Forum: Kultur
Urheberrecht im Netz: Der direkte Draht zum Künstler ist ein Witz

Ist das Urheberrecht ein Relikt aus vordigitalen Tagen? Der Streit um Acta jedenfalls ist auch ein Kampf Jung gegen Alt. Doch wer meint, die Generationen sollten einander jetzt sogar den Krieg erklären, muss wissen: Am Ende gewinnen nur die Idioten.

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thana 24.03.2012, 21:29
80. ...

Zitat von salamicus
,,,mit großem Interesse gelesen! "Der Kunde will keine Verlage mehr", Was genau heißt das? Also, keine Korrektoren, keine Lektoren mehr? Warum auch, denken viele, die sich nicht auskennen, der Künstler wird doch wohl am Besten wissen, was er schreibt, malt oder komponiert. Nichts könnte falscher sein. "In gewisser Weise weiß der Künstler nicht, was er tut", sagte Adorno. Das bedeutet hier, dass ein Künstler (wenn er es denn ist!) derart verwoben ist mit dem, was er tut, dass eine distanzierte(!) Betrachtung und Beurteilung seines eigenen Werkes nicht möglich ist. Da kommen die Lektoren ins Spiel. Sie bemühen sich, eben diese völlig natürliche Lücke zu schließen. Verzichten Sie auf Lektoren, dürfen Sie ein Machwerk lesen, unter Umständen Ihr eigenes...
Es steht dem Künstler frei, sein Werk vor Veröffentlichung von jedem bewerten zu lassen, der ihm in den Kram passt. Oder auch nicht. Der vielbeschworene Markt wird dann eben zeigen, wie weit er mit seiner eigenen Leistung kommt. Wer sich als Künstler bezeichnet und veröffentlicht, sollte dann schon auch zu seinem Werk stehen.

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Einervondrei 24.03.2012, 21:32
81. Kein Titel

Zitat von thana
Ergo kaufe ich nur noch direkt oder per crowdfunding.
Und Kleidung kaufen Sie direkt in Vietnam, den Wachmann bei Samsung entlohnen Sie auch direkt, Herr Albrecht verdient auch zuviel auf dem Rücken seiner Angestellten etc. Banken sind sowieso Verbrecher und Fonds sind asozial.
Was ist das Ziel? Alle sollen das Gleiche verdienen? Risiko soll nicht mehr belohnt werden? Was ist Ihre Arbeit wert? Was ihre Freizeit?
Was ist gerecht? Alles schwer zu beantworten, aber so lange es keine legale und bessere Lösung gibt, kann ich mich z.B. Herrn Regner und Frau Sibylle (in diesem Fall) nur anschließen.

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thana 24.03.2012, 21:32
82.

Zitat von slava grof
es ist eben leider nicht alles umsonst auf der welt. machen sie doch selbst mal musik. die ist dann garantiert kostenlos.
Nö, muß man garnicht. Man macht das nächste Radio an und hört dort eben die anderen 150.000 Bands. Pech für den einen, den man nicht gehört hat (und dem vielleicht sogar Geld gegeben hätte).

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salamicus 24.03.2012, 21:32
83. Sie haben Recht...

Zitat von Einervondrei
Wo ist dann das Problem. Die LP/Single heißt heute itunes download (etc.) und Sie dürfen weiterhin für private Zwecke Kopien anfertigen.
...und wenn ich diese privaten Kopien meinen 100.000 privaten Freunden auf Dings.com zukommen lasse, ist das doch okay, oder?
Sehen Sie, das Internet und seine Möglichkeiten haben eine wirklich neue *Qualität* (im Hegel/Marx'schen Sinn). Da müssen kluge Lösungen gefunden werden!

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slava grof 24.03.2012, 21:33
84.

Zitat von DerBlicker
Niemand ist so privilegiert wie die Urheber,deren Rechte derzeit 70 Jahre über den Tod hinaus reichen.
doch, so ziemlich jeder ist so priviligiert.

wenn sie sich mit ihrem verdienten geld ein haus bauen, dann vererben sie es wahrscheinlich an ihre kinder. und diese an ihre enkel.

da ist nicht nach 70 jahren schluß.


trotzdem gebe ich ihnen recht. auch ich finde, 70 jahre sind zu lang. denn geschaffenes kulturgut sollte irgendwann bei denen die es erst zu kulturgut gemacht haben ankommen und in der "public domain" aufgehen.

doch das ist nur meine persönlich meinung. einen anspruch darauf haben wir nicht.

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slava grof 24.03.2012, 21:35
85.

Zitat von alterknacker
... die zukünftig echten Armen dieser Gesellschaft ... sie haben ihre sogenannten Rechte-Verwerter wie die Gema oder wie auch immer diese Organisationen heißen und sie glauben, genau diese Organisationen werden ihnen zu ihren Tantiemen verhelfen, das ist ein absoluter Brüller. Allein die Verwaltungskosten fressen 80% der Einnahmen auf und der 'Rest' wird dann großzügig aufgeteilt.
ca. 15% ist die korrekte zahl.
bitte verbreiten sie hier keinen unsinn.
der geschäftsbericht der GEMA ist jederzeit öffentlich einsehbar.

