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Umstrittener Nahost-Experte Michael Lüders: Der Weiß-Schwarz-Denker
imago/ Jürgen Heinrich

Wo hört Aufklärung auf, wo fängt Ideologie an? Der Krieg in Syrien ist auch ein Krieg um Deutungshoheit. Das neue Buch des Nahost-Experten Michael Lüders ist ein Bestseller. Aber er ist umstritten.

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Willi Wacker 24.04.2017, 12:38
30.

Zitat von waswuerdeflassbecksagen
Lüders ist einer der wenigen deutschen Nahostexperten, die sich auch mal in den besaten Krisengebieten des Nahen Osten aufgehalten, warum wird nicht diese unsägliche Antonia Radost hinterfragt, da steht Bertelsmann dahinter, da traut sich keine Presse ran - diese Show, es muss verkauft werden!
Es fehlt ein Peter Scholl-Latour.
Der übrigens seinerzeit auch immer für seine eher unerwünschten Ansichten gerne diffamiert wurde.

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Putenbuch 24.04.2017, 12:39
31. Der wichtigste Satz in diesem Artikel:

"Fakt ist: Bis heute ist nicht abschließend geklärt, wer den Angriff 2013 in Syrien verübt hat."

Darf man den Autor fragen, warum es nicht als anrüchig gilt, Assad den Angriff unterzujubeln, trotz der offenbar mageren Faktenlage?
Die "Gerechten" der westlichen Industrienationenen/NATO haben da keine Bauchschmerzen, einfach einen Sündenbock zu nominieren.

Warum ist es dann aber anrüchig, den Angriff irgendwem anderem als Assad zu unterstellen, mit genauso wenig Fakten? Warum ist derjenige dann plötzlich "unglaubwürdig", "rechts", oder sonstwas?

Der Artikel entlarvt m.E. vor allen Dingen eines: die Doppelmoral der "Gerechten". Ein verzweifelter Kampf um die Deutungshoheit mit seeeehr dünner Argumentation. :-)

Lieben Gruß

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der_durden 24.04.2017, 12:39
32.

Sie werfen Frau Thöne vor, was Sie gerade höchstselbst betreiben? Woher wissen Sie, über welches Wissen sie verfügt? Sie unterstellen einfach.

Nur weil Lüders in Syrien studiert und gelebt hat, macht ihn nicht zum Wissenden über Vorgänge die im Jahr 2013 geschehen sind.

Oder wollen Sie behaupten, wer in Deutschland Politik studiert hat, weiß auch automatisch über alles bescheid, was in diesem Land auf politischer Ebene geschieht? Stünde nicht vielleicht alleine mit einer These da? Wenn dem so wäre, gäbe es wohl zu keinem Thema einen Diskurs.

Ihr gesamter Beitrag ist nichts anderes als ein Schimpfen und Unterstellen. Im Grunde also das gleiche, was Sie der "Westpropaganda" vorwerfen. Ihr Beitrag ist polemisch. Nicht mehr, nicht weniger.

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der_durden 24.04.2017, 12:41
33.

Zitat von elkemeis
Der Artikel gibt sich den Anschein, neutral über die Glaubwürdigkeit eines Autors und Nahost-Kenners zu berichten. Abser wer nicht nur lesen, sondern auch verstehen kann, erkennt darin den Versuch, Michael Lüders zu diekreditieren und zu diffamieren. Was, bitte, weiß Frau Thöne über Syrien oder den Nahen Osten? Hat sie dort studiert und gelebt? Hat sie sich jemals tiefergehend mit der politischen und religiösen Gemengelage in der Region befasst? Hat sie wohl nicht. ...
Sie werfen Frau Thöne vor, was Sie gerade höchstselbst betreiben? Woher wissen Sie, über welches Wissen sie verfügt? Sie unterstellen einfach.
Nur weil Lüders in Syrien studiert und gelebt hat, macht ihn nicht zum Wissenden über Vorgänge die im Jahr 2013 geschehen sind.

Oder wollen Sie behaupten, wer in Deutschland Politik studiert hat, weiß auch automatisch über alles bescheid, was in diesem Land auf politischer Ebene geschieht? Stünde nicht vielleicht alleine mit einer These da? Wenn dem so wäre, gäbe es wohl zu keinem Thema einen Diskurs.
Im Übrigen will Frau Thöne Herrn Lüders nicht widerlegen. Darum geht es im Kern des Artikels überhaupt nicht.
Ihr gesamter Beitrag ist nichts anderes als ein Schimpfen und Unterstellen. Im Grunde also das gleiche, was Sie der "Westpropaganda" vorwerfen. Ihr Beitrag ist polemisch. Nicht mehr, nicht weniger.

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karlomari 24.04.2017, 12:41
34.

Zitat
"Dass dessen Quellen zum Giftgasangriff umstritten sind und Annahmen - etwa, dass die damals genutzten Waffen nicht zum Arsenal des syrischen Militärs gehören - im Nachhinein widerlegt wurden, ordnet Lüders nicht ein."
Als Quelle für die diese Behauptung gibt die Autorin einen Artikel des Guardian an, dessen Autor ein gewisser Elliot Higgins ist.
Besser bekannt als "Moses Brown" oder "Bellingcat"
Ein arbeitsloser Verkäufer der sich sein Wissen über Syrien und Waffen unter anderem aus dem Spiel Counterstrike angeeignet hat, wird hier als Gegenargument herangezogen und als glaubwürdigere Quelle dargestellt, im Gegensatz zu Hersh.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-eliot-higgins-alias-brown-moses-bloggt-ueber-kriegswaffen-a-898639.html
Ist das eine ernst gemeinte Argumentation?

