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Urheberrecht im Netz: Der direkte Draht zum Künstler ist ein Witz

Ist das Urheberrecht ein Relikt aus vordigitalen Tagen? Der Streit um Acta jedenfalls ist auch ein Kampf Jung gegen Alt. Doch wer meint, die Generationen sollten einander jetzt sogar den Krieg erklären, muss wissen: Am Ende gewinnen nur die Idioten.

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thana 24.03.2012, 22:13
100. ...

Zitat von salamicus
...die vorgeht (Kafka). Wenn Kunst dem Markt völlig ausgeliefert würde, bestünde sie nicht mehr. Seltsam, Platon fürchtete die Kunst, weil er sie als Gefahr für den Bestand der Politeia fürchtete. Insofern war Platon ein Künstler.
Und die Vertriebsindustrie ist kein Markt? Machen die das aus Nächstenliebe?

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Ujoteff 24.03.2012, 22:15
101. Autoren dürfen sich wundern

Zitat von thana
Habe ich geschrieben, das es die Kreativen sind? Nein. Es handelt sich schlicht um die derzeit favourisierte Gesellschaftsform - und da wir in einer Demokratie leben, kann man wohl behaupten, die Gesellschaft will es so. Wenn man die Mehrheit von einem solchen System überzeugt, braucht man sich hinterher nicht zu wundern, wenn sie sich auch so verhält.
Noch mal: Wenn die Autoren / Urheber / Kreativen nicht zu denen gehören, die die Mehrheit von einem solchen System überzeugen, dann dürfen sie sich sehr wohl wundern.

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Einervondrei 24.03.2012, 22:17
102. Ich will alles

Zitat von vulfolik
Zu Patenten: (1) Das Patent dauert zwanzig Jahre, die mit dem Tag beginnen, der auf die Anmeldung der Erfindung folgt
... und kann verlängert werden.

Zitat von vulfolik
Das ist das Geld, das an die Content-Industrie fließt. Das soll ja auch weiterhin fließen. Nur mit dem Unterschied, dass man nicht mehr nur *ein* Buch pro Monat oder *eine* Wochenzeitschrift dafür bekommt, sondern so viele, wie man will. Was kein Problem ist, da die Reproduktion kostenlos ist - für die Produktion wird genauso viel gezahlt, wie zuvor.
Und wie wollen Sie das dann auf die Künstler/Verlage etc. verteilen, wenn es keinen Unterschied gibt, was gut und was schlecht ist, etwas das heute dadurch ausgedrückt wird, dass man eben etwas kauft oder nicht kauft??

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thana 24.03.2012, 22:20
103. ...

Zitat von lineman0208
39 Euro im Monat wofür denn? Damit die Kopierindustrie schön davon kommt? Und alles so bleibt wie es ist, ausser das der Bürger zahlen darf? Ich würde erst eine Kulturflat zahlen, wenn es sich auch lohnen würde. Wir sprechen hier dummerweise von einem weltweiten Problem. Wenn es nur um deutsche Künstler oder Zeitschriften ginge ok, aber darüber sind wir ja nun schon eine Weile hinaus... nicht wahr? Nur zur Info die Beatles oder die Stones waren/sind keine deutschen Bands... wie soll hier die Kulturflat greifen? Es müsste sich wie erwähnt dann wohl um eine weltweite Kulturflat handeln. Oh, da gibts Regionen auf der Erde, wo sich das wohl keienr Leisten können wird.
Richtig. Und wie in zahllosen anderen Bereichen auch stellt sich das Problem, daß wir Waren global handeln, aber keinerlei einheitliche Grundlage dafür haben. Das wir in einer globalen, digitalen Welt leben, aber in einer nationalen, analogen denken. Und keiner scheint bereit, dieses Problem ersthaft anzugehen. Statt dessen will man lieber durch Verbote an den alten Denkweisen festhalten.

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thana 24.03.2012, 22:21
104. ...

Zitat von Ujoteff
Noch mal: Wenn die Autoren / Urheber / Kreativen nicht zu denen gehören, die die Mehrheit von einem solchen System überzeugen, dann dürfen sie sich sehr wohl wundern.
Ich schätze mal, die Kreativen verteilen sich da in etwa wie der Rest der Bevölkerung.

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hjm 24.03.2012, 22:32
105.

Was ist das hier eigentlich? Last-Minute-Wahlkampf? Erinnert mich an die 80er, als vor jeder Wahl täglich wiederkehrend die ganze deutsche Wirtschaft dem Untergang geweiht war, bloß weil das Volk anfing, darüber nachzudenken, wie schön es doch wäre, im nächsten Sommer mal wieder im Rhein zu baden. Im Vergleich dazu ist das, was hier geboten wird, aber etwas mikrig. Statt ganze Industriezweige von Benz bis Bayer stehen nur die Einnahmen von ein paar B-Künstlern auf dem Spiel? Geht's noch kleiner? Mensch Leute, last euch mal was einfallen! Wenn's bis morgen nicht mehr klappt, dann doch wenigstens bis Anfang Mai. Sonst lutscht sich das voher schon aus.

