc. ... Die Zeitungen haben ihre Inhalten freiwillig ins Web gestellt - kostenlos. Das hat niemand erwartet oder gefordert. Es wurde dennoch gemacht, um einen Verdrängungswettbewerb vom Zaun zu brechen. Den haben nicht die Nutzer organisiert, sondern die Zeitungen selbst haben das gemacht. Von mir aus kann der Kram gern wieder aus dem Web verschwinden. Das Niveau ist erbärmlich schlecht. Soviel bekommt man im Fernsehen problemlos in der Tagesschau - ohne Werbung und ebenfalls kostenlos.

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znork 27.09.2014, 13:26
37. Hilfe - schon wieder muss ich Frau Berg zustimmen

Ich gebe es ja zu - normalerweise halte ich es mit Frau Berg eher so wie Akif Pirincci in seinem von mir hochgeschätzten Buch "Deutschland Von Sinnen" (für das ich brav bezahlt habe und das gerne). Doch nun passiert es mir bereits zum zweiten Mal von einer Berg-Kolumne sehr angetan zu sein.

Volle Zustimmung, Frau Berg - ein hervorragend geschriebener und absolut treffender Kommentar. Vielen Dank dafür. Schluck.

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kdshp 27.09.2014, 13:37
38.

ICH zahle nichts?! Natürlich zahle ich und das ist nicht wenig also fürs internet. Die frage ist doch eher wer daran verdient. WER hat den "früher" an zeitungen verdienet?! Sorry lieber spon aber ihr habt mit den meisten anderen zeitungsverlagen die zeit verpennt. Und jetzt jammert ihr und andere das wir nix oder nur wenig für euch zahlen wollen. Und wer macht mich den ständig heissss das GEIZ geil ist?! Ihr die verkäufer/anbieter von waren und dienstleistungen. Wie oft lese ich denn auf eurer seite GEIZ ist GEIL also versteckt in werbung. Mein tip an euch und all die anderen. Ändert was un geht mit der zeit oder macht den laden zu bevor ihr pleite seit.

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kdshp 27.09.2014, 13:45
39.

Zitat von itsamadworld
Frau Berg klagt über die Modernität des Internets und setzt gleichzeitig althergebrachte Bezahlungsmethoden an. Man sollte dabei aber nicht vergessen, das selbst die Printmedien in ihren guten Zeiten im Wesentlichen von der Werbung und nicht vom Leser existierten. Und man kann nun wirklich nicht behaupten, dass sich dies im Internet geändert hat. So gesehen darf man fragen: Wo ist das Problem? Und ganz nebenbei: Das an dieser Stelle völlig unangebrachte, aber allseits beliebte, Apple-Bashing hätte ich nun nicht gerade von Frau Berg erwartet. Haben Sie auch schon versucht Ihr Smartphone zu verbiegen?
Ich meine so wie frau berg es noch nicht verstanden hat das wir eine "neue" zeit haben und sie (die Printmedien) sich anpassen müssen und nicht die zeit an sie. Hat sie es auch nicht vestanden das das zur PR von apple gehört. Wäre ich apple chef würde ich mich über all die aktionen freuen denn das bringt bekanntheit und das umsonst siehe frau berg hier.

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