Forum: Kultur
Verkorkste Erinnerungskultur: Eure Einheit, unser Albtraum
Frank Kleefeldt/ DPA

Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, feierten viele Migranten mit. Dann kam der Frust. Denn die Einheit lässt bis heute keinen Platz für Leute, die nicht zum "Volk" gehören. Plädoyer für eine andere Erinnerungskultur.

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michaelhellweg 03.10.2019, 15:46
1. Neues Narrativ

Ich verstehe dich. Du bist meine Schwester.

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irobot 03.10.2019, 15:46
2.

Liebe Frau Ataman
Bei aller berechtigter Wut sollten Sie aber nicht unterschlagen, dass Ende 1992 etwa 1 Million in westdeutschen Städten auf die Straße gingen, um nach dem Anschlag von Mölln dagegen zu demonstrieren. Auch das ist Deutschland.

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ach-nur-so 03.10.2019, 15:54
3.

"Ich bin da beim Historiker Jan Plamper: Unser Land braucht ein neues "Wir". Und dafür eine neue Erzählung."

Finde ich auch. Aber für eine neue Wir-Erzählung müssten Dinge gesagt und geschrieben werden, die nicht spalten sondern verbinden. Wie wär's denn, damit einfach mal anzufangen?

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postatspiegel 03.10.2019, 15:57
4. Ein wichtiger Beitrag

Es tut mir weh, wenn ich solche Zeilen lesen muss. Ich könnte ja sagen, ich schämte mich dafür, weil ich Teil einer Kultur bin, die Menschen in Kategorien einteilt, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Aber ich fühle mich diesen Personenkreisen so wenig zugehörig, dass ich keinerlei gemeinsame Basis erkennen kann, auf der so eine Scham gedeien könnte.
Wichtig scheint mir, dass wir uns zusammentun und klar bekennen, wo die wirklichen Grenzen in diesem Land verlaufen. Sie sind nicht mit Himmelsrichtiungen zu beschreiben, sondern stecken in Menschen, die Grenzen als Sicherheitsmechanismus begreifen. Wir hier drinnen - ihr da draußen. Für mich stellt sich die Frage nach Nationalität gar nicht. Wenn ich Menschen begegne, frage ich nicht nach der Herkunft. Sie sind offensichtlich hier, sonst könnte ich ihnen nicht gegenüberstehen. Das genügt vollkommen.

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MichaelundNilma 03.10.2019, 16:02
5. Migranten first

Was kann man Frau Atamans Superanspruchsdenken, anders kann man es ja wohl nicht mehr nennen, eigentlich entgegensetzen. Anscheinend müssen wir ihrer Ansicht nach zuerst und nur zuerst die Befindlichkeiten von Migranten im Auge behalten. Selbst im Augenblick höchster Gefahr und Freudentaumel. Diesen Anspruch will und kann niemand erfüllen. Wenn tausende auf die Straße gehen, um für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, denken sie sicher am allerwenigsten an die Befindlichkeit von Frau Ataman und Ihresgleichen – selbst post Mauerfall. Frau Ataman schreibt im SPIEGEL leider immer dasselbe und man kann sich der Frage nicht erwehren, ob sie sich nicht darüber im Klaren ist, das sie das genau zu dem macht, was sie anklagt - ewiger Migrant. Ständige Beschuldigungen, selbst wegen Nichtigkeiten, erinnern stark an die LINKE Jutta Jelpke. Sie ist ebenfalls eine Dauerbeleidigte und der Rest Deutschlands ist immer schuld. Verzeihung Frau Ataman, so geht es nicht. Meine Frau ist Migrantin und geniest das Leben mit mir und hier, ohne dauernde Schuldzuweisung. Sie ist Asiatin – das macht vielleicht den entscheidenden Unterschied.

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valensine 03.10.2019, 16:02
6. Mitgefiebert & Mitfinanziert

Eine sehr wahre Betrachtung der Wiedervereinigung, die in den letzten 30 Jahren komplett ausgeblendet wurde. Nicht zu vergessen, dass Millionen von Deutschen "mit Migrationshintergrund" das ganze mitfinanziert haben mit all seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Negativfolgen.Man könnte sogar behaupten: Am Ende waren sie die "Opfer der Wiedervereinigung" . Eigentlich müssten sie das ganze Geld mit Zinsen und Aufschlägen als Wiedergutmachung zurück erhalten. Hoffentlich wird das bald im Bundestag vorgetragen.

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klardenkendermensch 03.10.2019, 16:02
7. Sehr guter Artikel

Sehr guter Artikel und das besonders unter Berücksichtigung des erschreckenden Aufstiegs der rechtsradikal, rassistisch und faschistisch durchdrungen AfD, die leider besonders in den neuen Bundesländern mit einem geringen Mikrationsanteil von um die 5% mit ihren Angst-, Lügen- und Hassparolen so erfolgreich ist. Deshalb ist es umso wichtiger die Wahrheit zu sagen und alles aufzuarbeiten.

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Steve Kadisha 03.10.2019, 16:13
8. Vom Volk zur Nation werden

Erst wenn die Deutschen ihre „Blut und Boden“-Mentalität ablegen, die bis in die jüngste Zeit des Staatsbürgerschaftsrechts die Blutsabstammung zum Nonplusultra machte, besteht Grund zur Hoffnung. Die Nation ist mehr als ein Abstammungssammelsurium. Die Nation der Deutschen umfasst mehr als die „Bio-Deutschen“. Sich nicht als bloße Abstammungsgemeinschaft, sondern als Nation zu verstehen, die gleiche, in der Verfassung verankerte Werte teilt und deshalb als Vielfaltgesellschaft miteinander lebt - das ist der notwendige gedankliche Schritt, der be8 vielen noch aussteht.

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cat69 03.10.2019, 16:20
9. Werte Frau

Sie sind da wo sie sein möchten, ein Staat kann da gar nichts dran ändern. Hilfe gibt es heute bei der Konkurrenz:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus201234912/Tag-der-Deutschen-Einheit-Aus-Teilung-wurde-Spaltung-Von-wegen.html

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