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peterregen 24.03.2012, 21:36
86. ...

Zitat von slava grof
bedanken sie sich bei sony, universal und warner. die plattenfirmen sind es, die auf youtube videos sperren lassen. und bedanken sie sich bei youtube, die diese sperrungen vornehmen , weil sie keine lizenzen bezahlen wollen.
Sony hat da eine andere Meinung als Sie:

Streit mit der Gema: Plattenbosserebellieren gegen YouTube-Blockade - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt

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thana 24.03.2012, 21:39
87. ...

Zitat von Einervondrei
Und Kleidung kaufen Sie direkt in Vietnam, den Wachmann bei Samsung entlohnen Sie auch direkt, Herr Albrecht verdient auch zuviel auf dem Rücken seiner Angestellten etc. Banken sind sowieso Verbrecher und Fonds sind asozial. Was ist das Ziel? Alle sollen das Gleiche verdienen? Risiko soll nicht mehr belohnt werden? Was ist Ihre Arbeit wert? Was ihre Freizeit? Was ist gerecht? Alles schwer zu beantworten, aber so lange es keine legale und bessere Lösung gibt, kann ich mich z.B. Herrn Regner und Frau Sibylle (in diesem Fall) nur anschließen.
Die Kleidung passt schlecht durch die Leitung... außerdem kann ich mir eh keine neue leisten. Ich besitzte keine Samsung-Produkte.. und auch die passen schlecht durchs Kabel. Meine Arbeit war anscheinen nie was wert, wenn ich auf meinen Lohnzettel schaue. Und nicht alle sollen das gleiche verdienen, aber alle genug, um ein Leben ohne Zwang zu führen und ohne die zu finanzieren, die nicht wissen wohin mit der Kohle. Meine Freizeit ist mir sehr viel wert - dummerweise brauche ich kaum Geld, um sie zu gestalten. So ein Pech für die Konsumwelt. Und letzteres ist genau das Problem: Keiner ist an einer besseren Lösung überhaupt interessiert, zumindest nicht in den Kreisen, die eine herbeiführen könnten.

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lineman0208 24.03.2012, 21:41
88. Bisher hat noch keiner Geschrieben...

... das eine Kulturflat eigentlich völlig am Thema vorbei geht. Auch die Gema geht völlig am eigentlichen Geschehen vorbei. Die Künstler können gar nicht wirklich am eigentlichen geschehen teilhaben, da sie ja Kunst machen sollen. Die Contentindustrie geht auch am Thema vorbei.

Aus meiner Sicht ist das eigentliche Thema nicht das es möglich ist, so leicht zu kopieren, sondern das es für einige wenige mehr oder weniger große Firmen so lukrativ ist. Hier spreche ich natürlich von YouTube, Facebook, MyVideo, Megaupload, Filehoster im allgemeinen, Videohoster im allgemeinen, eben Contenthoster jeglicher Ausprägung.

Alle haben in der letzten Zeit hervorragend verdient und schauen dabei genüßlich zu wie sich die, die Ihnen die Inhalte liefern zerfleischen. Hier gibt es Apps, die komplette Zeitungen stehlen, sie ohne Werbung auf dem IPad/phone, Android Gerät darstellen. Und wenn Werbung, dann auch noch die Eigene.

Ich sehe hier den Ansatz. Aber da traut sich ja keiner ran. Lieber wollen wir nach wie vor alles umsonst, bevor wir auf die Idee kämen Google oder Facebook tatsächlich zu ächten und komplett bezahlen zu lassen für Ihren Datenhunger und die Daten, der/die EBEN eigentlich NICHT ihnen gehört.

Lieber geht man hin und verurteilt so eine Wurst wie Kim Schmitz, der auch nur ein stückchen von dem Kuchen wollte. (Nicht das er mehr vom Kuchen verdient hätte als z.B. Google!)

Das ist grad alles reichlich pervers... Keine Ahnung wie lange wir uns noch auf dem Kopf rumtanzen lassen wollen von diesen Firmen. Wahrscheinlich für immer. Dann wird es aber auch in absehbarer Zeit nur noch schund geben oder lokale Künstler und einige wenige, die es schaffen Ihren Vertrieb selbst zu bewerkstelligen.

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socrateased 24.03.2012, 21:43
89. Liebe Frau Berg

Zitat von sysop
Ist das Urheberrecht ein Relikt aus vordigitalen Tagen? Der Streit um Acta jedenfalls ist auch ein Kampf Jung gegen Alt. Doch wer meint, die Generationen sollten einander jetzt sogar den Krieg erklären, muss wissen: Am Ende gewinnen nur die Idioten.
Sie haben sicherlich in einigen Punkten SO Recht, daß ihnen definitiv ein sehr anmutiges Frühlingsblümchen dafür geschenkt werden muß. *schenk* Dennoch: der Fatalismus in ihrem letzten Satz kann doch wirklich noch nicht alles gewesen sein, oder etwa doch?

Hof-fent-lich nicht!

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