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US-Wahlkampf: Die Zukunft gehört den Linken
AFP

Der Kapitalismus siegt sich zu Tode - und alle schauen betreten weg. Bei den US-Wahlen zeigt es sich wieder: Statt Argumente zu bewerten, verfallen Kommentatoren in überkommene Links-Rechts-Schemata.

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heutemalich 07.02.2016, 15:28
1. Gratulation, Herr Diez!

Ihr bisher bester Beitrag.
Es ist in der Tat ein Treppenwitz, Sanders mit Trump zu vergleichen. Das ist in etwa so, wie wenn man Herrn Höcke mit Willy Brandt vergliche (nur Beispiel).
Die Zukunft gehörte schon immer den Linken. Ja - nur leider gehörte die Gegenwart meistens den Rechten.

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shran 07.02.2016, 15:38
2.

"... erleben wir einen Kampf der Alten gegen die Jungen, der Vergangenheit gegen die Zukunft.Die Zukunft aber, da hilft alles nichts, wird komplex sein, heterogen und hoffentlich gerecht. Die Zukunft gehörte schon immer der Linken"

Ich bin selbst jung, aber ich finde den Kapitalismus/Marktwirtschaft toll ! Und ich kenne viele andere junge die sich ebenfalls nicht das Weltbild der Linken zu eigen machen wollen. Zudem maße ich mir selbst als libertärer Futurist nicht an die Zukunft zu kennen. Dass die Zukunft schon immer den Linken gehörte ist nur eine banale Floskel oder Wunschdenken, mehr aber auch nicht.
Zum realen "machen der Zukunft" gehört nämlich zuallerst Ziele konsequent umzusetzen. Bei Linken sehe ich fast überall nur Berufs-Bedenkenträger die eher verhindern statt selbst etwas (abseits von Demos) Innovatives auf die Beine zu stellen.
Ich sehe keinen einzigen realen proof-of-concept bei dem Linke zeigen könnten dass ihre Modelle funktionieren, keinen.

Zum Thema B. Sanders: Er wird fast ausschließlich durch Gewerkschaften finanziert. Das verhält sich ähnlich wie bei der deutschen Linkspartei die viele ihre Leute bei Verdi & Co. haben und die dann thematisch mal trommeln wenns der Linkspartei grad hilft.
In den immer noch freiheitsliebenden USA hat sowas keine Chance.

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noonecares 07.02.2016, 15:41
3. Super

Einer der besten Artikel von Spiegel Online, den ich ich je gelesen habe. Es ist absolut war, diejenigen, die die soforte Links-Rechts-Klassifizierung als "Argument" verwenden, scheinen sich offenbar seit Jahren mit vornehmlich Linken Werten zu beschäftigen. Warum das so ist, ist hier auch erklärt: Es ist nicht mehr von Relevanz, die Lebensumstände sind besser als noch in der "roten Jugend", wohlstandserhaltende Parteien, für den Wohlstand weniger wohlgemerkt, werden gewählt. Jedoch ist dieses Denken absolut egoistisch und zeugt von einem Opportunismus, der genau diese von den "Linken" angeprangerten Verhältnisse im Zuge des Kapitalismus erst möglich gemacht.

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From7000islands 07.02.2016, 15:46
4. Linke sind unflexibel

Manchmal ist Sturheit ein Segen (wie Schröder sich dem Irak Krieg verweigerte) , manchmal ein Fluch (das verordnete Schweigen über Straftaten der Ausländer).

Ich stelle in Frage, ob Herr Diez unsere sog. Rechten einordnen kann. Für mich ist z.B. Pegida linke Politik. Es gibt keinen, der in der Pegida die Löhne zu hoch findet, oder die Arbeitszeiten zu kurz, die Verrottung von Schulen und Strassen gut findet und die ständigen Erhöhungen des Nahverkehrs eine Errungenschaft der Linken nennen.
Die Mehrheit der Menschen sind von globalisierten Kapitalismus in der Menscheitsgeschichte nie dagewesenen Art betzrogen, ausgenutzt und übervorteilt worden. Dazu haben wir in den meisten Regierungen keine Sachverständigen in Ökonomie, sondern die Regierenden und ihre Politiker Freunde laufen den Gallionsfiguren des High-Profit-Kapitalismus hinterher, um sich mit ihnen ins Bett zu legen (Merkel-Ackermann) und die Bevölkerung auf "Anraten der Finanzsachverständigen" zu übervorteilen.
Eigentlich Irrsinn, dass sich Pegida und Linke auf den Strassen bekriegen, anstatt sich am Schreibtsich gemeinsame Strartegien zu erarbeiten, wie man dem staatlichen Grosskapital Politik zu Leibe rückt. Denn es leiden alle unter diesem Politik-Kapital Pakt.

