Forum: Kultur
Urheberrecht im Netz: Der direkte Draht zum Künstler ist ein Witz

Ist das Urheberrecht ein Relikt aus vordigitalen Tagen? Der Streit um Acta jedenfalls ist auch ein Kampf Jung gegen Alt. Doch wer meint, die Generationen sollten einander jetzt sogar den Krieg erklären, muss wissen: Am Ende gewinnen nur die Idioten.

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slava grof 24.03.2012, 21:45
90.

Zitat von thana
Nö, muß man garnicht. Man macht das nächste Radio an und hört dort eben die anderen 150.000 Bands. Pech für den einen, den man nicht gehört hat (und dem vielleicht sogar Geld gegeben hätte).
das geht völlig in ordnung.

denn im gegensatz zu youtube und den "kim dotcoms" zahlen die radios ja für das recht der ausstrahlung und die urheber bekommen über die gema ihren anteil.

viel spaß beim radiohören.

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slava grof 24.03.2012, 21:48
91.

Zitat von peterregen
Sony hat da eine andere Meinung als Sie:
gut, daß das keine sache von "meinungen" ist, sondern von fakten.

die gema hat im namen der urheber für genau 6 titel bei youtube sperrung beantragt. alle anderen sperrungen gehen auf des konto der plattenfirmen und/oder youtube

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vulfolik 24.03.2012, 21:51
92. Gratismentalität

Zitat von Einervondrei
Das Gut liegt eben nicht in Bits und Bytes sondern in der kreativen Leistung des Künstlers. Das diese dann "kostenlos" reproduziert werden kann sagt nichts über den Wert dieses Gutes aus. Nichts anderes als bei Patenten. In den meisten Beiträgen geht es um die "gratis Mentalität" und um Neid.
Zu Patenten:
(1) Das Patent dauert zwanzig Jahre, die mit dem Tag beginnen, der auf die Anmeldung der Erfindung folgt
PatG - Einzelnorm


Wieso Gratismentalität? Ich wäre doch weiterhin bereit mein Content-Budget zu zahlen, das ich jetzt auch schon zahle.

Der Durchschnittshaushalt gibt in Deutschland

7.63 für Bild- und Tonträger,
17.42 für Zeitschriften,
14.12 für Bücher

aus. Mach zusammen 39.14 im Monat.

Durchschnittliche Haushaltsausgaben in Deutschland

Das ist das Geld, das an die Content-Industrie fließt. Das soll ja auch weiterhin fließen. Nur mit dem Unterschied, dass man nicht mehr nur *ein* Buch pro Monat oder *eine* Wochenzeitschrift dafür bekommt, sondern so viele, wie man will. Was kein Problem ist, da die Reproduktion kostenlos ist - für die Produktion wird genauso viel gezahlt, wie zuvor.

[Es könnten wohl auch deutlich weniger als die 39.14 € sein, da man sich einen großen Teil der überflüssigen Mitverdiener sparen könnte - wobei gerade das wiederum genau das ist, was den größten Widerstand gegen so ein Sytem hervorruft.]


Das Jammern von Frau Berg findet doch noch im heutigen System statt - gerade im Buchbereich hat doch die 'Kostenlos-Mentalität' noch gar nicht durchgeschlagen. Und das will sie festschreiben?

Mein Begriff von einem 'Künstler' leidet auch ziemlich in der Debatte. Ich dachte immer, das wäre jemand, der innerlich getrieben wird, das zu tun, was er tut, jemand der ein wenig Verstehen und Applaus da draußen sucht, und nicht die Altersvorsorge für seine Urenkel.

Aber wie oben bereits gesagt: ich will keinem Contentproduzenten vorhalten, dass er eben auch nicht anders tickt, als "der Angestellte, der sich mangels Talent oder Illusion in eine Versicherungsagentur verdrückt hat."

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Einervondrei 24.03.2012, 21:53
93. Lösung

Zitat von salamicus
...und wenn ich diese privaten Kopien meinen 100.000 privaten Freunden auf Dings.com zukommen lasse, ist das doch okay, oder?
Ich deute die Frage als rhetorisch. Aber sicherheitshalber: Natürlich ist das eine falsche Auslegung des Begriffs privat, der sich hier nicht als Gegenbegriff zu kommerziell sondern als Bereichsabgrenzung versteht.

Und, dass es eine intelligente Lösung geben muss, ist doch augenfällig.

