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Umstrittener Nahost-Experte Michael Lüders: Der Weiß-Schwarz-Denker
imago/ Jürgen Heinrich

Wo hört Aufklärung auf, wo fängt Ideologie an? Der Krieg in Syrien ist auch ein Krieg um Deutungshoheit. Das neue Buch des Nahost-Experten Michael Lüders ist ein Bestseller. Aber er ist umstritten.

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taglöhner 24.04.2017, 11:19
1. Belegexemplar

Der erinnert mich an Erich von Däniken. Allerdings ohne dessen schelmischen Augenzwinkern.

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waswuerdeflassbecksagen 24.04.2017, 11:25
2. Irrsinn

Lüders ist einer der wenigen deutschen Nahostexperten, die sich auch mal in den besaten Krisengebieten des Nahen Osten aufgehalten, warum wird nicht diese unsägliche Antonia Radost hinterfragt, da steht Bertelsmann dahinter, da traut sich keine Presse ran - diese Show, es muss verkauft werden!

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ProDe 24.04.2017, 11:34
3. Komischer Artikel - voller Widersprüche

was auffällt ist, dass jedes Argument, das hier gegen Lüders in Feld geführt wird mit einem Faktor 10 auf alle die Experten - wie die zitierten BILD oder die "Faktenchecker" - zutrifft.
Lüders gibt wenigsten seine Quellen an. Die andere Verschwörungstheoretiker, die überall und für alles Russland verantwortlich machen und ohne jeden Beweis schon mal hinausposaunt haben, Assad wäre für den Giftgas Angriff verantwortlich gewesen, machen das völlig ohne Beweis und ohne Quellen.
"Lüders nennt andere Indizien nicht wie..." oooh. Nennt der Autor, oder die BILD etwa andere Indizien wie das amerikanische MIT-Gutachten, dass die Version der Geheimdienste (Giftgaseinsatz durch die Luft) für völligen Unfug hält?

Allein wie hier suggeriert wird der 2013er Giftgaseinsatz wäre Assad gewesen ist doch Beweis genug. Alle offiziellen Berichte belegen, dass es dafür keine Beweise gibt. Egal ob bei Lanz, in der BILD oder hier im Artikel - die einzige Argumentation, die gegen Lüders immer wieder auftaucht ist doch die:
Er widerlegt die Argumente des "Westens" (die Guten) und unterstützt damit direkt oder indirekt Putin oder Assad - aber im Grunde die Bösen - also muss er a) ein Verschwörungstheoretiker sein oder b) zu Putins Propagandamaschine gehören.

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olivervöl 24.04.2017, 11:37
4. Ja was denn nun?

Was wird Lüders eigentlich vorgeworfen? Dass er "sein Narrativ nicht sorgfältig mit der Welt abgleiche", deshalb "entstehe ein Raunen". Also nichts.

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Duzend 24.04.2017, 11:37
5. Guter Artikel. Streit ist immer gut.

Es wird Zeit, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung regelmässig nicht nur umstrittene Bücher liest, sondern sich in die Lage versetzt, über die inhaltliche Richtigkeit der strittigen Punkte zu streiten. Noch besser wäre es, wenn wichtige Politiker das als Chance begreifen und sich an der Diskussion beteiligen könnten. Allerdings bräuchte man dafür auch eine Schonungslosigkeit in der Offenlegung sämtlicher Informationen, die zu einem Thema erhältlich sind, und die Erneuerung jener Konvention, dass um Aussagen, Inhalte und Schlussfolgerungen gestritten wird und nicht um Personen.