In den USA versuchte nur Kennedy, die Staatsgerechtigkeit wieder auf die Füsse zu stellen, indem er die FED aus den Händen des Grosskapitals zurück in staatlichen Gewahrsam nehmen wollte, wie das in allen Staaten der Welt ausser den USA seit 1913, üblich ist. Er hat den Versuch mit dem Tode bezahlt.
Kapital ist politische und militärische Power. Damit sind die USA für die eigene Bevölkerung schon verloren. Wenn sich dann angebliche Linke in Europa wie Vizekanzler Gabriel uns TTIP - das Produkt schlitzohriger US Kapitalisten - verkaufen wollen, dann ist Gabriel und mit ihm die SPD eine rechte Kapitalistenpartei, da muss man als Linker AFD wählen statt SPD.

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moritz27 07.02.2016, 16:00
5. Linke und Rechte

hatten in den vergangenen Jahrzehnten ihre Chancen, als sie Regierungen (Diktaturen) stellten, nicht genutzt. Ich finde daher die Anläufe beider Seiten, dies zu wiederholen, mehr als fragwürdig. Ich bin bisher mit unserer sozialen Marktwirtschaft ganz gut gefahren. Dass die berechtigterweise immer noch so heißt, kann man am Bundeshaushalt gut ablesen. Wie lange das jetzt noch gutgeht. steht in den Sternen und ist, je nach Gusto, eine Frage des Glaubens.
Ob ich das, was dann folgt, noch erlebe oder erleben will, das ist die Frage, die ich mir stelle.

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freekmason 07.02.2016, 16:07
6.

Zitat von shran
"... erleben wir einen Kampf der Alten gegen die Jungen, der Vergangenheit gegen die Zukunft.Die Zukunft aber, da hilft alles nichts, wird komplex sein, heterogen und hoffentlich gerecht. Die Zukunft gehörte schon immer der Linken" Ich bin selbst jung, aber ich finde den Kapitalismus/Marktwirtschaft toll ! Und ich kenne viele andere junge die sich ebenfalls nicht das Weltbild der Linken zu eigen machen wollen. Zudem maße ich mir selbst als libertärer Futurist nicht an die Zukunft zu kennen. Dass die Zukunft schon immer den Linken gehörte ist nur eine banale Floskel oder Wunschdenken, mehr aber auch nicht. Zum realen "machen der Zukunft" gehört nämlich zuallerst Ziele konsequent umzusetzen. Bei Linken sehe ich fast überall nur Berufs-Bedenkenträger die eher verhindern statt selbst etwas (abseits von Demos) Innovatives auf die Beine zu stellen. Ich sehe keinen einzigen realen proof-of-concept bei dem Linke zeigen könnten dass ihre Modelle funktionieren, keinen. Zum Thema B. Sanders: Er wird fast ausschließlich durch Gewerkschaften finanziert. Das verhält sich ähnlich wie bei der deutschen Linkspartei die viele ihre Leute bei Verdi & Co. haben und die dann thematisch mal trommeln wenns der Linkspartei grad hilft. In den immer noch freiheitsliebenden USA hat sowas keine Chance.
dass freiheit, gleichheit, solidarität in den usa keine chance haben, liegt wohl kaum an der freiheitsliebe.

ich denke auch, dass so linke ideen wie, dass unsere frauen nicht mehr am herd stehen, kinder gar nicht mehr und keiner mehr für feudalherren 60h/woche arbeiten muss, sowie gewerkschaften, toleranz gegenüber minderheiten bis jetzt ganz gut funktionieren, während ich bei der sogenannten mitte und bei rechts viel proof of fail sehe. ich spare mir die liste.