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Ujoteff 24.03.2012, 21:57
94. Sie verallgemeinern zu sehr

Zitat von thana
Die Gesellschaft will eine Marktwirtschaft. Der Kunde will keine Verlage und Verwertungsindustrie mehr. ... Wer Konsum predigt, muß sich nicht wundern, wenn die Leute konsumieren wollen - um jeden Preis.
Wer sagt denn, dass die Kreativen (die von Leuten, denen die im realen Offline-Leben noch gegenwärtigen Hemmungen abhanden kommen, sobald sie online sind, ausgebeutet werden) diese Art von unsozialer Konsumwirtschaft predigen?

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thana 24.03.2012, 22:03
95. ...

Zitat von Ujoteff
Wer sagt denn, dass die Kreativen (die von Leuten, denen die im realen Offline-Leben noch gegenwärtigen Hemmungen abhanden kommen, sobald sie online sind, ausgebeutet werden) diese Art von unsozialer Konsumwirtschaft predigen?
Habe ich geschrieben, das es die Kreativen sind? Nein. Es handelt sich schlicht um die derzeit favourisierte Gesellschaftsform - und da wir in einer Demokratie leben, kann man wohl behaupten, die Gesellschaft will es so. Wenn man die Mehrheit von einem solchen System überzeugt, braucht man sich hinterher nicht zu wundern, wenn sie sich auch so verhält.

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Ujoteff 24.03.2012, 22:04
96. Lose-lose-lose-Situation

Zitat von thana
Es steht dem Künstler frei, sein Werk vor Veröffentlichung von jedem bewerten zu lassen, der ihm in den Kram passt. Oder auch nicht. Der vielbeschworene Markt wird dann eben zeigen, wie weit er mit seiner eigenen Leistung kommt. Wer sich als Künstler bezeichnet und veröffentlicht, sollte dann schon auch zu seinem Werk stehen.
Kennen Sie die "Win-win-win-Situation"? Das ist eine, in der drei Beteiligte einen Nutzen haben. Was Sie beschreiben, ist eine Lose-lose-lose-Situation: Der Autor verliert, weil er sich blamiert und weniger Bücher verkauft, der Verlag verliert sowieso und der Leser verliert, weil er sich ärgert, so ein unredigiertes Buch gekauft zu haben.

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salamicus 24.03.2012, 22:05
97. Die Kunst ist wie eine Zeit...

Zitat von thana
Es steht dem Künstler frei, sein Werk vor Veröffentlichung von jedem bewerten zu lassen, der ihm in den Kram passt. Oder auch nicht. Der vielbeschworene Markt wird dann eben zeigen, wie weit er mit seiner eigenen Leistung kommt. Wer sich als Künstler bezeichnet und veröffentlicht, sollte dann schon auch zu seinem Werk stehen.
...die vorgeht (Kafka). Wenn Kunst dem Markt völlig ausgeliefert würde, bestünde sie nicht mehr. Seltsam, Platon fürchtete die Kunst, weil er sie als Gefahr für den Bestand der Politeia fürchtete. Insofern war Platon ein Künstler.

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lineman0208 24.03.2012, 22:06
98. Kulturflat ist Schwachsinn...

39 Euro im Monat wofür denn? Damit die Kopierindustrie schön davon kommt? Und alles so bleibt wie es ist, ausser das der Bürger zahlen darf? Ich würde erst eine Kulturflat zahlen, wenn es sich auch lohnen würde.

Wir sprechen hier dummerweise von einem weltweiten Problem. Wenn es nur um deutsche Künstler oder Zeitschriften ginge ok, aber darüber sind wir ja nun schon eine Weile hinaus... nicht wahr? Nur zur Info die Beatles oder die Stones waren/sind keine deutschen Bands... wie soll hier die Kulturflat greifen? Es müsste sich wie erwähnt dann wohl um eine weltweite Kulturflat handeln. Oh, da gibts Regionen auf der Erde, wo sich das wohl keienr Leisten können wird.

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Ujoteff 24.03.2012, 22:13
99. Sieben Freunde, nicht 100.000

Zitat von Einervondrei
Natürlich ist das eine falsche Auslegung des Begriffs privat, der sich hier nicht als Gegenbegriff zu kommerziell sondern als Bereichsabgrenzung versteht.
Was als Privatkopie gilt, kann man in Kommentaren zum UrhG nachlesen. Meines Wissens geht die Rechtsprechung davon aus, das sieben an friends&family verschenkte Kopien noch im Rahmen sind.

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