Forum: Kultur
Urheberrecht im Netz: Der direkte Draht zum Künstler ist ein Witz

Ist das Urheberrecht ein Relikt aus vordigitalen Tagen? Der Streit um Acta jedenfalls ist auch ein Kampf Jung gegen Alt. Doch wer meint, die Generationen sollten einander jetzt sogar den Krieg erklären, muss wissen: Am Ende gewinnen nur die Idioten.

Seite 8 von 17
salamicus 24.03.2012, 20:45
70. Ein wegweisender Beitrag!

Zitat von vulfolik
Natürlich muss der Urheber für seine Arbeit fair entlohnt werden Aber jetzt ist es doch noch so, dass wir alle monatlich einen bestimmten Geldbetrag X zahlen, um ein Hunderttausendstel der produzierten Inhalte für uns auswählen und nutzen zu dürfen. Das ist m.E. in einer Welt, in der die Inhalte kostenlos reproduziert werden können, eine ziemliche Vergeudung. Ist vielleicht ein wenig so, wie mit der Rechtschreibreform: irgendwann kommen die Regelfestleger dahinter, dass gewisse Entwicklungen nicht mehr einzufangen sind, und dass man besser die Regel, statt die Menschen ändert.
Ja, das scheint mir vernünftig. Deshalb mein schon vorgebrachter Vorschlag: *Jeder* bezahlt einen "Saug-Beitrag", der natürlich von den ISPs abgeführt wird. Sozusagen die GEMA des Internetzeitalters. Denn damals hat jeder Käufer einer LP das Recht erworben, Kopien zu *privaten Zwecken* anfertigen zu dürfen! Das muss sich doch wohl aufs Internet-Zeitalter übertragen lassen! Hey, Wirtschaftsmathematiker, nu mal los jetzt :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Einervondrei 24.03.2012, 20:56
71. Nicht kostenlos

Zitat von vulfolik
Wie sinnvoll/human ist es Menschen mit wenig Geld (also fast allen normalen Menschen) durch künstliche Verknappung ein Gut vorzuenthalten, das kostenlos reproduziert werden kann?
Das Gut liegt eben nicht in Bits und Bytes sondern in der kreativen Leistung des Künstlers. Das diese dann "kostenlos" reproduziert werden kann sagt nichts über den Wert dieses Gutes aus.
Nichts anderes als bei Patenten.

In den meisten Beiträgen geht es um die "gratis Mentalität" und um Neid.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Einervondrei 24.03.2012, 21:01
72. ??

Zitat von salamicus
Denn damals hat jeder Käufer einer LP das Recht erworben, Kopien zu *privaten Zwecken* anfertigen zu dürfen! Das muss sich doch wohl aufs Internet-Zeitalter übertragen lassen! Hey, Wirtschaftsmathematiker, nu mal los jetzt :-)
Wo ist dann das Problem. Die LP/Single heißt heute itunes download (etc.) und Sie dürfen weiterhin für private Zwecke Kopien anfertigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slava grof 24.03.2012, 21:05
73.

regener hat eine tür aufgestossen, und jetzt kommen sie plötzlich alle heraus: die feigen musiker, die sich bisher geduckt haben, die sich bei den downloadern und piraten angebiedert haben um ja nur nicht uncool dazustehen.

wurde ja auch langsam mal zeit.

ist eben doch was anderes über freiheit und gerechtigkeit zu singen, als diese auch einzufordern.

danke herr regener, daß sie diesen luschen mal einen tritt in den hintern verpasst haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thana 24.03.2012, 21:05
74. ...

