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Vatileaks-Satire: "Titanic" wehrt sich gegen Verbot des Papst-Titels
DPA

Das Satire-Magazin "Titanic" legt Widerspruch gegen das Verbot seines aktuellen Papst-Titelbilds ein. Chefredakteur Leo Fischer nutzt die päpstliche PR für sein Heft für neue kecke Kommentare - er will "notfalls bis zum Jüngsten Gericht ziehen".

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dr.u. 13.07.2012, 09:55
150. Respekt

Zitat von josefchristian
Also, bewerfen Sie uns Katholiken mit Dreck, aber haben Sie um Himmels Willen noch etwas Respekt vor dem Alter, vor alten Menschen und deren Gebrechen. Und wenn hier in diesem Forum den Katholiken Hinterwäldertum, geistige Tiefffliegerei, Pädophilie und ähnlich Despektierliches unterstellt wird - sei's drum. Ich bin der Ansicht, dass Respektlosigkeit gegenüber anderen Menschen auf Erziehungsdefizite in der Kindheit hinweisen. Aber wahrscheinlich zensiert SPON hier einmal mehr diesen Passus. Es kommt ja schließlich immer drauf an, wer die Keule schwingt!
Respekt ist, im Gegensatz zur Achtung des Lebens als Solches, weder ein Grundrecht, noch ein Geburtsrecht oder mit sonst einem Automatismus verbunden (ganz anders, als z.B. die von Katholen porpagierte "Erbsünde" von Geburt an).

Respekt kann man sich durch Worte und Taten verdienen, nicht durch bloßes alt werden.

Was ist denn mit dem Respekt der (katholischen) Kirche gegenüber Andersgläubigen oder Nichtgläubigen?
Tagtäglich drangsaliert die Kirche viele Menschen durch ruhestörendes Glockengeläut.
Tagtäglich wettert die (katholische) Kirche gegen Sexualität, Aufklärung, Empfängnisverhütung, Abtreibung, Schutz vor AIDS und dogmatisiert ihre Anhänger mit "Erbsünde", Fegefeuer, Enthaltsamkeit und Jüngstem Gericht. Von der martialischen Verbreitung und Durchsetzung des Glaubens (=Nichtwissens) der Vergangenheit mal ganz zu schweigen.
Anhänger dieses Kultes können doch nicht ernsthaft Respekt nur Aufgrund längerer Lebensdauer einfordern.
Wenn sie interne Misstände aufklären und beseitigen und ernsthaft dagegen vorgehen können sie sich die Betreffenden Respekt erwerben, aber nicht durch bloßes, langes Sein. Und durch Einschreiten gegen die Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit schon gar nicht. Unabhängig ob nun jeder Einzelne im konkreten Fall das Titanic-Cover für gelungen, komisch, vulgär oder anstößig hält.

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dr.u. 13.07.2012, 10:09
151. Ja, aber

Zitat von mundi
Wenn die Person, über die ein Scherz genmacht wird, gerne mitlachen kann, ist es ein guter Scherz.
Wenn nur einer über einen Scherz nicht lachen kann, aber alle Anderen, dann ist es doch immer noch ein ziemlich guter Scherz.

Erst wenn nur der Scherzemacher darüber lachen kann, ist es ein wirklich schlechter Scherz.
Und wenn nicht mal der darüber lachen kann, ist es garantiert auch kein Scherz...

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franks meinung 14.07.2012, 17:35
152. Informieren

Rechte darf der Papst aber schon noch wahrnehmen, oder sprechen Sie ihm die ab? Dafür gibt es die Gerichte. Also man muss sich schon sehr wundern, was hier bei manchen für ein Rechtsverständnis durchkommt - würden Sie denn nicht klagen, wenn ich aus einem Ihrer Bilder ein "Piss-und-Fälkalbild" erstelle und dies als Titel meines Magazins verwende? Wunderbar, dann schicken Sie mir eins - wir probieren das einfach mal aus. Lesen Sie mal die Rechte, die jedem einzelnen zustehen - da ist nichts davon zu lesen, dass der Papst die nicht besitzt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich als ungläubige Demokratin den Papst verteidige, aber bei manchen hier fragt man sich schon. Wem sprechen Sie die Rechte denn sonst noch so ab - würde mich ernsthaft interessieren .... Bei allem Eifer für Recht und Freiheit sollten sie sich einfach mal über die aktuelle Rechtsprechung informieren. Als Person des öffentlichen Lebens und der aktuellen Zeitgeschichte hat der Pabst andere Rechte als ich. Teilweise hat er mehr Rechte, teilweise aber auch eingeschränkte Rechte. So muss er auch damit leben, Ziel von Satire zu werden. Auch muss er damit Leben, ein Titelblatt zu schmücken. Ich muss das nicht, da ich im Gegensatz zum Pabst das Recht am eigenen Bild habe.

Im konkreten Fall geht es lediglich darum, ob das Bild noch Satire oder schon Beleidigung ist. Und darüber lässt es sich trefflich streiten. Da kommt es einfach nur auf den individuellen Standpunkt und wahrscheinlich auch die jeweilige Konfession an. Mich würde mal interessieren, welcher Konfession der Richter angehört, der in Hamburg sein für meinen Geschmack seltsames Urteil fällte.

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