Und was die Rolle des Westens in Nahost angeht: Reicht nicht ein gründlicher Blick in dieletzten hundert Jahre Geschichte, um zu erkennen, dass der Westen diesen Teil der Erde zu einem Teil einer Einflusssphäre erklärt hat, um die er fast um jeden Preis kämpfen will? Die Erleuchtung darin, wie wichtig Erdöl ist, die Absetzung Mossadegs Anno 1953, die Einsetzung des Hauses Saud. Die Grenzziehungen à la Sykes-Picot mit dem Lineal durch ein multiethnisches Gebiet. Das Buhlen um die Loyalität der Osmanen usw. usw. Ein guter Punkt, mit der Frage einzusetzen, ob und wann es den westlichen Machtstreitern um das Wohl der jeweiligen Bevölkerung ging. Die zu befürchtende Antwort: So gut wie nie.
Und stehen damit Bücher wie das des Herrn Lüders nicht auf einmal da wie das Standardnarrativ, die glaubwürdigere, stimmigere Version, während das gesamte Geblubber à la Tagessthemen, Kornblum u.dgl. als exakt diejenige starrköpfig und geschichtsvergessen vertretene Alternativwahrheit der Spinner und Heuchler wegkommt, als die unsere Eliten "Wer den Sturm erntet" häufig darstellen wollen.
Es ist das grosse Verdienst der Autorin (des Artikels), mit Herrn Lüders' Buch für einmal nicht so umgegangen zu sein. Ein Zeichen, das Mut macht.

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besucher-12345 24.04.2017, 11:38
6. Gibt es Alternativen?

Er mag Unrecht haben und Assad somit schuldig sein. Wie aber ein anderer Nahost- und Islam-Experte, Wilfried Buchta, schreibt, gibt es eine "Facebook-Generation" allenfalls in den Metropolen. Somit bleibt die Frage bestehen, ob es nach Assad demokratischer in Syrien werden kann.
Buchta beschreibt in seinem Buch auch, dass typische arabsiche Regimen von einem Zusammenschluss der Minderheits-Religionen und Ethnien gestützt werden. Wird ein Regime gestürzt, werden die bisherigen Anhänger verfolgt. In Ägypten beträfe dies die Kopten, die als Christen wohl Schutz in Europa suchen würden und in Syrien Alewiten, Drusen und Christen. http://www.sueddeutsche.de/politik/rezension-ist-der-islam-grundsaetzlich-nicht-mit-moderne-und-demokratisierung-vereinbar-1.3256678-2

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g.raymond 24.04.2017, 11:39
7. Bei Hersh nachfragen

Hersh behauptet in seinem Artikel, dass britische Experten Obama informiert hätten, dass das am 21. August 2013 eingesetzte Giftgas nicht aus dem Arsenal der syrischen Armee stammen konnte. Warum nicht noch einmal diese Experten ausfindig machen und befragen?
Zudem wird hier zu wenig berücksichtigt, dass die Giftgaseinsätze in Syrien ausgerechnet kurz vor dem Besuch von UN-Leuten in Damaskus bzw kurz vor dem Aussenministertreffen in Lucca stattfanden. Assad müsste schon total bekloppt sein, wenn er selbst ein solches timing angeordnet hätte.

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nevzatc 24.04.2017, 11:41
8.

Die Quellen sind nicht die Zeitungsberichte sondern die Gerichtsakten auf die sich diese Berichte beziehen. Sie wissen sehr gut sie Worte so umzudrehen wie Sie Ihnen passen.
Auf die Quellen die für ein Chemiewaffen-Einsatz von Assad sprechen und auf deren Glaubwürdigkeit( zB syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte) gehen Sie natürlich nicht ein. Ich weiß nicht wer den Angriff ausgeübt hat. Die Berichterstattung hier ist aber sehr paeteiisch.

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RalfHenrichs 24.04.2017, 11:42
9. Jetzt muss SPON

nur noch einen ähnlich kritischen Artikel über diejenigen schreiben, die klar behaupten, dass Assad Chemiewaffen eingesetzt hätte. Der Artikel ist im Grunde gut, zu kritisieren ist nur, dass immer wieder Internetseiten zitiert werden, mit denen Lüders nichts zu tun hat und nicht zu tun haben will. Niemand kann sich diejenigen aussuchen, die einem zustimmen.

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