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Theke 24.04.2017, 12:42
35. Danke für den Beitrag

Sie sprechen mir aus der Seele.
So überrascht, wie ich war, dass Lüders zwei mal die große Bühne im ÖR bekommen hat, so wenig bin ich nun über die Schlammschlacht gegen ihn verwundert. Bei Frau Will war es ja schon deutlich zu spüren, dass sie auf Biegen und Brechen an seiner Glaubwürdigkeit zu rütteln sucht.
Lüders arbeitet mit einer Vielzahl an Quellennachweisen in seinem Buch. Man haut ihm nun um die Ohren, dass diese nicht als starkes Argument taugen. Währenddessen beruft sich ein Großteil der westlichen Medien auf Quellen aus der Nato, Bundesregierung und wenn es um Syrien geht auf die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London und direktem Draht zu den sog. Rebellen oder wie im Fall des Giftgasangriffs stellt man Behauptungen auf, ohne Quellen und Beweise.
Schwarz-Weiß-Denker sehe ich eher in deutschen Redaktionsstuben, als ich es bei Lüders sehe, der einfach nur versucht, eine differenzierteres Bild vom Syrienkonflikt zu zeichnen, als es hierzulande üblich ist.

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Willi Wacker 24.04.2017, 12:46
36. Man erkennt die Absicht und ist verstimmt

Zitat von docmillerlulu
Ein Kornblum als Diplomaten vorzustellen ist in etwa so sinnvoll wie den Vorstandsvorsitzenden eines Rüstungskonzerns als ehemaligen Abiturienten einzuführen.
Kornblum hat, ohne auch nur auch irgendein Argument einzugehen, Lüder als Verschwörungstheoretiker diffamiert.

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antmanhh 24.04.2017, 12:47
37. Auch der Bote der Wahrheit bleibt nur der Bote...also ganz locker bleiben!

@taglöhner
Interessanter Vergleich. Übrigens deuten inzwischen viele Erkenntnisse aus der Archäologie darauf hin, dass zumindest die zentrale These von von Däniken - die "Präastronautik" stimmig ist. Es gibt jede Menge neue Videos dazu im Netz (youtube) und neue Funde, die echte Beweise liefern. Zumindest in diesem Punkt liefert die Netzgemeinde einen Trend zu neuen Einsichten und Erkenntnissen, mit der wir der Wahrheit näher kommen. Früher konnten alle auf Däninnen rumhacken, weil seine Thesen noch als zu steil erschienen. Inzwischen lacht kaum noch einer darüber und das Einhacken und verbale Austeilen ist ziemlich verstummt.

Lüners erweckt nicht eine Sekunde den Eindruck, dass er es nötig hätte oder beabsichtigt, populistisch zu argumentieren. Er ist der Wahrheit näher, als es vielen im Westen recht ist. Deshalb wird auch so erschrocken auf den Mann reagiert. Der Westen repräsentiert keineswegs "die Guten", sondern hier hat das Übel namens Kapitalismus seinen Hauptsitz, hier hat es seinen historischen Anfang genommen. Wir sind maßgeblich am Scheitern ganzer Weltregionen und in der Folge an deren Kriegen beteiligt, manchmal indirekt (Außenpolitik), manchmal direkt (Waffenexporte, Geheimdienste).

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madensuppe 24.04.2017, 12:54
38.

Zitat von RalfHenrichs
Er will keine Verantwortung übernehmen für die Konsequenzen, die seine Worte haben.
Dieser Satz ist entlarvend für das Selbstverständnis der SPON Redakteure (ich schreibe das so allgemein, weil man es an allen Ecken und Enden merkt): bloss nichts schreiben, was Gegnern der vorherrschenden (Regierungs-) Meinung argumentativ nützlich sein könnte. Dann lieber die Fakten verschweigen oder so verstecken, dass sie nicht gefunden oder überlesen werden.

An sich ist dieser Artikel gar nicht so schlecht, da er sich wohl *zum ersten Mal überhaupt* bemüht, sich mehr oder weniger sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Dass die Autorin nicht mit Lüders übereinstimmt, sei ihr unbenommen. Allerdings sollte sie dann an die Glaubwürdigkeit ihrer eigenen Quellen die selben Ansprüche stellen, deren Mangel sie nun Lüders vorwirft. Ich würde sagen, da geht noch was...

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alohas 24.04.2017, 12:55
39.

Es ist ja nun nicht so, dass rechte ebenso wie linke Kreise nicht geradezu reflexhaft auf antiwestliche/antiamerikanische Verschwörungstheorien abfahren würden. Diese bedient Lüders vollumfänglich, deshalb ist es auch nicht erstaunlich, dass er in solchen Kreisen für seine Thesen gefeiert wird. Wer jedoch wie Lüders stets dem "bösen Westen" den Schwarzen Peter zuschiebt, braucht sich über
zunehmende Demokratieablehnung nicht zu wundern, denn die Demokratie, wie wir sie hier verstehen, ist nun einmal unverbrüchlich mit einem gewissen westlichem Gepräge verbunden, auch wenn dabei nicht zwangsläufig alles Gold sein muss, was glänzt; aber gerade auch eine gewisse Widersprüchlichkeit ist es, die den Westen ausmacht, der seine Position nun mal auf dem harten Boden einer insgesamt komplexen Welt und nicht auf Wolke Sieben im Himmelreich einnimmt.

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