Zitat von Einervondrei
Das Gut liegt eben nicht in Bits und Bytes sondern in der kreativen Leistung des Künstlers. Das diese dann "kostenlos" reproduziert werden kann sagt nichts über den Wert dieses Gutes aus. Nichts anderes als bei Patenten. In den meisten Beiträgen geht es um die "gratis Mentalität" und um Neid.
Und da kommt dann schon das nächste Problem. Wie mißt man den Wert kreativer Arbeit? Lichtsetzender Kameramann XY bekommt seine Gage für Blockbuster Z, und damit hat es sich, auch wenn seine kreative Arbeit dann Millionen einspielt. Diese Millionen landen bei den Studios, nicht bei denen, die den Wert geschaffen haben. Was ist die Leistung also Wert? Einen sehr unterschiedlichen Stundensatz? Einen bestimmten Anteil an den Einnahmen, die über Jahre oder gar Jahrzehnte fließen? Wie will man sowas bemessen? Ich habe jedenfalls keine Lust, mein Geld einem Verwerter in den Rachen zu werfen, der auch dann 90 bis 95% der Einnahmen für sich beansprucht (oder gleich alles), wenn die Ausgaben längst gedeckt sind. Ich will auch nicht die horrenden Werbekosten mitbezahlen, mit denen der größte Mist an den Mann gebracht werden soll. Ergo kaufe ich nur noch direkt oder per crowdfunding.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slava grof 24.03.2012, 21:11
75.

Zitat von unwesen
Im Kunstmarkt waren Konsumenten frueher gerne bereit, fuer ein Kunstprodukt Geld auszugeben. Heutzutage geben Konsumenten hingegen eher fuer einen Dienst Geld aus - bei Kunst heisst das dann Veranstaltungen jedweger Art. Acta-Gegner sehen das leider nicht oft genug so, sondern wehren sich gegen Acta an und fuer sich; damit wenden sie sich - ob absichtlich oder nicht - indirekt dagegen, dass bestehende Kuenstler die auf das alte Geschaeftsmodell setzten jetzt noch Geld verdienen sollen. Das stoesst natuerlich auf massive Gegenwehr. Die Acta-Befuerworter hingegen versuchen mit Acta kuenstlich den Markt, der vor einigen Jahrzehnten existierte...
wie so viele vor und nach ihnen verwechseln auch sie künstler/interpreten mit urhebern.

filmmusiker, textdichter u.s.w. treten nicht live auf und haben deshalb auch keine möglichkein damit geld zu verdienen.

aussderdem geht ihr argument an der sache vorbei:

es ist nicht sache der urheber, sich geschäftsmodelle auszudenken, die für leute die bisher illegal downloaden angenehm sind.

es ist vielmehr so, daß konzerne wie google entweder legale geschäftsmodelle entwickeln, oder sich andere geschäftsbereiche suchen müssen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slava grof 24.03.2012, 21:16
76.

in ihrem beitrag stehen so viele sachliche fehler, daß man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

machen sie mal ihre hausaufgaben bevor sie hier blind drauflos plappern.


Zitat von jan.dark
Komisch, ich bin vor 1975 geboren Meine erste elektronische Investition war ein Tonbandgerät, mit dem ich Musik aus dem Radio aufnahm. Radio und Fernsehen kommen so lange ich denken kann per Flatrate ins Haus. Damals leifen keine Radio- und Fernsehkünstler weinend über die Straussen. Franz-Josef Strauss lehrte uns, dass wir Privatfernsehen brauchen. Das kommt kostenlos ins Haus. Ich habe bei Einführung von RTL und Sat1 keine Künstler gehört, dass diese Kostenlos-Kultur verwerflich sei. Auch nicht von denen, denen wir hälftig die Künstlersozialkasse staatlich subventionieren. Ohne Lektorat. Wenn ich zu meinem Arzt gehe, zahle ich nichts. Weil ich ein Flatrate-Abo über meine Krankenkasse habe. Der Marbuger Bund hat sich bei mir noch nie über meinen Geiz beschwert. Aber Internet, da soll jetz alles anders sein. Da ist ja rechtsfreier Raum, wie die Politik ständig ruft. Da sollen jetzt alle Künstler Geld bekommen, egal ob sie Qualität liefern. Da soll auch die Marktwirtschaft ausgehebelt werden und durch Abmahnanwälte und Vorratsdatenspeicherung Qualität und Markt durch Staat und Sozialismus ersetzt werden. Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Urheberrecht ist immer technikabhängig. Als unsere Heldenseagen nur oral überliefert wurden, kam niemand auf die Idee, Geld für jedes Weitererzählen zu verlangen. Als fast nur Mönche Bücher in Klöstern kopierten haben wir das Kunst und nicht als Raubkopie angesehen. Zweihundert Jahre dann hat Urheberrecht funktioniert, als kopieren nur kapitalintensiv mit hohem wirtschaftlichem Risiko gemacht werden konnte. Das Kopieren heute dagegen ist weder kapitalintensiv noch riskant. Da passt das Urheberrecht, dass mit CDs und Papierbüchern noch funktionierte, hat nicht mehr. Aber in einer Demokratie ist es legitim, ein Geschäftsmodell auf Unpassendes zu retten. Das haben die Heizer in England auch erfolgreich gemacht. Die fuhren dann ohne Arbeit auf E-Loks mit. Eine Zeitlang.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
salamicus 24.03.2012, 21:17
77. Ich habe Ihren Beitrag...