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WwdW 07.02.2016, 16:12
7. proof of concept

Zitat von shran
"... erleben wir einen Kampf der Alten gegen die Jungen, der Vergangenheit gegen die Zukunft.Die Zukunft aber, da hilft alles nichts, wird komplex sein, heterogen und hoffentlich gerecht. Die Zukunft gehörte schon immer der Linken" Ich bin selbst jung, aber ich finde den Kapitalismus/Marktwirtschaft toll ! Und ich kenne viele andere junge die sich ebenfalls nicht das Weltbild der Linken zu eigen machen wollen. Zudem maße ich mir selbst als libertärer Futurist nicht an die Zukunft zu kennen. Dass die Zukunft schon immer den Linken gehörte ist nur eine banale Floskel oder Wunschdenken, mehr aber auch nicht. Zum realen "machen der Zukunft" gehört nämlich zuallerst Ziele konsequent umzusetzen. Bei Linken sehe ich fast überall nur Berufs-Bedenkenträger die eher verhindern statt selbst etwas (abseits von Demos) Innovatives auf die Beine zu stellen. Ich sehe keinen einzigen realen proof-of-concept bei dem Linke zeigen könnten dass ihre Modelle funktionieren, keinen. Zum Thema B. Sanders: Er wird fast ausschließlich durch Gewerkschaften finanziert. Das verhält sich ähnlich wie bei der deutschen Linkspartei die viele ihre Leute bei Verdi & Co. haben und die dann thematisch mal trommeln wenns der Linkspartei grad hilft. In den immer noch freiheitsliebenden USA hat sowas keine Chance.
Schon die Sprache die sie verwenden, voll mit "success factors" und als Kapitalist immer erfolgreich bei den "key performance indicators".

Aber wenn wir schon bei ihrem proof-of-concept sind. Der Autor hat bereits darauf hingewiesen, dass der Kapitalismus nur ein Puff-Konzept ist ...

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freekmason 07.02.2016, 16:12
8.

Zitat von From7000islands
Manchmal ist Sturheit ein Segen (wie Schröder sich dem Irak Krieg verweigerte) , manchmal ein Fluch (das verordnete Schweigen über Straftaten der Ausländer). Ich stelle in Frage, ob Herr Diez unsere sog. Rechten einordnen kann. Für mich ist z.B. Pegida linke Politik. Es gibt keinen, der in der Pegida die Löhne zu hoch findet, oder die Arbeitszeiten zu kurz, die Verrottung von Schulen und Strassen gut findet und die ständigen Erhöhungen des Nahverkehrs eine Errungenschaft der Linken nennen. Die Mehrheit der Menschen sind von globalisierten Kapitalismus in der Menscheitsgeschichte nie dagewesenen Art betzrogen, ausgenutzt und übervorteilt worden. Dazu haben wir in den meisten Regierungen keine Sachverständigen in Ökonomie, sondern die Regierenden und ihre Politiker Freunde laufen den Gallionsfiguren des High-Profit-Kapitalismus hinterher, um sich mit ihnen ins Bett zu legen (Merkel-Ackermann) und die Bevölkerung auf "Anraten der Finanzsachverständigen" zu übervorteilen. Eigentlich Irrsinn, dass sich Pegida und Linke auf den Strassen bekriegen, anstatt sich am Schreibtsich gemeinsame Strartegien zu erarbeiten, wie man dem staatlichen Grosskapital Politik zu Leibe rückt. Denn es leiden alle unter diesem Politik-Kapital Pakt. In den USA versuchte nur Kennedy, die Staatsgerechtigkeit wieder auf die Füsse zu stellen, indem er die FED aus den Händen des Grosskapitals zurück in staatlichen Gewahrsam nehmen wollte, wie das in allen Staaten der Welt ausser den USA seit 1913, üblich ist. Er hat den Versuch mit dem Tode bezahlt. Kapital ist politische und militärische Power. Damit sind die USA für die eigene Bevölkerung schon verloren. Wenn sich dann angebliche Linke in Europa wie Vizekanzler Gabriel uns TTIP - das Produkt schlitzohriger US Kapitalisten - verkaufen wollen, dann ist Gabriel und mit ihm die SPD eine rechte Kapitalistenpartei, da muss man als Linker AFD wählen statt SPD.
natürlich gibt es gemeinsamkeiten, man muss ja schon ziemlich unaufmerksam sein, um die probleme nicht zu erkennen. deshalb könnte die pegida, wenn sie für mehr demokratie, soziale gerechtigkeit und gegen ttip sind auch die linke oder die spd der 70er wählen, aber da fehlt halt das ressentiment gegen alles fremde und neue.

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antares56 07.02.2016, 16:21
9.

Das wussten wir schon immer! Es dauert nur ein wenig länger. Da der Kapitalismus sich mit Händen und Füssen und auch mit Waffen wehrt wird es immer offensichtlicher! Die Geopolitik des Kapitalismus zeigt uns die Verkommenheit dieser Typen zum Erhalt ihres Profits und ihrer Vermögen - während weltweit immer noch Menschen an Hunger oder Unterversorgung sterben!

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