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vulfolik 24.03.2012, 22:37
106. Kulturflatrate

Zitat von lineman0208
39 Euro im Monat wofür denn? Damit die Kopierindustrie schön davon kommt? Und alles so bleibt wie es ist, ausser das der Bürger zahlen darf? Ich würde erst eine Kulturflat zahlen, wenn es sich auch lohnen würde. Wir sprechen hier dummerweise von einem weltweiten Problem. Wenn es nur um deutsche Künstler oder Zeitschriften ginge ok, aber darüber sind wir ja nun schon eine Weile hinaus... nicht wahr? Nur zur Info die Beatles oder die Stones waren/sind keine deutschen Bands... wie soll hier die Kulturflat greifen? Es müsste sich wie erwähnt dann wohl um eine weltweite Kulturflat handeln. Oh, da gibts Regionen auf der Erde, wo sich das wohl keienr Leisten können wird.

Zur Info: Bei den 39 Euro handelt es sich um das Geld, das momentan für Bücher/Zeitschriften/CDs/DVDs insgesamt pro Monat und Haushalt ausgegeben wird - unabhängig von der Herkunft der Produkte - von daher verstehe ich Ihren Einwand nicht. Natürlich bekommt dann auch Madonna aus dieser Kulturflat ihr Geld, wenn ihre Lieder hier gehört werden.

Das gleiche gilt für andere Länder. Wenn Land Y so arm ist, dass die Bewohner dort im Schnitt nur 2 Euro pro Monat für Content ausgeben, dann dürfte die Kulturflat da auch nur 2 Euro betragen - damit würde die Content-Industrie auch in diesem Land genausoviel verdienen, wie zuvor.

Aber es bliebe natürlich jedem Land selbst überlassen, ob es dabei mitmacht.

Die Kopierindustrie würde es dann gar nicht mehr geben, da es einfach nur noch einen einzigen, im Auftrag der Urheber betriebenen Server gäbe, über den jeder sich seinen gewünschten Content abrufen könnte. Die Urheber müssten dann unter sich ausmachen, wie das Geld aus der Flat unter ihnen zu verteilen ist.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für die Urheber und die Nutzer lohnen würde - insbesondere, wenn man die ganzen Nebenkosten aus der Sache rausstreichen würde, und mal letztendlich wohl mit einer Flat von 10 - 20 Euro auskäme. Pro Haushalt wohlgemerkt, nicht pro Person.

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lineman0208 24.03.2012, 22:46
107.

Zitat von thana
Richtig. Und wie in zahllosen anderen Bereichen auch stellt sich das Problem, daß wir Waren global handeln, aber keinerlei einheitliche Grundlage dafür haben. Das wir in einer globalen, digitalen Welt leben, aber in einer nationalen, analogen denken. Und keiner scheint bereit, dieses Problem ersthaft anzugehen. Statt dessen will man lieber durch Verbote an den alten Denkweisen festhalten.
Ja! Hier muss ein Dialog schwerstens erarbeitet werden, zwingend. Bevor dies nicht passiert, wird sich gar nichts ändern. Schließlich sind die, die all die Inhalte "klauen" ja zumeist auch keine deutschen Firmen sondern amerikanische oder wer weiß wo verortet.

Aber worüber diskutieren dann hier gefühlte 99% der Teilnehmer? Über unser deutsches Internet? O.o

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vulfolik 24.03.2012, 22:55
108. Patente

Zitat von Einervondrei
... und kann verlängert werden. Und wie wollen Sie das dann auf die Künstler/Verlage etc. verteilen, wenn es keinen Unterschied gibt, was gut und was schlecht ist, etwas das heute dadurch ausgedrückt wird, dass man eben etwas kauft oder nicht kauft??

Inwieweit können Patente verlängert werden? Die 20 Jahre sind eigentlich die maximale Laufzeit, die unter ganz besonderen Bedingungen maximal um 5 Jahre verlängert werden kann.
Wenn Sie da andere Infos haben, würden die mich interessieren.

Wird durch den Kauf wirklich ausgedrückt, was gut und was schlecht ist, oder nicht doch eher, was gut und was schlecht beworben wurde?

Na ja, ich werde mir hier sicher kein fertiges, gerechtes System zur Verteilung aus den Fingern saugen können - da arbeiten ja auch schon klügere Leute dran.

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vulfolik 24.03.2012, 23:00
109. Offline-Leben

Zitat von Ujoteff
Wer sagt denn, dass die Kreativen (die von Leuten, denen die im realen Offline-Leben noch gegenwärtigen Hemmungen abhanden kommen, sobald sie online sind, ausgebeutet werden) diese Art von unsozialer Konsumwirtschaft predigen?

Es ist nun einmal manchem schwer zu vermitteln, dass er einen Diebstahl begangen haben soll, obwohl das Ding, das er angeblich gestohlen haben soll, ja noch da ist.

Ich hatte im Studium auch absolut kein Problem damit, diverse Lehrbücher, die ich mir niemals hätte leisten können, zu kopieren. Ich sah gar nicht ein, warum ich hier einen Nachteil gegenüber denen haben sollte, die sich diese Bücher problemlos kaufen konnten.

Ich verstehe ja nicht, dass dieser grundlegende Unterschied zwischen einem Brötchen beim Bäcker, und einem Ebook so schwer zu verstehen ist ...

Der Zug ist doch längst abgefahren. Will man denn wirklich die halbe Jugend von der Staatsanwaltschaft verfolgen lassen?

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