Zitat von thana
Das ist aber ein Problem der Gesellschaft. Die Gesellschaft will eine Marktwirtschaft. Der Kunde will keine Verlage und Verwertungsindustrie mehr. Der Kunde will Vertriebswege, die seinen technischen Möglichkeiten entsprechen - sprich download jetzt und gleich ohne Wartezeiten,
,,,mit großem Interesse gelesen! "Der Kunde will keine Verlage mehr", Was genau heißt das? Also, keine Korrektoren, keine Lektoren mehr? Warum auch, denken viele, die sich nicht auskennen, der Künstler wird doch wohl am Besten wissen, was er schreibt, malt oder komponiert. Nichts könnte falscher sein. "In gewisser Weise weiß der Künstler nicht, was er tut", sagte Adorno. Das bedeutet hier, dass ein Künstler (wenn er es denn ist!) derart verwoben ist mit dem, was er tut, dass eine distanzierte(!) Betrachtung und Beurteilung seines eigenen Werkes nicht möglich ist. Da kommen die Lektoren ins Spiel. Sie bemühen sich, eben diese völlig natürliche Lücke zu schließen. Verzichten Sie auf Lektoren, dürfen Sie ein Machwerk lesen, unter Umständen Ihr eigenes...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
slava grof 24.03.2012, 21:21
78.

Zitat von rh005
... und an Konzerten Geld verdienen.
urheber sind nicht unbedingt auch interpreten.

2. Als Youtube-Nutzer muss ich sagen: Es ist nicht schlimm wenn man mal was bei Youtube nicht findet, aber wenn die Meldung kommt "in ihrem Land haben Sie kein Recht XY anzusehen" empfindet man das als Bevormundung übelster Art.[/QUOTE]

bedanken sie sich bei sony, universal und warner. die plattenfirmen sind es, die auf youtube videos sperren lassen.

und bedanken sie sich bei youtube, die diese sperrungen vornehmen , weil sie keine lizenzen bezahlen wollen.

es ist eben leider nicht alles umsonst auf der welt.
machen sie doch selbst mal musik. die ist dann garantiert kostenlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thana 24.03.2012, 21:25
79.

Zitat von slava grof
wie so viele vor und nach ihnen verwechseln auch sie künstler/interpreten mit urhebern. filmmusiker, textdichter u.s.w. treten nicht live auf und haben deshalb auch keine möglichkein damit geld zu verdienen. aussderdem geht ihr argument an der sache vorbei: es ist nicht sache der urheber, sich geschäftsmodelle auszudenken, die für leute die bisher illegal downloaden angenehm sind. es ist vielmehr so, daß konzerne wie google entweder legale geschäftsmodelle entwickeln, oder sich andere geschäftsbereiche suchen müssen.
Irgendwie ist man hierzulande nicht in der Lage, Urheberrecht und Verwertungsrecht zu unterscheiden. Auch so eine Stilblüte dieser ganzen Debatte. In erster Linie geht es hier um Verwertungsrechte, und die liegen in den seltensten Fällen bei den Urhebern - außer diese vermarkten sich selber.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 17